Samstag, 28.8.99
Um 12 Uhr
startete schließlich unsere Fähre nach Brisbane. Schon gegen 14
Uhr setzte uns das Taxi am Flughafen ab. Unser Flugzeug flog aber erst in
fünf Stunden. Was tun? Manfred fragte am einzigen freien Schalter,
Frequent Flyer, ob wir wenigstens unser Gepäck schon aufgeben könnten,
dann würden wir noch ein bisschen nach Brisbane fahren? Doch er
kam mit der freudigen Mitteilung zurück, dass wir gleich fliegen
könnten, mit einer verspäteten Maschine, in der noch Plätze
frei waren. Schön! Wir erhielten sogar Fensterplätze, und um
15:10 Uhr startete der Airbus. Zwei Stunden später landeten wir in Cairns. Der
Transfer zu unserem Hotel nach Port Douglas stand auch bereit. Zwar
wartete er nicht auf uns, aber die Dame meinte, das passe ganz gut, wir könnten
mitfahren. Nach einer kurzen Wartezeit erschien der Bus und gegen 19 Uhr
wurden wir im "Radisson Reef Resort" in Port Douglas
abgesetzt. Die Anlage ist riesig, bestehend aus mehreren Restaurants,
Villen, normalen Zimmern, sieben Pools, Tennisplatz, Spielplatz, kleiner
Golfplatz usw. Im "Palm Restaurant", ein zum Hotel gehörendes
Lokal aßen wir heute. Es liegt im Freien, an einem künstlich
angelegten Wässerchen mit Goldfischen und einem Flusskrebs. Es
gab zu Manfreds und meiner Freude ein Weinbüfett und zu Ingrids
Begeisterung italienisches Büfett mit vielen Pastagerichten und einem
Eisbüfett. Die Art des Büfetts wechselt hier übrigens jeden
Abend. Die Nacht war für mich leider weniger erfreulich, lautes Türen
knallen von außen und Schnarchen von innen.
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Sonntag, 29.8.99
Heute
ging es mit der Quicksilver hinaus aufs Riff. Der Ausflug wurde
ganz toll. Vom Hotel wurden wir abgeholt und nach Port Douglas zum Fähranleger
transportiert. Drei Quicksilver Schiffe standen zur Abfahrt bereit. Jedes
hatte ein anderes Ziel. Wir fuhren in 1½ Stunden zum Agincourt
Riff. Dort legte das Schiff an einer großen, fest verankerten
Plattform an. Es wurden eine Menge Aktivitäten angeboten: tauchen,
schnorcheln, Halbunterseeboot fahren, schwimmen. Wir liefen ein bisschen
auf der Plattform herum, sahen vom Unterwasser Beobachtungsplatz den
Fischen und den Schnorchlern zu. Dann gab es Mittagsbüfett. Zum Schluss
fuhren Ingrid und ich noch mit dem Halbunterseeboot. Man saß jeweils
zu zweit nebeneinander auf dem Boot, unter der Wasseroberfläche und
konnte das Riff bewundern. Das Boot kreiste ganz nahe am Riff entlang. Man
sah viele bunte Fische. Die Fahrt dauerte ½ Stunde. Das war das
Highlight des Tages, fanden Ingrid und ich. Abends gab es im "Palm
Restaurant" diesmal Country Bufet.
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Montag, 30.8.99
Zum
Frühstück gingen wir, wie jeden Tag ins "Palm Restaurant".
Die Angestellte wies uns einen Platz in der Sonne zu. Nachdem uns fünf
Minuten lang der Schweiß in Bächen vom Gesicht rann, rutschten
wir heimlich an den Nachbartisch in den Schatten. Anderen Gästen ging
es ebenso. Morgens testeten wir einen der sieben Pools. Unter Palmen, wie
im Reiseprospekt saßen wir, lasen Zeitung und schrieben Postkarten.
Ingrid war kaum aus dem Wasser zu bewegen. Mit der Eisenbahn, gemütlicher
als Bus, fuhren wir nach Port Douglas. Auf halber Strecke stand die
Feuerwehr und löschte einen kleinen Buschbrand. Im Marine Mirage
bummelten wir durch die Shops, aßen Eis und schrieben Mails.
Anschließend spazierten wir noch durch die Einkaufsstraße und
ließen uns mit der Bahn zurückfahren. Vor dem Abendessen
unternahmen wir einen Walk zum Strand, auf einem recht abenteuerlichen
Weg. Zuerst quert man die viel befahrene Hauptstraße, dann führt
ein Fußweg durch Urwald, in ein paar Minuten zum Strand. Unterwegs
entdeckten wir ein riesiges Spinnennetz mit wirklich unzählbaren
Spinnen, mindestens 100 mit einer Länge von fünf Zentimetern.
Ein Einheimischer erzählte uns, dass die Spinnen zum Aufbau
eines solchen Netzes etwa zehn Tage benötigen. Im Meer war es nicht kälter,
als in der Badewanne. Die Lufttemperatur betrug übrigens heute mittag
27,8°C, sehr angenehm!
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Dienstag, 31.8.99
Das Wetter
war schön wie immer. Um 12:15 Uhr holte uns ein Bus vor dem Hotel ab
und brachte uns in 1½ Stunden nach Cairns. Dort wollten wir
unseren Leihwagen abholen. Die anderen Mitfahrer, Urlauber, steuerten
hauptsächlich die verschiedene Hotels in Cairns an. In Palm Cove
stieg versehentlich ein Paar dazu, das, wie sich erst in Cairns
herausstellte, eigentlich nach Port Douglas wollte (Gegenrichtung). Der
Fahrer entschuldigte sich hundertmal, aber die Frau war ziemlich sauer.
Zwar fuhr erst in drei Stunden wieder ein Bus nach Port Douglas, aber der
Fahrer bot dem Paar sogar an, sich auf Kosten des Busunternehmens ein Taxi
zu nehmen. Wir ließen uns am Pier absetzen, flanierten durch die
Shops und holten unseren Mietwagen. Weil es uns so gut geschmeckt hatte, aßen
wir heute Abend wieder im "Terrace Restaurant". Man saß
recht gemütlich auf einer Terrasse und es herrschte nicht so ein
Massenbetrieb wie im "Palm Restaurant".
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Mittwoch, 1.9.99
Am
Nachmittag fuhren wir, in den Ingrid versprochenen Wild Life Park
bei Palm Cove. Vor sechs Jahren, bei unserem ersten Australienbesuch waren
wir schon einmal hier. Gefiel uns recht gut. Viele einheimische Tiere können
begutachtet werden. In verschiedenen Shows wird einem alles mögliche über
die Tiere erzählt. Wir nahmen am Krötenrennen und an der
Schlangenshow teil und fütterten die schon gesättigten Känguruhs.
Bei der Schlangenshow führte der Tierpfleger ein paar Schlangen vor,
von harmlos bis giftig und sehr aggressiv. Dann erklärte er, wie man
sich bei einem Schlangenbiss verhalten sollte: Zuerst die getroffene
Stelle leicht abbinden und ruhig stellen, anschließend das nächste
Krankenhaus aufsuchen. In jedem australischen Krankenhaus kann man
inzwischen innerhalb von 15 Minuten feststellen, von welcher Schlange der
Biss stammt. Bei unserem letzten Besuch vor sechs Jahren ging das
wohl noch nicht, denn er riet uns die Schlange zu töten und
mitzubringen. Bei den Kröten handelte es sich um riesige Cane Toad,
die früher hier in den Zuckerrohrfeldern ausgesetzt wurden, um
Ungeziefer zu vernichten. Sie sind giftig beim Verzehr. Die Angestellte
verteilte vier dieser Kröten mit farbigen Bändern an Zuschauer,
unter anderem eine an Ingrid. Sie durfte ihre Kröte in die
Startposition setzen und hinterher anfeuern. Leider gewann sie nicht. Die
Siegerin durfte die Kröte behalten. Das war ein Scherz der Pflegerin.
Zu Manfreds und meiner Freude gab es australisches Büfett (BBQ) im
Palm Restaurant. Als Vorspeise Krokodilfleisch, geräuchertes Känguruh
und Emufleisch, Ananassalat, Tomaten mit Schafskäse andere Salate und
Kürbissuppe mit Sahne. Als Hauptspeise: gegrillter Fisch, Rind, Huhn,
Garnelen, dazu Mais, Gurken, Riesenchampignons und Kartoffeln mit Pelle.
Zum Nachtisch gab es viele Kuchensorten und Eis. Die Australier selbst
nahmen sich übrigens gar nicht so viel Krokodilfleisch, während
wir das so richtig ausnutzten. Ingrid, die weniger begeistert war vom Büfett,
da es keine Nudeln gab, aß nur Kürbissuppe, Salate und Eis.
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Donnerstag, 2.9.99
Unser
letzter Tag in Port Douglas ist angebrochen. Ich wusch noch eine letzte
Waschmaschinenladung, dann brachen wir nach Mossman, zur Mossman Gorge
auf. Das ist ein Nationalpark, am Hang eines Berges, in dem man eine 2,7
km Runde durch den Regenwald drehen kann. Man gelangt zu diesem Rundweg über
eine lange Hängebrücke. Der Weg wurde von riesigen Fig Trees (Bäume
mit riesigen Luftwurzeln), Palmen, Eukalyptusbäumen und Lianen gesäumt.
Ein Buschhuhn pickte am Wegesrand und die lauten Zikaden waren nicht zu überhören.
Am Nachmittag besuchten wir zum Abschied noch ein paar Strände: Stone
Beach und Ellis Beach. Ellis Beach soll angeblich der sauberste Strand
Queenslands 1999 sein. War auch ganz nett. Manfred zog noch einmal los um
das Kreuz des Südens zu fotografieren, aber Wolken schoben sich plötzlich
davor. Dafür lief ihm fast ein katzenähnliches Tier über
die Füße mit buschigem Schwanz.
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