Anreise

 

Mittwoch, 25. Juli 2001

Heute morgen war noch nicht Urlaubsbeginn, nein, wir mussten noch ganz normal arbeiten. Aber am Nachmittag punkt 16 Uhr stand das bestellte Taxi vor der Tür, dass uns samt 53 kg Koffergepäck zum Airport Augsburg transportierte. Unsere Boing nach SydneyUnser großer Flug ist auf Singapore Airline gebucht, der Zubringerflug auf Lufthansa. Die beiden Fluggesellschaften sind Partner. Im letzten Jahr ärgerten wir uns noch über die Angestellten am Augsburger Check-in Schalter, da sie steif und fest behaupteten, sie könnten zwar unser Gepäck bis zum Zielort schicken, wir müssten aber in Frankfurt zum Schalter der Singapore Airline gehen, um nochmals einzuchecken. Sie hätten keinen Zugriff auf unsere Daten dort. Nach unserer letzten Reise empfahl uns das Reisebüro darauf zu bestehen, dass die Augsburger Flughafenangestellten das hinbekämen. Was geschah in diesem Jahr? Es funktionierte wieder nicht. Die Schalterangestellten behaupteten das Reisebüro müsse die Flüge anders einbuchen, das Reisebüro behauptete das Gegenteil. Wie sollten wir nun beurteilen wer recht hatte? Kurz und gut, was ich ausgesprochen nett fand: Wir saßen schon grollend, uns mit der Lage abfindend in der Wartehalle, als uns die Chefin der Check-in Damen ansprach, wie leid ihr das täte, ob sie wenigstens für uns in Frankfurt bei der Singapore Airlines anrufen könne, um unsere Plätze zu sichern. Das klappte auch prompt. So einen Service hätte ich nie erwartet. Ein dickes Lob an den Service des Augsburger Flughafens! Die kleine Maschine startete pünktlich, nach einer knappen Stunde, bei schönster Sicht landeten wir auf dem Frankfurter Flughafen. Hier reihten wir uns beim Check-in Schalter der Singapore Airline ein und erhielten unsere vorbestellten Plätze am Fenster. Zu Ingrids Leidwesen, auch zu meinem muss ich zugeben, funktionierten in unserer Sitzreihe die Spiele nicht, aber das konnte man verkraften. Auch dieser komplett ausgebuchte Jumbo startete pünktlich und erreichte überpünktlich nach knapp 12 Stunden Singapur.

 

Donnerstag, 26. Juli 2001

Shushi Bar auf dem Changi AirportDer Singapurer Flughafen bietet ein so vielfältiges Angebot und ist dabei auch noch hübsch anzusehen mit seinen vielen Pflanzen und Springbrunnen, dass 5 Stunden Wartezeit schnell vergingen, zum Beispiel mit der Besichtigung beider Terminals, des Schwimmbades, der vielen Shops und beim Versenden einiger Emails im Internetcafé. Am Abfluggate tauchte Peter auf, einer der beiden Zwillingssöhne einer Arbeitskollegin von Manfred. Auch er war auf der Reise nach Sydney, seinem Geburtsort. Die Maschine, war bis auf den letzten Platz ausgebucht, einige Jugendgruppen aus Singapur flogen mit. Sie verhielten sich aber recht manierlich. Der Junge vor mir, etwa 16 Jahre, drehte sich irgendwann zu mir um, und hielt mir ein Taschenrechner ähnliches Gerät zum Lesen hin. Es war ein Translater, auf dem die Frage stand, ob er seine Rückenlehne nach hinten stellen dürfte? Das fand ich für einen Jungen in dem Alter ausgesprochen höflich. Im Laufe des Abends beschäftigten sich die Teenies mit den neuesten chinesischen Hits, wippten mit den Köpfen dazu und spielten Uno.

 

Sydney

Freitag, 27. Juli 2001

Blick vom Phillip Park auf WoolloomoolooDie sieben Stunden Flug vergingen fürchterlich schnell. Zur Begrüßung wurde wieder Champagner gereicht, ein Essen folgte, dann spielten Ingrid und ich mit den angebotenen Nintendo spielen, kurz schlafen und schon gab es Frühstück Um 6 Uhr morgens landeten wir endlich in unserer "bisherigen" Traumstadt Sydney. Der Himmel war bewölkt, die Temperatur betrug 14°C. Am Gepäckband wartend strebte ein Hush Puppie, der für das Erschnüffeln von illegal eingeführtem Obst, Gemüse und Pflanzen zuständig war, auf Ingrids Rucksack zu. Schwanzwedelnd stoppte er vor ihrem Rucksack. Auf die Frage, ob Ingrid Obst im Rucksack hätte, verneinte sie, aber sie hatte gerade zwei Äpfel im Flugzeug zurückgelassen. Das Herrchen vom Hund überzeugte sich von Ingrids Aussage, entschuldigte sich und zog mit Hund davon. Gegen 7 Uhr erreichten wir unser Hotel Woolloomooloo Waters im gleichnamigen Stadtteil Woolloomooloo. Die Koffer konnten wir schon unterstellen, aber die Zimmer waren noch nicht fertig. So brachen wir mit unserem Handgepäck zu Fuß Richtung Stadtmitte auf. Kakadu im Botanischen GartenIm Botanischen Garten flogen laut krächzend die weißen Kakadus vorüber und an einem Baum hingen Hunderte Flying Foxes. Wir tranken in einer Passage Kaffee, kauften unsere Wochentickets für die öffentlichen Verkehrsmittel und setzten uns auf eine Fähre Richtung Manly. Hier bummelten wir einmal den Corso, die Fußgängerzone hinauf, am Strand entlang und zurück. Gegen 11 Uhr durften wir dann schließlich unser Apartment beziehen. Es war fast identisch mit dem, was wir 1999 bewohnt hatten, nur lag es im 1., statt im 3. Stock, es hatte 2 Schlafzimmer, ein geräumiges Wohnzimmer Blick auf den Center Tower und kleiner Küche und Bad mit Waschmaschine und Trockner. Für 10 Tage zahlten wir knappe 2000 A$, das Continental Breakfast inklusive. Ingrid und Manfred schliefen gleich ein. Um halb vier weckte ich die beiden, damit die Zeitumstellung leichter fiel und man abends auch wieder schlafen konnte. Wir meldeten zu Hause unsere gute Ankunft und bummelten zu Fuß wieder durch den Botanischen Garten, durch die City nach Darling Harbour, wo gerade eine Bootsmesse stattfand. Manfred und ich erstanden jeder eine hübsche Uhr. Zum Abendessen zog es uns, kaum dass wir Deutschland entflohen waren, ins Löwenbräu im Stadtteil "The Rocks". Die Bedienung war dieselbe freundliche Niederländerin, die wir im letzten Jahr schon kennen gelernt hatten. Während wir Allgäuer Kässpätzle, Kalbsleber Berliner Art bzw. Nürnberger Würstchen mit Sauerkraut genossen und das Ganze mit Franziskaner Weißbier runterspülten, fing es draußen immer schneller an zu regnen. Wir fragten die Bedienung, ob sie uns ein Taxi bestellen könne, worauf sie meinte, gern, aber die kämen sowieso nicht, das wäre ihr schon oft passiert. Und richtig, wir warteten und warteten bis wir uns an die Straße stellten und ein vorbeifahrendes aufhielten. Abends fielen wir ziemlich früh und müde ins Bett und schliefen sofort ein.

 

Samstag, 28. Juli 2001

Sydney: Australisches MuseumIngrid lag zwar 4 Stunden zwischendurch wach, aber das glich sie aus, indem sie fast bis 10 Uhr schlief. Manfred besorgte derweil schon das Frühstück, denn den Frühstückszeitraum im Hotel hatten wir alle drei verschlafen. Leider regnete es heute, aber bei 10 Tagen Aussicht auf Sydney sind 2 bis 3 Regentage nicht so wild und außerdem haben wir schon lange Museumsbesuche vor uns her geschoben, ideal für dieses Wetter also. Deshalb stand für heute das "Australian Museum" auf unserem Programm. Im Kaufhaus: "The Strand"Irgendwie verstehen es die Australier trockene Materie in Humor zu verpacken. Zum Beispiel gab es eine Abteilung "Skelette". Bei uns würde man unter diesem Thema hauptsächlich einen Haufen angestaubter, ausgestellter Skelette vermuten, mit erhobenem Zeigefinger darauf hinweisend wie interessant das doch gefälligst sei. Hier fand man zwar auch die vermuteten Skelette, aber auch zur Auflockerung bis ins Detail genau dargestellt, zum Beispiel ein Skelett auf einem Schaukelstuhl sitzend, in einem Buch über Skelette blätternd, zu dessen Füßen saß ein Hundeskelett und dahinter ein Rattenskelett, das in einem Loch verschwand, davor lauernd ein Katzenskelett. In regelmäßigen Abständen bewegte sich der Schaukelstuhl. Als weitere Attraktion für die Kinder gab es eine Trimmdichrad. Wenn man es in Benutzung nahm, sah man im dahinter liegendem Schaukasten genau seine abgebildeten Bewegungen am Skelett. Mit anderen Worten, man musste nicht gähnen. "India Down Under" in Kings CrossIm Museum fand man noch: ausgestopfte und eingelegte heimische Tiere, wie zum Beispiel die Funnel Web Spider, Kängurus usw., Minerale und Kristalle aus aller Herren Länder. Es gab sogar drei gratis Internetanschlüsse zum Checken der Emails und eine Bücherei zum Nachschlagen von Naturfragen. Nach unserem Museumsbesuch wanderten wir durch den Hidepark zur George Street, bummelten durch die Einkaufspassage "The Strand", lauschten einem Didgeridoo Spieler und beschlossen nach Manly zum Essen zu fahren. Nachdem wir unsere Fahrausweise durch den Ticketautomaten gezogen hatten, pfiff man uns zurück, dass jetzt, wegen einer Sturmwarnung keine Fähren mehr fahren würden. Kurz entschlossen fuhren wir deshalb mit dem Cityrail zur Bahnstation Kings Cross. Nach kurzem Suchen fanden wir schließlich das Lokal: "India Down Under" bei Potts Point. Das war nach unserer aller Meinung der beste Inder, bei dem wir bisher geschmaust hatten. Ingrid aß Gemüse in milder Soße (lecker aber nicht mild), Manfred Huhn in scharf gewürzter Soße und ich Huhn in Mango Soße (süßlich mit leicht scharfen Nachgeschmack). Mit Taxi ließen wir uns vollbepackt zurückfahren (Einkauf für Frühstück morgen).

 

Sonntag, 29. Juli 2001

Blick auf "The Rocks" & Harbour Bridge Ganz unerwartet entdeckte man heute morgen sogar blauen Himmel zwischen den vorbeisausenden Wolken. So wanderten wir kurzentschlossen zum Centrepoint Tower. Wir hatten richtig Glück, erstens hielt sich das Wetter einigermaßen, zweitens mussten wir nicht lange am Lift anstehen. Zuhause legten wir eine Kaffeepause ein. Während wir relaxten regnete es immer wieder. Gegen Abend, als es nicht mehr so stark regnete wanderten wir durch den Botanischen Garten in Richtung Rocks. Ein riesiges Passagierschiff steuerte gerade den Hafen an. Plötzlich regnete es so stark, dass wir das nächste Restaurant ansteuerten, das "Pancake House". Ingrid aß Buttermilch Pancakes mit Erdbeeren, Manfred Crepes mit gegrilltem Rindfleisch und Chips und ich Crepes Thai. Als wir fertig waren, standen sie richtig Schlange am Eingang. Ingrid, die keinen Schirm mithatte wollte sogar lieber laufen, zuhause war sie klitschenass. Übrigens fuhren gestern abend und heute keine Fähren nach Manly wegen der stürmischen See. AMP Tower

 

Montag, 30. Juli 2001

Das Wetter sah heute gar nicht so trist aus. Nach dem Frühstück brach Manfred zu einer Fotorunde rund um das Hotel auf. Als er zurückkam, berichtete er von einer Robbe, die er am Hafen, nicht einmal 100 Meter vom Hotel entfernt entdeckt hatte. Toll, musste ich auch unbedingt sehen! Wir waren heute gegen 11 Uhr mit unseren österreichischen Emailbekannten in deren Hotel in der Oxford Street verabredet. Robbe in WoolloomoolooBevor wir uns auf den Weg machten besichtigten wir natürlich zuerst den Seehund. Er lag gemütlich am Hafen, dessen Teil durch ein Gitter abgesperrt war. Ein paar Möwen liefen um ihn herum. Kurz vor 11 Uhr warteten wir in der Hotelhalle. Life hatten wir die vierköpfige Familie noch nie gesehen, nur auf Fotos. Ich erkannte sie eigentlich hauptsächlich an der Personenzahl, zwei Kinder, zwei Erwachsene, an Angelas Beschreibung ihrer Größe und Frisur (kurze Haare) und am ungefähren Alter der Kinder, das musste stimmen, und richtig. Walter, Angela und ihre Kinder Connie und Stefan landeten gestern in Sydney und berichteten auf dem Weg zum Circular Quay durch den Botanischen Garten von ihren Flugerlebnissen. Flying Fox im Botanischen GartenEin Koffer erreichte nicht sein Ziel, so dass vieles wichtige fehlte. Sie flogen teils mit BA, teils mit Qantas über London und Bangkok nach Sydney und stellten fest, dass die Beinfreiheit bei Qantas bedeutend größer war als bei BA, dafür der Service bei BA besser war. Im Botanischen Garten zeigten wir der Familie die "Flying Foxes" in den Bäumen. Eine Aufseherin berichtete, dass hier bis zu 5000 dieser Tiere in den Bäumen hingen. In der Dämmerung schwirrten sie 50 km weit aus, auf der Suche nach Futter. Im Morgengrauen kehrten sie zurück. Eigentlich wollten wir heute das Aquarium besuchen, aber die Familie war gestern schon dort, so disponierten wir kurzentschlossen um, und fuhren mit einer Fähre in den Taronga Zoo. Was haben wir noch nicht gesehen?So etwas Ausdauerndes hatte ich noch nie erlebt, ich wusste gar nicht, wie groß der Zoo ist, jeden Käfig haben wir uns geduldig angesehen. Stefan wollte die Schlangen sehen, Connie fragte mich, bevor sie das Schlangenhaus betrat, ob die denn auch hinter Gitter wären, Angela wollte die Krokos sehen usw.. Einige Gehege kannten wir tatsächlich noch nicht. Wurde also Zeit, dass uns mal jemand da durchschleifte. Das Koalagehege wurde gerade umgebaut, schade. Von meiner neuen Digitalkamera war ich ganz begeistert, vor allem im Nachtzoo. Mit den Infrarotaufnahmen, konnte man die Tiere fast im Dunklen filmen. Wir verließen den Zoo bei den ersten Aufrufen, dass er geschlossen würde. Zurück in der Oxford Street besichtigten wir das Hotelappartment unserer Bekannten: Saville Park Suite, war wirklich top, ruhig, alles da und sogar eine Heizung war vorhanden, werden wir uns für das nächste Mal merken. Übrigens, große Überraschung, der verlorene Koffer war da! Zum Essen suchten wir einen kleinen Vietnamesen auf und schmausten etwas Gemeinsames mit vielen verschiedenen Speisen, vorweg: Maultaschen, kleine Frühlingsrollen, Salat aus Huhn mit Gemüse, kleine Rollen mit Sojasprossen, als Hauptgericht: Rind, Meeresfrüchte, Huhn in Curry, Schwein... Bevor wir in unser Hotel aufbrachen zeigte Stefan uns noch seinen ersten Video, dann vielen wir gegen 23 Uhr müde ins Bett. War ein ganz toller Tag!

 

Dienstag, 31. Juli 2001

Surfer in CronullaLeise schlich ich mich um 7 Uhr an mein Notebook, um das Tagebuch auf den aktuellen Stand zu bringen und die täglichen deutschen Nachrichten auf Fernsehkanal SBS um 7:30 Uhr anzusehen. Heute war es sogar sonnig, man konnte kurzärmlig herumlaufen. Wir entschlossen uns für Cronulla. Opera vorm VollmondIn einer halben Stunde liefen wir zur Cityrail Station Town Hall. Von hier ging es mit der Bahn zu unserem Ziel Cronulla, einem kleinen Strandvorort, südlich von Sydney gelegen. Mit den Füßen tauchten Ingrid und ich erst einmal in die Wellen, sehr kalt im ersten Moment, aber man gewöhnte sich langsam daran. Hauptsächlich waren Surfer unterwegs. Der Strand war leider größtenteils sehr dreckig, wahrscheinlich vom Sturm der letzten Tage. In der Fußgängerzone setzten wir uns noch in ein Cafè, anschließend bummelten wir durch ein paar Shops, kauften Andenken, die hier besonders günstig sind und fuhren mit der Cityrail zum Martin Place zurück. Im Galopp erreichten wir gerade noch das Opernhaus in Sonnenuntergangsstimmung. Abends aßen wir bei einem Italiener in "The Rocks", und zwar hinter dem Visitorcenter: "La Mela" in der George Street. Der Ober fragte uns ob wir außen oder innen sitzen wollten. Aufgrund unserer zweifelnden Mienen meinte er gleich, die Terrasse sei beheizt mit Heizstrahlern aus Germany. Manfred aß Pizza, Ingrid Ravioli und ich Schwertfisch. Besonders gefiel uns der hübsche Weg durch eine Gemäldegalerie, zu den Toiletten.

 

Mittwoch, 1. August 2001

Darling HarbourManfred hatte heute morgen eine Fotosafari geplant, während wir "frei" bekamen. Ingrid und ich brachen auf, 2 Minuten später kehrten wir um, legten unsere warmen Sachen ab und starteten nochmals. Wir schlenderten durch den Hyde Park zum Centerpoint. Unten entdeckten wir einen tollen Laden mit vielen Andenken. Für unsere daheimgebliebenen Wellensittichhüter, kauften wir einen Kerzenständer aus Banksia, samt Kerzen. Weiter in Darling Harbour merkten wir, dass hier lange nicht so eine gute Auswahl bestand. Kurz entschlossen besuchten wir den nahegelegenen Chinesischen Garten. Eigentlich wollten wir das Teehaus nur besichtigen, aber die Pächterin stürzte schon samt Menükarten auf uns zu und fragte uns, ob wir einen Tisch möchten. Keine schlechte Idee, die Sonne schien und auf die Terrasse, es sah richtig gemütlich aus. Wir testeten zwei verschiedene Grüntees: Jasmintee und einen anderen, deren Name ich mir nicht merken konnte. Dazu gab es Bananenkuchen. Mindestens 10 Spatzen zählten wir, die uns, aber besonders unserer Nachbarin auf ca 50 cm Abstand die Happen in den Mund zählten. Nach dieser ausgiebigen Pause verließen wir Darling Harbour und gingen auf die Suche nach einem Internetcafé. In der York Street fanden wir mit Hilfe eines freundlichen Kaufhausverkäufers eins (4,40A$ für eine halbe Stunde). Es war jetzt kurz vor 4 Uhr, eigentlich versprachen wir Manfred gegen 4 Uhr im Hotel zu sein, da wir die Schlüssel hatten, aber Manfred meinte, es wäre überhaupt kein Problem, wenn wir später kämen. Wir nahmen ihn beim Wort und schlugen eine Schleife über den Circular Quay, um einen Fährenfahrplan für morgen zu besorgen und wanderten mit ein paar versehentlichen Schleifen durch den Botanischen Garten zurück. In der Hotelhalle angekommen, erwartete uns Manfred schon mit einer etwas säuerlichen Miene, but "no worries", vielleicht machen zwei Weizen am Mittag etwas müde. Auf die Frage, was er Schönes unternommen habe, hier seine Antwort: "Ich war in Sydney". Um so besser, dann musste ich schon nicht soviel schreiben. Zum Abendessen marschierten wir Richtung Kings Cross und landeten versehentlich bei unserem "alten" Inder. Manfred aß Lamm sehr scharf, Ingrid Tomaten mit Hirtenkäse in Spinat und ich Huhn in Spinat. Für Ingrid und mich war es ein sehr schöner Tag.

 

Donnerstag, 2. August 2001

Manly - Spit Bridge WalkHeute morgen waren wir mit Peter am Circular Quay verabredet. Nach einigen Abstimmungsproblemen mit der Zeit, klappte dann aber doch alles wunderbar. Die Sonne schien aus allen Löchern, der Wind wehte leider auch ein wenig kühl, aber dagegen konnte man ja etwas tun: schneller laufen. In Manly starteten wir unsere Lieblingsrunde: die Manly-Spitbridge Tour. MagpieSie führte zuerst an schicken Villen vorbei, über eine Baustelle, am Spielplatz und dann durch Buschland mit traumhaften Ausblicken auf Manly, South Head und überhaupt auf die ganze Bucht bis zur Stadt. Kleine gestreifte Eidechsen kreuzten unseren Weg. Einen Pelikan, Magpies, Kormorane, Lorikeets und viele, viele unbekannte und einige wenige bekannte bunte Pflanzen sah wir. Vier Stunden benötigten wir für die 9 km Wanderung. Mit dem Bus ging es nach Manly zurück, wo wir im Internetcafé unsere Mails checkten und Peters Mutter ein paar Grüße sendeten. Zum Abschluss des schönen Tages schmausten wir Malacca Satay Restaurant in Manly. Peter, Manfred und ich aßen jeweils eine Suppe mit Kokosmilch und Huhn vorweg, dann aß Manfred etwas kombiniertes mit Nudeln und Fisch, Ingrid Gemüse in Curry/Kokossoße, Peter Lamm scharf und ich Huhn in Kokosmilch. Am Hafen angekommen entdeckten wir, dass die Fähre erst in 35 Minuten ablegte, die Jet Cat aber in 1 Minute. Leider reichte unsere Fahrkarte dafür nicht. Eine neue lösen kostete zu viel Zeit. Der Aufsichtsbeamte hatte Erbarmen mit uns und noch anderen Reisenden und lies uns auf der halbleeren Jet Cat mitfahren.

 

Freitag, 3. August 2001

Sydney AquariumWieder blauer Himmel, wie wir es von Sydney her so gut kannten. Gegen 7 Uhr polterte schon der Müllwagen vorbei und der Baubeginn der Baustelle über uns ließ auch nicht lange auf sich warten. Hämmern im Hotel um 7 Uhr, na ja und um 16 Uhr immer noch. Wir brachen Richtung Darling Harbour auf, denn wir wollten das Aquarium besuchen. Sydney AquariumZwar herrschte eine ganze Menge Betrieb, aber es lohnte sich auf alle Fälle. Besonders beeindruckend fand ich die Barrier Reef Nachbildung. Bassins, so groß oder noch größer als unser Wohnzimmer mit vielen bunten Fischen. Ein gläserner Laufsteg führte direkt über die Fische. Natürlich auch immer wieder schön, waren die beiden ins Wasser eingelassenen Röhren, durch die man Haie, Rochen und viele andere Fische beobachten konnte. Fürchterlich nervig waren wieder ein paar Asiaten, die uns wie Luft behandelten, laut ins Ohr kreischend und ohne Entschuldigung uns anrempelnd, rannten sie an uns vorbei. Wir schienen leblose Säulen für sie zu sein. Nach diesem Besuch setzten wir uns in Darling Harbour in die Sonne, genossen Kaffee und Kuchen, beobachteten Mülleimer leerende Ibisse, bettelnde Möwen und Tauben und fütterten kleine Spatzen. Anschließend bummelten wir durch die Stadt Richtung Botanischen Garten. Um ein Haar wäre Ingrid überfahren worden, mir ist jetzt noch schlecht bei dem Gedanken. An einer Fußgängerampel, es wurde gerade grün, Ingrid setzte einen Fuß auf die Strasse und ein Auto schoss an ihr vorbei. Kein Sydneysider schien hier übrigens rote Fußgängerampeln ernst zu nehmen, fast alle rasten bei Rot los. Das ist uns noch nie so schlimm aufgefallen, wie in diesem Jahr. Alle hatten es fürchterlich eilig. Aber wie man an Ingrid gesehen hatte, war es wohl sicherer bei Rot zu gehen. In der Stadt war heute die Hölle los! Langsam hatten wir die Nase gestrichen voll vom Mief und Getümmel der Innenstadt. Für nächstes Mal nahmen wir uns vor, nie mehr in der Innenstadt zu wohnen, lieber wieder in Manly draußen! Zum ersten Mal saßen wir heute bei offenen Fenstern in unserem Apartment, so schön warm war es. Abends aßen wir ein paar Häuser weiter. Zwar konnte man sich nicht besonders gut verständigen, da die Musik recht laut aus den Lautsprechern dröhnte, dafür war das Essen ganz gut. Manfred aß Pizza, Ingrid Nudeln mit Tomate und Pesto und ich gegrillten Lachs mit Reis.

 

Samstag, 4. August 2001

Lorikeet am Bahnhof Concord WestDas Wetter war wieder gut. Für heute nahmen wir uns den Bicentennial Park neben dem Olympiagelände vor. Mit der Cityrail fuhren wir von Townhall zum Central Station, dort stiegen wir um in die Linie nach Hornsby und fuhren bis Concorde West (Rückfahrkarte für einen Erwachsenen 4A$). Als wir an unserem Zielbahnhof ankamen, flogen plötzlich zwei Lorikeets herbei, setzten sich in etwa zwei Meter Abstand von uns entfernt aufs Geländer, wobei sich einer ganz nah zu uns heranhangelte. Leider konnten wir ihnen kein Zucker anbieten. Den Tipp mit dem Park hatte Manfred in dem Buch: "Walking Sydney" von Jeff Toghill entdeckt. junge Mangroven im Bicentenial ParkAuf der einen Seite befindet sich ein kostenloser Aussichtsturm bis zum Olympiagelände hinüber und viele Wiesen um Picnic zu machen, auf der anderen Seite kann man durch Wildnis hindurch schöne Spaziergänge unternehmen. Wir starteten im Picnicbereich, wo sich auch ein Infostand, ein Colaautomat und ein See zum Relaxen befand. Anschließend wanderten wir den geteerten Weg zur Spitze der Homebush Bay. Unterwegs zweigt ein Holzsteg ab, der durch dichtes Mangrovengebiet führt. Wir entdeckten leider nur zwei kleine Krebse und zwei Eidechsen am Ende. So ein Mangrovenwald sieht recht gespenstisch aus. Diese graue Mangrove ist übrigens die einzige Art, die so weit entfernt von den Tropen anzutreffen ist. Weiter ging es zu einer Vogelbeobachtungsstelle, wo wir hauptsächlich Wasservögel entdeckten: schwarzen Schwan, Spoonbill, Möven, Enten.... Der Ausflug hat sich unbedingt gelohnt. Übrigens habe ich hier zum erstenmal Inlineskater gesehen, das kann man hier aber auch gut. Auf dem Rückweg checkten wir in der Yorkstreet unsere Emails, bummelten durch das Queen Victoria Building und relaxten bis zum Abendessen im Hotel. Abends entschieden wir uns wieder für unseren Inder: India Down Under in Kings Cross.

 

Sonntag, 5. August 2001

Bondi BeachBei strahlendem Sonnenschein setzten wir uns ab Haltestelle St. James in den Bus 380. Nach 50 Minuten erreichten wir Bondi Beach. Wieder auf Empfehlung des Buchs: "Walking Sydney" starteten wir hier eine Wanderung an der Küste entlang in Richtung Bronte Beach. Enttäuscht waren wir in Bondi Beach von einem Wandkunstwerk, wo mit allen möglichen Materialien Kunstwerke in die Mauer gebastelt wurden. 1999 war eigentlich alles in Ordnung. Marktsonntag in "The Rocks"Vielleicht lag es an den vielen Gästen der Olympiade, jedenfalls war vieles in den letzten zwei Jahren zerstört bzw. herausgeklaut worden. Wir liefen den, für diese Jahreszeit gut besuchten Beach entlang, auf Felsen, wieder am Beach, Straße, Bronte Beach, an einem Friedhof vorbei, bis wir schließlich nach einer Stunde, noch vor der Gordons Bay, wegen Überfüllung aufgaben. Dieser Walk wäre an einem Alltag sicher wunderschön gewesen, aber heute, am Sonntag kam man sich zeitweise wie auf einer Ameisenstraße vor. Mit dem Bus 329 ging es zurück bis Bondi Junction und von dort weiter mit der Rail zum Martin Place. Von hier bummelten wir Eis essend zum Markt in "The Rocks". Auch hier herrschte dichtes Gewühl. Den Menschenmassen langsam überdrüssig, überredete Manfred uns zu einem kurzen Break im "Löwenbräu". Wir checkten noch unsere Emails und suchten uns in Darling Harbour ein Lokal zum Abendessen. Beim Thailänder: "Tahifoon" saßen wir gemütlich draußen. Ingrid aß: Vegetarische Suppe in Kokossoße, wir Hühnersuppe in Kokossoße. Hinterher aß Ingrid Reisnudeln, Manfred etwas bruzelndes, scharfes und ich Huhn mit Zitronengras. Sehr Lecker!

 

Montag, 6. August 2001

Botanischer GartenHeute war unser Abreisetag aus Sydney. Das Wetter war wieder super, aber es wehte ein kühler Wind. Nachdem wir fertig gepackt, bezahlt und das Gepäck im Gepäckraum verstaut hatten, brachen wir durch den Botanischen Garten zur Manlyfähre auf. Für 10,6 A$ pro Person kauften wir eine Rückfahrkarte und genossen ein letztes Mal Manly. Ganz Sydney war heute, am Banksholiday (1. Montag im August) auf den Beinen. Wir wanderten durch die Fußgängerzone zum Strand und von dort einen geteerten Spazierweg zum Shelly Beach (ca. ½ Stunde ab Fähre). Die Wasseragame vom letzten Jahr entdeckten wir leider nicht. Abschied von SydneyAn einem Kiosk am Shelly Beach aßen wir eine Kleinigkeit, sahen einem netten Hund zu, der sich ewig lange mit sich selbst beschäftigte, und deckten uns auf dem Rückweg mit Apartmentprospekten ein. Wir wollten beim nächsten Besuch wieder in Manly wohnen, die Innenstadt nervte auf Dauer. Zurück vor unserem Hotel erwischten wir per Zufall einen Taxifahrer, der auf uns wartete, während wir unser Gepäck holten. Großer Schreck beim Einchecken am Qantas-Schalter! Die Dame meinte unsere Flüge wären vom Reisebüro gestrichen, aber sie könne uns neu einbuchen. Sie fragte nach unseren Weiterflüge, rief bei Ansett an und bestätigte dort gleich unsere Flüge, deren Nummer und Zeit sich inzwischen geändert haben. Das fanden wir sehr freundlich. Bei einer späteren Nachfrage im Reisebüro, nach dem Grund, waren sie auch ratlos. Tja, werden wir wohl nie heraus bekommen, wie so etwas passieren konnte. Die Maschine nach Brisbane war halb leer, Ingrid und ich erhielten Plätze am Notausstieg mit fürchterlich viel Beinfreiheit, Manfred konnte sich über drei Mittelreihen ausbreiten. Das Flugzeug nach Townsville dagegen war sehr voll, startete ½ Stunde zu spät und war ganz fürchterlich eng. Wir erhielten drei Gangplätze nebeneinander in der B737. Gepäck kam planmäßig an, mit Hertz klappte alles und nach nur einmaligem Verfahren, fanden wir auch endlich das Seagulls Resort in Townsville. Unser Familienzimmer war richtig schön groß. Gegen Mitternacht fielen wir schließlich müde ins Bett.

 

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