Singapur

Zeitverschiebung: MESZ + 6 Stunden

Auf der Insel Singapur, vor der Südspitze der malayischen Halbinsel Malakka gelegen, gab es früher nur Morast und Urwald. Das Moderne Singapur wurde erst 1819 gegründet, 1965 wurde es zur unabhängigen Republik. Zur Hauptinsel gehören 57 kleinere Inseln. Drei Viertel der 2,6 Millionen Einwohner sind Nachkommen der Einwanderer vom chinesischen Festland, 15% sind Malaien und 6% Inder. Malaiisch ist Nationalsprache, im Geschäftsleben wird Englisch gesprochen. Die verbreitetsten Glaubensrichtungen sind: Buddhismus, Taoismus, Islam, Hinduismus und Christentum.


Donnerstag, 3. Juni 1993 

Blick aus Hotelfenster in Singapur Nach einer wiederholt schlechten Nacht (Hitze und Krach im Hotel) flogen wir um 11.10 Uhr in vier Stunden nach Singapur. Am Flughafen suchten wir verzweifelt nach dem richtigen Qantas-Schalter, wo wir unseren Hotelgutschein bekommen sollten. Schließlich sprach uns ein Mann von Qantas-Jettours an, und fragte ob wir "seine" gesuchte Familie wären. Wir erfuhren erst hier und nicht in unserem Reisebüro, dass wir abgeholt wurden. Mit einem anderen Paar ging es in einer halben Stunde dauernden Fahrt zum Hotel. Wir waren sowohl vom Hotel Peninsula, als auch von der Stadt angenehm überrascht. Die Leute waren hier nicht so aufdringlich wie in Bangkok und die Stadt wirkte sauberer. Unser Zimmer lag in der 20. Etage, des etwa 22 Stockwerke hohen Hotels. Der Ausblick auf die Stadt war nicht übel. Von den vielen Hotels um uns herum, zählte unseres zu den kleineren. Das Hotel gegenüber ist mit 70 Stockwerken das höchste der Welt. Am Abend bummelten wir durch ein nahegelegenes Einkaufszentrum, aßen in einem Familienrestaurant und spazierten an der an der Flussuferpromenade entlang.


Freitag, 4. Juni 1993

Nachdem wir gestern todmüde ins Bett gefallen waren, wachten wir heute morgen gut ausgeschlafen auf. Dank leiser Klimaanlage mußten wir nicht schwitzten. Das Frühstück im Hotel war sehr umfangreich und lecker: Draußen schien die Sonne, es hatte wohl etwa 30°C und war sehr schwül. Wir brachen in Richtung Aquarium auf. Der Weg führte durch einen Park, wo die Grillen so laut wie Baumaschinen waren. Wir wussten zuerst gar nicht wer das Spektakel veranstaltete. Leider mussten wir unverrichteter Dinge wieder umkehren, da das Aquarium gerade renoviert bzw. auf Sentosa verlegt. Auf dem Weg ins Hotel tranken wir noch eine Cola in einem Food-Market, wo es alles an Essbaren in 4 qm Läden gab. Spaß machte es, die Stäbchenesser zu beobachten, wie das Essen reingeschaufelt wurde. Da es jetzt recht heiß war, machten wir uns erst am Nachmittag wieder auf den Weg. Wir wollten eine Flußrundfahrt auf dem Singapore River unternehmen. Auf dem Weg dorthin bekam Ingrid, seit dem Frühstück nichts mehr gegessen, plötzlich Hunger. Unschlüssig standen wir an einem Stand herum, da wurde Manfred auch schon angesprochen was wir möchten. Er bestellte Nudeln für Ingrid und erhielt einen Riesenteller mit gebratenen Nudeln, Krabben, Tintenfisch, Fleisch und auf einem kleinen Schälchen daneben ganz scharfe Chillis. Da es nur Stäbchen und einen unförmigen Löffel gab, probierte Ingrid ihr Glück mit Stäbchen. Es klappte recht gut. Anschließend machten wir dann noch die Bootsfahrt auf dem Fluss und ein Stück in den Hafen hinein. Es lohnte sich. Heute Abend hatten wir keine Lust mehr Essen zu gehen, darum machten wir uns im Hotelzimmer Würstchen warm und tranken dazu australischen Rotwein. Im Einkaufszentrum unter unserem Hotel erstand Manfred vorher einen Taschenfernseher, da elektronische Geräte hier steuerfrei sind.


Samstag, 5. Juni 1993

Als wir zum Frühstück saßen, tobte gerade ein heftiges Gewitter, darum ließen wir uns eine Menge Zeit. Manfred kaufte im Anschluss noch einen Taschenplaner. Bis 12 Uhr mussten die Zimmer geräumt sein. Das Gepäck lagerte bis zum Abflug bewacht vor dem Hotel auf der Straße. Dann fuhren wir mit dem Taxi zur Cable-Car Station, am Mount Faber. Die Seilbahn, die hier Cable-Car genannt wird und von den Schweizern gebaut wurde, brachte uns auf die Ausflugsinsel Sentosa. Von hier oben hatte man einen schönen Blick auf den riesigen Hafen und die übrigen Inseln. SentosaSentosa bedeutet auf Malaiisch Ruhe und wurde zur britischen Kolonialzeit als Fort benutzt. Als die Briten 1967 Singapur verließen, baute die Regierung die Insel zum Feriengebiet aus. Eine Monorail verbindet die Sehenswürdigkeiten der Insel. Zuerst besichtigten wir den Strand. Hinterher besuchten wir noch den Vergnügungspark, hier befand sich auch ein Abschnitt mit nachgebauten Gebäuden aus allen Teilen Asiens. Mit der Fähre ging es zurück zum Festland. Blauäugig wie wir waren, wollten wir einfach mit dem Taxi zum Hotel zurück. Manfred sprach einen Taxifahrer an, der aber nur müde auf den Taxistand deutete. Als wir uns umblickten entdeckten wir eine Schlange von bestimmt 50 Personen, die am Taxistand auf ein Taxi wartete. Der Schreck fuhr uns in die Glieder, in einer Stunde sollten wir im Hotel zum Flughafen abgeholt werden. Wir suchten einen zweiten Taxistand, doch sah es hier nicht besser aus. An der Bushaltestelle ging es noch viel chaotischer zu, dort hatten wir kaum Platz zum Stehen auf der Plattform. Und den richtigen Bus zu erwischen, war auch ein Kunststück für sich. Langsam geriet ich in Panik, denn die Zeit rann dahin, der Taxistand wurde immer voller. Zu Fuß war es zu weit und Ingrid war schlecht vor Hitze. Zum Glück entdeckte Manfred in diesem Gewühl eine Haltestelle für Minibusse, die im 1/4-Stunden-Takt in die Stadt fuhren. Wir erwischten sofort einen und mir fiel ein Stein vom Herzen (eher ein Betonklotz). Jetzt waren wir so pünktlich zurück, dass wir sogar noch eine Pizza essen konnten und auf den Schrecken ein Bier tranken. Mit dem gleichen Fahrer, der uns vom Flughafen hergebracht hatte, fuhren wir zurück. Er erzählte uns noch einiges über Singapur, z.B. dass es hier keine Arbeitslosigkeit gäbe und, wenn man etwas auf die Straße warf, musste man beim ersten Mal Strafe zahlen, im Wiederholungsfall einen Strand reinigen. Wir waren jetzt so pünktlich am Qantas-Schalter, dass wir sogar die ersten waren. Auf dem Flug nach Bangkok schlief Ingrid so fest, dass wir sie zum Essen nicht wach bekamen. Nach einer Zwischenlandung in Bangkok, flogen wir in einem Rutsch bis Frankfurt (11 Stunden).

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