USA: Kalifornien

Tour durch Kalifornien


Dienstag, 18.08.98
 

Highway 1Bei der Zollkontrolle im Flughafen von Los Angeles erwischten wir nach langem Warten einen besonders widerlichen Beamten. Es war drei Minuten vor 14 Uhr. Er setzte sich an seinen Schalter, ordnete ganz pedantisch seine Bleistifte und öffnete erst Punkt 14 Uhr. Eine weitere Bedienstete schickte uns (leider) zu ihm hinüber. Statt im Pass nachzusehen fragte er uns in seiner nuschelnden Stimme, wie oft wir schon die USA besucht hätten, ob wir hier Verwandte besuchen würden und was Manfreds Berufsbezeichnung bedeuteten würde. Die Koffer erschienen sofort, der Transferbus zu "DOLLAR rent a car" wartete auch schon. Bei "DOLLAR" kamen wir mit einer Münchnerin und deren Sohn ins Gespräch. Der Sohn war ganz versessen auf Bundesliga Ergebnisse, die er hier in keiner Zeitung fand. Aber da mussten wir ihn leider enttäuschen. Unser gewünschtes Auto stand zur Zeit nicht zur Verfügung. Einen Cabrio wollten wir uns auch nicht andrehen lassen, so erhielten wir für das gleiche Geld einen Minibus, einen grünen Dodge mit drei Sitzreihen, also sieben Plätzen. Manfred und ich ärgerten uns zuerst leicht über dieses Ungetüm, aber Ingrid war begeistert. Sie saß mal in dieser, mal in jener Reihe. Wir wärmten uns später auch mit dem Fahrzeug an. An der Küste entlang, ging es auf den Highway 1, bei schönstem Sonnenschein und 22°C Außentemperatur. Wir schafften es bis Port Hueneme, etwa 130 km nördlich vom Flughafen gelegen. Hier fanden wir nach einem Fehlversuch ein schönes Motel mit beheiztem Schwimmbad und Whirlpool: "Casa via mar". Im Ort tauchte neben uns plötzlich ein Polizeiwagen auf, der uns andeutete anzuhalten. Wir bekamen einen furchtbaren Schreck! Ich kramte gleich die Papiere hervor, Manfred kurbelte die Scheiben runter. Da zeigte der Polizist bloß auf unsere Motorhaube und wies uns darauf hin, dass sie nicht ganz geschlossen war. Das fanden wir sehr freundlich. Gegessen haben wir bei einem unscheinbaren, kleinem italienischen Restaurant neben unserem Motel: „Marianna" hieß es.

Gefahrene Strecke: 130 km


Mittwoch, 19.08.98
 

Gallary in Cambria: PassengersDer Dienstag gestern, dauerte durch die Zeitverschiebung von Sydney nach Los Angeles 41 Stunden. (Zum Glück war es kein Samstag, sonst hätten wir Ingrid zweimal Taschengeld zahlen müssen!) Bei schönstem Sonnenschein wachten wir auf und genossen ausgiebig das leere, beheizte Schwimmbad. Zum Frühstück holten wir uns in der Rezeption Kaffee und Dounats, wie es in Amerikanischen Motels oft üblich ist (Das nennt sich "Breakfast Continental"). Gegen 10.30 Uhr brachen wir auf. Erst brausten wir auf dem Highway 101, um voran zu kommen und ab San Luis Obispo weiter auf dem berühmten "Highway Number One". Jetzt sollte der schönere Teil, an der Küste entlang folgen. Von der Straße aus, fielen uns die hübschen Häuschen von Cambria auf. Ich las im Führer, dass die Stadt durch Quecksilber- Förderung entstanden ist, jetzt ist es ein Künstlerdorf. Der Abstecher lohnte sich. Weiter führte uns der Highway durch eine wirklich atemberaubende Landschaft, rechts die Berge, links das Meer und dazwischen die Straße, auf der manchmal steil abfallenden Küste. "Man sollte diese Strecke einmal in seinem Leben gefahren sein", meinte Manfred. Womit er, finde ich, recht hat. Leider gab es unterwegs unzählige Baustellen mit kleinen Staus. Und auf den ganzen 225 km gab es nur eine Tankstelle in Big Sur, kurz vor dem Ende und keine Ausweichmöglichkeiten. Wir beschlossen im nächsten größeren Ort, in Monterey eine Unterkunft zu suchen, da die Motels auf der bisherigen Strecke ziemlich ausgebucht aussahen. Um 19.30 Uhr erreichten wir die Stadt und hatten unsägliches Glück. Im "Best Western Steinbeck Lodge" erhielten wir das letzte Zimmer. Nach uns wurde das Schild "Belegt" aufgehängt. Bei einem Griechen: "Epsilon" in der Stadt schmausten wir schließlich. Auf die Frage, ob er einen Tisch für drei Personen habe, meinte der Ober ganz trocken: "Nein, den habe er nicht, er habe nur einen Tisch für vier Personen". Alle bekamen wir Pita (Brot) mit Knoblauchsauce, gefolgt vom Salat, vorweg. Manfred aß Giros (Lamm und Rind) mit Saziki, ich - Lachs in Blätterteig und Ingrid - Hühner Kebab in Zitronensauce. Als Beilage erhielt jeder Reis mit Zimt und Rosinen, grüne und braune Bohnen und Erbsen. Zur Rechnung gab es den obligatorischen Pfefferminzbonbon.

Gefahrene Strecke: 440 km


Donnerstag, 20.08.98
 

San Francisco: Vista PointAn der Rezeption erfuhr Manfred, dass hier gerade Messe sei, deswegen die hohen Zimmerpreise und die vollen Motels. Wir hatten übrigens Glück gestern. Heute war unsere gestrige Strecke durch einen umgefallenen Kran komplett gesperrt worden. Zuerst fuhren wir heute den 17-Mile-Drive. Das ist eine Rundtour auf der Monterey Halbinsel mit spektakulären Ausblicken. Die Straße ist Privateigentum, kostete 7$25 Eintritt, und ist wie eine Einbahnstraße zu befahren. Man traf eine ganze Menge Deutsche hier. Von einem Vista Point fiel der Blick auf eine Kolonie Seelöwen, die auf einem Felsen lagen bzw. davor schwammen. Auf den Steinen am Parkplatz liefen bettelnde Erdhörnchen herum. Weiter ging es auf dem Highway 1 bis Santa Cruz. Da die Straße immer dichter wurde, zum Teil nur noch zweispurig, wichen wir auf den Freeway 280 aus, der durch Silicon Valley und am Andreas-Graben entlang, nach San Francisco führte. Point ReyesDer Verkehr durch San Francisco selbst, ging eigentlich. Vom Vista Point, direkt hinter der Golden Gate Bridge erhaschten wir schnell noch einen Blick auf die City, dann flüchteten wir schnell vom übervölkerten Parkplatz. Jetzt mussten wir uns langsam nach einem Quartier umsehen. Zuerst probierten wir es am Muir Beach. Die einzige Unterkunft hatte nur ein Zimmer für heute Nacht, aber die Wirtsleute gaben uns Tips für San Rafael. Im Holiday Inn versuchten wir es vergeblich. In San Rafael angekommen, quälten wir uns im dicksten Feierabendverkehr durch die 50.000 Einwohnerstadt und wußten nicht, wie wir die empfohlenen Motels überhaupt finden sollten. Nachdem Ingrid und ich nach der Besichtigung einer Superabsteige abgelehnt hatten hier zu wohnen, hatte Manfred die Nase voll. Er wollte San Francisco bei diesem Trubel gar nicht mehr sehen. Ich eigentlich auch nicht mehr. So fuhren wir einfach weiter nach Norden. Der Verkehr wurde immer lichter, die Landschaft hügeliger, bewaldet und ländlicher. Hinter dem Ort Point Reyes Station (360 Einwohner),entdeckte ich das "Point Reyes Vineyard Inn", eine nette Bed & Breakfast Pension mitten im Grünen gelegen. Das Haus ist im südamerikanischen Stil erbaut, mit großem Innenhof. Vier Zimmer hatte die Pension, wovon wir zwei, mit Bad in der Mitte, erhielten. Zum Essen fuhren wir, auf Empfehlung der Wirtstochter in die "Innenstadt" und schmausten nach einer kleinen Wartezeit im "Station House".

Gefahrene Strecke: 350 km


Freitag, 21.08.98 

Seashore N.P.: LighthouseDas Frühstück heute morgen war sehr lecker. Von unserem Platz blickten wir auf den gegenüberliegenden Seashore Nationalpark. Es gab alles, was man sich wünschte: 10 Müslisorten, Himbeeren und Trauben aus eigenem Garten, Eier, selbstgeräucherten Lachs, Käse, von der Oma selbstgebackenen Bananenkuchen, Himbeerkuchen, 2 Sorten Kaffee, ca. 10 Sorten Tee... Übrigens gab es jeden Tag zwei neue Sorten Kaffee mit der jeweiligen Beschriftung unter der Kaffeemaschine. Wir fuhren zum gegenüberliegenden Seashore Nationalpark. Seashore N.P.: Limantour BeachDas ist eine Halbinsel, durch die Sankt Andreas-Spalte vom Festland getrennt. Diese Halbinsel hat sich in den letzten 90 Jahren um sechs Meter gegenüber der Amerikanischen Platte verschoben. Vom Aussichtsberg Mount Vision (391 m) bekam man einen ersten Eindruck von diesem Gebiet. Der Pazifik und die angrenzende Küste lag unter einer Nebeldecke. Wir wanderten in der Sonne. Der Leuchtturm, an der Südwestspitze, den wir anschließend besuchten, lag auch unter dieser Nebeldecke. 300 Stufen führten vom Parkplatz zum Turm. Dies ist übrigens die nebligste Gegend an der ganzen Westküste. Auf dem Rückweg besuchten wir noch den ebenfalls im Nebel liegenden Drakes Beach und anschließend den sonnigen, viel schöneren Limantour Beach. Das ist ein wunderschöner Sandstrand, ellenlang. Abends schmausten wir nach einiger Suche in Inverness, dem Hauptort der Halbinsel Seashore. In einer Pizzeria, mit freundlicher Bedienung (war 3 Jahre in Heidelberg) aßen wir alle Spaghetti. Im Wohnzimmer unsere Pension ließen wir den Abend bei einem Glaserl Roten ausklingen. Manfred entdeckte einen Zeitungsbericht mit den wöchentlichen Erdbeben. Demnach werden wöchentlich 90 Erdbeben in dieser Gegend registriert.


Samstag, 22.08.98 

S.F.: Pier 39Das Wetter war wieder schön, heute wollten wir einen Ausflug nach San Francisco unternehmen. Auf diese Stadt wollten doch nicht ganz verzichten. Außerdem bot sich ein Tagesausflug von hier aus direkt an. Wir holten uns von den Wirtsleuten Tipps, wo man am besten fährt und parkt. Auf dem Highway 1 wählten wir unseren Hinweg. Eine ziemlich lange Autoschlange quoll uns aus San Francisco entgegen (Wochenendausflügler). Nach 1½ Stunden Fahrt erreichten wir ein Parkhaus am Fisherman's Wharf. Von der Golden Gate Bridge schauten nur die beiden Spitzen der Brückenpfeiler aus dem Nebel heraus. Am Wharf war ein recht reges Treiben. Dreimal wurde Manfred angesprochen. Man wollte ihn wohl irgend etwas verkaufen. Die Seehunde lagen wie immer, nicht zu überhören am Pier 39. Golden Gate Bridge: Stormy DayEin bisschen mischten wir uns unter den Trubel, bis wir schließlich genug hatten und Richtung Lombard Street (kurvenreichste Straße der Welt) bummelten. Ganze Autokolonnen wälzten sich diese berühmte Straße herunter. Polizisten hatten Mühe, laut schreiend den Verkehr am Laufen zu halten. Zurück spazierten wir am Hafen. So viele Deutsche wie hier, haben wir im ganzen Urlaub noch nicht getroffen. Der Stadt müde, fuhren wir einen etwas anderen Weg zu unserer Pension zurück. Abends wollten wir im gleichen Lokal wie gestern essen (Pizzeria in Inverness), aber wegen Krankheit war es geschlossen. Das einzige Restaurant, was es hier noch gab, bzw. das wir fanden, war ein Tscheche. Der Wirt, in tschechischer Kleidung bediente ganz alleine. Berieselt wurden wir mit Blasmusik. Man hatte keine besonders große Auswahl und musste ein drei Gänge Menü wählen. Wir erhielten dann eine undefinierbare Suppe, Salat und Knödel. Dazu teilte ich mir mit Ingrid das bestellte Wiener Schnitzel und Manfred aß Gulasch. Nicht besonders empfehlenswert. Es schien uns sehr unwahrscheinlich beim Yosemite Park am Wochenende eine Unterkunft zu erhalten, darum blieben wir noch eine Nacht länger als geplant in Point Reyes. Sonntag Abend dürfte es keine Probleme bereiten ein Motelzimmer zu bekommen.


Sonntag, 23.08.98

Yosemite ParkUnser nächstes Ziel hieß also Yosemite Park. Wir genossen noch einmal das leckere Frühstücksbüfett, verabschiedeten uns von unseren sehr netten Wirtsleuten, die uns zu schreiben versprachen. Um 10.20 Uhr brachen wir auf. Der Verkehr um San Francisco herum war sehr lebhaft, aber irgendwie schlängelten wir uns durch die 12-spurigen Straßen. Nach der Überquerung der Coast Ranges wurde es zunächst flach. Ab der Sierra Nevada ging die Wüstenlandschaft in eine hübsche, mit Bächen durchzogene Gebirgslandschaft über. Wo vorher nur an bewässerten Stellen etwas wuchs, standen jetzt große Nadelbäume. Gegen 15 Uhr erreichten wir den Yosemite Parkeingang. Wir statteten dem Infocenter einen kurzen Besuch ab und beschlossen heute lieber erst einmal ein Motel zu suchen und uns morgen in aller Ruhe den Park anzusehen. Per Zufall entdeckte Manfred ein nettes, abseits der Straße gelegenes Motel. Es bestand aus kleinen Hütten, direkt am Fluss gelegen, und frei war es auch noch: "Lee's Middle Fork Motel". Im Bach glitzerte es richtig vor Gold. Natürlich konnte Ingrid nicht widerstehen Gold zu sammeln. Zum Abendessen fuhren wir in die nächste Stadt, nach Groveland, wo Manfred einen richtigen Glückstreffer landete im: "Hotel Charlotte". Vor dem Schlafengehen setzten wir uns noch ein bisschen auf die Veranda. Ingrid entdeckte ein Tier, das sie mit leuchtenden Augen ansah (einer Eule ähnlich) und über die Steine davon huschte.

Gefahrene Strecke: 343 km


Montag, 24.08.98 

Yosemite ParkEs war sehr ruhig heute Nacht und wir konnten gut schlafen. Obwohl man es tagsüber in der Sonne kaum aushielt, (38°C im Schatten) war die Hüttentemperatur angenehm. Sie lagen ziemlich gut geschützt unter Bäumen. Zum Frühstück gab es Müsli, Toast und Hefegebäck. Wir beschlossen keinen weiteren Tag zu bleiben, da die Hütten leider alle Verfallserscheinungen aufwiesen. Nichts wurde gerichtet. Die Frau schuftete mit dem Baby auf dem Arm, während der Mann vor einem riesigen Breitwand Fernseher saß und nichts tat. Diesen "faulen Knochen" wollten wir nicht auch noch unterstützen. Gegen 10.30 Uhr ging es ins Yosemite Valley. Der Eintritt betrug 20$ und galt eine Woche. Das Tal war sehr beeindruckend. Man konnte mit dem Auto eine 32 Meilen Runde hindurch drehen. Aber wie im Reiseführer beschrieben, gleicht es einem Rummelplatz. Um die wahre Schönheit des Parks zu erfahren muss man sich wohl selber auf Wanderschaft begeben. Das nahmen wir uns für später einmal vor. Hier gibt es große Felsen, Wasserfälle, Berglöwen, Schwarzbären und hübsche Bergwiesen. Coast RangesIm Hauptort stiegen wir aus und drehten eine kleine Runde. Zum Abschluss genossen wir noch den Blick vom Glacier Point, von wo aus man noch einmal das ganze Tal überblicken konnte und sogar noch Schnee auf den Bergen sah. Auch hier liefen zu Ingrids Freude bettelnde Erdhörnchen herum. Da die Außentemperaturen bis zu 38°C, Manfred und Ingrid nicht sonderlich zusagten, beschlossen wir an die Küste zurückzufahren und die restlichen Urlaubstage dort zu verbringen. Richtung Fresno, Kaliforniens 8. größte Stadt mit 300.000 Einwohnern war es eine Zeitlang landschaftlich noch recht gebirgig, es gab viele hübsch gelegene Feriendörfer, Wanderwege, Seen... Aber nach dem Verlassen der Sierra Nevada folgte wieder Wüstenlandschaft. Kilometer um Kilometer schnurgerade Straßen durch landwirtschaftlich, bebaute und bewässerte Felder. Links und rechts lagen Farmen. Es sah alles ziemlich verfallen aus. Die Bauern haben hier sicher einen schweren Stand, denn ohne Bewässerung wächst hier wohl gar nichts. Als wir nach mehreren Stunden die Küstengebirge erreichten, war überhaupt kein Haus mehr in Sichtweite. Sondern die endlose Straße verlief durch eine braune, kaum bewachsene Hügellandschaft. Nur ein paar Rinder sah man hier und dort. Etwa zehn Meilen vor der Küste kam uns schon dicker Nebel entgegengequollen. Plötzlich hatten wir keine 40°C mehr, sondern eher 17°C. Wir erreichten Morro Bay mit seinem bekannten dunklen Felsen den Morro Rock (zur Zeit versteckt unter einer Nebeldecke). Auf den letzten 150 Meilen gab es kein Motel weit und breit, dafür in Morro Bay so viele, dass wir uns nicht entscheiden konnten. Schließlich landeten wir im "Fireside Inn", benannt nach den elektrischen Kamin in jedem Zimmer. Abend aßen wir in einem chinesischen Lokal mit Büfett, sehr lecker.

Gefahrene Strecke: 515 km


Dienstag, 25.08.98 

In Am Strand von Port Hueneme der Nacht konnten wir gut schlafen. Zum Frühstück gab es an der Rezeption Dounats und Kaffee. Wir besichtigten auf Ingrids Wunsch das Aquarium in Morro Bay. Dinner in Port Hueneme Die Seehunde hatten wir gestern schon gehört. Der Eintritt betrug 2$. Aber so etwas heruntergekommenes hatten wir noch nie gesehen. Die fünf bis sechs Seehunde schwammen in drei, zwei mal zwei Meter kleinen Becken, die miteinander verbunden waren. Die Fische drängten sich in lieblos, eingerichteten Aquarien mit maximal einem Ziegelstein oder ein wenig Sand auf dem Boden. Ein Aal lag mit abgeknabbertem Schwanz und weiteren Bißwunden noch lebend am Beckengrund. Ein wenig stöberten wir in einem Buchgeschäft herum, dann fuhren wir auf dem Highway 1 in vier Stunden nach Port Hueneme. Dort quartierten wir uns wieder im "Casa via mar" ein.Die Sonne schien und wir nutzten sofort das Schwimmbad, auf das wir uns schon die ganze Zeit gefreut hatten. Zum Essen besuchten wir eine nette kleine Pizzeria, nicht weit weg von unserem Motel gelegen. Manfred aß eine Pizza "medium" mit Salami (sehr groß), ich - eine Pizza "small" mit Tomaten und Pilzen (normale Größe) und Ingrid - Bandnudeln mit Sahne-Käsesauce. Die etwa 60 jährige Wirtin kam mit uns ins Gespräch. Sie stammte aus Italien, wohnte aber seit 30 Jahren in Kalifornien. Mit Handschlag verabschiedete sie uns und erzählte, dass sie mit unserer Motelwirtin verwandt sei. In der Nacht, wir waren kurz vor dem Einschlafen, klopfte unser Nachbar plötzlich an die Wand. Wir fielen fast aus den Betten. Wahrscheinlich verwechselte er uns mit jemanden. ½ Stunde später wieder das gleiche Spielchen. Danach gab er schließlich auf. Es wohnten zur Zeit viele Soldaten im Motel. Ich nahm an, dass einige von ihnen in der Nacht etwas lauter waren und unseren Zimmernachbarn störten.

Gefahrene Strecke: 246 km


Mittwoch, 26.08.98 

Frühstück nahmen wir in unserem Zimmer ein, dann gingen wir auf Erkundungstour. Im Besucherzentrum am Hafen von Port Hueneme gab man uns freundlich Auskunft über mögliche Unternehmungen. Er fragte uns nach unseren Interessen und empfahl uns einen schönen Strand, den Hafen, ein Naturschutzgebiet.... Zuerst bummelten wir am Hafen entlang, und bewunderten die vielen bunten Schiffe, die hier lagen. Auf der anderen Seite der Brücke gab es viele reiche Leute mit Häusern, direkt am Wasser gelegen und eigenem Bootssteg. Dann fuhren wir zum empfohlenen Hollywood Beach. War schön und leer. Zu Ingrids Freude besuchten wir nach einem ausgiebigen Bad im hauseigenen Swimming Pool, ein weiteres riesiges Einkaufszentrum mit 100 Geschäften: "Esplanade". Abends gingen wir im Hafenrestaurant "Pirates" essen, war sehr lecker. Wir konnten sogar draußen sitzen, mit Blick auf Port Huenemes malerischen Hafen.


Donnerstag, 27.08.98 

Unser letzter Urlaubstag ist angebrochen. Auf dem zunächst leeren Highway ging es Richtung Flughafen Los Angeles. In Santa Monica verbrachten wir die letzten Stunden. Ingrid und ich "bewunderten" noch ein letztes Mal die dicken Menschen, die sich hemmungslos in unvorteilhaft aussehender Badekleidung am Strand tummelten. Dann zogen wir unsere langen Hosen an und machten uns flugfertig. Santa Monica Beach

 

Rückreise


Freitag, 27.08.98 

Bei "DOLLAR" gaben wir unser Auto zurück und wurden mit dem Transferbus zum Flughafen befördert. Gefahrene Kilometer heute: 130 km Gesamtkilometer in Kalifornien: 2530 km (rechnet man Ankunfts- und Abflugtag als ein Tag, so sind wir im Schnitt 281 km pro Tag gefahren.) Am Flughafen von Los Angeles Chaos! In einer riesigen Schlange, mussten wir uns am Schalter der Air New Zealand anstellen. Die erste halbe Stunde ging überhaupt nichts voran. Zuerst wurden nur Fluggäste nach London abgefertigt und natürlich die beiden besseren Klassen. Obwohl wir vorschriftsmäßig zwei Stunden vor Abflug ankamen, erhielten wir auch nicht unsere vorab reservierten Plätze. Gegen 18.30 Uhr ging es in dem komplett ausgebuchten Flugzeug los. Manfred plauderte während des ganzen Fluges mit seinem Nebenmann, einem Niederländer, so dass die österreichische Stewardess die beiden als "Chaterbox" (Plaudertaschen) bezeichnete. Alles in Allem verlief der Flug recht angenehm.


Samstag, 28.08.98
 

Pünktlich um 13.30 Uhr landeten wir in Frankfurt. Wir rannten durch die Zollkontrolle, warteten etwa 10 Minuten an den beiden Bändern der Gepäckausgabe, bis schließlich unsere Koffer erschienen, und suchten dann schleunigst die Lufthansa Schalter. Ingrid und ich liefen vorweg, als Ingrid plötzlich rief: "Manfred ist hingefallen". Manfred transportierte unseren Gepäckwagen auf einer abwärts fahrende Rolltreppe, bekam den Wagen am Ende nicht runter und stürzte. Von hinten rief man ihm zu: "Bremse lösen!". Das war wohl leichter gesagt als getan. Bevor die hinteren auf ihn fielen schaffte er es zum Glück. Kurze Zeit später, das gleiche Spielchen noch einmal bei einer aufwärts fahrenden Rolltreppe: Manfred bekam den Gepäckwagen wieder nicht von der Rolltreppe runter, stürzte, die Treppe lief weiter, Ingrid und ich wichen nach hinten aus, aber dort stand schon der nächste Mann mit Gepäckwagen. Der konnte nicht ausweichen. In letzter Sekunde gelang es Manfred die Bremse zu lösen, bevor wir alle die Treppe hinunterpurzelten. Naja, den Frankfurter Flughafen genießen wir Zukunft mit Vorsicht. Trotzdem war es eine Superreise!

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