Sydney

Sonntag, 30. Juli 2000 

Beim Zoll am Sydneyer Airport gab es zwei Warteschlangen, eine für Einheimische, und eine für den Rest der Welt. Letzt genannte war sehr lang. Um Staus zu vermeiden, hat man als Experiment eine neue Expressline bei der "Einheimischen Schlange" eingerichtet. Diese durften wir benutzen. Es ging wirklich sehr zügig hier. Beim Kofferband schnüffelte ein Hund an den Gepäckstücken nach verboten eingeführten Lebensmitteln. Neben uns wurde er auch fündig. Der Taschenbesitzer musste sein Handgepäck öffnen und heraus purzelte ein Apfel und andere angebrochenen Lebensmittel. Der Hund freute sich wie ein Schneekönig. Ein paar Sekunden, nachdem der Hund weiterzog, kullerten zu meiner anderen Seite einem Kind lauter Smarties auf den Fußboden. Den Eltern war das fürchterlich peinlich, sie rissen ihr zum Glück bald erscheinendes Gepäck vom Band und verdrückten sich so schnell wie möglich. Neu am Airport waren auch die Einrichtungen für Taxi Wartende. Man reihte sich in einer riesigen Schlange ein. An der Spitze der Schlange wurde einem ein Standplatz für ein Taxi zugewiesen. Das ging ziemlich zügig. Nach 1/2 Stunde erreichten wir Manly. Sicher hätten wir das mit Airportbus und Fähre billiger haben können, aber Manfreds Kreuz wollte noch geschont werden. Denn wer schleppte uns beiden schwachen Frauen sonst die restliche Zeit das Gepäck? Statt des gebuchten 2-Bedroom Apartments erhielten wir 3-Bedroom. Das war natürlich toll, wir konnten uns nun schön ausbreiten die nächsten 10 Tage. Wir deckten uns in einem Supermarkt, der 24 Stunden geöffnet hatte, mit Lebensmitteln ein, aßen Abendbrot, Manfred sah sich noch Formel 1 an, dann fielen wir müde in die Betten. (16°C im Schlafzimmer, zu meiner Freude entdeckte ich eine Heizdecke im Bett, wie angenehm). 


Montag,
31. Juli 2000 

OlympiastadionSo richtig schön ausgeschlafen wachte ich gegen 8 Uhr morgens bei Sonnenschein auf. Manfred hatte unsere Gasheizung schon in Gang geworfen und Ingrid bastelte Frühstück. Heute nahmen wir uns das Olympiazentrum vor. Wir kauften wieder unsere obligatorischen Wochentickets für Bus-, Fähre und Bahn (36A$ für Erwachsene, Ingrid die Hälfte). Mit der halbstündlich verkehrenden Fähre ging es zuerst zum Circular Quay, dem Fährenverkehrsknotenpunkt. Dort stiegen wir in die nächste Fähre um, nach Homebush Bay. Das letzte Stück mussten wir im Bus zurücklegen. Der Busfahrer empfahl uns beim Infozentrum auszusteigen. Leider landeten wir versehentlich beim Infozentrum des Olympiadorfs. Bevor wir jetzt eine halbe Stunde auf den nächsten Bus warteten latschten wir die 1/4 Stunde lieber zu Fuß ins Olympiazentrum. Rips & RumbsFußgänger sind offensichtlich nicht bei der Planung berücksichtigt worden. An einer vierspurigen Straße, auf einem schmalen Gehweg erreichten wir schließlich das Gelände. Neben dem größten Stadion der Welt fühlte man sich ziemlich winzig, als man daneben stand. Wollte man das Stadion besichtigen, musste man sich einer Führung von einer Stunde für 26A$ pro Person anschließen. Das fanden wir ein bisschen zu unverschämt und ließen es bleiben. . Auf dem Olympiaboulevard konnte man die anderen Stadien per Bus oder zu Fuß erreichen. Geöffnet war, bestimmt aus Sicherheitsgründen und Angst vor Anschlägen, keines. Zurück ging es mit der Cityrail (S-Bahn) in einer ¾ Stunde zum Circular Quay. Mit Schiff und Bus brauchte man übrigens eine Stunde. Zurück in Manly kauften wir ein, beantworteten unsere Emails und aßen im Ribs & Rumbs. Bei einem Gläschen Wein ließen wir den Abend ausklingen. 


Dienstag, 1. August 2000 

Malayisches Festival in Darling H. Nachdem ich unsere komplette Wäsche einmal durchgewaschen hatte, erfüllten wir Ingrids Wunsch nach Darling Harbour. Dies ist ein, für Touristen umgebautes ehemaliges Industriegelände mit Shopping Center, Aquarium, Multiplexkino, Maritime Museum, Monorail usw. Es wurde 1988 anlässlich der 200 Jahr Feier fertiggestellt. Ingrid und ich shoppten, Manfred ging auf Fotosafari. In einem Café trafen wir Manfred zum Eisessen. Ingrid bestellte sich "Lonesome", mit drei Cones. Sie erwartete drei Kugeln Eis und erhielt etwa die Menge von neun Kugeln. Drei Cones bedeuteten scheinbar drei Sorten. Sie gab nach der Hälfte auf. Nebenbei: Während die Inline Skate Mode in Sydney nie besonders in Gang kam, sah man dafür jetzt an allen Ecken und Enden die kleinen silbernen, zusammenklappbaren Roller. Abends aßen wir zwei Straßen weiter im Sahib's out of India, in der Belgrave Street. Was ich sehr nett fand, war der Hinweis des Obers, dass sich Ingrid lieber ein anderes Gericht wählen sollte, da das von ihr ausgesuchte scharf wäre. Manfred aß Lamm, Huhn und Fisch Tandoori, ich Fisch Tandoori und Ingrid Huhn. Das Restaurant kann man unbedingt weiter empfehlen.


Mittwoch, 2. August 2000

Taronga ZooHeute entschieden wir uns für den Taronga Zoo. Der Himmel war wolkenlos und es wurde, glaube ich, jeden Tag ein bisschen wärmer. Der untere Eingang des Zoos war neuerdings nur noch am Wochenende geöffnet. Wenn man mit der Fähre anreiste, musste man sich in einer langen Schlange einreihen, um mit der Seilbahn zum oberen Ende transportiert zu werden. Wir bildeten den Schluss der Schlange und mussten ¼ Stunde warten. (Eintrittspreis für 2 Erwachsene + 1 Kind bis 15 Jahre kosteten 48A$). Im Zoo war immer noch eine Menge im Bau, ich weiß gar nicht, wie das alles zur Olympiade fertig werden sollte. Neu ist die Bird Show. Sie startete um 15 Uhr mit dem Vorüberfliegen von einigen Kakadus. Es wurden alle möglichen verschiedenen Vogelarten vorgestellt und beschrieben. Sie flogen recht spektakulär über die Köpfe der Zuschauer hinweg. Zum Glück hielten sie dicht. Nach 20 Minuten war die Show zu Ende. Es lohnte sich jedes Jahr aufs neue diesen Zoo mit der besten Aussicht auf die Stadt zu besuchen.


Donnerstag, 3. August 2000 

Manly - Spit WalkMorgens als ich aufwachte hörte ich schon alle möglichen Vogelstimmen. Besonders die lauten Kakadus waren nicht zu überhören, aber zwischendurch quietschten auch ein paar Lorikees vorüber. Beim Frühstück entdeckte ich plötzlich einen weißen Kakadu. Er landete auf dem Balkon unseres Nachbarhauses, hübsch! Am zernagten Balkongeländer konnte man erkennen, dass der Vogel hier wohl öfter landete. Amseln habe ich bisher noch nie in Australien gesehen. Heute starteten wir den 9 km Track von Manly zur Spit Bridge. Startpunkt war das Oceanarium in Manly, nicht weit vom Fähranleger. Von dort war er ausgeschildert. Besseres Wetter hätten wir uns nicht wünschen können. Der Weg führte zuerst zwischen hübsch bepflanzten Villen und Meer vorbei. Ingrid startete mit der denkbar schlechtesten Laune, denn mit Eltern wandern ist ätzend. Bevor man die Zivilisation verlässt, kommt man noch an einem Laden vorbei. Unbedingt die Gelegenheit nutzen, um sich z.B. für ein kleines Picknick am Strand einzudecken. Manly - Spit WalkWir bewaffneten uns mit Getränken und Schokoriegeln. Inzwischen fand wohl ein Besitzerwechsel statt, jedenfalls war der Laden etwas aufgemöbelt und anstatt der älteren Dame vom letzten Mal bediente eine jüngere Frau. Es ging durch Buschland, an Stränden vorbei und super Aussichtspunkten entlang. An einem Strand wollte Ingrid einen, auf einem Baum sitzenden Rainbow Lorikees fotografieren, als sie vom Bewohner eines angrenzenden Hauses angesprochen wurde. Er fragte, ob sie die Vögel nicht näher vor der Linse haben wollte und holte seine "Zauberdose". Plötzlich kam nicht nur der Vogel vom Baum, sondern noch weitere und landeten auf dem Zaun. Der Inhalt dieser Zauberdose schmeckte ihnen jedenfalls nicht schlecht. Wir kamen mit dem Mann ins Gespräch, er schätze uns aus Skandinavien kommend. Er selbst kannte in Deutschland Köln, wo es ihm gut gefiel. 4 ½ Stunden brauchten wir bis zu unserem Ziel, der Spit Bridge, eine Zugbrücke. Ging man unter der Brücke durch und kletterte auf der anderen Seite zur Straße, brauchte man nur noch etwa 100 Meter die Straße entlang, entgegen der Brücke zu gehen. Dort befand sich eine Bushaltestelle. Mit dem Bus 143, der im 15 Minutentakt verkehrte, fuhren wir zum Manlyer Fähranleger zurück. In unserem Apartment genossen wir bei einem VB die letzten Sonnenstrahlen auf unserem Balkon. Auf Ingrids Wunsch fuhren wir zum Essen in die Stadt und aßen im Stadtteil "The Rocks" im Pancake House. Beim anschließendem Besuch des Internetcafés passierte mir etwas lustiges. Nebenbei erwähnte mein Emailbekannter, dass wir ja am 8.8. nach Tasmanien fliegen würden. Ich war die ganze Zeit auf den 7.8. eingestellt und überprüfte daraufhin seine Angaben auf den Flugtickets und richtig ein Tag länger in Sydney, toll!


Freitag, 4. August 2000

Palm BeachWieder strahlender Sonnenschein. Am Strand unter unserem Balkon fanden scheinbar heute irgendwelche Dreharbeiten statt. Der Taxifahrer, von dem wir uns nach Palm Beach fahren ließen, meinte, es würde gerade eine Serie gedreht. Palm Beach liegt etwa 60 km nördlich von Sydney und ist eine Landzunge die ins Meer hineinragt. An seiner Spitze befindet sich das Barrenjoey Lighthouse. In ¼ Stunde kann man ab Strand auf einem steinigen Weg zum Leuchtturm wandern. Dort suchten wir uns ein hübsches, verstecktes Plätzchen und genossen den Superblick: glitzerndes Meer mit Segelbooten zu unseren Füßen und eine endlose Küste soweit das Auge reichte. Zurück ging es Muscheln suchend am Strand entlang und mit Bussen nach Manly zurück. Eine ¾ Stunde dauerte die Fahrt nach Narrebeen. Hier mussten wir umsteigen und 40 Minuten auf den 155er warten. Der brachte uns in weiteren 25 Minuten nach Manly. Zwischen Palm Beach und Narrebeen galt unser "Green Travel Pass" nicht, wir mussten pro Erwachsenen 3,70A$ nachlösen. Gegessen haben wir heute in der Nähe unseres Apartments bei einem Malaien/Thailänder: Malacca Straits, unser Bestes bisher, also auch zu empfehlen. Manfred und ich aßen eine Suppe vorweg mit Pilzen, Huhn und Kokosmilch, Manfred aß dann Fisch in Rot Curry und Gemüse, ich Huhn in Kokossoße und Ingrid Huhn in Grün Curry, alles sehr lecker!


Samstag, 5. August 2000

Da das Wetter bisher so gut gehalten hatte, machten wir uns heute wieder auf den Weg zum nächsten Strand, diesmal nach Cronulla, im Süden der Stadt an der Botany Bay gelegen. Mit der Fähre ging es zum Circular Quay, von dort mit dem City Rail bis Town Hall, dort umsteigen nach Sutherland, hier ein letztes Mal wechseln nach Cronulla. Alles in allem benötigten wir für die Fahrt 2 ¼ Stunden. In Cronulla galt plötzlich unser "Green Travel Pass" nicht mehr, wir mussten draufzahlen. Die letzten Jahre hatten wir keine Probleme. Vielleicht haben sie die Grenzen geändert oder nie kontrolliert. Ingrid und Manfred kleideten sich sehr sommerlich mit kurzen Hosen. Der Himmel zog ab Sutherland immer mehr zu und Ingrid stand plötzlich mit einer 1 cm dicken Gänsehaut da. In Cronulla fing es auch noch an zu regnen. So ließen wir den Strand Strand sein und entdeckten zum ersten Mal die schöne Fußgängerzone in dem fast Touristen freien Ort.


Sonntag, 6. August 2000

Gequälter Blick beim Bridge ClimbingDer Himmel war wolkig, in der Zeitung haben sie für heute Regenschauer angekündigt. Wir fuhren mit der Fähre in die Stadt, wanderten durch die Altstadt zur Harbourbridge und stiegen auf den Stützpfeiler am Südufer der Harbour Bridge, den Pylon Lookout. Die Aussicht lohnte sich auf alle Fälle, man sah sogar bis zum Olympiagelände. Der Eintritt betrug pro Erwachsenen 3A$. Bei Kindern wurde die Augenhöhe gemessen. Ingrid war 1,63 Meter groß und brauchte keinen Eintritt bezahlen, ich bin 3 cm kleiner und musste vollen Eintritt zahlen. Gemein nicht? Hinterher wanderten wir über die Brücke zum Lunapark, einem Vergnügungspark, der lange Zeit seine Tore dicht machen musste, wegen Beschwerden der Anwohner. Jetzt war er an Wochenenden und Schulferien geöffnet. Im Gegensatz zu früheren Jahren kostete der Eintritt als Erwachsener jetzt 22A$ und als Kind 13A$. Das frühere System war etwas gerechter. Man kaufte sich eine Karte mit einer bestimmten Anzahl von Punkten. Je nach Fahrgeschäft wurden Punkte von dieser Karte abgebucht. Bei dieser Abzockerei flohen wir wieder, weiter mit der Fähre nach Darling Harbour. Ingrid fand es nicht schlimm, sie entdeckte kein Karussell, was es wert gewesen wäre. Hier in Darling Harbour trennten sich unsere Wege. Manfred hielt es nicht aus, ewig in den Shops herumzubummeln, Ingrid hatte keine Lust sich 3 Stunden lang ein "doofes Schiff" im Maritime Museum anzusehen. So bummelte ich mit Ingrid durch die Shops Manfred ging seine Wege. Abends wollten wir eigentlich zu Manfred und meinem Lieblingslokal "Malacca Straits", leider war dies geschlossen und wir besuchten einen Thailänder: "Somi's Thai" in Manly. Es war sehr teuer, aber zum Ausgleich besonders schlecht. Marke Rattenfängermethode: Hohe Preise aber keine Steuer auf den Preisen, musste man hinterher auch noch dazuzahlen.


Montag, 7. August 2000

WasseragameUm mal ein bisschen von den hier herrschenden Temperaturen zu berichten, heute morgen gegen 10:30 Uhr waren es 18°C und sonnig. Normal fiel das Thermometer in der Nacht auf 12°C, tagsüber stieg es bei Sonne auf angenehme 20°C. Heute wanderten wir von der Haustür aus los, am Strand von Manly entlang zum Shelly Beach. Harbour BridgeAm Ende erreichten wir einen guten Aussichtspunkt auf die neben uns liegenden Klippen des North Head und den Strand vor unserer Haustür zur anderen Seite. Highlight des Tages waren drei etwa 50cm lange Wasseragamen, eine der größten Agamen Australiens, die uns über den Weg liefen. Andere Passanten liefen so uninteressiert an diesen Tieren vorbei, dass man sie wahrscheinlich täglich trifft. Mittags pausierten wir in unserer Wohnung mit Kaffee und Muffins, bevor wir abends ein letztes Mal mit der Fähre die Stadt besuchten. Wir schossen ein paar Sonnenuntergangs Aufnahmen an der Oper. Bei der Frage nach dem heutigen Essen wünschte sich Manfred mal wieder ein schönes Weißbier, also steuerten wir das Löwenbräu Sydney im Stadtteil Rocks an. Ingrid war auch gleich begeistert, sie freute sich auf Spätzle. Eine nette Holländerin bediente uns auf deutsch. Ingrid und Manfred aßen tatsächlich Kässpätzle (Cheesespätzle), ich aß Leber Berliner Art.



Dienstag, 8. August 2000 

Leider ist unser letzter Tag in Sydney angebrochen. Kürzer hätte es nicht sein dürfen! Der Hausvermieter bot uns an, solange in der Wohnung zu verweilen, bis unser Taxi uns gegen 16 Uhr zum Flughafen abholte, fand ich nett. Wir besuchten zum Abschluss das Oceanarium in Manly. Es beheimatet hauptsächlich einheimische Meereslebewesen, z.B. den Port Jackson Hai in allen Entwicklungsstufen vom schraubenförmigen Ei bis zum ausgewachsenen, knapp einen Meter langen Fisch. Der Eintritt betrug 10A$ für Erwachsene und ca. 7A$ für Kinder bis 15 Jahre. Die Familienkarte kostete 25A$. Im Erdgeschoss befinden sich einzelne Aquarien mit giftigen Tieren, einem Touchpool und einem offenen Becken mit jungen Port Jackson Haien. Unten befindet sich ein riesiges Becken, durch das eine Fußgängerröhre führt. Hier schwimmen Fische, wie große Haie, Rochen usw. um die Besucher herum. Es ist recht übersichtlich und nicht so voll wie das Sydneyer Aquarium, also einen Besuch wert. Mittags tranken wir Kaffen und packten unsere sieben Sachen. Pünktlich erschien, das vom Hausverwalter bestellte Taxi, der uns sogar noch mit Handschlag verabschiedete und unsere dicken Koffer zum Auto schleppte. In nur einer halben Stunde erreichten wir trotz Rush Hours den Sydneyer Flughafen. Taxen stehen oft eigene Spuren zur Verfügung. Fast auf die Minute genau rollte unser halb leerer Flieger los.


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