Sydney
Zeitverschiebung: MESZ + 8 Stunden
1770 segelte Kapitän James Cook die australische Ostküste hinauf und landete in der Botany Bay. 1788 wurde hier eine Sträflingskolonie an der Sydney Cove gegründet. 1993 zählt Sydney 3.713.200 Einwohner, das sind 61,9% der Gesamtbevölkerung von New South Wales. Es ist die bevölkerungsreichste Stadt Australiens. Das höchste Gebäude der Südhalbkugel ist Sydneys Centerpoint Tower mit 324,8 Metern.
Dienstag, der 11. Mai
1993
Um
5 Uhr morgens landeten wir nach 11 Stunden Flug endlich in Sydney.
Manfreds Bekannter Bruce, aus seinem letzten Urlaub, versprach uns
abzuholen, deshalb warteten wir im Airport McDonald-Restaurant. Auf
Manfreds Frage, ob es hier wohl Apfelsaft für Ingrid gäbe,
antwortete die Bedienung: "No worries". Jetzt war Manfred
sicher: "Wir sind wirklich in Australien"! Plötzlich
grinste Ingrid über das ganze Gesicht. Bruce hatte uns nicht
vergessen, er stand auf einmal hinter uns. Bevor Bruce uns bei unserer
Vermieterin Christine absetzte erhielten wir von ihm noch eine gratis
Stadtrundfahrt. Er zeigte uns bei wolkenlosem Himmel und klarer Luft die
schönen leeren kilometerlangen Strände, mit der Skyline der City
im Hintergrund. Nur ein paar Jogger liefen umher. Bei diesen herrlichen
Ausblicken packte mich das Sydneyfieber immer mehr. Die Temperatur betrug
etwa 16°C. Gegen 8 Uhr lieferte uns Bruce bei Christine, im Stadtteil
Paddington ab, die sich über ein Wiedersehen mit Manfred mächtig
freute. Er wohnte dort schon im letzten Jahr, auf Empfehlung eines
Kollegen. Sie hatte für uns extra einen ihrer Dauermieter zu seiner
Freundin ausquartiert. Außer uns waren ein Engländer und ein
Paar aus Frankreich bzw. Portugal zu Gast. Christine hatte uns zur Begrüßung
extra einen Kuchen gebacken. Sie schimpfte zwar über das australische
Mehl, mit dem ihr die Kuchen nie so gut gelänge, wie in Österreich.
Ich fand ihn aber trotzdem lecker. Anschließend begleiteten wir sie
durch einen kleinen Park, den Trumper Park, zum Einkaufszentrum "Franklin".
Im Park fielen uns die lautschreienden Vögel auf. Sie sahen aus, wie
große Elstern und krähten laut (MacPies). Amseln haben wir überhaupt
keine gesehen, dafür gab es Spatzen und Stare. Manfred besorgte uns
eine Wochenkarte für die öffentlichen Verkehrsmittel, mit denen
wir CityRail, Bus und Fähre nach Belieben fahren konnten. (Genauere
Beschreibung der Wochentickets siehe nächste Reiseberichte). Das
nutzten wir auch gleich und setzten uns in die nächste CityRail
(S-Bahn), die uns zum Circular Quay brachte. Hier, wo alle Fähren
starteten wechselten wir in so eine und ließen uns irgendwohin
fahren und zurück. Auf der Fähre überraschte uns Ingrid. Plötzlich
rief sie: "Wir sind ja in Australien, ich habe die Brücke
gesehen!". Da Ingrid auf der Fähre aber trotzdem einschlief, und
wir auch schon immer wieder leicht einnickten, hielten wir bei Christine
erst einmal einen 3-stündigen Mittagsschlaf. Etwas munterer am Abend
schlenderten wir Richtung China-Town und aßen bei einem
Chinesen mit Selbstbedienung. Es war sehr lecker.
Mittwoch, der 12. Mai
1993
Nach
12 Stunden Schlaf frühstückten wir ausgiebig draußen im
Garten. Ingrid ließ es sich nicht nehmen Christine zu helfen und
selbständig jeden Tag den Tisch zu decken. Bei wieder strahlendem
Sonnenschein besuchten wir mittels CityRail und Fähre den Taronga
Zoo. 1916 wurde der Zoo hierher, nach Mosman verlegt. Man erreicht den
Zoo mit der Fähre vom Circular Quay (10 Minuten Fahrzeit), oder mit
dem Bus in Wynyard oder von der Bahnstation St. Leonards. Der Zoo an einem
Hang gelegen, kann von zwei Eingängen betreten werden. Zum unteren
gelangt man mit der Fähre, wie wir jetzt. Die Strecke von einem
Eingang zum anderen, kann mit einer Seilbahn zurückgelegt werden. Wir
schwebten also mit dieser "Cable-Car" über den ganzen Zoo
hinweg zur Bergstation, und liefen von dort gemütlich abwärts
zur Talstation. Zeit ließen wir uns besonders am Anfang bei den Kängurus,
Wombats, Dingos, Koalas und dem Schnabeltier. Bis wir ganz durch waren,
vergingen einige Stunden. Am Circular Quay zurück, bummelten wir am
Wasser entlang, Richtung Opernhaus und zurück. Das Opernhaus stellt
im Moment leider kein ideales Fotoobjekt dar, da ein Flügel
restauriert wird. Abends lud uns Christine zum Essen ein, es gab Kassler,
Sauerkraut und Kartoffelbrei, typisch australisch! Für den englischen
Gast Michael kochte Christine jeden Abend. Wenn es ihm besonders gut
schmeckte, bedankte er sich mit mindestens 15 "thank-you". Sie
machte sich immer den Spaß daraus und zählte. Heute waren es
annähernd 10 "thank-you".
Donnerstag, der 13. Mai
1993
Leider
tröpfelte es leicht, so daß wir gezwungen waren innen zu frühstücken.
Wegen der fürchterlichen Hitze in Bangkok änderten wir unsere
Flugpläne zu Ungunsten von Darwin, da wir dort ähnliches befürchteten.
Als wir nach einem endlosen Marsch durch die ellenlange George Street das
Qantas-Büro entdeckten, schickten sie uns zum STA Reisebüro, wo
uns ein sehr freundlicher junger Mann behilflich war. Zwar konnten wir
keine Flüge streichen bzw. umbuchen, dafür aber verschieben. Wir
erfuhren bei ihm, dass wir Plätze im Voraus buchen konnten und dass
es für Kinder extra Kindermenüs gab, was man uns im deutschen
Reisebüro nicht mitteilte. Außerdem gab er uns noch Tipps für
den Aufenthalt in Sydney. Nachdem wir den Teil erledigt hatten, setzten
wir uns in eine Imbissbude und aßen jeder eine Riesenportion
Fish + Chips mit Salat. Anschließend statteten wir dem Powerhouse
Museum, das gleich um die Ecke lag (südlich von Darling Harbour),
einen Besuch ab. Ingrid war begeistert. Es wurden alle möglichen
physikalischen Effekte dargestellt. Außerdem findet man die erste
Dampflok Australiens, Ausstellungen zu Möbeln, Flugzeugen und
Bereiche für Kinder. Zum Beispiel wurde gezeigt, wie Filme gedreht
werden. Ingrid konnte sich auf einen Stuhl setzen und sah sich dann auf
einem fliegenden Teppich mit wehenden Haaren durch die Gegend fliegen. Das
Wetter besserte sich und wir bummelten durch Darling Harbour. Dies ist ein
riesiger Komplex von Hotels, Museen, Geschäften, Restaurants und
Imbissbuden mit breitem Unterhaltungsangebot. 1988 wurde dieser
Hafenbereich, der aus heruntergekommenen Kais und Lagerhäusern
bestand, umgebaut. Auf der Fähre zurück, konnte man schön
die beleuchtete Skyline der City genießen. Abendbrot schmausten wir
direkt am Circular Quay (Aussie Pie mit Hackfleisch).
Freitag, der 14. Mai
1993
Bei
strahlendem Sonnenschein frühstückten wir wieder im Freien, man
musste sich nur jeden Tag etwas dicker einpacken, da es morgens noch
nicht sehr warm war. Wir waren heute zu einem Wochenendausflug nach
Nowra eingeladen, zu Bruce's Eltern. Bevor wir zu Bruce und Rosemarie
aufbrachen, überlies ich Christine noch unsere ganze Schmutzwäsche.
Sie wusch und bügelte gerne und bot uns das mehrmals an. Als Dank
wollte sie nur Waschpulver, keine "albernen Blumen". In den
Rocks vertrödelten wir unsere Zeit bis die Fähre zur Meadow Bank
fuhr. Dieser Stadtteil gehört zu den ältesten Sydneys. Wir
nahmen uns vor wieder herzukommen, da eine Stunde nicht ausreichte das
Viertel zu erkunden. In Meadow Bank angekommen empfing uns Rosemarie
(Bruce Frau) mit Alica (4 Jahre) und Lloyd (2 Jahre). Ingrid und Alica
freundeten sich langsam an. In zwei Autos fuhren wir zu Bruce Eltern, die
sich zwei Autostunden, südlich von Sydney, in der Nähe von
Nowra, als Alterssitz eine Farm gekauft hatten.
Das
Leben in Sydney wurde ihnen zu hektisch. Diese Fahrt war besonders für
mich sehr lehrreich. Bis jetzt konnte ich mich hinter Manfreds
Englischkenntnissen verstecken. Nun fuhren wir getrennt, Manfred mit Bruce
und ich mit Rosemary. Da die beiden (Bruce und Rosemarie) kein deutsch
sprachen, musste ich mich endlich bemühen englisch zu sprechen und zu
verstehen. Es klappte aber besser als ich dachte. Dies Erlebnis spornte
meinen Ergeiz an, für künftige Reisen mein Englisch
aufzufrischen. Auf halben Wege luden uns Bruce und Rosemarie zum Dinner in
das Restaurant Panorama House Bulli Lookout ein. Der Blick war
wirklich herrlich, auf das beleuchtete Wollongong. Außerdem zeigte
mir Rosemarie bei sternenklarem Himmel zum ersten Mal das "Kreuz des
Südens". Gegen 22.30 Uhr erreichten wir unser Ziel. Als Bruce
Mutter hörte, dass ich mich für Sterne interessierte, hätte
sie am liebsten mit mir einen Nachtspaziergang unternommen, leider haben
sich aber inzwischen ein paar Wolken vor die Sterne geschoben. Manfred,
Ingrid und ich bewohnten das ganze Erdgeschoss alleine, einschließlich
Bad.
Samstag, 15. Mai 1993
Als
wir heute morgen aufwachten und aus den Fenstern blickten, dachten wir,
wir befänden uns im Allgäu, nur drei Palmen störten das "Allgäu-Bild".
Vor der Tür hatte Bruce's Mutter einen kleinen Teich angelegt, auf
dem ein Boot schwamm. Auf der Farm befanden sich ein Hühnerstall, ein
Obst- und Gemüsegarten und eine Weide mit Rindern. Hinter dem Haus
lagen Felder und eine Nachbarfarm. Ingrid und Alica holten aus dem Hühnerstall
die Frühstückseier. Nach einem reichhaltigen Frühstück
fuhren wir ins Kangaroo-Valley. An einem Fluß picknickten
wir und die Kinder konnten sich einen Hang herunter kullernd austoben. Am
Nachmittag besuchten wir den Nowra-Animal-Park, ein privater
Tierpark mit hauptsächlich einheimischen Tieren. Merkwürdigerweise
war der Tierpark, obwohl heute Samstag war und die Sonne strahlte, sehr
schlecht besucht. Wieder zurück auf der Farm gab es BBQ (Steak, Würstchen,
Tomaten, Salat und australischen Wein). Vor dem Schlafengehen unternahmen
wir bei völliger Dunkelheit noch einen Abendspaziergang.
Sonntag, 16. Mai 1993
Bruce schlug uns für heute
einen Spaziergang in den "Rainforest" vor. Das Wetter
war schön, und so brachen wir zu Fuß über die Felder
hinterm Haus Richtung Wald auf. Rosemarie meinte, daß sie diesen Weg
im Sommer wegen der vielen Schlangen auf den Feldern, mied. Am Fluss
angekommen führte jetzt ein kleiner Pfad in den Wald, bis dieser bei
einem Wasserfall endete. Auf dem Rückweg trat zuerst Alica knöcheltief
in frische Kuhscheiße, dann Ingrid knietief in Wasser, woraufhin
beide keine fröhlichen Gesichter zogen. Auf der Farm zurück,
wurden wir mit einer selbstgemachten Suppe aus Truthahn und Kürbis
bewirtet, schmeckte sehr gut. Bruce Mutter schenkte mir zum Abschied ein
Glas Feigenmarmelade. Zurück fuhren wir durch den Royal
Nationalpark nach Sydney. Dieser Nationalpark wurde 1879 eingerichtet
und umfasst 15014 Hektar. Der Weg verlief teils an der Küste mit
endlosen Stränden und teils durch menschenleere Wälder. Rosemary
erzählte uns, dass sie früher mit Bruce hier lange, mehrtägige
Wanderungen unternommen hatten. Bruce brachte uns bis vor die Haustür.
Zum Abendessen fuhren Manfred, Ingrid und ich noch einmal in die Stadt.
Vom Circular Quay aus bummelten wir an einem Raddampfer und an der
Bounty-Nachbildung vorbei in Richtung Rocks. Dort aßen wir im
Pancake-House, welches wir auch in den darauffolgenden Urlauben fast jedes
Jahr besuchten. .
Montag, 17. Mai 1993
Wieder frühstückten wir draußen bei Christine mit Melone, Birne, Eiern, selbstgemachter Marmelade, Wurst und Käse. Gestern soll angeblich der kälteste 16. Mai seit Jahren gewesen sein mit 12°C. Da wir heute so gute Sicht hatten, überlegten wir uns kurz entschlossen den Center Tower zu besuchen. Wie am Anfang schon erwähnt, ist es das höchste Gebäude der Südhalbkugel mit 324,8 Metern. Der Turm in der Market Street Nr. 100 ist Tag und Nacht geöffnet. 1981 wurde er als Teil des Centrepoint-Shopping-Center vollendet. Während wir auf dem Aussichtsturm Apfelstrudel mit Eis verspeisten, genossen wir den Blick über Sydney. Einmal muss man unbedingt hier oben gewesen sein. Abendessen gab es heute bei Christine, auf Wunsch von Ingrid Spaghetti Bolognese.
Dienstag, 18. Mai 1993
Es
war zwar heute bewölkt, aber wir ließen uns nicht davon
abhalten draußen zu frühstücken. Gegen 10.30 Uhr brachen
wir zum Flugzeug Richtung Palm Beach auf, das hatten wir gestern für
heute buchten. Palm Beach ist ein kleiner Badeort, der etwa 60 km
nördlich von Sydney auf einer ausgedehnten Landzunge liegt. Auf dem
Ende der Landzunge steht ein Leuchtturm, das Barrenjoey Lighthouse.
Er wurde 1881 erbaut und diente früher als Signal für die
Flussschiffe auf dem Hawkesbury River. Ingrid durfte Copilotin spielen,
was ihr sehr viel Spaß machte. Als wir landeten, fing es an zu
regnen, so dass wir uns eine Weile unterstellen mussten. Der Pilot
fragte uns, ob er uns bei dem Wetter nicht lieber zur 10-Minuten-Fußmarsch
entfernten Bushaltestelle fliegen sollte. Wir lehnten sein Angebot dankend
ab. Es klarte auch nach einer halben Stunde wieder auf. Zum Essen
besuchten wir ein nettes B.Y.O. Lokal am Golfplatz. Der Ober rannte auf
Ingrids Anfrage, nach einem Strohhalms sofort zum Nachbarlokal und
besorgte welche. Hinterher bummelten wir noch muschelnsuchend am Strand
entlang und einen steinigen Weg aufwärts zum Barrenjoey Lighthouse.
Hier verweilten wir eine Weile und genossen die Aussicht. Man kann sich
die Umgebung gut als Hintergrund für den Film "Die Schatzinsel"
vorstellen. In einer 1-stündigen Busfahrt, einmal Umsteigen, landeten
wir schließlich in Manly, von dort ging es mit Fähre und
CityRail zu Christine zurück.
Mittwoch, 19. Mai 1993
Christine
wollte heute wieder unsere gesamte Wäsche waschen, während wir
uns das Earth Exchange Museum und einen Besuch in Manly
vorgenommen hatten. Auf dem Weg dorthin passierte Manfred ein kleines
Malheur, er riss sich an einer scharfen Kante ein Pfenniggroßes Loch
in seine Hose. Als Zeichen, dass man bezahlt hatte erhielt man im
Museum einen Aufkleber, den man am T-Shirt tragen sollte. Manfred nutzte
diesen aber, um sein Loch in der Hose abzudecken. Das Museum enthielt alle
möglichen Informationen über die Entstehung der Erde, Vulkane,
Erdbeben, Dinosaurier... Für Ingrid war es recht langweilig, so dass
wir uns nicht lange aufhielten. Manly, ein Badeort Sydneys, den
wir mit der Fähre erreichten, gefiel uns recht gut. Wir bummelten die
Fußgängerzone auf und ab, am Wasser und am Strand entlang.
Unterwegs sprach mich eine Frau an, die mich unauffällig auf Manfreds
Aufkleber auf der Hose aufmerksam machte. Ich tat überrascht, und
bedankte mich. Sie wusste ja nicht, dass er dort ein Loch abdecken
musste. Bei einem Bilderbuchsonnenuntergang fuhren wir dann auf der Fähre
zurück. Manfred war heute Abend mit seinen Arbeitskollegen Stefan,
Andrea und Günther verabredet, während Ingrid und ich bei
Christine zum Fischessen eingeladen waren. Manfred kam auch nicht sehr spät
nach Hause, es hatte ihm ganz gut gefallen seine alten Bekannten vom
letzten Jahr wieder zu treffen.
Donnerstag, 20. Mai 1993
Für
heute luden wir Christine in den Zoo ein. Es war zwar etwas kühl,
aber wolkenlos und wir frühstückten natürlich im Garten. "Unsere
Katze" erschien wie jeden morgen, als sie uns hörte. Sie ließ
sich von Ingrid und Manfred mit Käse füttern. Während
Christine noch warten musste bis ihr Gast Michael sein Frühstück
beendet hatte, brachten wir Manfreds Hose zur Reparatur. Im Zoo herrschte
mehr Betrieb als bei unserem letzten Besuch, aber es verlief sich auf dem
großen Gelände. Am Abend fuhren wir zum Woolshet, einem
Restaurant, was Christines ehemaliger Schwiegertochter gehörte. Ihre
Söhne aus erster Ehe waren der Schachmeister von Australien, der hier
auch mit bediente und ein Besitzer mehrerer Musikschulen auf der ganzen
Welt. Ingrid malte für eine Dame am Nachbartisch Bilder. Diese Frau
kam seit Jahren jeden Donnerstag mit ihrem Mann hierher, saß am
selben Tisch und aß immer das Gleiche. Ingrid wurde zum Abschied
noch mit Geschenken überhäuft, Schokolade, T-Shirt und
Haarspangen. Zum ersten Mal hier im Urlaub stanken wir Abends nach Rauch.
Sehr viele Restaurants sind hier in Raucher- und Nichtraucherbereiche
eingeteilt, was uns als sehr angenehm aufgefallen war. Im Woolshed gab es
diese Einteilung leider nicht.
Freitag, 21. Mai 1993
Heute
standen die 110 Kilometer entfernten Blue Mountains auf dem Programm. Auf
dem Weg zur CityRail holten wir Manfreds reparierte Hose ab. Die Frau, die
die Hose stopfte, wollte absolut kein Geld für ihre Arbeit, da sie es
nicht für besonders gelungen hielt. Wir fanden es aber für den
Rest des Urlaubs o.k.. Mit einem 8-Sitzer, von Bruce Bruder ausgeliehen,
chauffierte uns Bruce in die Blue Mountains. Unterwegs hörten
wir Blasmusik. Diese Kassette schenkte Manfreds Vater Bruce bei seinem
letzten Besuch in Deutschland. Kurz vor Katoomba, dem Hauptort der Blue
Mountains, lunchten wir an einer schönen Stelle mit mitgebrachten
Picknick von Bruce und Rosemarie, einschließlich Weißwein.
Gute zwei Stunden wanderten wir von hier auf einem Trail zum Ausblick der
Three Sisters. So weit das Auge reichte, sah man nur riesige Wälder,
schön! Plötzlich kreischten scharenweise schwarze Kakadus über
uns hinweg. Zurück bei Christine saßen wir noch ein Weilchen
zusammen, da es unser letzter Abend in Sydney war. Für 10 Tage
Unterkunft (Dreibettzimmer mit Bad+WC), Frühstück, Wäsche
waschen, gelegentlich Abend essen nahm sie von uns nur 750 DM, und das
noch mit schlechtem Gewissen. Wir verabschiedeten uns von ihr und sie
bedauerte den Abschied ebenso sehr wie wir.
Samstag, 22. Mai 1993
Als wir morgens um 5.30 Uhr aufstanden, steckte unter unserer Tür ein Zettel von Christine, auf dem sie sich nochmals bedankte und uns viel Glück wünschte. Punkt 6.15 Uhr stand das, für 6.25 Uhr bestellte Taxi vor der Tür. Im Flugzeug ergatterten wir einen schönen Fensterplatz, und Ingrid erhielt zum ersten Mal, dank STA-Service in Sydney, ihr bestelltes Kinderfrühstück: Cornflakes, Rührei mit Schinken, Brötchen mit Marmelade oder Vegemite und Saft. Wir bekamen das Übliche: Fisch, Quark und Brötchen mit Marmelade.