Port Douglas

 

Das tropische Port Douglas entstand 1877, in der Zeit des Goldrausches. Dazwischen war er ein wichtiger Standort in der Zuckerindustrie, jetzt lebt Port Douglas hauptsächlich von Touristen. Mit seinen 3000 Einwohnern ist er sowohl Ausgangsort für Ausflüge ins Barrier Reef, als auch in den Cape Tribulation National Park. Sonstige Attraktion ist der palmenumsäumte "Four Mile Beach". Es ist in Port Douglas ruhiger als im lauten, von Touristen überfüllten Cairns.


Samstag, 28.8.99

Um 12 Uhr startete schließlich unsere Fähre nach Brisbane. Schon gegen 14 Uhr setzte uns das Taxi am Flughafen ab. Unser Flugzeug flog aber erst in fünf Stunden. Was tun? Manfred fragte am einzigen freien Schalter, Frequent Flyer, ob wir wenigstens unser Gepäck schon aufgeben könnten, dann würden wir noch ein bisschen nach Brisbane fahren? Doch er kam mit der freudigen Mitteilung zurück, dass wir gleich fliegen könnten, mit einer verspäteten Maschine, in der noch Plätze frei waren. Schön! Wir erhielten sogar Fensterplätze, und um 15:10 Uhr startete der Airbus. Zwei Stunden später landeten wir in Cairns. Der Transfer zu unserem Hotel nach Port Douglas stand auch bereit. Zwar wartete er nicht auf uns, aber die Dame meinte, das passe ganz gut, wir könnten mitfahren. Nach einer kurzen Wartezeit erschien der Bus und gegen 19 Uhr wurden wir im "Radisson Reef Resort" in Port Douglas abgesetzt. Die Anlage ist riesig, bestehend aus mehreren Restaurants, Villen, normalen Zimmern, sieben Pools, Tennisplatz, Spielplatz, kleiner Golfplatz usw. Im "Palm Restaurant", ein zum Hotel gehörendes Lokal aßen wir heute. Es liegt im Freien, an einem künstlich angelegten Wässerchen mit Goldfischen und einem Flusskrebs. Es gab zu Manfreds und meiner Freude ein Weinbüfett und zu Ingrids Begeisterung italienisches Büfett mit vielen Pastagerichten und einem Eisbüfett. Die Art des Büfetts wechselt hier übrigens jeden Abend. Die Nacht war für mich leider weniger erfreulich, lautes Türen knallen von außen und Schnarchen von innen.


Sonntag, 29.8.99

Quicksilver PlattformHeute ging es mit der Quicksilver hinaus aufs Riff. Der Ausflug wurde ganz toll. Vom Hotel wurden wir abgeholt und nach Port Douglas zum Fähranleger transportiert. Drei Quicksilver Schiffe standen zur Abfahrt bereit. Jedes hatte ein anderes Ziel. Wir fuhren in 1½ Stunden zum Agincourt Riff. Dort legte das Schiff an einer großen, fest verankerten Plattform an. Es wurden eine Menge Aktivitäten angeboten: tauchen, schnorcheln, Halbunterseeboot fahren, schwimmen. Wir liefen ein bisschen auf der Plattform herum, sahen vom Unterwasser Beobachtungsplatz den Fischen und den Schnorchlern zu. Dann gab es Mittagsbüfett. Zum Schluss fuhren Ingrid und ich noch mit dem Halbunterseeboot. Man saß jeweils zu zweit nebeneinander auf dem Boot, unter der Wasseroberfläche und konnte das Riff bewundern. Das Boot kreiste ganz nahe am Riff entlang. Man sah viele bunte Fische. Die Fahrt dauerte ½ Stunde. Das war das Highlight des Tages, fanden Ingrid und ich. Abends gab es im "Palm Restaurant" diesmal Country Bufet.



Montag, 30.8.99

SpinnennetzeZum Frühstück gingen wir, wie jeden Tag ins "Palm Restaurant". Die Angestellte wies uns einen Platz in der Sonne zu. Nachdem uns fünf Minuten lang der Schweiß in Bächen vom Gesicht rann, rutschten wir heimlich an den Nachbartisch in den Schatten. Anderen Gästen ging es ebenso. Morgens testeten wir einen der sieben Pools. Unter Palmen, wie im Reiseprospekt saßen wir, lasen Zeitung und schrieben Postkarten. Ingrid war kaum aus dem Wasser zu bewegen. Mit der Eisenbahn, gemütlicher als Bus, fuhren wir nach Port Douglas. Auf halber Strecke stand die Feuerwehr und löschte einen kleinen Buschbrand. Im Marine Mirage bummelten wir durch die Shops, aßen Eis und schrieben Mails. Anschließend spazierten wir noch durch die Einkaufsstraße und ließen uns mit der Bahn zurückfahren. Vor dem Abendessen unternahmen wir einen Walk zum Strand, auf einem recht abenteuerlichen Weg. Zuerst quert man die viel befahrene Hauptstraße, dann führt ein Fußweg durch Urwald, in ein paar Minuten zum Strand. Unterwegs entdeckten wir ein riesiges Spinnennetz mit wirklich unzählbaren Spinnen, mindestens 100 mit einer Länge von fünf Zentimetern. Ein Einheimischer erzählte uns, dass die Spinnen zum Aufbau eines solchen Netzes etwa zehn Tage benötigen. Im Meer war es nicht kälter, als in der Badewanne. Die Lufttemperatur betrug übrigens heute mittag 27,8°C, sehr angenehm!



Dienstag, 31.8.99

Das Wetter war schön wie immer. Um 12:15 Uhr holte uns ein Bus vor dem Hotel ab und brachte uns in 1½ Stunden nach Cairns. Dort wollten wir unseren Leihwagen abholen. Die anderen Mitfahrer, Urlauber, steuerten hauptsächlich die verschiedene Hotels in Cairns an. In Palm Cove stieg versehentlich ein Paar dazu, das, wie sich erst in Cairns herausstellte, eigentlich nach Port Douglas wollte (Gegenrichtung). Der Fahrer entschuldigte sich hundertmal, aber die Frau war ziemlich sauer. Zwar fuhr erst in drei Stunden wieder ein Bus nach Port Douglas, aber der Fahrer bot dem Paar sogar an, sich auf Kosten des Busunternehmens ein Taxi zu nehmen. Wir ließen uns am Pier absetzen, flanierten durch die Shops und holten unseren Mietwagen. Weil es uns so gut geschmeckt hatte, aßen wir heute Abend wieder im "Terrace Restaurant". Man saß recht gemütlich auf einer Terrasse und es herrschte nicht so ein Massenbetrieb wie im "Palm Restaurant".


Mittwoch, 1.9.99

Koala FamilieAm Nachmittag fuhren wir, in den Ingrid versprochenen Wild Life Park bei Palm Cove. Vor sechs Jahren, bei unserem ersten Australienbesuch waren wir schon einmal hier. Gefiel uns recht gut. Viele einheimische Tiere können begutachtet werden. In verschiedenen Shows wird einem alles mögliche über die Tiere erzählt. Wir nahmen am Krötenrennen und an der Schlangenshow teil und fütterten die schon gesättigten Känguruhs. Bei der Schlangenshow führte der Tierpfleger ein paar Schlangen vor, von harmlos bis giftig und sehr aggressiv. Dann erklärte er, wie man sich bei einem Schlangenbiss verhalten sollte: Zuerst die getroffene Stelle leicht abbinden und ruhig stellen, anschließend das nächste Krankenhaus aufsuchen. In jedem australischen Krankenhaus kann man inzwischen innerhalb von 15 Minuten feststellen, von welcher Schlange der Biss stammt. Bei unserem letzten Besuch vor sechs Jahren ging das wohl noch nicht, denn er riet uns die Schlange zu töten und mitzubringen. Bei den Kröten handelte es sich um riesige Cane Toad, die früher hier in den Zuckerrohrfeldern ausgesetzt wurden, um Ungeziefer zu vernichten. Sie sind giftig beim Verzehr. Die Angestellte verteilte vier dieser Kröten mit farbigen Bändern an Zuschauer, unter anderem eine an Ingrid. Sie durfte ihre Kröte in die Startposition setzen und hinterher anfeuern. Leider gewann sie nicht. Die Siegerin durfte die Kröte behalten. Das war ein Scherz der Pflegerin. Zu Manfreds und meiner Freude gab es australisches Büfett (BBQ) im Palm Restaurant. Als Vorspeise Krokodilfleisch, geräuchertes Känguruh und Emufleisch, Ananassalat, Tomaten mit Schafskäse andere Salate und Kürbissuppe mit Sahne. Als Hauptspeise: gegrillter Fisch, Rind, Huhn, Garnelen, dazu Mais, Gurken, Riesenchampignons und Kartoffeln mit Pelle. Zum Nachtisch gab es viele Kuchensorten und Eis. Die Australier selbst nahmen sich übrigens gar nicht so viel Krokodilfleisch, während wir das so richtig ausnutzten. Ingrid, die weniger begeistert war vom Büfett, da es keine Nudeln gab, aß nur Kürbissuppe, Salate und Eis.


Donnerstag, 2.9.99

Fig Tree Mossman GorgeUnser letzter Tag in Port Douglas ist angebrochen. Ich wusch noch eine letzte Waschmaschinenladung, dann brachen wir nach Mossman, zur Mossman Gorge auf. Das ist ein Nationalpark, am Hang eines Berges, in dem man eine 2,7 km Runde durch den Regenwald drehen kann. Man gelangt zu diesem Rundweg über eine lange Hängebrücke. Der Weg wurde von riesigen Fig Trees (Bäume mit riesigen Luftwurzeln), Palmen, Eukalyptusbäumen und Lianen gesäumt. Ein Buschhuhn pickte am Wegesrand und die lauten Zikaden waren nicht zu überhören. Am Nachmittag besuchten wir zum Abschied noch ein paar Strände: Stone Beach und Ellis Beach. Ellis Beach soll angeblich der sauberste Strand Queenslands 1999 sein. War auch ganz nett. Manfred zog noch einmal los um das Kreuz des Südens zu fotografieren, aber Wolken schoben sich plötzlich davor. Dafür lief ihm fast ein katzenähnliches Tier über die Füße mit buschigem Schwanz.

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