Westaustralien

Gerade waren wir im kleinsten Bundesstaat Australiens, jetzt besuchten wir den größten mit einer Fläche von 2.525.500 km², sieben Mal so groß wie Deutschland, und 1.6 Millionen Einwohnern. Gedränge herrscht hier also nicht. Die Hauptstadt heißt Perth, hier allein leben schon 1,1 Millionen. 1996 besuchten wir schon einmal WA, und erkundeten die südwestlichste Ecke, dieses Mal wollten wir in 10 Tagen nach Norden bis zur Shark Bay fahren und wieder zurück. 

 

Mittwoch, 16. August 2000

Nach vier Stunden Flug, landeten wir in Perth und durften unsere Uhren auf 14 Uhr zurückstellen. Im Gegensatz zu Hobart mussten wir uns erst mal an die "Hitze von 20°C" gewöhnen. Es reichten jetzt T-Shirt und Jeans. Vom Hotel West Beach Lagoon, in Scarborough, einem Badevorort von Perth, was wir für zwei Übernachtungen von Zuhause gebucht hatten, waren wir wieder angenehm überrascht. Anstatt eines Dreibettzimmers, wie auf dem Voucher angegeben, erhielten wir eine kleine Wohnung mit zwei Schlafzimmern, Wohnküche, Bad und Balkon mit Blick zum Meer. Abends aßen wir in unserer Wohnung und ich wusch unsere ganze Unterwäsche in der Laundry einmal durch.


Donnerstag, 17. August 2000

Dingo im Perth ZooHeute Nacht super geschlafen! Das Frühstück verlief zu unserer Aufheiterung mit kleinen Hindernissen. Perth City Ingrids volle Tasse Kakao kam aus der Mikrowelle nur noch so gut wie leer heraus, dafür schwamm die Mikrowelle. Nachdem ich unsere Toasts aus dem Toaster geholt hatte, ertönte ein ohrenbetäubender Signalton. Es war der Rauchmelder im Zimmer. Den Rest gaben mir Manfreds blöden Kommentare, dass das doch alles klar wäre und natürlich. Ihm wäre das sicher nicht passiert, falscher Standort, zu hoch eingestellt usw. Na ja, große Klappe nichts dahinter! Für heute nahmen wir den Pearth Zoo in Angriff. Das Wetter war super, Sonne und schon am morgen 18°C. Der Zoo liegt auf der City gegenüberliegenden Seite des Swan Rivers. Nach dem Plan dachte ich, der Zoo wäre schnell durchlaufen, aber man benötigte schon ein paar Stündchen. Gegliedert ist er nach Erdteilen und nach Arten. Wir beschränkten uns auf die afrikanische Savanne, auf Vögel, Schmetterlinge und auf den australischen Teil, dann schmerzten uns so langsam die Füße. Im australischen Teil entdeckten wir ein Tier namens Numbat, von deren Existenz wir noch nie hörten, so groß wie ein Erdhörnchen und es lebt von 20.000 Termiten pro Tag. Im Zoo bekommt es aber Eiweißgemisch mit Termiten durchsetzt. Wo sollte man auch täglich die vielen Termiten herzaubern? Die Anlagen machten alle einen neuen Eindruck und waren hübsch eingewachsen. Anschließend fuhren wir in die Perther Innenstadt und staunten über die vielen Einkaufspassagen. Ingrid erkundigte sich an den CD-Ständen nach den Hitparaden, was hier so auf den ersten Plätzen rangierte. Zwischen der Hay Street und St. Georges Terrace liegt der London Court, eine Gasse, mit auf alt getrimmten Häusern, sah ganz nett aus.


Freitag, 18. August 2000

Pinnacle DesertHeute ging es mit dem Leihwagen Richtung Norden. Das Wetter war gemischt, trocken bei 19°C. Unser erster Stop waren die 260 km entfernten Pinnacles im Nambung National Park. Hier stehen auf einer großen Fläche im hellen Sand bis zu vier Meter hohe Kalksteinsäulen, die durch Verwitterung entstanden sind. Es gibt einen Rundweg für Autos, von wo aus die Säulen besichtigt werden können. Der Eintritt betrug 9A$. Dieser Park ist einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Westaustraliens. Ingrid und Manfred hatten wohl die gleichen Gedanken, es sah aus, wie auf einem großen Friedhof. Pinnacle Fans mögen uns verzeihen, aber wie so oft, verspricht man sich von so groß angepriesenen Attraktionen mehr. Der Wave Rock, den wir vor vier Jahren besichtigten beeindruckte uns stärker. Wahrscheinlich lag es an den Umständen. Auf den Wave Rock schien in den schönsten Farben die Abendsonne und wir waren fast alleine. Hier knallte die Mittagssonne auf die Pinnacles und ganze Busladungen wurden ausgekippt. Weiter ging es Richtung Geraldton. Bis hierher Gebüsch und nochmals Gebüsch an kilometerlangen, geraden Straßen. Das Wetter war übrigens jetzt wunderbar. Kurz vor Geraldton näherten wir uns dem Ozean und es wurde grüner an den Seitenrändern. Nach 570 km und 6 ½ Stunden erreichten wir das seit 1988 zur Stadt erklärte Geraldton. Hier herrscht das ganze Jahr über ein mildes Klima und im Schnitt scheint pro Tag acht Stunden die Sonne, darum der Beiname: North West Coastal HighwaySun City an der Batavia Coast. Die Einwohnerzahl liegt bei 20.000. Entstanden ist Geraldton 1849 durch Bleiabbau. Jetzt sind die Haupterwerbsquellen der Langustenfang an den vorgelagerten Riffen, Weizenanbau, Schafzucht und Touristen. Im Infobüro deckten wir uns mit Unterkunftsprospekten ein, setzten uns in das benachbarte Café und studierten das Material. Wegen eines Indoor-Pools für Ingrid und weil das Motel nicht allzu groß war, entschieden wir uns für das "Geraldton City Resort". Nach der Besichtigung gefiel es mir überhaupt nicht, es lag zwischen Hauptstraße und großem Parkplatz, so dass man mit Nachtruhe nicht rechnen konnte (95A$ hätte es gekostet). Manfred und Ingrid fanden es o.k.. Für eine Nacht hätte ich zugestimmt, aber nicht für zwei. Das nächste, das Batavia Motor Inne, fand Manfred zu groß, so steuerten wir ein drittes an. Zufällig entdeckten wir ein Schild zum Ocean West, eine Anlage mit Häuschen, direkt am Strand gelegen. Das gefiel uns allen auf Anhieb. Auf der Suche nach Lebensmitteln erging es uns wie in Launcheston/Tasmanien. Die Gehsteige waren um 18 Uhr hochgeklappt. Beim ersten Campingshop erhielten wir alles außer Brot, an einer Tankstelle deckten wir uns mit den restlichen Dingen ein. Abends aßen wir nach langem Suchen im Boatshed Restaurant. Hierfür hatten wir Gutscheine. Es war wie eine Seemannskneipe eingerichtet, in der Mitte des Raumes flackerte ein offenes Feuerchen. Ingrid aß Bandnudeln mit Tomaten, Manfred und ich Känguru. Versehentlich bestellte Manfred den teuersten Wein seines Lebens, die Bedienung oder Manfred vertaten sich in der Zeile der Weinkarte. Als die Rechnung kam erlebten wir die böse Überraschung: 44A$. Na ja, ärgern nützte nichts. Bei der sehr spröden, humorlosen Bedienung mochten wir die Verwechslung nicht mal zum Spaß ansprechen. Die Gutscheine rechnete sie uns übrigens auch nicht an. Werden wir wohl nie wieder herkommen. Bei einem Rundgang durch das Geraldtoner Nachtleben staunten wir. Aus zwei Lokalen drang das pure Leben.


Samstag, 19. August 2000

Wanderung am Greenough RiverHeute Nacht war wirklich absolute Stille. Nur ein paar Vögelchen zwitscherten schon. Ingrid raschelte in der Küche, sie bereitete Frühstück, während ich im Bett noch Tagebuch schrieb. Die Sonne schien, die Temperatur betrug 18°C. Morgens bummelten wir durch die Geraldtoner City, das haben wir Ingrid versprochen, und suchten erfolglos für Manfred eine Jeans. Mittags fuhren wir an den etwa 10 km, südlich von hier gelegenen Greenough River. Laut Prospekt gibt es einen 17 km lange Spazierweg von der Mündung bis zu einer Brücke und auf der anderen Seite zurück. Wir wählten einen Platz am Nordufer, stellten aber fest, dass dies nur ein sandiger Fahrweg ohne Ausblicke war, darum parkten wir auf der anderen Flussseite und wanderten von dort los. Am Flussufer, umsäumt von einem lilafarbenen Blütenteppich, hielt sich ein großer Reiher auf. Der Weg selbst war nicht besonders spektakulär, er verlief ziemlich weitab vom Fluss, man sah ihn selten. Känguruspuren waren auch zu sehen. Nach ½ Stunde kehrten wir um und besichtigten noch ein paar Strände. Am Greenough Beach entdeckte ich einen etwa 30 cm langen Tannenzapfenskink oder auch Shinglback genannt. Die scheinen nicht besonders selten zu sein, jedenfalls hielt kein Australier an und wir entdeckten später noch mehr an Straßenrändern. Abends aßen wir diesmal in unserem Häuschen: Melone mit Schinken, Wurst, Käse und Toast.


Sonntag, 20. August 2000

Stromatoliten bei Hamlin PoolFrostige 13°C um 8 Uhr, aber Sonne pur. Im Haus waren es 17°C. Ingrid bereitete wieder unser Frühstück. Ein letztes Foto vom Aussichtspunkt Separation Point Ocean Lookout, dann fuhren wir weiter nach Norden. Unser nächstes Ziel hieß Shark Bay. Bis zum Overland Roadhouse, wo die Straße zur Shark Bay abzweigte, ging es stupide 282 km in 2 ¾ Stunden auf dem North West Coastal Highway 1 geradeaus. Zwischendurch blühten ganze Landstriche blau oder die Seitenstreifen gelb und rot. Die Shark Bay steht seit 1991 auf der World Heritage List. Sie besteht aus zwei Halbinseln, wobei die eine nur mit 4 Rad Antrieb zu erreichen ist. Dort befindet sich auch eine Salz-Solar Anlage. Die andere Halbinsel ist zum Teil mit "normalen" Pkws erreichbar, hier findet man alle möglichen Highlights. Zuerst hielten wir am 29 km ab Highway entfernten Hamlin Pool. Dort wachsen seit 3,5 Milliarden Jahren, als die ältesten Lebewesen der Welt bekannt, versteinerte Ablagerungen von einzelligen Algen und Bakterien, die Stromatoliten. Bis zu einem halben Meter hoch sind diese Gebilde. Bei Flut wachsen sie bis zu 1 cm in 30 Jahren, bei Ebbe schauen sie aus dem Wasser. Von einem Holzsteg kann man sie besichtigen. Einen weiteren Stop legten wir am Shell Beach ein. Shell BeachDie Muscheltiefe dieser kleinen, etwa 1 cm großen Muscheln, beträgt an manchen Stellen bis zu 10 Metern. Der Strand erstreckt sich über 60 km. Zwei Gebäude unseres nächsten Domizils in dem Ort Denham wurden aus Muschelziegeln errichtet, ein Restaurant und die Kirche. Nach weiteren 100 km erreichten wir den eben erwähnten Ort, Denham. Ziemlich schnell entschieden wir uns für die Unterkunft Shark Bay Holiday Cottages. Zwar bekamen wir ein 3 Bedroom Cottage, aber berechnet wurde nach Personen nicht nach der Größe, 75A$ für uns zusammen. Der einzige Nachteil hier, war eine geschlossene Verbindungstür zum Nachbarn, mit einem 3 cm großen Spalt zwischen Tür und Boden. Das bedeutete, man hörte jedes Wort des Nachbarn. Sie waren aber sehr ruhig in der Nacht. Wir sahen uns ein wenig im Ort um, der hauptsächlich aus langgezogener Straße am Meer besteht. Der Ort hat immerhin 500 Einwohner, zwei Tankstellen mit je einem Supermarkt, ein Postamt, Andenkenläden mit Sandelholzartikeln und Perlen aus eigener Zucht und Infobüro. Blauäugig wie wir waren wollten wir am Abend essen gehen. Das erste geöffnete Restaurant war total verqualmt mit Kneipenstimmung. Im zweiten, dem Restaurant mit den Muschelziegeln ergatterten wir den letzten Platz. Die Eingangstür stand sperrangelweit offen und es zog ganz fürchterlich, die Servietten wurden durch die Gabeln festgehalten, damit sie nicht von den Tischen gepustet wurden. Als nach einer Viertelstunde die Bedienung endlich kam fragten wir sie, ob wir nicht die Tür schließen dürften. Als sie verneinte gingen wir wieder. In einem Takeaway Restaurant deckten wir uns mit Hamburgern und Pizza für Zuhause ein.


Montag, 21. August 2000

Delfin Nicki hat HungerWir standen heute mal ziemlich früh auf, so dass wir im Fernsehen, die wochentags täglich ausgestrahlte Sendung der Deutschen Welle auf SBS sehen konnten um 7:30 Uhr. Nach dem Frühstück fuhren wir in das 28 km entfernte Monkey Mia. Ziegel aus Muscheln in Denham Das liegt am anderen Ende unserer Halbinsel. Seit 60 Jahren besuchen hier regelmäßig, meistens morgens große Tümmler den Strand. Man kann diese Tiere ganz aus Nähe betrachten und füttern. Als wir ankamen, fragten wir eine Rangerin, wann wohl die Delfine erwartet würden. Sie antwortete vielleicht in 1/2, vielleicht in einer Stunde, so genau könne man das nicht sagen. Kaum erreichten wir den Strand entdeckten wir einen Delfin, namens Nicki, wie uns die Rangerin mitteilte. Kurze Zeit später erschien auch die versprochene Delfinmutter mit ihrem Baby. Wir setzten uns auf den Bootssteg und hatten die beste Aussicht auf die Fütterung. Das war so interessant die Delfine aus nächster Nähe zu sehen, das Ingrid und ich unsere 1 cm dicke Gänsehaut, wegen des kalten Windes, vergaßen. Mit einem hohen Pfeifton wurden weitere Delfine angelockt. Das Baby interessierte sich überhaupt nicht für die Fütterung, sondern schwamm munter um seine Mutter herum. Nachdem unsere Filme voll waren, bummelten wir am Strand entlang, es war Ebbe, man konnte weit hinauslaufen. Auf dem Rückweg nach Denham sahen wir zum ersten Mal ein freilaufendes Emu am Straßenrand. Bis wir unsere Kameras startklar hatten, war das Emu schon in Riesenschritten davongeeilt. Wir checkten unsere Email im Infobüro und legten dann eine Kaffeepause ein. Nachmittags gingen wir am Strand entlang, und zurück einen wunderschönen Spazierweg durch die blühende Landschaft. In Denham erhält man einen leichten Vorgeschmack, was Abgeschiedenheit bedeutete. Die beiden nächsten größeren Orte, Carnavon mit 5.000 Einwohnern und Geraldton mit 20.000 Einwohnern sind 200 bzw. 500 km von hier entfernt. Einen Arzt gibt es keinen in Denham, zweimal in der Woche wird der Ort vom Flying Doctor Service besucht. Aber erstaunlicherweise wird sogar täglich die Post abgeholt. Heute waren es 23°C, schön aber windig.


Dienstag, 22. August 2000

Sonnenaufgang gegen 7 Uhr. Heute dachten wir so langsam an unsere Rückreise nach Perth. Aber ein paar Tage Zeit konnten wir uns schon noch lassen. Nach 129 km erreichten wir den North West Coastal Highway. Unterwegs entdeckten wir plötzlich schneeweiße Stellen am Strand. Wir überlegten, ist es Sand oder Salz? Als wir uns näherten, stellte es sich als viele, abertausende von Muscheln heraus. Weiter ging es den schnurgeraden Highway entlang. Landkarten konnte man getrost für 100 bis 200 km zur Seite legen, es gab einfach keine Möglichkeiten sich zu verfahren. Pkws waren eine Seltenheit auf dieser Strecke. Auf 10 Camper und Wohnmobile kam vielleicht ein Pkw. Nach 180 km zweigte unser nächstes Ziel ab, Kalbarri, was wir nach weiteren 66 km durch den Kalbarri Nationalpark erreichten. Einwohnerzahl beträgt etwa 3.000. Die Hauptattraktion des 190.000 km² großen Parks ist der Murchison River, der tiefe Schluchten in den Sandstein gegraben hat. Der Ort ist ein beliebter Ferienort an der Mündung des Flusses. Wie üblich deckten wir uns mit Unterkunftsbroschüren ein. Im Infobüro lag ein überdimensionales Fotoalbum mit Bildern und Beschreibungen von Unterkünften. Was bei meiner Wahl den Hauptausschlag gab, war das Wort "Quiet" bei den Kalbarri Cliffs Villas, am Ende des Ortes gelegen. Nachdem wir einen kurzen Blick von außen auf die Häuser geworfen hatten, buchten wir beim Vermittler in der Stadt. Wir erhielten eine zweistöckige Traumvilla. Unten waren Schlafzimmer, Bad und Waschmaschine, oben noch ein Schlafzimmer, zwei Balkons, davon einer mit Gas BBQ. Das schönste war der helle Wohnraum mit Blick über Hafen und Ort. Einen Garten rund um das Haus gab es auch noch und keinen Nachbarn. Wir entschlossen uns auf drei Nächte zu verlängern.


Mittwoch, 23. August 2000

Im Rainbow Jungle Die Nacht war wirklich absolut still. Morgens waren es 15°C im Zimmer. Da Dichtungsmaterialien hier vollständig unbekannt sind, nehme ich an, draußen auch. Heute fuhren wir in den 3 km entfernten Rainbow Jungle, einem Park mit vielen, auch seltenen Papageienarten. Vor 15 Jahren wurde er errichtet. Es gibt Bereiche mit Käfigen, dort sind hauptsächlich die größeren, wir Kakadus untergebracht und es gibt eine große Freiluftvoliere, wo man zwischen den umhersausenden Papageien und Loris durchmarschiert. Der Weg durch den Park ist in Dschungelform angelegt mit Palmen, Wasser, Stegen usw. Hinterher sahen wir uns an der gegenüberliegenden Küste, am Red Bluff um. Das sind markante rote Felsformationen, die wie ein Mini Grand Canyon aussehen. Das Gestein ist sehr porös, mit vielen Löchern. So, heute Abend wollten wir mal unseren Grill testen. Wir besorgten uns beim Metzger marinierte Rindersteaks und Grillwürste. War übrigens sehr billig (3 Steaks und 4 Würste unter 8A$). Was uns etwas zu denken gab, dass scheinbar nur Touristen und Hunde Kängurufleisch in Australien essen. Jedenfalls stand beim Metzger ein großes Schild, Kängurufleisch nur für Haustiere. Wir checkten im Ort unsere Email, Ingrid bastelte Salat, dann konnte das BBQ beginnen.


Donnerstag, 24. August 2000

Natural Bridge bei KalbarriHeute morgen tröpfelte es leicht. Wir fuhren einen 18 km langen Scenic Weg, an der Küste, südlich von Kalbarri entlang, mit allen möglichen spektakulären Ausblicken und besonderen Felsformationen. Um das Ganze von Hinten aufzurollen, begannen wir mit der letzten Sehenswürdigkeit, der Natural Bridge. Im Wildflower Centre Das ist ein riesiger Fels, vom Wasser ausgehöhlt und zu einer Brücke geformt. (Nicht so spektakulär wie die Natural Bridge bei Albany/WA). Der nächste Punkt hieß Island Rock, ein Fels von der Küste abgeschnitten und vom Wasser umspült. Das Highlight war ein Schwarm Delfine, den Ingrid entdeckte. Es waren so viele, man konnte sie unmöglich zählen. Der nächste Stop hieß Shellhouse Gorge and Grandstand, beides senkrecht abfallende, bestimmt 100 Meter hohe Klippen. Ingrid fand es ziemlich langweilig, ließ sich den Autoschlüssel geben und wartete im Wagen. Das die Eltern auch "jeden Dreck" fotografieren mussten! Nächster Halt war Eagle Gorge. Hier befand sich eine Informationstafel über Delfine und Wale. Zum Beispiel wusste ich vorher nicht, dass 60 verschiedene Walarten durch australische Küstengewässer ziehen. Nächster Stop Pot Alley, wieder grandiose Felsformationen und einen kleinen Wanderweg zum Strand runter. Der Ausflug zum Strand lohnte sich zum einen für den zurückgebliebenen Fotografen (Manfred), um uns Winzlinge dort unten zu fotografieren, zum anderen wegen der vielen, kleinen farbigen Muscheln, orange, lila, blau.... Der spektakulären Blicke überdrüssig ließen wir Rainbow Valley und Mushroom Rock links liegen. Red Bluff hatten wir ja gestern schon besucht. Plötzlich tauchte eine Gruppe Emus rechts auf einer Wiese auf. Die Tiere sahen nur kurz auf, warum wir da mit schwarzen Kästen (Fotoapparate) herumhantierten und aßen weiter. Ein kurzes Stück weiter noch einmal Emus. Das Wetter wurde im Laufe des Tages besser und sonniger. Nach unserer üblichen Kaffeepause besuchten wir das Wildflower Center am Anfang des Ortes, vom Highway kommend. Am Eingang stand ein dickes Schild, sich vor dem Betreten mit Insektenschutzmittel einzuschmieren, später nützte es nichts mehr. Das taten wir auch, wegen der angedrohten Sandflies. Das war auch nötig gewesen, jetzt setzten sich die Fliegen nur auf die uneingeschmierten Stellen, wie Gesicht und Brillen. Man folgt einem 1,8 km langen Track durch dichtes Gebüsch mit vielen einheimischen und beschrifteten Pflanzen. Es lohnte sich unbedingt. Abends bastelten wir Spaghetti mit Salat und leisteten uns zum Abschluss, morgen ging es nach Perth zurück, ein Fläschchen Sekt auf den gelungenen Urlaub


Freitag, 25. August 2000

Kleiner Roadtrain Heute ging es in einem Rutsch die 600 km nach Perth zurück. Viel gibt es darüber nicht zu berichten. In sechs Stunden erreichten wir unser Hotel West Beach Lagoon in Scarborough. Bei Sonnenschein fuhren wir los, bei Wolken erreichten wir unser Ziel. Die Dame an der Rezeption gab uns den Zimmerschlüssel mit dem Worten: hübsches Zimmer mit Blick auf Ozean. Als wir das "hübsche" Zimmer besichtigten, blickten wir aus dem Schlafzimmerfenster auf den Highway, vom Wohnzimmer auf die Baustelle. "Nice room!" Plötzlich rief Ingrid: "Wie komme ich hier wieder raus?". Sie war im Bad und von innen drehte der Türknauf durch, sie hatte sich selber eingesperrt. Wir baten an der Rezeption um ein neues Zimmer. Jetzt gab man uns eins mit zwei Betten, das heißt mit einem Queensize Bett und einem normalen. An was ich mich in Australien niemals gewöhnen kann sind diese Queensize Betten, 1,40 Meter breit, mit einer Decke für zwei Personen. In den USA erhält man so ein Bett für eine Person. Der Partner dreht sich kurz um und ich bin wach. Genauso gut könnte ich die Nacht auf einem Stuhl sitzend verbringen. Wenn wir so ein Zimmer erwischen und es keine andere Möglichkeit gibt, packe ich meinen Schlafsack und lege mich auf den Fußboden daneben. Wir versuchten es aber noch einmal an der Rezeption, denn wir fanden zwei Betten einfach zu wenig für drei Personen. Schließlich erhielten wir eins mit einem Queensize Bed und einem sehr wackeligem Etagenbett, oben wäre einem bestimmt übel geworden vom Schwanken, vielleicht wäre es sogar zusammengebrochen. Ingrid breitete sich im Wohnzimmer auf einer Couch aus, die man zur Liege zurechtmachen konnte. Wenn wir noch einmal herkommen sollten, unbedingt Zimmer im 4er Block mieten, sind viel besser, nicht so abgetakelt. Abends besuchten wir zum Abschied noch einmal das neben dem Hotel liegende Brighton Beach Restaurant. Manfred und ich aßen Pink Snapper, Ingrid Cannelloni.


Samstag, 26. August 2000

Heute Nacht stürmte es ziemlich stark. Manfred stopfte Tempotaschentücher in eine Tür, eine Schlafzimmertür klemmte sowieso, und die Badtür ließen wir offen stehen, da alle Türen, außer der klemmenden hin und her vibrierten. Die letzten Stunden verbrachten wir im Kings Park von Perth. Das ist ein riesiger Park mit vielen Spazierwegen, Botanischem Garten, Kiosk, Restaurant und natürlich mit einem Superblick auf Perth City am Swan River. Nach einer Erfrischung mit bettelnden MacPies, Tauben und Raben ging es endgültig zum Flughafen. International und Domestic liegen zwar nebeneinander, aber die Zufahrtswege sind von entgegengesetzten Richtungen. Ein kleiner Irrtum kann einen 10 km kosten.


Rückreise

Am Check-in Schalter bekam Manfred zum ersten Mal Probleme mit seinen 12 kg Handgepäck. Nur ungern gab Manfred seine Fotoausrüstung mit über 30 Filmen als Koffer auf. Die beiden diskutierten hin und her, schließlich einigten sie sich, dass Manfred seine Kameras aus der Tasche nehmen und extra tragen sollte. Der Angestellte meinte, mit drei Handgepäckstücken gäbe es weniger Probleme als mit einem schweren. So ein Blödsinn. Bevor wir ins Flugzeug stiegen packte Manfred wieder alles zusammen. Der 5 stündige Flug verlief problemlos und angenehm. In Singapur hatten wir drei Stunden Aufenthalt, die aber sehr schnell verflogen. Wir checkten ein letztes Mal unsere Emails, schauten uns in den vielen Shops um, dann ging es mit einer Stunde Verspätung weiter, in der ausgebuchten Maschine nach Frankfurt.


Sonntag, 27. August 2000

Um 6:30 Uhr Ortszeit landeten wir in Frankfurt. Hier hatten wir gute fünf Stunden Zeit bis zu unserem letzten knapp 1 stündigen Flug. Flugzeugessen überdrüssig, frühstückten wir erst einmal ausgiebig, setzten uns in ein Lokal beim neuen Fernbahnhof und lasen. Tipp für Nichtraucher: Das mit Palmen geschmückte Lokal am Fernbahnhof ist lange nicht so verraucht, wie die Restaurants am Flughafen, da es sich unter einem riesigen Glasdach befindet und nicht sehr stark besucht war. Um 13:45 Uhr waren wir Zuhause, Urlaub beendet. Aber kaum saßen wir in Frankfurt, überlegten wir schon, wie man den nächsten optimal gestalten könnte.

Dieser Urlaub gehörte zu den schönsten, die wir bisher erlebt hatten. Die Zusammenstellung war optimal, Sydney zum Relaxen, da uns schon vieles vertraut war, Tasmanien, so ganz anders als Australien, eher wie Neuseeland. Und Westaustralien mit seinen endlosen Weiten und der noch sehr unberührten Natur. Ich glaube, wenn man noch nie in Australien war und sich dieses Land vorstellt, dann entspricht Westaustralien am ehesten dem Traumbild, endlose, gerade Straßen mit roter Erde am Rand, weiße Strände, wenig Menschen, viel Natur usw.

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