Bangkok

Zeitverschiebung: MESZ + 5 Std.

Bankok, gerade mal 200 Jahre jung, ist Thailands Hauptstadt. Vor 1500 Jahren befand sich an dieser Stelle nur Meeresboden. Der Monsunregen schwemmte riesige Mengen Ackerland mit dem Fluss Chao Phraya an diesem Ort zum Meer. Es bildeten sich kleine Inseln mit Feldern, Äckern und ein Dorf. Bang bedeutet Dorf, kok heißt eine Mischung aus Pflaumen und Oliven, die hier früher wuchsen. Seit 1946 ist König Bhumipol Adulyadej (Rama IX.) Staatsoberhaupt von Thailand. Heute (1997) zählt Bangkok etwa 5,6 Mio Einwohner und 1,2 Mio Touristen besuchen jährlich diese Stadt. Die Bevölkerung setzt sich aus Thais, Indern, Laoten, Koreanern, Burmesen und weiteren Volksstämmen zusammen. Etwa 90 Prozent gehören dem Theravada-Buddhismus an.


Samstag, der 8. Mai 1993

Ingrid schlief gute sechs Stunden, wir dösten so dahin. Nach 11 Stunden Flug landeten wir in Bangkok. Hier war es Nachmittag, 5 Stunden später als bei uns. Hinter der Passkontrolle empfing uns ein amtlich gekleideter Mann, der unseren Weiterflug bestätigte, so dass wir uns bei ihm in den richtigen Händen fühlten. Anschließend ließen wir uns von ihm zu einer Stadtrundfahrt für 50 US$ überreden. Über das Hotel direkt am Flughafen waren wir angenehm überrascht. Im Zimmer kamen die ersten Skrupel auf, wegen der gebuchten Fahrt für morgen, Man warnte uns in den ausliegenden Hotelbroschüren vor amtlich gekleideten Personen, die einen am Flughafen ansprachen. Als wir am Abend gegen 19.00 Uhr einen Schritt vor die Tür wagten bekamen wir fast einen Schlag vor Hitze. Die Außentemperatur betrug noch 38°C. Abendbrot aßen wir im Hotelrestaurant. Es schmeckte ungewohnt scharf, aber lecker. Das einzige was nicht zu scharf war von den 10 Gerichten, die wir bekamen, waren der Reis und der Nachtisch.


Sonntag, der 9. Mai 1993

Ingrid nach einer ErfrischungDank Klimaanlage konnten wir ganz gut schlafen. Mit "Pat" vor dem Königspalast Nach einem reichhaltigen Frühstück (Bananenbrot, Cornflakes, Joghurt und Hörnchen) holte uns die gestern gebuchte Reiseleiterin "Pat" ab. Mit dem Auto fuhren wir in einer halben Stunde in die Stadt zum Königspalast. Dort erhielten wir von Pat eine einstündige Führung, bis Ingrid mit hochrotem Kopf vor Hitze nicht mehr konnte (ca 40°C im Schatten). Mit Cola und Fanta erfrischt wurde Ingrid wieder fröhlicher. Aber wir schwitzten nicht alleine, den anderen Europäern lief das Wasser an den Kleidern herunter. Der Königspalast wurde 1782 von König Rama I. als Herrschaftssitz gebaut. Das 220.000 Quadratmeter große Areal ist von einer 1900 Meter langen weißen Mauer umrahmt. Hier befinden sich über hundert Gebäude und Bauwerke aus zwei Jahrhunderten, mit den verschiedensten Stilrichtungen. Hinterher fuhr Pat uns an einer Schmuckfabrik vorbei, wo Manfred mir einen Ring mit einem Rubin schenkte. Da wir so unerwartet dem Problem des Handelns gegenüberstanden, zahlte Manfred sicher einen viel zu hohen Preis, aber das sollte uns eine Lehre sein. Pat erzählte uns von ihrem Hauptberuf, sie arbeitete beim Erziehungsministerium und verdiente umgerechnet 300 DM / Monat. Dies hier war ihr sicher lukrativerer Nebenjob. Für morgen empfahl sie uns "Laxi Plaza", das ist ein Einkaufszentrum, nicht weit von unserem Airporthotel entfernt. Bis jetzt haben wir übrigens noch keinen unfreundlich blickenden Thailänder entdeckt, alle lächelten, besonders bei Ingrid. Der buddhistische Glaube erklärt die Freundlichkeit und das Lächeln der Bewohner. Nach dieser Lehre ist der Mensch für sein Schicksal selber verantwortlich. Ist er gut und freundlich, kann er in der nächsten Inkarnation ein besseres Dasein erhoffen.


Montag, der 10. Mai 1993

Leider schliefen Manfred und ich diese Nacht so gut wie gar nicht. Im Haus rumpelte es, als ob Loren über uns umher geschoben worden wären. Stellte man die Klimaanlage an, war es plötzlich arktisch kalt und sehr laut, schaltete man die Anlage ab, konnte man vor Hitze nicht schlafen. Die Fenster sollten wegen der Insekten und der Hitze nicht geöffnet werden. Nach einem reichhaltigen leckeren Frühstück ging es uns wieder besser. Zum Frühstückspersonal gehörten mindestens 20 Personen für 30 Gäste. Mit einem Taxi ließen wir uns heute, auf Pats Rat, zum Laxi Plaza kutschieren. Während wir uns in dem Einkaufszentrum umschauten (in einer halben Stunde waren wir durch), wartete das Taxi vor der Tür und brachte uns wieder zurück (für 20 DM insgesamt). Zwei Stunden vor Abflug marschierten wir zum Airport. Da an unseren Schaltern wieder lange Schlangen standen, durften wir wegen Ingrid den 1.Klasse-Schalter benutzen, wo wir sofort an die Reihe kamen. Außerdem durften wir wieder zuerst ins Flugzeug steigen. Wozu Ingrid nicht alles gut ist! Leider hatten wir diesmal nicht soviel Glück mit den Plätzen. Sie lagen direkt vor den Rauchern (1993 durfte man das noch), es zog wie Hechtsuppe und es war recht laut von den hinteren Plätzen, so dass Manfred und ich kein Auge schließen konnte. Ingrid schlief wie immer gut, sie schlief überall, wenn sie müde war. Einen Zwischenstop legte unsere Maschine noch in Singapur ein, dabei konnte man sich ein wenig die Beine vertreten. Dieser Flughafen ist wohl der schönste, den ich bisher gesehen habe. Es gab zu Ingrids Freude einen Spielplatz, die Hallen waren mit Blumen und Aquarien sehr freundlich ausgestattet. Die eine Stunde Aufenthalt verging im Eiltempo.

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