Honolulu
Mittwoch, 16.8.95
Die
nächsten fünf Stunden flogen wir über dem Ozean, bis wir
gegen 22.50 Uhr Ortszeit in der Hauptstadt Hawaiis, in Honolulu
landeten. Diese Stadt liegt auf der Insel Oahu, die dritt größte,
der etwa 130 Inseln, die zu Hawaii gehören. Etwa 80 Prozent der 1,1
Millionen Einwohner Hawaiis leben auf Oahu. Die Außentemperatur
betrug angenehme 24°C. Ich hatte es mir schwüler vorgestellt
nach den letzten heißen Tagen am Ontario See. Mit einem Bus ging es
zum Immigration Office, man wurde an allen Stellen, wo man sich verlaufen
konnte von dem Flughafenpersonal geleitet. In dem Büro reihten wir
uns in einer langen Schlange ein. Ein Angestellter ging durch die Reihen,
und prüfte bei den Wartenden die Papiere auf Vollständigkeit,
damit man am Schalter nicht den ganzen Betrieb aufhielt. Gegen 24 Uhr
schließlich, erreichten wir das Hawaiian Regent Hotel in
Honolulu am berühmten Waikiki Strand. Wir meldeten uns noch
bei unseren Eltern (12 Stunden Zeitunterschied), besichtigten das Hotelgelände
und dessen Umgebung und schliefen dann schließlich.
Donnerstag, 17.8.95
Man
hatte einen herrlichen Blick auf den Strand vom 13. Stock unseres
Hotelzimmers. Als wir gegen 6:30 Uhr aufwachten, standen schon viele
Surfer auf ihren Brettern. Nach dem Frühstück besuchten wir den
Waikiki Strand. Vor 100 Jahren noch, war hier alles Sumpfgebiet.
1922 wurde Waikiki (hawaiianisch: sprudelndes Wasser) trockengelegt und
1927 entstand das erste große Hotel, "The Pink Palace of the
Pacific". Manfred und ich genossen erst mal ausgiebig das Wasser.
Anschließend wanderten wir zum Aquarium, das recht nett
aufgebaut ist mit Korallennachbildung, Schildkröten, Haien usw.. Zu
Ingrids Freude besuchten wir jetzt doch noch den Swimming Pool. In den 1
1/2 Stunden, die wir hier am Pool verbrachten, regnete es zwei mal kurz für
eine Minute. Über uns war blauer Himmel, die Wolken hingen in den
Bergen und durch den Wind wurden die Tropfen zu uns herübergeweht.
Als es draußen nicht mehr ganz so heiß war, gingen wir auf die
Suche nach einem Abendbrotlokal. Wir stürzten uns ins Gewühl
Richtung Royal Hawaiian Shopping Center. Dies ist ein riesiges
Einkaufszentrum, das sich mit seinen vier Stockwerken über drei Gebäude
erstreckt. Mit einem gläsernen Aufzug fuhren wir in den 3. Stock und
fanden dort ein italienisches Restaurant. Ich glaube, es gab hier keinen
einzigen Italiener. Die Preise waren sehr gesalzen. Gegen 21 Uhr fielen
wir müde ins Bett.
Freitag, 18.8.95
Um
6 Uhr standen wir auf. Diesmal frühstückten wir alle vom Bufet,
denn es gab tolle Sachen. Geplant hatten wir für heute morgen ein
bisschen mit dem Bus an der Küste entlang zufahren. Wir gingen einfach
drauflos und erwischten einen Bus, der uns zum Sea World Park
brachte, auch gut. Unterwegs stieg eine Frau mit Rollstuhl zu. Wir
wunderten uns, wie reibungslos das hier funktionierte. Der Fahrer klappte
drei Plätze hoch, fuhr die Trittstufe zu einer Rampe aus, dann
schnallte er den Rollstuhl in einer extra dafür vorgesehenen
Vorrichtung fest. Das ging ruckzuck und alle fanden das selbstverständlich.
An der Küste hatte man tolle Ausblicke auf kleine Inseln, Felsen, das
Meer und die Berge im Landesinneren. Bei der Busendstation sahen wir uns
ein bisschen am Makapu'u Beach um, hohe Wellen mit Surfern,
schwarze Felsen und schöne Ausblicke, aber ohne Schatten. Als
Highlight für Ingrid besuchten wir den Sea Life Park mit einer
Pinguin- und Delfinschau. Es gab hier den einzigen Wolphin der Welt, eine
Kreuzung zwischen einem Delfin und einem Wal. An den Stränden
entlang, fuhren wir mit einem weiteren Bus zum Hotel zurück. Mittags
fand das obligatorische Schwimmen im Pool statt und hinterher schrieben
wir Postkarten. Beim Bücken auf dem Balkon fiel Manfred versehentlich
eine Schlüsselkarte des Hotelzimmers aus seiner Brusttasche. Sie
landete im 12. Stock auf dem Balkon, also direkt unter uns. An der Zimmertür
des zugehörigen Hotelzimmers hing das Schild "Bitte nicht stören".
Manfred versuchte es dann über das Telefon, aber die Bewohner waren
Japanerinnen und verstanden kein Wort englisch. So versuchte es Manfred über
den Empfang. Kurze Zeit später riefen die Bewohner des Zimmers zu uns
herauf. Und Manfred konnte sein Schlüsselkärtchen abholen. Als
Entschuldigung, dass sie ihn nicht gleich verstanden hatten, erhielt er
noch zwei Tüten japanisches Knabbergebäck. Nachmittags brachten
wir noch die Postkarten zur Poststelle im Kaufhaus. Das war ein
Zeitschriftenladen mit einer Theke zum Postabliefern. Drei Bedienstete
waren damit beschäftigt den Kunden beim Paket packen zu helfen, zu
beraten und Briefmarken zu verkaufen. So etwas freundliches haben wir noch
nie erlebt bei der Post. Wir erwarteten unfreundliche Postbeamte und
Schlange stehen. Hier ging man richtig gern zur Post, während es bei
uns eine lästige Pflichtaufgabe ist. In einer Seitengasse fanden wir
einen Chinesen, "House of Hong". Das Essen war sehr lecker. Zum
Andenken kauften wir uns Stäbchen. Da die Luft noch so schön
war, bummelten wir zum Hard Rock Café. Das Leben in Honolulu geht
erst um 20 Uhr richtig los. Richtung Hotel wurden die Gehsteige so voll,
dass wir kaum noch durchkamen.
Samstag, 19.8.95
Morgens
badeten wir zum Abschluss noch einmal am Waikiki Strand.
Nachdem
ich eine Weile still am Strand saß, entdeckte ich immer mehr kleine
Krabben ähnliche Tiere, die aus Sandlöchern heraus, über
den Strand liefen. Sie waren grau, fast durchsichtig, 2 cm breit und 1 cm
lang. Ingrid saß wieder daneben und buddelte im Sand. Mittags
marschierten wir zur Bushaltestelle und fuhren zum Hafen von Honolulu.
Dort erkundeten wir die Umgebung des Aloha Towers. Der Tower war
leider wegen Renovierung geschlossen. Dann machten wir eine 3/4 stündige
Hafenrundfahrt auf einem alten Feuerschiff. Vor der Abfahrt mussten wir
uns in der prallen Sonne aufstellen und braten, während der Kapitän
von jeder Gruppe Fotos machte, um sie nach der Fahrt zu verkaufen. Manfred
winkte gleich ab. Dann durften wir endlich einsteigen. Der Hafen war recht
interessant. Es lagen ein großes Passagierschiff und ein großes
Containerschiff dort. Aber besonders schön war die Aussicht auf die
Insel Oahu mit dessen Bergen. Ingrid durfte als einziger Passagier die
Hupe betätigen. Nach der Rundfahrt bedankte sich der Matrose bei ihr
für die Mithilfe. In einem netten Lokal am Wasser schmausten wir
etwas, dann ging es mit einem Trolleybus zurück nach Waikiki. Das war
ein offener Bus, der vor den Haupthotels hielt und dazu laute sehr
schmalzige Südseemusik spielte. Den Rest des Tages verbrachten wir
auf dem Balkon, Ingrid schlafend im Zimmer. Dann ging es zum Flughafen.
Sonntag, 20.8.95
Das Flugzeug, eine Boing 747 von Qantas startete um 0.45 Uhr. Zu unserer großen Freude wurde ein neuer Mr. Bean Film gezeigt: Im Wartezimmer mit Nummern, Einschlafschwierigkeiten und Foto mit britischen Wachsoldaten. Ingrid lachte so laut, dass sich einige Passagiere schmunzelnd umdrehten. Der restliche Sonntag fiel aus.
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