Sydney
Montag, 21.8.95
Nach
9 1/2 Stunden Flug landeten wir im sonnigen Sydney. Die Außentemperatur
betrug 20°C. Zu unserer großen Freude wurden wir von unserem
Bekannten Bruce erwartet. Der Arme musste ziemlich lange auf uns warten,
da unser Gepäck so spät erschien. Während er uns zur
Christine, unserer Vermieterin im Stadtteil Paddington brachte,
tauschten wir Neuigkeiten aus. Es war noch sehr früh, 7.30 Uhr, als
wir Christine erreichten. Sicher schlief sie noch. Wir stellten unser Gepäck
in den Garten, schickten Bruce zur Arbeit und gingen nach Edgecliff zum
Kaffee (bzw. Mixmilch) trinken. Die vertrauten Vogelstimmen, Lories und
die lauten Magpies drangen uns ins Ohr. Christine freute sich mächtig
und hatte unsere Koffer schon im Garten entdeckt. Für uns quartierte
sie extra einen Dauergast aus, der dafür hinterher eine Woche bei ihr
gratis wohnen durfte. Die 80 jährige Christine war fit wie immer. Sie
bewirtete uns mit selbst gebackenen Kuchen. Wir plauderten ein bisschen,
dann kauften wir unsere üblichen Wochenkarten für die öffentlichen
Verkehrsmittel und fuhren mit dem Cityrail zum Martinplace (Stadtmitte).
Mit den Wochenkarten darf man so oft und mit was man will, Fähre, Bus
oder Cityrail in einem bestimmten Bereich herumfahren. Die Bereiche sind
farblich auf der Karte gekennzeichnet, also nur Innenstadt wäre zum
Beispiel braun, der nächste Bereich, der Manly einschließt ist
grün usw. Die Kosten pro Karte im grünen Bereich betragen für
Erwachsene etwa 27$. Durch den botanischen Garten schlenderten wir zum
Circular Quay. Und von dort ging es mit der Fähre zum Taronga Zoo.
Laut Reiseführer wurde er auf einer Landzunge am Ende der Bradleys
Head Road in Mosman 1916 eröffnet. Am 24. September des gleichen
Jahres beförderte die erste Fähre vom Circular Quay zum Zoo
einen Elefanten namens Jessie. Kurz darauf richtete man die reguläre
Personenfähre ein. 1992 wurde der Zoo zum besten internationalen Zoo
gewählt. Die Fahrt mit der Fähre dauerte etwa 10 Minuten. Das
macht immer wieder Spaß. Man hatte von hier wirklich die beste Sicht
auf das Stadtzentrum, das Opernhaus und die Harbourbridge. Die Giraffen
waren zu beneiden. Ingrid war besonders von den Koalas begeistert. Ein
Koalakind krabbelte zwischen den Armen seiner Mutter herum. Die Kängurus
waren nicht in Sicht, da gerade Umbauarbeiten im Gange waren.
(Wahrscheinlich für die Olympiade im Jahre 2000). Das Fährefahren
machte uns so viel Spaß, dass wir gleich am Circular Quay
angekommen, in die nächste nach Darling Harbour umstiegen. Abends lud
uns Christine zu Kaiserschmarrn ein und gegen 19 Uhr fielen wir todmüde
ins Bett.
Dienstag, 22.8.95
Da wir gestern schon früh schlafen gegangen waren, wachten wir sehr pünktlich auf. Dösend warteten wir, bis Christine aufstand. Ingrid spielte im Nebenraum und sang dabei die ganze Zeit vor sich hin. Sie wurde immer lauter und lauter bis wir sie bremsen mussten. Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Cityrail nach Cronulla. Das ist einer unserer Lieblingsstrände, südlich von Sydney gelegen, an der Botany Bay und leicht von Paddington mit Cityrails zu erreichen. Unterwegs mussten wir in Mortdale umsteigen. Dort beobachteten Ingrid und ich, wie einer Frau das Portemonnaie aus der Tasche fiel. Sie bemerkte es nicht. Ich gab es ihr zurück, worüber sie sich so freute, dass sie Ingrid einen Dollar schenkte. In Cronulla wanderten wir barfuss am Strand entlang. Die Wassertemperatur betrug 16°C, aber einige Eiserne badeten bzw. surften. Alle paar Minuten sah man von der gegenüberliegenden Botany Bay ein Flugzeug starten. Eigentlich wollten wir zu einer, in Sichtweite liegenden Steilküste wandern. Das zog sich aber so hin, dass wir nach einer guten Stunde kehrt machten. Unterwegs sahen wir viele rote und blaue Quallen, an den Strand gespülte und im Wasser schwimmende. Zurück an den Stränden des Ortes wurde mit einem Schild vor einem "Blue ringed Occtupus" gewarnt. Man sollte nicht mit ihm in Berührung kommen. Abends waren wir bei unseren australischen Freunden zum Dinner eingeladen, und so mussten wir langsam an den Rückweg denken. Mit dem Cityrail erreichten wir gegen 18 Uhr Meadowbank. Bruce empfing uns schon am Parkanfang mit den Kindern. Alica, die 1 Jahr jünger als Ingrid war, verschwand gleich mit Ingrid in ihrem Zimmer. Ingrid konnte kein englisch, Alicia kein deutsch, aber irgendwie klappte die Verständigung ohne größere Probleme. Nach dem Abendessen auf der Terrasse fuhren Rosemary, Alica, Ingrid und ich zu einem Schulfestival, wo Alica singen und Blockflöte spielen musste. Es traten eine ganze Menge Gruppen aus der Schule auf. Die Kinder trugen alle ihre Schuluniformen. Alica holte Ingrid stolz nach vorne zu ihren Schulkameradinnen und stellte sie allen vor. Zum Abschluss mussten sich alle von ihren Plätzen erheben und die Nationalhymne singen, was hier ganz selbstverständlich war. Rosemary verstand nicht, warum das bei uns nicht üblich war. Vor der Aula stellte Rosemary mich dem Direktor vor, der ganz neidisch auf unsere Lehrer wurde. Ich erzählte ihm, dass unsere Kinder nachmittags im großen und ganzen keinen Unterricht mehr hätten. Hier ging die Grundschule bis 15 Uhr mit Mittagessen in der Schule. Zuhause mussten die Kinder auch noch Aufgaben erledigen.
Mittwoch, 23.8.95
| Manfred stattete heute seinen Kollegen bei Siemens/Nixdorf einen Besuch ab, während Ingrid und ich uns für einen Einkaufsbummel in Darling Harbour rüsteten. Das Wetter war toll und wir genossen wie immer, die Fahrt mit der Fähre. Ingrid lief ihren Lieblingsbrunnen runter und ich genoss von einer Bank die Aussicht auf die Stadt. In einem Geschäft sprach uns eine Frau an, die uns deutsch reden hörte, ob wir hier Urlaub machten. Sie war auch Deutsche, lebte aber in den USA. Wahrscheinlich war sie dort verheiratet, denn sie hatte einen englisch sprechenden Mann an ihrer Seite. Mittags trafen wir uns mit Manfred am Circular Quay. In den Rocks, im Löwenbräu Keller schmausten wir beim Weißbier und Nudeln mit Tomaten. Die Bedienungen sprachen zwar nur englisch, waren aber mit Lederhosen bzw. Dirndlröcken und Wanderschuhen bekleidet. Anschließend marschierten wir zum Pylon Lookout, dem Aussichtsstützpfosten der Harbourbridge. Die Brücke ist im Guinnes-Buch der Rekorde als breiteste Stahlbogenbrücke der Welt aufgeführt - mit 49 m Breite umfasst sie acht Autospuren, zwei Schienenstränge, einen Fahrrad- und einen Fußweg. Am Spätnachmittag bestellten wir noch einen Wagen für morgen bei Avis, da wir das Wochenende mit unseren Bekannten in Mudgee verbringen wollten, bei Rosemarys Schwester. Abends lud uns Christine wieder zum Essen ein, es gab Linsensuppe und hinterher Reisauflauf mit Vanillesoße (echt australisch). |
Donnerstag, 24.8.95
Bei
bewölktem Himmel starteten wir, holten Geld von der Bank und das Auto
von Avis. In der Bank hörten wir plötzlich "Oh, what a nice
shirt!". Eine dicke Frau in einem kunterbunten Kleid gefiel Manfreds
Hemd besonders. Sie wollte wissen, wo er es gekauft hatte. Als sie im
Laufe des Gesprächs erfuhr, dass wir aus Deutschland kamen, fragte
sie uns gleich, ob die Australier uns auch gut behandeln würden?
Nachdem wir das bejahten, sagte sie, dass will sie aber auch hoffen. Bei
Avis malten sie uns noch die Strecke nach Mudgee auf einen Plan. Die Stadt
liegt etwa 260 km nordwestlich von Sydney entfernt. Dann ging es mit dem
Toyota Corola zu Bruce Familie. Inzwischen hatten sich alle Wolken
verzogen und über Windsor und Richmond durch die Blue Mountains
fuhren wir in zwei Autos nach Mudgee. Überall sah man jetzt
die rote Erde, Warnschilder vor kreuzenden Kängurus und Wombats und
verkohlte Bäume vom letzten Waldbrand. Oben waren sie aber wieder grün.
Als wir die Blue Mountains passiert hatten, wurde das Gelände hügelig
und grün (wie das Allgäu). Gegen 16.30 Uhr erreichten wir
Mudgee. 1838 wurde die "Village of Mudgee" gegründet und
ist jetzt die zweitälteste Stadt der Great Dividing Range. Viele Gebäude
aus der Zeit bestehen noch. Garry, Rosemarys und Bruces Schwager kam
gerade von der Arbeit zurück. Er arbeitete als Polizist hier. Das
Haus war riesengroß, bestehend aus einem großen Wohnzimmer mit
gemütlicher Ledergarnitur (zwei Wände nur aus Fenster), einem Esszimmer
mit Rosenholz Möbeln aus Hongkong, zwei Badezimmern und vier
Schlafzimmern und einem Arbeitszimmer. Der Garten war auch nicht viel
unscheinbarer. Wir drehten eine Runde durch die Stadt, besuchten Rosemarys
Schwester, die im Reisebüro arbeitete. Sie empfing uns sehr herzlich.
Die vier Kinder durften dort herumtoben. Es stand auch eine Kiste
Spielzeug bereit. Zum Dinner servierte uns Bruce Kürbissuppe in einem
ausgehöhlten Kürbis. Hinterher gab es Hähnchen mit Salat
und Wein aus Mudgee. Alle vier Kinder durften mit einem Schokoladeneis in
der Hand über die vornehmen Möbel turnen, während die eine
oder der andere kleine Brocken dabei verlor. Ingrid, Alica und Lloyd
marschierten gegen 21.30 Uhr ins Bett, sie schliefen in einem Zimmer.
Ingrid haben wir den ganzen Abend kaum bemerkt. Sie war mit Alica und
Lloyd ständig unterwegs. Die Erwachsenen plauderten noch ein bisschen
bei einer Tasse Tee und gingen dann auch zu Bett. Es war sehr frostig
heute Nacht, denn Mudgee liegt etwa 450 m hoch.
Freitag, 25.8.95
Zum
Frühstück gab es Cornflakes, Muffins, Toast, Vegemite,
Erdnussbutter, Marmelade und Tee. Wir brachen auf nach Gulgong. Alica fuhr
bei uns im Auto mit. Unterwegs pausierten wir auf einer Honigfarm. Jeder
nahm Honigproben von den bereitstehenden 10 Sorten. Wir kauften dann zwei
für Christine, denn nach Kanada durften wir sicher keinen einführen.
Weiter ging es über den Flirtation Hill, einem
Aussichtspunkt, nach Gulgong. Dies ist eine kleine Stadt, 27 km nördlich
von Mudgee, die noch im Zustand aus den Gründerzeiten gelassen wurde.
Man fühlte sich wie in einer Wildweststadt. Wir besuchten das Pioneer
Museum, wo alles Mögliche aus der Gründerzeit ausgestellt war,
z.B. Wohnungen, Schulhaus, Kleidung, Traktoren, Namenslisten der ersten
Schiffsbesatzungen usw. Ureinwohner und deren Behandlung wurden vollkommen
verschwiegen (wie in Amerika mit den Indianern). Auf dem Rückweg
hielten wir auf einer Weinfarm mit Weinprobe. Die drei Kinder tobten
herum, Kathrin schlief im Auto, und Lloyd zerbrach gleich ein Weinglas.
Zurück in Mudgee zeigte uns Garry die Polizeistation. Es war recht
interessant, 20 Polizisten waren für die 7000 Einwohner zuständig.
Es gab vier Gefängniszellen, die zur Zeit nicht belegt waren. Diese
waren mit Kameras ausgerüstet, dass sie vom Hauptraum aus überwacht
werden konnten. Weiter gab es noch einen Raum für Verhöre, auch
mit Videokamera, einen Raum für Alkoholkontrollen, sonstige Büros
und einen Raum mit sichergestellten Waffen bzw. Einbruchswerkzeugen.
Gleich neben der Polizei stand das Gerichtsgebäude. Anschließend
zeigte er uns noch den Flugplatz von Mudgee, von wo aus er öfter
Kontrollflüge unternahm. Außerdem stand dort ein Flugzeug vom
Schwager des Ex-Philippinen Herrschers Marcos, der hier wohnte.
Nachmittags fuhren wir nach Sydney zurück. Am Windamere Dam,
kurz hinter Mudgee legten wir eine kleine Fotopause ein, da der Stausee
mit den abgestorbenen Eukalyptusbäumen im Wasser, so malerisch
zwischen den Hügeln lag. Einige Pelikane schwammen auf dem Wasser und
ein großer Raubvogel mit fast weißer Unterseite zog seine
Kreise. Jetzt fuhren wir über Katoomba Richtung Sydney. Nach vier
Stunden Fahrt gerieten wir in sehr dichten Verkehr und gegen 19 Uhr
erreichten wir Christine. Die andere Strecke war besser.
Samstag, 26.8.95
Gegen
8.45 Uhr rief Heinz an, Christines Sohn, und spornte uns zur Eile an. Das
Wetter war so schön, ob wir nicht gemeinsam einen Ausflug machen
wollten. Wir beeilten uns und waren um 10.30 Uhr in Manly. Aber so
schnell sind die Österreicher doch nicht, gegen 11.30 Uhr war er
endlich selber bereit. Heinz steuerte unser Auto, da er sich als
ehemaliger Taxifahrer gut auskannte und sein 3-jähriger Sohn Thomas
saß hinten, zwischen Ingrid und mir. Diana, Heinz Frau hatte
Samstags frei von der Familie. Auf der Fahrt in den Ku-ring-gai Chase
National Park hielt er noch an allen möglichen Stränden und
Aussichtspunkten. Dieser Park bildet die nördliche Begrenzung des
Stadtgebiets von Sydney. Mit seinen 14.700 ha Fläche liegt der Park
etwa 24 km von Sydneys Zentrum entfernt. Hier gedeihen über 900
einheimische Pflanzen und das Wald und Buschland ist von Spazier- und
Wanderwegen durchzogen. Ungefähr 5 km vor West Head parkte Heinz
unseren Wagen und wir wanderten einen Bush-Trail, an Felsgravuren (Rock
Engravings) der Ureinwohner vorbei, runter ans Meer. Nach ungefähr 5
Minuten musste Thomas getragen werden. Ingrid hatte auch keine große
Lust mehr, es war recht heiß. In einer 3/4 Stunde erreichten wir
einen riesigen Picknickplatz am Meer. Am Wasser entkleidete sich Thomas
sofort, stürzte sich in das 16°C kalte Wasser und spritzte jeden
nass, der in seine Nähe kam. Heinz beschloss den Wagen allein zu
holen, während wir mit der Fähre nach Palm Beach übersetzten.
Das war eine gemütliche Fahrt, und Thomas blieb bereitwillig bei uns.
Leider passierte ihm ein Missgeschick. Er spielte mit einem Holzstück
und rammte sich plötzlich einen dicken Splitter in den Fuß. Man
konnte ihn nicht rausziehen, er steckte zu tief drin. Jetzt bewegte er
sich nur noch humpelnd. Am Anlegesteg beschäftigten wir ihn mit
Trinken und Muscheln sammeln, das ging ganz gut. Als er mal musste
strullerte er einfach gegen die Reifen der parkenden Autos. Manfred sagte
ihm, dass er das lassen sollte. Dabei drehte er sich abrupt mit Strahl um
und spritzte die restliche Umgebung nass. Dann pflückte er die
vollgepinkelte Blume vor ihm und schenkte sie Manfred. Nach ca. 1 Stunde
holte uns Heinz ab. Am Whale Beach hielten wir noch einmal zum
Eisessen. Thomas wollte aber nur das Eis "Banana man". Heinz war
ratlos, das kannte er nicht, und so bekam Thomas einen Wutanfall. Als es
am Kiosk ein bisschen leerer wurde, hob er Thomas über den Tresen,
damit er sein Eis selbst heraussuchen konnte, er fand es tatsächlich
und war glücklich. Bei Heinz gab es leckeren, von Diana selbst
gebackenen Orangenkuchen zum Kaffee und einen Video mit den Power Rangern.
Das war eine fürchterlich, doofe Sendung, in der Monster von
verkleideten Teenagern mit Schwertern besiegt wurden. Diana erzählte,
sie hätte nachmittags 20 Delfine vor dem Fenster springen sehen. (Die
hätte ich auch lieber gesehen als die Power Rangers). Die Nachbarin,
eine gelernte Krankenschwester, versuchte den Holzsplitter aus Thomas Fuß
zu entfernen, aber man hörte ihn nur ganz fürchterlich schreien.
Der Splitter blieb stecken. Abends luden wir Christine ins Woolshed
ein. Das Restaurant lag im Stadtteil Woolloomooloo und gehörte ihrer
ehemaligen Schwiegertochter Inge, Heinz ehemaliger Frau. Auf dem Weg zum
Taxi entdeckte sie eine dicke Kakerlake, die sie mit voller Wucht zertrat.
Sie sagte, in jeder Kakerlake stecken neue, und jetzt gibt es sogar noch
Fliegende. Inge freute sich mächtig über unser Kommen. Das Lokal
war anfangs leer, doch es wurden zwei große Gruppen erwartet unter
anderem eine Crew von British Airways. Sie hatten auch einen Sänger
engagiert, der für laute Unterhaltung sorgte. Wenn diese
Fluggesellschaft erschien, stöhnte Inge, dann kamen sie spät und
blieben bis in die Nacht. Während die Crew von United Airlines spätestens
um 20 Uhr verschwand. Christine, Manfred und ich aßen Buschplatte (Kängurufleisch,
Emu und Krokodil mit Kartoffeln und Gemüse), Ingrid aß
Fischfilet mit Bratkartoffeln. Krokodil ist so hell und so fest wie Hühnerfleisch,
hat aber weniger Eigengeschmack, Känguru schmeckt wie Wild und Emu
gab es in Form von Würstchen und war recht kräftig.
Sonntag, 27.8.95
Obwohl
schlechtes Wetter angekündigt wurde, war es wieder wolkenlos. Seit 40
Tagen hat es nicht mehr geregnet in Sydney. Nach dem Frühstück
brachten wir unseren Leihwagen zu Avis zurück und bummelten durch den
Hyde Park, über einen Spielplatz, durch den Botanischen Garten zum
Opernhaus. Man hatte einen klaren Blick auf die Stadtmitte und die Harbour
Bridge. Es war wenig Betrieb heute morgen. Sogar die Ampeln waren auf "Sonntag"
gestellt. Es kam uns jedenfalls so vor, als ob wir überall 1/4 Stunde
warten mussten. Vom Circular Quay fuhren wir mit der Fähre zum Luna
Park. Das hatten wir Ingrid zum Abschluss versprochen. Dies war ein
Rummelplatz, der das ganze Jahr über, an den Wochenenden in Betrieb
war. Man kaufte sich zu Beginn ein Ticket mit Punkten, diese steckte man
vor jeder Benutzung eines Karussells in einen Scanner. Dort wurden
automatisch Punkte von der Karte abgebucht. Je nach Art des Karussells benötigte
man unterschiedlich viele Punkte. Ingrid fuhr Eisenbahn, Flugzeug, Auto,
mit Manfred Riesenrad, ging in den Fun Park und Manfred fuhr Achterbahn,
dann war die Karte leer. Mit der Fähre schaukelten wir zuerst zurück
zum Circular Quay. Und da es so schön war, blieben wir sitzen und
fuhren noch einmal am Luna Park vorbei nach Darling Harbour.
Inzwischen zogen Wolken auf, und ein kühler Wind blies. Ingrid und
ich leisteten uns gegen die Kälte Sweat Shirts, die wir gleich
anzogen. Wir hörten noch einer Live Band zu, und Ingrid lief ihren
Lieblingsbrunnen runter. Unten im Brunnen stand schon eine Gruppe Japaner,
die von oben fotografiert wurden. Wir riefen Ingrid deshalb zurück,
wurde aber mit wilden Gesten von den Japanern aufgefordert, Ingrid für
das Foto dort zu lassen. Sie sollte mit auf das Bild. Sie bedankten sich
vielmals bei uns. Das Bild sollte die Überschrift bekommen: "Get
in touch with the Australians". Wir ließen sie in dem Glauben.
Mit zwei Flaschen Long Flet Red "bewaffnet", fanden wir uns bei
Christine zum Abendbrot bzw. Abschiedsessen ein. Es gab vorweg Spaghetti,
dann Pfannkuchen mit Marmelade.
Montag, 28.8.95
Manfred und Ingrid schliefen gut heute Nacht. Ich konnte nicht so recht einschlafen, weil ich dauernd dachte, morgen ist ein langer Tag, jetzt muss geschlafen werden. Dann funktionierte es natürlich erst recht nicht. Um 6 Uhr standen wir auf und um 7.30 Uhr erreichten wir den Flughafen. Es lief alles problemlos, und mit einer 3/4 Stunde Verspätung starteten wir um 10.15 Uhr mit einer Boing 747-Sp von Qantas (älteste, aber schnellste Maschine, mit der wir bisher geflogen sind. Sie flog zeitweise mit einer Geschwindigkeit von über 1000 km/h). Am Vortag, um 23.10 Uhr erreichten wir Honolulu. Weiter ging es mit einer DC-10 von Canadian Airlines um 0.40 Uhr. Wir mussten noch auf einen verspäteten Fluggast warten. Ingrid und ich erhielten schöne Plätze am Fenster mit viel Beinfreiheit, Manfred saß direkt vor der Fernsehleinwand mit weniger Platz. Zwei Tanten hinter Ingrid und mir quasselten während des ganzen Fluges, sie verstummten nur, als ein 1 1/2 stündiger Video lief.