Neuseeland

Erkundungstour über die Nordinsel Neuseelands


Mittwoch, 27.8.97 

Freundlicher Empfang, in einer modern eingerichteten Travelodge. Als uns der Gepäckträger zu unserem Zimmer führte und ein Mann, nur mit einer dunklen Nylonstrumpfhose und einem Jackett bekleidet, im Gang wartete, musste ich an Christines Erzählungen denken, dass neulich die „Warmen Tage" in Sydney stattfanden. Vielleicht waren sie gerade in Auckland.


Donnerstag, 28.8.97 

Strand von HaheiHeute schliefen wir alle gut. Es war sehr leise. Die Sonne schien und die Temperatur betrug 15°C. Das Frühstück war sehr lecker und auf Ingrids Wunsch nach ungesalzener Butter, rannte die Frühstücksdame gleich in die Küche. Sie entschuldigte sich vielmals, dass sie keine mehr hatten. Ungesalzene Butter benötigt man hier nur zum Backen. Auch Margarine ist gesalzen. Zum Abschied erkundigte sich die Frühstücksdame nach unserer Weiterfahrt und fragte uns, ob wir aus einem Land kämen, wo man auf der falschen Straßenseite führe. Mit dem extra für uns gerufenen, kostenlosen Hotel-Airportbus brachte man uns zu AVIS auf den Flughafen. (Zum zweitenmal bei AVIS stimmte übrigens die angegebene Platznummer nicht mit der Wirklichen überein). Auf dem Armaturenbrett klebte ein dickes Schild mit der Aufschrift: „Keep left". Wahrscheinlich ist schon so mancher Europäer oder Amerikaner auf den leeren Straßen hier, aus Versehen nach rechts gedriftet. Mit diesem Auto schlängelten wir uns aus Auckland hinaus, in Richtung Coromandel Halbinsel. Der Verkehr nahm immer mehr ab. Da es an der Küste recht stürmisch war, entschlossen wir uns ab Tapu durch das Gebirge nach Whitinga, an die Ostküste, zu fahren. Diese 29 km lange Bergstraße wurde schon nach ein paar Kilometern zu einem, zum Teil einspurigen Schotterweg. Besonders beeindruckten mich die riesigen Farne. Die Stämme sahen denen der Palmen ähnlich, und obenauf wuchsen Farnblätter. Sie sahen aus wie große Sonnenschirme. Je höher wir kamen, desto weniger Farmen, (9,5°C hier oben). Ab Coroglen war die Straße wieder geteert, und gegen 15 Uhr landeten wir in Whitianga. Wir deckten uns im Besucherzentrum mit Informationsmaterial über Unterkünfte ein und entschieden uns für die Lodge Tatahi im Ort Hahei. Dort angekommen erhielten eine kleine Hütte mit zwei Schlafzimmern und einem Wohn-/ Eßzimmer. Die anderen Hütten schienen alle leer zu stehen. Sogar beheizt ist das Häuschen, wie schön. Im daneben liegenden Lokal schmausten wir zu Abend. Dazu tranken wir zum ersten Mal Neuseeländischen Rotwein aus der Hawkes Bay, der sehr gut schmeckte. Man glaubte fast, die Trauben bekommen hier genauso viel Sonne wie in Australien. Denn der Wein schmeckt auch sehr kräftig und ist dunkelrot. Als wir ein Bild mit Selbstauslöser machen wollten, stürzte der Ober vorwurfsvoll heraus, warum wir ihn denn nicht gerufen hätten. Den restlichen Abend verbrachten wir mit vergeblichen Anrufversuchen nach Deutschland, Tetris spielend und Wein genießend, in unserer gemütlichen Hütte. Ingrid leistete sich in Whitianga ein elektronisches Tetris Spiel für 14$ (17 DM). Bald waren wir alle mit Tetris Fieber infiziert und versuchten uns gegenseitig zu überbieten. Aber es war das ideale Autospiel für Ingrid. Leider blieb ihr von nun an kaum Zeit, aus dem Autofenster zu schauen.


Freitag,
29.8.97 

Auf dem Weg zur Cathedral CoveEs hatte 13°C und die Sonne lachte. Ingrid freute sich über eine Katze, die sich vor unserem Zimmerfenster, im Liegestuhl genüsslich in der Sonne wärmte. Unser Ziel heute: Cathedral Cove. Mit dem Auto ging es etwa 1 km bergauf, dort parkten wir und wanderten in einer guten halben Stunde einen ganz tollen Wanderweg zu unserem Ziel. Das durchwanderte Gelände glich sehr dem Allgäu, nur muss man sich die vielen, unbekannten Pflanzen wegdenken. Cathedral CoveEs gab Farne, gelb, blühende, stachelige Büsche, die nach Kokos dufteten und Nadelbäume, dessen Nadeln nach oben zeigten. An der Bucht, mit dem weißen, markanten Felsen (Cathedral Cove) angekommen, verbrachten wir eine gute Stunde fast ganz alleine am Strand. Durch diesen Fels gelangt man nur bei Ebbe trockenen Fußes. Viele kleine und große Inseln, hohe, weiße, markant geformte Felsen, ein blauer Ozean luden zum Fotografieren und Verweilen ein. Nachmittags bummelten wir am Strand von Whitianga und sammelten große Muscheln. Der Ort, an der Mercury Bay gelegen, ist ein Hafen für Hochseeangler und luxuriöse Jachten. Zum Abendessen gingen wir wieder ins Breakers, wie gestern. Der Ober entdeckte uns schon durchs Fenster und stellte die Speisekarte (eine Tafel mit Kreide beschrieben) zurecht.


Samstag,
30.8.97 

Gegen 10 Uhr brachen wir auf. Der Wirt schenkte uns noch ein Unterkunftsverzeichnis. Unser erster Stop war der nicht weit entfernte Hot Water Beach, durch dessen Sandstrand heiße Quellen nach oben steigen. Nur bei Ebbe, wie jetzt kann man sich eine Kuhle buddeln, in der man heiß (60°C) baden kann. Von weitem entdeckten wir schon mehrere Gruppen, in dampfenden Löchern. Hot Water BeachSogar das Wasser, das aus diesen Löchern zum Meer abfloss, war so heiß, dass wir es in Windeseile überquerten. Die Meerwassertemperatur dagegen betrug sicher nicht mehr als 12°C. Wie das einige Leute ½ Stunde in den Löchern ununterbrochen aushielten, war mir ein Rätsel. Weiter ging es an der Küste entlang. Zwischen Wahei und Whangamata hielt uns ein Autofahrer winkend an. Er hatte eine Autopanne und bat uns seine Frau nach Whangamata mitzunehmen, was wir gern taten. Die beiden nahmen die Panne so gelassen hin, als ob ihnen das öfter passieren würde. Kurz hinter Te Puke, der Hauptstadt des Kiwianbaus, bogen wir ins Landesinnere ab. Hot Water BeachNach insgesamt vier Stunden Fahrt erreichten wir Rotorua. Diese Stadt, etwa in der Mitte der Nordinsel gelegen, ist bekannt für ihre vulkanischen Aktivitäten und die lebendige Maori-Kultur. Über der Stadt lag der angekündigte Schwefelgeruch der Thermalquellen und Moorbäder. Die Unterkünfte, alle in einer Straße gelegen, gefielen uns nicht besonders. Die Stadt war zu sehr auf Touristen zugeschnitten. So schauten wir noch ein bisschen weiter am gleichnamigen See entlang. In Ngongotaha wurden wir fündig. Bei der Abreise konnten wir uns auch endlich den Namen merken und sogar aussprechen. Es war ein nettes Motel, direkt am See gelegen, mit Spielplatz, Thermalbad, Kanus. Man hatte von unserem Zimmer einen Blick über den ganzen Lake Rotorua. Das war wieder ein Glückstreffer. Die Wirtsleute waren ebenfalls nett. Während Ingrid gleich den Spielplatz mit Trampolin nutzte, schrieb ich zwischen einem Zitronen- und einem Grapefruitbaum Tagebuch. Anschließend bummelten wir am See, der in Sonnenuntergangsstimmung dalag, entlang. Zum Abendessen besuchten wir das 10 km entfernte Rotorua und schmausten in einem Restaurant, wo es Weißbier gab. Das Bier schmeckte Manfred aber nicht besonders. (Das Haltbarkeitsdatum war um einen Monat überschritten. Die Nachfrage ist hier wohl nicht so groß). Manfred aß Lammkeule mit Strudel, ich Rumpsteak mit Kartoffeln und Gemüse und Ingrid Pizza-Hawaii mit Pommes Frites. Im Motel mussten wir jetzt unbedingt noch in den Whirlpool. Die Temperatur betrug 40°C und man wurde nach längerem Sitzen schön müde. Viele Hotels nutzen hier die heißen unterirdischen Quellen zum Heizen, Kochen und für Thermalbäder.


Sonntag, 31.8.97 

Heute Nacht war es sehr leise. Unsere drei Nachbarn hörten wir überhaupt nicht. Punkt 8.30 Uhr erschien der Hauswirt und brachte uns das Frühstück. Ingrid sagte, sie hatte noch nie so gefroren wie diese Nacht. Ihr Gesicht war eiskalt. Zwar schien die Sonne, aber es waren 9°C. Wir fuhren zum 20 km von Rotorua entfernten Waimangu Thermal Valley, auf der Strecke nach Taupo gelegen. Am Eingang erhielten wir eine deutsche Beschreibung für den etwa 1¼ stündigen Weg durch das Tal. Hier finden eine Menge thermische Aktivitäten statt. Das Gelände wurde durch die Eruption des Mount Tarawera 1886 gebildet. Waimangu Thermal ValleyDie Erde dampft hier aus allen Ecken und Enden, sogar aus den Felswänden blubberte es. Auf einem Hang stand ein Kreuz, wo 1903 vier Touristen ums Leben kamen, als plötzlich ein 400 Meter hoher Geysir in die Höhe schoss. Die Frau eines Paares, dass vor uns ging, musste unbedingt mit dem Finger testen, ob der Dampf aus der Felsspalte wirklich heiß war und wollte Manfred auch dazu überreden. Da verbrannte sie sich den Finger. Die mittlere Temperatur des Bratpfannensees betrug 50°C und es ist die größte heiße Quelle der Welt (Fläche ca. 38000m², pH Wert: 2,4). Er fließt durch ein Loch über die Warbrick Terrasse mit einer Wassermenge von 110 Litern pro Sekunde. Die hübschen Farben stammen von den abgelagerten Elementen, wie Arsen und Wolfram, zusammen mit Algen. Der Wasserspiegel des Inferno Kraters hebt und senkt sich nach einem rhythmischen 38 Tage Zyklus. Waimangu Thermal ValleyDie Temperatur beträgt 80°C und der pH Wert ist 2,1. Man sollte sich das Baden also doch verkneifen. Am Ende ließen wir uns von einem Bus zum Parkplatz bringen. Dieser Ausflug war für mich das beeindruckendste Erlebnis dieses Urlaubs! Die zweite Tagesaktivität bestimmte Ingrid: Paradise Valley Springs. Das ist ein Wildpark mit fast nur einheimischen Tieren (außer Löwen), etwa 8 km nordwestlich von unserem Ort. Es hatte sich gelohnt, man sah Opossums, Aale, Forellen, die auf keiner Speisekarte zu finden sind, da sie geschützt sind. Man darf sie nur in begrenzter Stückzahl selber angeln und in einem Restaurant zubereiten lassen. Übrigens blühten zur Zeit die Osterglocken und die Tulpen und Kirschbäume begannen auch zu blühen. Als wir von unserem Ausflug nach Hause kamen, stand ein frischer Blumenstrauß mit Osterglocken auf dem Tisch. In unserer Wohnung ruhten wir noch ein bisschen. Mit Tränen in den Augen stürzte die Wirtin auf uns zu, ob wir von Lady Dianas Tod gehört hätten? Wahrscheinlich nahm sie es uns ein wenig übel, dass wir erst gar nicht wussten, wen sie überhaupt meinte. Heute Abend im Lokal wurden wir darauf noch einmal angesprochen. Von nun an bis zum Urlaubsende konnte man keine Tageszeitung mehr erstehen ohne Lady Diana auf der Titelseite. Mochten noch so schreckliche andere Unglücksfälle passieren. Flugzeugabsturz mit ca. 63 Toten, Tod von Mutter Teresa, usw., solche Lächerlichkeiten fand man erst ab Seite drei. Eigentlich wollten wir zur Abenddämmerung nur mit der Seilbahn auf den Mount Ngongotaha fahren, dort die Aussicht genießen und in Rotorua zu Abend essen. Aber an der Seilbahnstation fragte man uns beim Kartenlösen, ob wir auch oben essen möchten. Für 81$ (drei Personen), die wir gleich unten bezahlten, konnten wir rauf und runterfahren und vom Büfett essen. Oben erhielten wir im Lokal einen Tisch am Fenster mit Aussicht über den ganzen See, toll! Der Ober, ein lustiger Schwarzer, wollte gleich wissen, wo wir herkämen, ob Manfred Fußballfan wäre und Rummenigge kennen würde. Es gab ein riesiges Büfett mit vielen Salaten, Hauptgericht entweder Schwein oder Truthahn, viele Gemüsesorten und zum Nachtisch, wo wir uns mehrfach bedienten: Kuchen, Quark, Obstsalat, Baiser, warmes Porridge, Rumkugeln, Pfefferminztäfelchen. Nach dem Essen bat uns der Ober doch zu bleiben, in einer halben Stunde begänne der Tanz für Erwachsene. Und jetzt könne Ingrid tanzen. Die Kapelle hatte schon eingesetzt. Er hielt uns wahrscheinlich für begeisterte Tänzer. Aber wir hatten überhaupt keine Lust dazu und schaukelten mit der Gondel wieder nach unten.


Montag, 1.9.97

Trotz Heizung, betrug die Zimmertemperatur heute morgen nur 15°C. Wir fuhren Richtung Taupo. Craters of the moonImmer wieder sahen wir neben der Straße Dampf aus irgendwelchen Erdlöchern steigen, sogar neben einer Kuh auf einer Weide. In der Nähe von Taupo, Neuseelands größtem See, und dem weltweit größtem Kratersee, fanden wir nach längerem Suchen „Craters of the moon". Das ist eine dampfende Kraterlandschaft, aus der immer noch ab und zu Geysire aufsteigen. Touristen, die vor ein paar Jahren durch das Gelände wanderten, kehrten immer wieder mal mit verbrannten Füßen, mal mit angesengten Beinen zurück. Und so baute man im Mai 1991 einen Rundweg mit Holzstegen durch die Landschaft. Craters of the moonEin Geysir bricht sogar viermal jährlich aus, und bedeckt dann die ganzen angelegten Stege mit einer circa fünf Zentimeter dicken Schlammschicht. Man kennt zwar den Zeitpunkt des Ausbruchs nicht, aber gefährlich wird es dann, wenn die Öffnungen durch längeren Regen verstopft sind. Dann steigt die Wahrscheinlichkeit eines plötzlichen Ausbruchs. Immer wieder musste man durch dichte Dampfwolken laufen und die Linsen der Kameras vorm Beschlagen schützen. Unsere Brillen tropften auch schon. (Das war nichts für Dauerwellenträger). Am Tauposee entlang fuhren wir bis Taurangi, dann auf einer sicherlich Unterwegs nach Te Kuitihübschen Berstraße nach National Park. Die Straße hätte uns einen direkten Blick auf drei schneebedeckte, etwa 1968 Meter bis 2797 Meter hohe, aktive Vulkane gewährt, aber leider hing alles in dichten Regenwolken. Das war nicht sehr einladend und wir schenkten uns den Abstecher ins Skigebiet. Ab National Park fuhren wir Richtung Auckland. Es wurde langsam wieder sonniger und die Landschaft grün und hügelig, mit unzähligen Schafen, die jetzt gerade Junge hatten. Genau so stellte man sich von Zuhause Neuseeland vor. Wir fingen lieber nicht mit Schäfchenzählen an, sonst würde Manfred kurz nach dem Einschlafen gegen einen Baum brausen. In Te Kuiti, etwa 200 Kilometer vor Auckland, suchten wir Quartier. Auch diesmal ein guter Treffer im: „Panorama Motor Inn". Das Motel lag kurz vor dem Ort auf einem Hügel, mit Blick auf ganz Te Kuiti, inmitten von Schafweiden. Sehr stark war unsere Unterkunft nicht belegt, die meisten Gäste waren Vertreter. Ingrid aß heute Hot Dog (Würstchen mit Teig umbacken am Stiel), dazu Pommes Frites. Manfred aß Steak Wellington (ein großes Steak überbacken) und ich Lammkotelets in Mintsoße. Bei den vielen Lämmern da draußen musste man in Neuseeland wenigstens einmal Lamm essen. Vom Bett aus schauten Ingrid und ich noch eine Sondersendung über Lady Diana. Was auch sonst, etwas anderes gab es zur Zeit gar nicht. Manfred spielte Tetris.


Dienstag, 2.9.97 

Zwischen Te Kuiti und AucklandUm 5 Uhr heute morgen fror ich so stark, dass ich unsere Heizung anwarf. Sonst schliefen wir alle ganz gut. Ab und zu blökte ein Schaf vom angrenzenden Feld. Beim Frühstück sitzend, kreiste andauernd ein kleines Flugzeug, mit nur einer Person besetzt, über uns. War das der neue Weckdienst in Neuseeland gefiel dem Piloten unser Hotel? Auf dem Weg zu unserem Zimmer flog Flugzeug über ein Schaffeld auf uns zu und ließ dabei irgend etwas fallen. Manfred meinte, es müsse Schaffutter sein, denn alle Schaffe stürzten zu der Stelle, wo das Flugzeug seine Schotten öffnete. Diese ganze Aktion dauerte über eine Stunde. Als wir gegen 9.30 Uhr Te Kuiti verließen, zog das Flugzeug immer noch seine Kreise. Etwa 20 Kilometer weiter, in Otorohanga besichtigten wir einen Park mit einheimischen Vögeln und einem Kiwipaar. Ich wollte endlich einmal den berühmten Kiwi sehen. In einem abgedunkelten Raum entdeckten wir schließlich den „Brown Kiwi", das ist der größte der drei existierenden Arten. Er ist gleich groß wie ein Huhn. Zum Fotografieren war es leider zu dunkel. Die Wolkendecke zog sich langsam zu und es regnete. Der Verkehr Richtung Auckland wurde dichter und wir hatten keine Lust hier mühsam die nächste Unterkunft zu suchen, so nahmen wir dieselbe Travellodge, wie bei unserer Ankunft. Bevor wir zum Abendbrot schritten tranken wir in der Bar zur Happy Hour noch ein Bierchen. Dann gab es zu unserer Freude Büfett. Was wir hier niemals auslassen durften war der Fitnessraum. Ingrid war da wie gekniffen. Aber so konnten wir wenigstens unser Abendbrot wieder abarbeiten.


Mittwoch, 3.9.97 

Skytower AucklandMorgens sangen bei uns die Amseln vor dem Fenster, ein vertrautes Gezwitscher von Zuhause. Die Bedienung beim Frühstück erkannte uns gleich wieder und erkundigte sich nach unserer Fahrt. Vor unserem Hotel lagen, zu Füßen der Neuseeländischen Fahne, mehrere dicke Blumensträuße, zusammen mit der gestrigen Ausgabe des New Zealand Herold, wo uns auf der Titelseite ein großes Bild von Lady Diana und Prince Charles Hochzeit entgegenblickte. Bei Sonnenschein fuhren in die Innenstadt. In Auckland, auch City of Sails genannt, leben rund eine Millionen Menschen und sie ist Neuseelands größte Stadt. AucklandHier lebt über ein Viertel der Landbevölkerung, davon sind ein Drittel Maori bzw. stammen von den pazifischen Inseln, vor allem von West Samoa und den Cook Islands. Bis 1865 war hier der Regierungssitz, bevor er nach Wellington verlegt wurde. Die Stadt ist auf 60 Vulkanhügeln erbaut worden. Wir stellten unser Auto in einer riesigen Tiefgarage, mitten in der Stadt ab und bummelten zum Skytower. Von hier erhielt man wahrscheinlich den besten Überblick über Auckland. Massenweise Angestellte waren im Tower beschäftigt: Eine war nur für die Begrüßung zuständig und wies den Weg zur Kasse, die Kassiererinnen, Liftdamen, einige liefen auf den Plattformen herum, die man fragen konnte und einer saugte ständig irgendwelche Krümel auf. Dem Tower angeschlossen waren ein Hotel, ein Kasino, Restaurants und Läden. Anschließend spazierten wir durch den Albert Park, wo wir uns entkleideten, weil es langsam wärmer wurde (Jacken aus). Dann ging es zur empfohlenen Parnell Road. Hier soll sich laut APA Guide ein tolles Einkaufsmekka, in Form mehrerer wunderschön restaurierter Holzvillen befinden. Der Weg an den stinkenden Hauptstraßen entlang war allerdings weniger schön. Vielleicht hätte es sich gelohnt, das Viertel anzuschauen, aber es begann leicht zu tröpfeln, unser Parkschein lief ab, so kehrten wir nach einem kurzen Caféaufenthalt unverrichteter Dinge wieder zu unserem Auto zurück. An der Hauptgeschäftsstraße, der Queenstreet gibt es Kreuzungen, die man als Fußgänger in jeder Richtung bei Grün überqueren darf, also auch querbeet. Der einzige Harken war, man wartete Ewigkeiten auf Grün. Mit ein paar unfreiwilligen Umwegen durch den hektischen Stadtverkehr ging es zum Hotel zurück.


Donnerstag, 4.9.97

Heute ist Abflugtag. Die Sonne schien und die Temperatur betrug 16°C. Mein Thermometer habe ich leider im letzten Motel liegen lassen, aber unser Auto hatte ein eingebautes. Beim Frühstück ließen wir uns viel Zeit. Da wir um 13 Uhr am Flughafen sein mussten konnte man nicht mehr groß etwas anfangen. Bei AVIS wurde Manfred gefragt, ob alles in Ordnung war mit dem Wagen. Manfred verneinte, woraufhin die Dame am Schalter lächelte und „good" meinte. Entweder hatte sie überhaupt nicht zugehört, oder es interessierte sie nicht. Jedenfalls hatte Manfred die Macken des Autos schriftlich niedergelegt: Die linke vordere Spur war verzogen und dieser Reifen war auch abgefahrener als die anderen. Das Wasser der Scheibenwaschanlage war gleich verbraucht, Müll lag im Handschuhfach und Ingrids Türgriff klebte. Wir sind mal gespannt, ob AVIS irgendwann darauf reagieren wird. (Stand Februar 2000: Haben sie nicht!) Um 15.20 Uhr startete unser Flugzeug über Nandi (Fidschi) nach Honolulu. Nach knapp drei Stunden landeten wir in Nandi. Mir fiel gleich die schöne warme Tropenluft auf und die freundlich, lächelnden Einheimischen, die zur Begrüßung bereitstanden verbreiteten Südseestimmung. Wir warteten in der Abflughalle auf unseren Weiterflug, als uns der Kapitän mitteilte, dass wir noch einen zusätzlichen Stop in Apia, Samoa machen müssten. Deshalb würde sich auch die Ankunft in Honolulu um 1½ Stunden verzögern. Aus irgendwelchen, undurchsichtigen Gründen gab es hier keinen Sprit für unsere Maschine. Vielleicht hatten sie nur einen Tankwagen und der war ausgebucht. In Apia blieben wir zum Tanken alle im Flugzeug sitzen, eine Stunde später ging es weiter. Beim Weiterflug nach Honolulu flogen wir durch eine Schlechtwetterzone und das Flugzeug hüpfte einmal so stark, dass es richtig im Bauch kribbelte. Ingrid merkte nichts, sie schlief fest.

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