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Dienstag, 7. August 2001
Nach
einer Nacht mit etwas wenig Schlaf, wachten wir bei schönstem
Sonnenschein auf. Das Frühstück war hervorragend im tropischen
Garten mit allem, was man sich vorstellen konnte: frisches Obst, Müsli,
Joghurt, Rührei, Bohnen, Würstchen, verbrannter Toast, Säfte....
Für heute überlegten wir uns die 8 km von Townsville entfernte
Insel Magnetic Island zu besuchen.
Die 5.184 ha große Insel, die nur 8 km vor Townsville liegt,
wurde schon 1770 von James Cook entdeckt. Weil er glaubte, der Kompass
seines Schiffes würde von der Anziehungskraft von der Insel verwirrt,
nannte er sie Magnetic Island. In Wirklichkeit waren magnetische Anomalien
auf dem Meeresgrund die Ursache. Die aus Granitfelsen bestehende Insel ist
heute zur Hälfte ein Nationalpark. Die andere Hälfte besteht aus
pittoresken Dörfern und einer 40 km langen Küstenlinie, die mit
zahlreichen Badebuchten die Tagesausflügler anzieht. Das gesamte
Inselinnere und der Westteil der Insel sind Nationalpark und mit dichten
Eukalyptuswäldern bewachsen.
Auf
der Karte sah der Anleger für die Fähre nicht sehr weit entfernt
aus, also tigerten wir zu Fuß los und erreichten nach einer ¾
Stunde die "Sunferry" . Die Überfahrt zur Picnic Bay
dauerte ½ Stunde. Hier setzten wir uns in einen schon startbereiten
Bus, der uns zum 10 km entfernten anderen Ende der Insel, der Horseshoe
Bay transportierte. Die Fahrt war sehr schön, man erhielt viele
Ausblicke auf das glitzernde Wasser oder die 400 Meter hohen,
dichtbewachsenen Berge der Inselmitte. Der Strand an der Horseshoe Bay war
ellenlang, wir wanderten fast bis zum Ende und stürzten uns in die
Fluten, war sehr angenehm. Gegen halb sechs waren wir wieder am Hotel. Vor
unserer Zimmertür wartete schon eine Dame auf uns, die jeden einen
dicken DINA4 Umschlag in die Hand drückte mit der Bitte den Inhalt
auszufüllen. In den Umschlägen befand sich jeweils ein
Fragebogen mit 50 Fragen über Einkommen, wo Eltern und Ureltern
herstammten, wie lange man wo wohnte, Adresse des Arbeitgebers, usw.. Dazu
gab es eine dicke Erklärung, fast so grauenvoll wie der
Jahresausgleich fürs Finanzamt. Bei uns würden solche Fragebögen
Aufschreie von Datenschützern verursachen, hier war es Pflicht diese
auszufüllen, sogar für Urlauber. Abends aßen wir im Hotel
im Garten. Manfred aß Suppe und Thai Octopus, Ingrid Suppe und
Spinat Ricotta Ravioli, ich Barramundi mit Gemüse, sehr lecker!
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Mittwoch, 8. August 2001
Heute morgen fragte Manfred, ob wir als Touristen auch wirklich diesen
Bogen ausfüllen müssten. Als Antwort kam: "ja". Schöner
Schwachsinn, jetzt wird sicher unser Arbeitsweg vom Seagulls Resort zu
unserer Arbeitsstelle nach Deutschland berechnet, denn einen Wohnort
brauchte man nirgends angeben, sondern nur seinen derzeitigen
Aufenthaltsort. Vielleicht konnte man es irgendwo angeben, auf alle Fälle
hatten wir absolut keine Lust einen halben Urlaubstag in Townsville für
diese 50 Fragen zu verschwenden und uns noch groß die Erklärungen
durchzulesen. Da uns die verschiedenen Berufsausbildungsgrade in
Australien unbekannt waren, kreuzten wir an, wir hätten keine
Ausbildung. Das wird sicher eine Superstatistik. Seit heute glaube ich
jedenfalls der Statistik des "Australian Bureau of Statistics"
absolut kein Wort mehr. Sollten 1 Mill. Touristen im Land sein, kommt
wahrscheinlich folgendes Ergebnis heraus: Der durchschnittliche Arbeitsweg
eines Australier beträgt 10.000 km am Tag. Wir genossen noch einmal
das leckere Frühstück auf der Terrasse bei wolkenlosem Himmel,
dann brachen wir mit unserem Toyota Camry Richtung Süden auf. Als
Ziel für heute fassten wir das etwa 210 km entfernte Bowen
ins Auge.
Auf
halben Wege zwischen Townsville und Mackay liegt Bowen. Diese Kleinstadt
mit seinen 8.500 Einwohnern ist für ihren schönen Naturhafen,
Sandstrände und Kolonialbauten bekannt. Sie ist von Gemüse- und
Obstplantagen umgeben. Die schmackhaften Mangos der umliegenden Plantagen
werden nach ganz Australien "exportiert". In der Umgebung gibt
es schöne Strände: Queens und Kings Beach, Rose Bay; und die schönste
Badestelle, die von großen Felsen eingerahmte Horeshoe Bay.
Dieser Ort wurde uns wärmstens empfohlen. Die Strecke verlief
zuerst an vielen Zuckerrohrfeldern vorbei, bei dem Ort Ayr auch an
Reisfeldern, an Gemüseanpflanzungen und später Weideland mit
Eukalyptusbäumen und wenigen Rindern. Ab dem Weideland sah man sehr
viele überfahrende Kängurus am Straßenrand liegen. Mittags
erreichten wir Bowen und gingen auf die Suche nach einem
bestimmten Resort, leider alles ausgebucht. Die Autos parkten schon dicht
an dicht an der Horseshoe Bay. Das nächste hätte zwar eine freie
Unit, die lag aber direkt mit Fenster zu einer Kreuzung, gefiel mir überhaupt
nicht, ich wollte mal wieder ausschlafen. Der Ort selbst besteht aus zwei
langgestreckten Straßen mit ein paar Geschäften. Nirgends
fanden wir einen Hinweis auf eine Touristeninfo. Wir fragten in einem
Zeitschriftenladen, die uns den Weg zu diesem sehr versteckten Büro
beschrieb. Leider hing eine gute halbe Stunde ein Schild an der Tür: "Bin
gleich zurück". Wir
hatten keine große Lust mehr zu warten und starteten einen letzten
Versuch eine freie Unit zu ergattern an der Murray Bay. Das Resort lag
sehr malerisch im Grünen, mit Blick auf das kristallklare Wasser und
ein paar Inselchen. Leider war sie belegt. Die Dame an der Rezeption
meinte, sie hätte alles ausgebucht durch Rentner aus Victoria, die
hier mehrere Monate überwinterten. Jetzt gaben wir die Hoffnung in
Bowen entgültig auf und fuhren ins 60 km entfernte Airlie Beach.
Kurz vor dem Ort, ein atemberaubender Blick auf dessen Hafen mit vielen
Booten, den Whitsunday Islands und den Bergen im Hintergrund. Im Infobüro,
was wir auf Anhieb entdeckten, gab man uns ein paar Empfehlungen. Eins
gefiel uns ganz besonders, die "Sea Star Apartments" mit Blick über
ganz Airlie Beach, dort hatte man uns aber leider zwei Sekunden vorher die
letzte Unit weggeschnappt. Die Dame an der Rezeption empfahl uns alle
Unterkünfte im 2 km entfernten Cannonvale. Sie meinte, die wären
alle gut. Also fuhren wir wieder zurück. Und tatsächlich
landeten wir einen Glückstreffer und zwar ein großes 2 Bedroom
Apartment mit Wohnzimmer, Küche, Badezimmer, Waschmaschine und 2
Balkonen für 110 A$ die Nacht. Ingrid und ich warfen uns erst mal in
den hauseigenen Pool und den schönen warmen Wirlpool. Abends deckten
wir uns mit Lebensmitteln ein und Ingrid bekochte uns mit Spagetti.
Gefahrene Kilometer von
Townsville nach Airlie Beach: 310 km - 4 ½ Stunden
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Donnerstag, 9. August 2001
Nach
einem reichhaltigem Frühstück, Ingrid schnitt dafür gestern
schon fleißig Obst klein, fuhren wir nach Airlie Beach und
checkten seit langem mal wieder unsere Emails im Touristeninfobüro (1
Stunde = 1 A$). Dabei
habe ich unserem Reisebüro von den beiden Pannen an den Flughäfen
berichtet. Mal sehen, ob sie antworten. Das Wetter war wieder super, Sonne
pur, etwas Wind und mittags 30°C. Die Verkäuferin eines Shops
meinte, heute blies ein besonders kühler Wind. Na ja, sie ist wohl
anderes gewöhnt. Es gibt wohl noch verfrorenere Leute als ich. Wir
drehten eine Runde am Meer entlang bis zur Spitze, zurück durch den
Ort. Sogar die Backpacker Unterkunft sah sehr hübsch aus, mit Blick
auf die Bucht. Der Ort war recht belebt, ein typischer Touristenort, aber
nicht so schlimm wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Trotzdem war ich froh,
etwas außerhalb zu wohnen. Wieder in unsere Bude tranken wir Kaffee,
schwammen ein paar Runden im Pool, relaxten und marschierten noch zum Strand
von Cannonvale, der mit Mangroven bewachsen war. Abends bekochte uns
Ingrid mit Lachsnudeln und gemischtem Salat, sehr lecker! Ziemlich früh
fielen wir ins Bett.
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Freitag, 10. August 2001
Für
heute hatten wir uns eine geführte Tour ausgesucht und zwar: "Proserpine
River ECO TOURS" für 48A$ pro Person. Wir wurden 5 Minuten
von unserem Hotel entfernt mit einem Bus abgeholt und in ca. 25 Minuten
zum Proserpine River, nahe der gleichnamigen Stadt Proserpine gebracht.
Unterwegs
kamen wir an vielen Zuckerrohrfeldern vorbei, während uns der
Busfahrer dieses und jenes dazu erzählte, zum Beispiel dass
Zuckerrohr 12 bis 16 Monate wachsen muss, bevor er geerntet werden kann.
Am Fluss angekommen, wurden wir und die 11 anderen Teilnehmer in einen
umgebauten Traktoranhänger verladen. Es wurde immer eisiger, Ingrid
saß mit einer dicken Gänsehaut neben mir. Der Traktorfahrer
fuhr ein Stündchen mit uns durch das Gelände "Wetland"
erklärte uns Pflanzen- und Tierwelt und zeigte uns eine Schar hübscher,
grauer Kraniche. Nun wurden wir zum Camp gefahren. Das australische Fähnchen
flatterte schon im Wind. Ein Freiwilliger, in diesem Fall Manfred durfte
den Teig für Damper vorbereiten, das ist ein australisches Buschbrot. Während
das Brot in einem Topf gebacken wurde, setzten wir uns auf das offene Boot
im Proserpine River. Der Bootsführer erklärte wieder alles mögliche,
besonders erwähnte er immer wieder die Mangroven, von denen das Ufer
bewachsen war. Zwischendurch sah man ein paar kleinere etwa 1 Meter lange
Salzwasserkrokodile. Ein größeres, war leider etwas schüchtern
und flüchtete ins Wasser, als wir uns ihm näherten. Hier bekam
ich übrigens auch eine dicke Gänsehaut. Nachdem es gestern gute
30 Grad hatte, rechneten wir gar nicht mit dem kalten Wind. Nach 1½
Stunden legten wir an und alle genossen Manfreds Damper mit Sirup oder
Honig und dazu heißen Bushman's billy tea. Nach insgesamt fünf
Stunden waren wir wieder zurück. Wir checkten unsere Emails und
relaxten am Pool. Abends schmausten wir im"Bayside Restaurant"
in Cannonvale. Ingrid aß Reef Fish, Manfred und ich Porterhouse
Steak mit Pilzsauce und Gemüse. Der Chef des Hauses ging von Tisch zu
Tisch und erzählte uns, dass er erst seit 6 Wochen dieses Lokal besaß
und aus Cannes in Frankreich hierher ausgewandert ist.
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Samstag, 11. August 2001
Für
heute nahmen wir uns den etwa 5 km von Cannonvale entfernten Wildlife
Park vor. Der Eintritt kostete pro Erwachsenen 19A$, pro Kind 11,5A$.
1990 gewann dieser Park einen Preis. Jetzt fanden wir ziemlich
erschreckend, in welchem Zustand der Park war. Ein Blauzungenskink lag
blutüberströmt, mit blauem Blut, verletzt in seinem Käfig,
eine Ente hinkte, die erste Vogelvoliere war in einem erschreckendem
Zustand. Als wir dieses dunkle Loch betraten flog ein Raubvogel
aufgeschreckt voller Panik an der Decke umher, sich ständig irgendwo
anstoßend. Die kleinen Krokodile waren mit wenig Wasser,
Wasserabflussrinne, zu zehnt in winzigste Käfige gesperrt. Zu Beginn
waren wir fast die einzigen Besucher. Sehen konnte man heimische Tiere,
wie Kängurus, Dingos, Salzwasserkrokodile, Kakadus, Cassowaries,
Kookaburras und viele mehr. Am kleinen See tummelten sich so viele Enten,
das man kaum einen freien Uferfleck erkannte. Einige der Enten gesellten
sich zu unserer Fangemeinde und folgten uns den ganzen Weg durch den
Tierpark, in der Hoffnung auf Fütterung. War ein ganz nettes
Erlebnis. Anschließend relaxten wir in unserer Wohnung, wuschen Wäsche
und tranken Kaffee. Nachmittags brachen wir in die City von Airlie
Beach auf, checkten unsere Emails und fuhren nach Shute Harbour,
wo die Schiffe zu den meisten Whitsunday Inseln starteten. Der Blick war
natürlich auch toll auf die Bucht, Inseln und Schiffe. Abends aßen
wir in Airlie Beach beim Chinesen vom Büfett, sehr lecker. |
Sonntag, 12. August 2001
Heute
war Abreisetag aus Cannonvale. Wir nahmen uns vor bis zum 500km entfernten
Rockhampton zu fahren bzw. zu einem Ort an der Capricorn Coast, da
zwischen Mackay und Rockhampton absolut nichts sein sollte, und nochmals
nichts, so steht es im Reiseführer und so berichtete es mir ein
Bekannter. Anfangs passierte man endlose Zuckerrohrfelder, die gar kein
Ende nahmen. Nicht umsonst nennt sich Mackay mit seinen 52.000
Einwohnern "The Sugar Capital Of Australia", denn aus dieser
Region stammt ein Drittel der gesamten australischen Zuckerproduktion.
Hinter Mackay gingen die Zuckerfelder langsam in Weideland oder
Bushland über. Außer ein paar Tankstellen zwischendurch gab es
wirklich nichts, nichts und nochmals nichts. Auf
dieser Strecke zwischen Townsville und Brisbane soll es ja laut Statistik,
ich hoffe vom "Australian Bureau of Statistis", denn in dem Fall
muss sie ja nicht stimmen, die meisten tödlichen Unfälle geben.
An den Straßenrändern wurde auch immer wieder darauf
hingewiesen Pausen einzulegen. Die Straße war oft so eintönig,
dass die Autofahrer tatsächlich leicht einschlafen könnten. Nach
4 ½ Stunden Fahrt erreichten wir kurz vor Rockhampton eine
Abzweigung, die nach Yeppoon an der Capricorn Coast wies, die
nahmen wir. In einer Tankstelle legten wir eine kleine Kaffeepause ein. In
Yeppoon angekommen besorgten wir uns Unterkunftsprospekte und fanden auf
Anhieb eine ganz tolle Wohnung. Auf die Frage, ob noch ein 2 Bedroom frei
wäre, meinte er nein, aber wir könnten 3 Bedroom mit
Preisnachlass bekommen. Was wollten wir mehr? Yeppoon ist übrigens für
die schönsten Strände der Umgebung bekannt. Nachdem wir uns
etwas frisch gemacht hatten, bummelten wir durch die James Street, die
Hauptstrasse, checkten unsere Emails und kauften ein. Kurz vorm Supermarkt
hörten wir einen Menschen von hinten herbeirennen. Ich macht schon
vorsorglich Platz, als uns eine Stimme nach einem Fotoapparat fragte. Natürlich
dachte ich im ersten Moment, da will einer ein Geschäft mit uns
machen. Da erkannten wir den Besitzer des Emailcafes, der Ingrid ihren
vergessenen Fotoapparat hinterher schleppte. Glück gehabt! Abends aßen
wir im Restaurant: "Kelly's Bar & Restaurant" mit
Lifegitarrenmusik. Hörte sich ganz nett an. Manfred und ich aßen
Rumpsteak (350g), Ingrid Pasta mit Gemüse.
Folgendes fand ich über Yeppoon im Reiseführer:
Rund um den lebhaften Ferienort (35 km nordöstlich von
Rockhampton) findet man die schönsten Strände der Umgebung. Vor
allem japanischen Touristen zieht es magisch nach Yeppoon. Im Capricorn
International Resort (8 km nördlich von Yeppoon), nächtigen bis
zu 1.000 Urlauber täglich. - Erweiterungen sind im Bau!
Hört sich eher abschreckend nach Massentourismus an, aber wir sind
eigentlich nur wenigen Touristen in Yeppoon begegnet. Also nicht
abschrecken lassen vom Reiseführer!
Gefahrene Kilometer Airlie
Beach - Yeppoon: 500 km - 5 ½ Stunden.
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Montag, 13. August 2001
Trotz
Wettervorhersage, dass es heute Schauer geben sollte, war kein Wölkchen
am Himmel zu entdecken. Die Temperatur in der Früh betrug 18°C,
mittags kletterte das Thermometer auf 22°C. Über Emu Park,
das ist ein kleiner Ferienort, fuhren wir den Scenic Drive nach
Rockhampton.
Rockhampton:
Hier ist der Übergang. Tropen -> Subtropen (Wendekreis des
Steinbocks) Mit 62.000 Einwohnern ist die Stadt die größte
zwischen Townsville und Brisbane. Haupteinkaufsquelle der Region ist die
Rinderzucht, die bereits 1853 von den Gebrüdern William und Charles
Archer begonnen wurde. Darum auch die stolze Eigenbezeichnung: Beef
Capital of Australia. Der breite Fitzroy River trennt Rockhampton in zwei
Hälften. Auf beiden Seiten des Flusses lohnt jeweils ein attraktiver
Park einen Besuch: der tropisch wirkende Botanische Garten in South
Rockhampton und die auf australische Flora spezialisierten Kershaw Gardens
nördlich des Fitzroy River. Bergzüge trennen die Stadt von der
ca. 30 km entfernten Küste. Das historische Stadtzentrum befindet
sich am Südufer des Fitzroy River. Zahlreiche alte Gebäude sieht
man in der Quay Street, z.B. die ANZ-Bank von 1864 und das Customs House
von 1901. In der breiten Fußgängerzone East Street Mall kann
man unter schattenspendenden Sonnenschirmen verweilen.
Wir
wollten heute den Botanischen Garten und den Zoo besuchen,
also begaben wir uns nach South Rockhampton. Tipp für Pfennigfuchser:
ALLES KOSTENLOS! Der Botanische Garten, am Fitzroy River gelegen,
erstreckt sich über eine Fläche von 96 Acre. Ein kleiner Teil
davon ist Tierpark, welcher eine große Vogelvoliere, Dingos, einen
Wombat, Krokos, Koalas, Kängurus, Emus eben die hiesigen Tiere
beheimatet. Der Bot. Garten ist nach Themen gegliedert und enthält
Palmen aus aller Welt, Farne, einen japanischen Garten, einen tropischen
Früchtegarten, Kakteen und spezielle Bäume, wie den
Flaschenbaum, Sausage Tree usw.. Ach ja, plötzlich entdeckten wir per
Zufall einen freilebenden Koala auf einem Eukalyptusbaum. Er hatte fast
die gleiche Farbe wie der Baum. Nachmittags kauften wir Strandschuhe für
Ingrid und tranken Kaffee auf unserem Balkon. Weil die Sonne immer noch so
strahlte, besuchten wir noch unseren Hausstrand. Traumhaft leere
Strände! Baden möchte ich allerdings nicht in der Nähe von
Yeppoon, die Schaumkrönchen auf dem Wasser luden nicht gerade dazu
ein. Abends aßen wir im heute neu eröffnetem Lokal "Cheers".
In Yeppoon erwischten wir jedes mal Lifemusik, dieses mal war es ein
Gitarren und Flöttenspieler, der auf irische Songs spezialisiert war.
Man wusste nie, wann ein Titel aufhörte, bzw. der nächste
anfing. Aber bei dem Altenclub, der drei Tische belegte kamen die Songs
gut an. Nebenbei bemerkt, man fühlte sich richtig jung zwischen dem
inzwischen mitsingendem und mitschunkelndem Publikum.
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Dienstag, 14. August 2001
Das
Wetter war wieder sonnig. Heute wollten wir die Kalksteinhöhlen
(Limestone) "Olsen's Capricorn Caverns", 23 km nördlich
von Rockhampton besuchen. Diese Höhlen sind in privater Hand, von
einem Norweger namens Olsen entdeckt und gekauft. Inzwischen sind sie zwar
noch in Privatbesitz, aber nicht mehr in Herrn Olsens. Die Höhlen
sind durchwachsen mit Baumwurzeln des Fig Trees, die mit der Zeit ganze
Felsen auseinander sprengen und zusammenstürzen lassen. Stündlich
finden Führungen statt. Wir waren um 10 Uhr die einzigen und hatten
die nette Führerin, Shannon, für uns. Sie erzählte uns vom
Aufbau der Höhlen, dass es wenig Stalagmiten bzw. Stalagtiten gibt,
da es wenig regnet, also kaum Wasser vorhanden ist. Dafür gibt es
andere, vom wenigen Wasser herausgebildeten Formen, wie "Pop Corn"....
Durch die hereinscheinende Sonne schimmern die Felsen, dort wo es feucht
ist, grün von den Algen. Es gibt eine große Höhle, "Cathedral
Cave" genannt, wo Weihnachtsfeiern stattfinden und auch Hochzeiten
(ca. 8 im Jahr). Die Felsformationen geben der Höhle eine besondere
Akustik. In einer Höhle befindet sich ein Loch oben, durch das die
Sonne nur am 22. Dezember in die Höhle strahlt, nämlich dann,
wenn die Sonne am höchsten steht. An dem Tag wird hier gefeiert, das
Licht wird an den bunten T-Shirts der Besucher reflektiert und farbig an
die Wände gestrahlt. Übrigens kann man zur Morgen- bzw. Abenddämmerung
Wallibys an den Höhleneingängen beobachten. Im heißen
Sommer ziehen sie sich gerne hierher zurück. Auch Fledermäuse
sind häufige Gäste der Höhlen. Im Hochsommer, so erzählte
es uns Shannon, flattern hier Millionen von den Tieren herum. Der
Geruch ist dann nicht mehr so einladend. Sie fragte uns, ob wir einen
kleinen Eindruck gewinnen möchten, vom Abenteuer des Herrn Olsen.
Dazu drückte sie uns jeweils eine Kerze in die Hand und meinte, jetzt
könnten wir uns alleine auf den Weg machen und einen schmalen
Zickzackweg im Dunkeln zurücklegen. Sie suchte uns, wenn wir bis zum
Abendessen nicht auftauchen sollten. Der Weg war wirklich sehr schmal und
streckenweise sehr steil, so dass Manfreds Rucksack hängen blieb und
Ingrid auf allen Vieren kriechend, durch das Festhalten mit einer Hand und
die Kerze haltend in der anderen Hand, Manfreds Kamera auf den Felsen
schrammte. Jetzt hatten wir unseren Eindruck, wie es den Entdeckern ging,
obwohl sie keine Kamera dabei hatten. Der Eintritt betrug übrigens für
2 Erwachsene und ein Kind: 32 A$. Zum Abschluss aßen wir auf der
Terrasse: "Fruit Scones with jam and cream". Serviert wurden sie
uns wie zwei kleine aufgeschnittene Rosinenbrötchen mit Marmelade und
Sahne obendrauf, sehr lecker, aber auch sehr sättigend. Nachmittags
besuchten wir noch einen Strand zwischen Yeppoon und Emu Park,
menschenleer, Strand, soweit das Auge reichte, Wasser war warm. Der
einzige Haken, woher kamen die bräunlichen Schaumkronen? War es die
fehlende Kläranlage oder war es nur unsere blühende Fantasie und
es waren bloß harmlose Algen? Abends aßen wir so billig, wie
schon lange nicht mehr und zwar für 40A$ zu dritt bei einem Chinesen
vom Büfett. War sehr lecker. Man hätte fast meinen können,
wir wären zurück in unserer Heimat, aber woanders scheinen die
Menschen genauso gierig und gefräßig zu sein. Und zwar konnte
man für 7A$ auch sein Plastikschälchen füllen mit so viel,
wie hinein passte. Einige, bzw. viele nutzten die Gelegenheit und pressten
richtig die Essensberge in das Gefäß hinein und kauten
nebenbei, was sie mit den Fingern in den Mund stopfen konnten. Lustig zu
beobachten!
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Mittwoch, 15. August 2001
Heute hieß es Abschied nehmen von Yeppoon. Gegen 9 Uhr
starteten wir Richtung Hervey Bay. Richtung Süden schien das
Land nicht mehr ganz so trocken zu sein, wie im Norden. Aber in ganz
Queensland bestand Waldbrandgefahr. Zeitweilig war der Bruce Highway
sehr stark befahren, besonders von Wohnmobilen und Wohnanhängern.
Fuhren 4 Wohnanhänger vor uns, musste man sich eine ganze Zeit
gedulden an ihnen vorbeizukommen. Wurde
die Fahrbahn mal breiter, überholte nämlich zuerst ein Wohnanhänger
einen anderen, da er 5km/h schneller fahren wollte und dafür brauchte
er den kompletten Überholstreifen. Gegen 14 Uhr erreichten wir das
Infozentrum von Hervey Bay. Es sah aus, wie das größte
Informationsbüro von ganz Australien, weitab nichts weiter. Das
schien aber nur so, sie hatten sich das Büro mit einer Makadomia Nuss
Fabrik geteilt. Es gab hier auch einen Ladenverkauf der Fabrik, lauter
Produkte mit diesen Nüssen. Wir kauften uns ein sehr leckeres
selbsthergestelltes Eis und deckten uns mit Prospekten und freundlichen
Ratschlägen ein. Angekommen in Hervey Bay fiel uns an der
Esplanade ein sehr hübsches, neuerstelltes Apartmenthaus auf: "La
Mer". Wir hatten Glück und erhielten ein 2 Bedroom Apartment
(110A$ die Nacht). Mit dem Auto erkundeten wir anschließend unseren
morgigen Startpunkt der Fähre nach Fraser Island. Wie es der Zufall
wollte, sollte ja heute Familie Kotzian ankommen, ihr Domizil war das "Kondari
Resort" beim Botanischen Garten. Da
wir uns abends mit ihnen treffen wollten, hinterließen wir eine
Nachricht an der Rezeption und schauten uns ein wenig in der Umgebung um.
Das Resort lag recht nett mit einem See in der Mitte. Scheinbar war es das
einzige Übernachtungsangebot des Reiseveranstalters FTI, obwohl es in
Hervey Bay mindestens 40 gab. Wir brachten unser Auto zu Hertz, dass hieß
man gab das Auto einfach an der benachbarten Mobil-Tankstelle ab, die 24
Stunden geöffnet hatte, praktisch! Blauäugig wie wir waren,
machten wir uns gegen 17:30 Uhr von hier auf den Fußmarsch zum
Kondari Resort, das war unser vereinbarter Treffpunkt um 19 Uhr. Unterwegs
entdeckten wir Bäume mit ganzen Scharen von laut zwitschernden
Lorikeets. Gegen 18 Uhr erreichten wir schließlich unsere Unterkunft
in der Esplanade. Jetzt waren es "nur" noch 5 km bis zum Ziel.
Auf dem Stadtplan, wo man wie üblich keinen Maßstab fand, sah
alles sehr nah aus. 10 vor sieben erreichten wir schließlich unser
Ziel, Familie Kotzian wartete schon. Mit ihnen verbrachten wir in deren
Hotelrestaurant einen netten Abend und tauschten unsere bisherigen
Erlebnisse aus. Wir stellten fest, während Familie Kotzian von einem
Highlight zu zwei anderen jagte, hatten wir schlicht und einfach unsere
Zeit mit Urlaub machen vertrödelt :-). Noch einen Fußmarsch von
einer Stunde hatten wir keine Lust, so ließen wir uns mit dem Taxi
nach Hause fahren.
Gefahrene Strecke zwischen Yeppoon und Hervey
Bay: 439 km und 5 Stunden
Gesamtgefahrene Kilometer zwischen Townsville
und Hervey Bay: 1642 km.
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Donnerstag, 16. August 2001
Heute
Nacht war es nicht gerade warm, dafür schien die Sonne auf unseren
Balkon und wir frühstückten dort. Zwischendurch hörten wir
einen merkwürdigen Vogel pfeifen, richtig melodiös, war es
Mensch oder Tier, wir haben lange gezweifelt. Eine richtige Melodie hatte
er drauf. Zuerst dachten wir ein Zimmervogel im gegenüberliegendem
Haus, aber die Stimme kam mal von hier, mal von dort. Später stellten
wir übrigens fest, dass es ein Magpie war. Gegen 10 Uhr räumten
wir unsere Zimmer, lagerten unsere Koffer zwischen und checkten unsere
Emails. Bis 11 Uhr hatten wir Zeit, dann sollten wir von einem Taxi, das
wir gestern bestellt hatten, zur Fähre nach Fraser Island
gebracht werden. Unterwegs kam plötzlich ein Magpie über die
Straße gerannt und schoss noch einen Meter vor unseren Füßen
vorbei, über den Gehweg, direkt auf ein Haus zu. Wir überlegten
gerade, was er denn an der Eingangstür wollte, da hatte er sich auch
schon eine kleine Eidechse von der Hausmauer gefangen und ist damit
abgehauen. Er musste die Echse ja schon von der anderen Straßenseite
gesehen haben.
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