Mit dem Mietwagen von Townsville nach Hervey Bay


Townsville

Die Stadt ist mit 120.000 Einwohnern die Hauptstadt Nord-Queenslands und gleichzeitig zweitgrößte Stadt des Bundesstaates. Im Hinterland dominieren die Berge der Hervey Range und das riesige Ross River Reservoir, ein Stausee, der die Stadt auch in Dürreperioden mit Wasser versorgt. Markantester Punkt ist der Granitfelsen Castle Hill, der 286 m steil aufragt und zu Fuß oder mit dem Auto erklommen werden kann. Von oben erhält man einen guten Überblick über die Stadt am Ross River und die südlich gelegene Cleveland Bay. Die Gründung der Stadt geht auf den aus Sydney stammenden Geschäftsmann Robert Towns zurück, der 1864 den Auftrag zur Gründung eines landwirtschaftlichen Stützpunktes in Nord-Queensland gab. Empfänger dieser "Order" war John Melton Black, der tausende Ureinwohner von polynesischen Inseln gefangennahm und nach Queensland verschleppte. Der Sklavenhandel mit den sogenannten "Kanaken" wurde in Australien "blackbird trading" bezeichnet. In den Folgejahren entwickelte sich Townsville zur florierenden Hafen- und Handelsmetropole in Nord-Queensland - nicht zuletzt aufgrund der reichen Goldfunde von Carter Towers und Ravenswood. Nachdem die Vorräte zur Neige gingen, wurde die Rolle des Goldes durch das von Mt. Isa per Eisenbahn herbeigeschafte Erz und Kupfer ersetzt. Heute werden Erz und Kupfer in großen Industriebetrieben verarbeitet. Außer dem Erz werden im betriebsamen Seehafen Rindfleisch und Wolle aus dem Hinterland sowie Zucker und Holz von der Küste verschifft. Heute versucht die Universitäts- und Industriestadt Townsville (einzige Universität Nord Queenslands) vergeblich mit den Touristenzahlen von Cairns Schritt zu halten. Mit dem Sheraton Casino und dem Great Barrier Reef Wonderland wurden für den tropischen Norden einzigartige Einrichtungen errichtet. Zudem bietet Townsville beste Ausflugsmöglichkeiten zum Great Barrier Reef, das zwar rund 60 km vor der Küste liegt (und damit weiter als in Cairns), dafür aber mit klarsten Wasserverhältnissen aufwartet. Außerdem bietet sich ein Ausflug auf das landschaftlich überaus reizvolle Magnetic Island an.

 

Dienstag, 7. August 2001

Seagulls Resort TownsvilleNach einer Nacht mit etwas wenig Schlaf, wachten wir bei schönstem Sonnenschein auf. Das Frühstück war hervorragend im tropischen Garten mit allem, was man sich vorstellen konnte: frisches Obst, Müsli, Joghurt, Rührei, Bohnen, Würstchen, verbrannter Toast, Säfte.... Für heute überlegten wir uns die 8 km von Townsville entfernte Insel Magnetic Island zu besuchen.

Die 5.184 ha große Insel, die nur 8 km vor Townsville liegt, wurde schon 1770 von James Cook entdeckt. Weil er glaubte, der Kompass seines Schiffes würde von der Anziehungskraft von der Insel verwirrt, nannte er sie Magnetic Island. In Wirklichkeit waren magnetische Anomalien auf dem Meeresgrund die Ursache. Die aus Granitfelsen bestehende Insel ist heute zur Hälfte ein Nationalpark. Die andere Hälfte besteht aus pittoresken Dörfern und einer 40 km langen Küstenlinie, die mit zahlreichen Badebuchten die Tagesausflügler anzieht. Das gesamte Inselinnere und der Westteil der Insel sind Nationalpark und mit dichten Eukalyptuswäldern bewachsen.

Horseshore Bay auf Magnetic IslandAuf der Karte sah der Anleger für die Fähre nicht sehr weit entfernt aus, also tigerten wir zu Fuß los und erreichten nach einer ¾ Stunde die "Sunferry" . Die Überfahrt zur Picnic Bay dauerte ½ Stunde. Hier setzten wir uns in einen schon startbereiten Bus, der uns zum 10 km entfernten anderen Ende der Insel, der Horseshoe Bay transportierte. Die Fahrt war sehr schön, man erhielt viele Ausblicke auf das glitzernde Wasser oder die 400 Meter hohen, dichtbewachsenen Berge der Inselmitte. Der Strand an der Horseshoe Bay war ellenlang, wir wanderten fast bis zum Ende und stürzten uns in die Fluten, war sehr angenehm. Gegen halb sechs waren wir wieder am Hotel. Vor unserer Zimmertür wartete schon eine Dame auf uns, die jeden einen dicken DINA4 Umschlag in die Hand drückte mit der Bitte den Inhalt auszufüllen. In den Umschlägen befand sich jeweils ein Fragebogen mit 50 Fragen über Einkommen, wo Eltern und Ureltern herstammten, wie lange man wo wohnte, Adresse des Arbeitgebers, usw.. Dazu gab es eine dicke Erklärung, fast so grauenvoll wie der Jahresausgleich fürs Finanzamt. Bei uns würden solche Fragebögen Aufschreie von Datenschützern verursachen, hier war es Pflicht diese auszufüllen, sogar für Urlauber. Abends aßen wir im Hotel im Garten. Manfred aß Suppe und Thai Octopus, Ingrid Suppe und Spinat Ricotta Ravioli, ich Barramundi mit Gemüse, sehr lecker!


Mittwoch, 8. August 2001

Heute morgen fragte Manfred, ob wir als Touristen auch wirklich diesen Bogen ausfüllen müssten. Als Antwort kam: "ja". Schöner Schwachsinn, jetzt wird sicher unser Arbeitsweg vom Seagulls Resort zu unserer Arbeitsstelle nach Deutschland berechnet, denn einen Wohnort brauchte man nirgends angeben, sondern nur seinen derzeitigen Aufenthaltsort. Vielleicht konnte man es irgendwo angeben, auf alle Fälle hatten wir absolut keine Lust einen halben Urlaubstag in Townsville für diese 50 Fragen zu verschwenden und uns noch groß die Erklärungen durchzulesen. Da uns die verschiedenen Berufsausbildungsgrade in Australien unbekannt waren, kreuzten wir an, wir hätten keine Ausbildung. Das wird sicher eine Superstatistik. Seit heute glaube ich jedenfalls der Statistik des "Australian Bureau of Statistics" absolut kein Wort mehr. Sollten 1 Mill. Touristen im Land sein, kommt wahrscheinlich folgendes Ergebnis heraus: Der durchschnittliche Arbeitsweg eines Australier beträgt 10.000 km am Tag. Wir genossen noch einmal das leckere Frühstück auf der Terrasse bei wolkenlosem Himmel, dann brachen wir mit unserem Toyota Camry Richtung Süden auf. Als Ziel für heute fassten wir das etwa 210 km entfernte Bowen ins Auge.

Murray Bay in BowenAuf halben Wege zwischen Townsville und Mackay liegt Bowen. Diese Kleinstadt mit seinen 8.500 Einwohnern ist für ihren schönen Naturhafen, Sandstrände und Kolonialbauten bekannt. Sie ist von Gemüse- und Obstplantagen umgeben. Die schmackhaften Mangos der umliegenden Plantagen werden nach ganz Australien "exportiert". In der Umgebung gibt es schöne Strände: Queens und Kings Beach, Rose Bay; und die schönste Badestelle, die von großen Felsen eingerahmte Horeshoe Bay.

Dieser Ort wurde uns wärmstens empfohlen. Die Strecke verlief zuerst an vielen Zuckerrohrfeldern vorbei, bei dem Ort Ayr auch an Reisfeldern, an Gemüseanpflanzungen und später Weideland mit Eukalyptusbäumen und wenigen Rindern. Ab dem Weideland sah man sehr viele überfahrende Kängurus am Straßenrand liegen. Köchen Ingrid in Cannonvale Mittags erreichten wir Bowen und gingen auf die Suche nach einem bestimmten Resort, leider alles ausgebucht. Die Autos parkten schon dicht an dicht an der Horseshoe Bay. Das nächste hätte zwar eine freie Unit, die lag aber direkt mit Fenster zu einer Kreuzung, gefiel mir überhaupt nicht, ich wollte mal wieder ausschlafen. Der Ort selbst besteht aus zwei langgestreckten Straßen mit ein paar Geschäften. Nirgends fanden wir einen Hinweis auf eine Touristeninfo. Wir fragten in einem Zeitschriftenladen, die uns den Weg zu diesem sehr versteckten Büro beschrieb. Leider hing eine gute halbe Stunde ein Schild an der Tür: "Bin gleich zurück". Wir hatten keine große Lust mehr zu warten und starteten einen letzten Versuch eine freie Unit zu ergattern an der Murray Bay. Das Resort lag sehr malerisch im Grünen, mit Blick auf das kristallklare Wasser und ein paar Inselchen. Leider war sie belegt. Die Dame an der Rezeption meinte, sie hätte alles ausgebucht durch Rentner aus Victoria, die hier mehrere Monate überwinterten. Jetzt gaben wir die Hoffnung in Bowen entgültig auf und fuhren ins 60 km entfernte Airlie Beach. Kurz vor dem Ort, ein atemberaubender Blick auf dessen Hafen mit vielen Booten, den Whitsunday Islands und den Bergen im Hintergrund. Im Infobüro, was wir auf Anhieb entdeckten, gab man uns ein paar Empfehlungen. Eins gefiel uns ganz besonders, die "Sea Star Apartments" mit Blick über ganz Airlie Beach, dort hatte man uns aber leider zwei Sekunden vorher die letzte Unit weggeschnappt. Die Dame an der Rezeption empfahl uns alle Unterkünfte im 2 km entfernten Cannonvale. Sie meinte, die wären alle gut. Also fuhren wir wieder zurück. Und tatsächlich landeten wir einen Glückstreffer und zwar ein großes 2 Bedroom Apartment mit Wohnzimmer, Küche, Badezimmer, Waschmaschine und 2 Balkonen für 110 A$ die Nacht. Ingrid und ich warfen uns erst mal in den hauseigenen Pool und den schönen warmen Wirlpool. Abends deckten wir uns mit Lebensmitteln ein und Ingrid bekochte uns mit Spagetti.

Gefahrene Kilometer von Townsville nach Airlie Beach: 310 km - 4 ½ Stunden

Donnerstag, 9. August 2001

Backpacker in Airlie BeachNach einem reichhaltigem Frühstück, Ingrid schnitt dafür gestern schon fleißig Obst klein, fuhren wir nach Airlie Beach und checkten seit langem mal wieder unsere Emails im Touristeninfobüro (1 Stunde = 1 A$). Strand von CannonvaleDabei habe ich unserem Reisebüro von den beiden Pannen an den Flughäfen berichtet. Mal sehen, ob sie antworten. Das Wetter war wieder super, Sonne pur, etwas Wind und mittags 30°C. Die Verkäuferin eines Shops meinte, heute blies ein besonders kühler Wind. Na ja, sie ist wohl anderes gewöhnt. Es gibt wohl noch verfrorenere Leute als ich. Wir drehten eine Runde am Meer entlang bis zur Spitze, zurück durch den Ort. Sogar die Backpacker Unterkunft sah sehr hübsch aus, mit Blick auf die Bucht. Der Ort war recht belebt, ein typischer Touristenort, aber nicht so schlimm wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Trotzdem war ich froh, etwas außerhalb zu wohnen. Wieder in unsere Bude tranken wir Kaffee, schwammen ein paar Runden im Pool, relaxten und marschierten noch zum Strand von Cannonvale, der mit Mangroven bewachsen war. Abends bekochte uns Ingrid mit Lachsnudeln und gemischtem Salat, sehr lecker! Ziemlich früh fielen wir ins Bett.

Freitag, 10. August 2001

Kraniche am Proserpine RiverFür heute hatten wir uns eine geführte Tour ausgesucht und zwar: "Proserpine River ECO TOURS" für 48A$ pro Person. Wir wurden 5 Minuten von unserem Hotel entfernt mit einem Bus abgeholt und in ca. 25 Minuten zum Proserpine River, nahe der gleichnamigen Stadt Proserpine gebracht. Manfred übt sich im Damper backen Unterwegs kamen wir an vielen Zuckerrohrfeldern vorbei, während uns der Busfahrer dieses und jenes dazu erzählte, zum Beispiel dass Zuckerrohr 12 bis 16 Monate wachsen muss, bevor er geerntet werden kann. Am Fluss angekommen, wurden wir und die 11 anderen Teilnehmer in einen umgebauten Traktoranhänger verladen. Es wurde immer eisiger, Ingrid saß mit einer dicken Gänsehaut neben mir. Der Traktorfahrer fuhr ein Stündchen mit uns durch das Gelände "Wetland" erklärte uns Pflanzen- und Tierwelt und zeigte uns eine Schar hübscher, grauer Kraniche. Nun wurden wir zum Camp gefahren. Das australische Fähnchen flatterte schon im Wind. Ein Freiwilliger, in diesem Fall Manfred durfte den Teig für Damper vorbereiten, das ist ein australisches Buschbrot. Während das Brot in einem Topf gebacken wurde, setzten wir uns auf das offene Boot im Proserpine River. Der Bootsführer erklärte wieder alles mögliche, besonders erwähnte er immer wieder die Mangroven, von denen das Ufer bewachsen war. Zwischendurch sah man ein paar kleinere etwa 1 Meter lange Salzwasserkrokodile. Ein größeres, war leider etwas schüchtern und flüchtete ins Wasser, als wir uns ihm näherten. Hier bekam ich übrigens auch eine dicke Gänsehaut. Krokodil am Proserpine RiverNachdem es gestern gute 30 Grad hatte, rechneten wir gar nicht mit dem kalten Wind. Nach 1½ Stunden legten wir an und alle genossen Manfreds Damper mit Sirup oder Honig und dazu heißen Bushman's billy tea. Nach insgesamt fünf Stunden waren wir wieder zurück. Wir checkten unsere Emails und relaxten am Pool. Abends schmausten wir im"Bayside Restaurant" in Cannonvale. Ingrid aß Reef Fish, Manfred und ich Porterhouse Steak mit Pilzsauce und Gemüse. Der Chef des Hauses ging von Tisch zu Tisch und erzählte uns, dass er erst seit 6 Wochen dieses Lokal besaß und aus Cannes in Frankreich hierher ausgewandert ist.


Samstag, 11. August 2001

Koala im Tierpark CannonvaleFür heute nahmen wir uns den etwa 5 km von Cannonvale entfernten Wildlife Park vor. Der Eintritt kostete pro Erwachsenen 19A$, pro Kind 11,5A$. 1990 gewann dieser Park einen Preis. Jetzt fanden wir ziemlich erschreckend, in welchem Zustand der Park war. Ein Blauzungenskink lag blutüberströmt, mit blauem Blut, verletzt in seinem Käfig, eine Ente hinkte, die erste Vogelvoliere war in einem erschreckendem Zustand. Als wir dieses dunkle Loch betraten flog ein Raubvogel aufgeschreckt voller Panik an der Decke umher, sich ständig irgendwo anstoßend. Die kleinen Krokodile waren mit wenig Wasser, Wasserabflussrinne, zu zehnt in winzigste Käfige gesperrt. Zu Beginn waren wir fast die einzigen Besucher. Sehen konnte man heimische Tiere, wie Kängurus, Dingos, Salzwasserkrokodile, Kakadus, Cassowaries, Kookaburras und viele mehr. Am kleinen See tummelten sich so viele Enten, das man kaum einen freien Uferfleck erkannte. Einige der Enten gesellten sich zu unserer Fangemeinde und folgten uns den ganzen Weg durch den Tierpark, in der Hoffnung auf Fütterung. War ein ganz nettes Erlebnis. Anschließend relaxten wir in unserer Wohnung, wuschen Wäsche und tranken Kaffee. Nachmittags brachen wir in die City von Airlie Beach auf, checkten unsere Emails und fuhren nach Shute Harbour, wo die Schiffe zu den meisten Whitsunday Inseln starteten. Der Blick war natürlich auch toll auf die Bucht, Inseln und Schiffe. Abends aßen wir in Airlie Beach beim Chinesen vom Büfett, sehr lecker.

Sonntag, 12. August 2001

Blick auf YeppoonHeute war Abreisetag aus Cannonvale. Wir nahmen uns vor bis zum 500km entfernten Rockhampton zu fahren bzw. zu einem Ort an der Capricorn Coast, da zwischen Mackay und Rockhampton absolut nichts sein sollte, und nochmals nichts, so steht es im Reiseführer und so berichtete es mir ein Bekannter. Anfangs passierte man endlose Zuckerrohrfelder, die gar kein Ende nahmen. Nicht umsonst nennt sich Mackay mit seinen 52.000 Einwohnern "The Sugar Capital Of Australia", denn aus dieser Region stammt ein Drittel der gesamten australischen Zuckerproduktion. Hinter Mackay gingen die Zuckerfelder langsam in Weideland oder Bushland über. Außer ein paar Tankstellen zwischendurch gab es wirklich nichts, nichts und nochmals nichts. Villa Mar Colina in YeppoonAuf dieser Strecke zwischen Townsville und Brisbane soll es ja laut Statistik, ich hoffe vom "Australian Bureau of Statistis", denn in dem Fall muss sie ja nicht stimmen, die meisten tödlichen Unfälle geben. An den Straßenrändern wurde auch immer wieder darauf hingewiesen Pausen einzulegen. Die Straße war oft so eintönig, dass die Autofahrer tatsächlich leicht einschlafen könnten. Nach 4 ½ Stunden Fahrt erreichten wir kurz vor Rockhampton eine Abzweigung, die nach Yeppoon an der Capricorn Coast wies, die nahmen wir. In einer Tankstelle legten wir eine kleine Kaffeepause ein. In Yeppoon angekommen besorgten wir uns Unterkunftsprospekte und fanden auf Anhieb eine ganz tolle Wohnung. Auf die Frage, ob noch ein 2 Bedroom frei wäre, meinte er nein, aber wir könnten 3 Bedroom mit Preisnachlass bekommen. Was wollten wir mehr? Yeppoon ist übrigens für die schönsten Strände der Umgebung bekannt. Nachdem wir uns etwas frisch gemacht hatten, bummelten wir durch die James Street, die Hauptstrasse, checkten unsere Emails und kauften ein. Kurz vorm Supermarkt hörten wir einen Menschen von hinten herbeirennen. Ich macht schon vorsorglich Platz, als uns eine Stimme nach einem Fotoapparat fragte. Natürlich dachte ich im ersten Moment, da will einer ein Geschäft mit uns machen. Da erkannten wir den Besitzer des Emailcafes, der Ingrid ihren vergessenen Fotoapparat hinterher schleppte. Glück gehabt! Abends aßen wir im Restaurant: "Kelly's Bar & Restaurant" mit Lifegitarrenmusik. Hörte sich ganz nett an. Manfred und ich aßen Rumpsteak (350g), Ingrid Pasta mit Gemüse.

Folgendes fand ich über Yeppoon im Reiseführer:

Rund um den lebhaften Ferienort (35 km nordöstlich von Rockhampton) findet man die schönsten Strände der Umgebung. Vor allem japanischen Touristen zieht es magisch nach Yeppoon. Im Capricorn International Resort (8 km nördlich von Yeppoon), nächtigen bis zu 1.000 Urlauber täglich. - Erweiterungen sind im Bau!

Hört sich eher abschreckend nach Massentourismus an, aber wir sind eigentlich nur wenigen Touristen in Yeppoon begegnet. Also nicht abschrecken lassen vom Reiseführer!

Gefahrene Kilometer Airlie Beach - Yeppoon: 500 km - 5 ½ Stunden.


Montag, 13. August 2001

Lorikeets im Rockhamptoner Bot. GartenTrotz Wettervorhersage, dass es heute Schauer geben sollte, war kein Wölkchen am Himmel zu entdecken. Die Temperatur in der Früh betrug 18°C, mittags kletterte das Thermometer auf 22°C. Über Emu Park, das ist ein kleiner Ferienort, fuhren wir den Scenic Drive nach Rockhampton.

Rockhampton:

Hier ist der Übergang. Tropen -> Subtropen (Wendekreis des Steinbocks) Mit 62.000 Einwohnern ist die Stadt die größte zwischen Townsville und Brisbane. Haupteinkaufsquelle der Region ist die Rinderzucht, die bereits 1853 von den Gebrüdern William und Charles Archer begonnen wurde. Darum auch die stolze Eigenbezeichnung: Beef Capital of Australia. Der breite Fitzroy River trennt Rockhampton in zwei Hälften. Auf beiden Seiten des Flusses lohnt jeweils ein attraktiver Park einen Besuch: der tropisch wirkende Botanische Garten in South Rockhampton und die auf australische Flora spezialisierten Kershaw Gardens nördlich des Fitzroy River. Bergzüge trennen die Stadt von der ca. 30 km entfernten Küste. Das historische Stadtzentrum befindet sich am Südufer des Fitzroy River. Zahlreiche alte Gebäude sieht man in der Quay Street, z.B. die ANZ-Bank von 1864 und das Customs House von 1901. In der breiten Fußgängerzone East Street Mall kann man unter schattenspendenden Sonnenschirmen verweilen.

Flaschenbaum (rechts)Wir wollten heute den Botanischen Garten und den Zoo besuchen, also begaben wir uns nach South Rockhampton. Tipp für Pfennigfuchser: ALLES KOSTENLOS! Der Botanische Garten, am Fitzroy River gelegen, erstreckt sich über eine Fläche von 96 Acre. Ein kleiner Teil davon ist Tierpark, welcher eine große Vogelvoliere, Dingos, einen Wombat, Krokos, Koalas, Kängurus, Emus eben die hiesigen Tiere beheimatet. Der Bot. Garten ist nach Themen gegliedert und enthält Palmen aus aller Welt, Farne, einen japanischen Garten, einen tropischen Früchtegarten, Kakteen und spezielle Bäume, wie den Flaschenbaum, Sausage Tree usw.. Ach ja, plötzlich entdeckten wir per Zufall einen freilebenden Koala auf einem Eukalyptusbaum. Er hatte fast die gleiche Farbe wie der Baum. Nachmittags kauften wir Strandschuhe für Ingrid und tranken Kaffee auf unserem Balkon. Weil die Sonne immer noch so strahlte, besuchten wir noch unseren Hausstrand. Traumhaft leere Strände! Baden möchte ich allerdings nicht in der Nähe von Yeppoon, die Schaumkrönchen auf dem Wasser luden nicht gerade dazu ein. Abends aßen wir im heute neu eröffnetem Lokal "Cheers". In Yeppoon erwischten wir jedes mal Lifemusik, dieses mal war es ein Gitarren und Flöttenspieler, der auf irische Songs spezialisiert war. Man wusste nie, wann ein Titel aufhörte, bzw. der nächste anfing. Aber bei dem Altenclub, der drei Tische belegte kamen die Songs gut an. Nebenbei bemerkt, man fühlte sich richtig jung zwischen dem inzwischen mitsingendem und mitschunkelndem Publikum.


Dienstag, 14. August 2001

Zickzack Trail in den Capricorn CavesDas Wetter war wieder sonnig. Heute wollten wir die Kalksteinhöhlen (Limestone) "Olsen's Capricorn Caverns", 23 km nördlich von Rockhampton besuchen. Diese Höhlen sind in privater Hand, von einem Norweger namens Olsen entdeckt und gekauft. Inzwischen sind sie zwar noch in Privatbesitz, aber nicht mehr in Herrn Olsens. Die Höhlen sind durchwachsen mit Baumwurzeln des Fig Trees, die mit der Zeit ganze Felsen auseinander sprengen und zusammenstürzen lassen. Stündlich finden Führungen statt. Wir waren um 10 Uhr die einzigen und hatten die nette Führerin, Shannon, für uns. Sie erzählte uns vom Aufbau der Höhlen, dass es wenig Stalagmiten bzw. Stalagtiten gibt, da es wenig regnet, also kaum Wasser vorhanden ist. Dafür gibt es andere, vom wenigen Wasser herausgebildeten Formen, wie "Pop Corn".... Durch die hereinscheinende Sonne schimmern die Felsen, dort wo es feucht ist, grün von den Algen. Es gibt eine große Höhle, "Cathedral Cave" genannt, wo Weihnachtsfeiern stattfinden und auch Hochzeiten (ca. 8 im Jahr). Die Felsformationen geben der Höhle eine besondere Akustik. In einer Höhle befindet sich ein Loch oben, durch das die Sonne nur am 22. Dezember in die Höhle strahlt, nämlich dann, wenn die Sonne am höchsten steht. An dem Tag wird hier gefeiert, das Licht wird an den bunten T-Shirts der Besucher reflektiert und farbig an die Wände gestrahlt. Emu Park an der Capricorn CoastÜbrigens kann man zur Morgen- bzw. Abenddämmerung Wallibys an den Höhleneingängen beobachten. Im heißen Sommer ziehen sie sich gerne hierher zurück. Auch Fledermäuse sind häufige Gäste der Höhlen. Im Hochsommer, so erzählte es uns Shannon, flattern hier Millionen von den Tieren herum. Der Geruch ist dann nicht mehr so einladend. Sie fragte uns, ob wir einen kleinen Eindruck gewinnen möchten, vom Abenteuer des Herrn Olsen. Dazu drückte sie uns jeweils eine Kerze in die Hand und meinte, jetzt könnten wir uns alleine auf den Weg machen und einen schmalen Zickzackweg im Dunkeln zurücklegen. Sie suchte uns, wenn wir bis zum Abendessen nicht auftauchen sollten. Der Weg war wirklich sehr schmal und streckenweise sehr steil, so dass Manfreds Rucksack hängen blieb und Ingrid auf allen Vieren kriechend, durch das Festhalten mit einer Hand und die Kerze haltend in der anderen Hand, Manfreds Kamera auf den Felsen schrammte. Jetzt hatten wir unseren Eindruck, wie es den Entdeckern ging, obwohl sie keine Kamera dabei hatten. Der Eintritt betrug übrigens für 2 Erwachsene und ein Kind: 32 A$. Zum Abschluss aßen wir auf der Terrasse: "Fruit Scones with jam and cream". Serviert wurden sie uns wie zwei kleine aufgeschnittene Rosinenbrötchen mit Marmelade und Sahne obendrauf, sehr lecker, aber auch sehr sättigend. Nachmittags besuchten wir noch einen Strand zwischen Yeppoon und Emu Park, menschenleer, Strand, soweit das Auge reichte, Wasser war warm. Der einzige Haken, woher kamen die bräunlichen Schaumkronen? War es die fehlende Kläranlage oder war es nur unsere blühende Fantasie und es waren bloß harmlose Algen? Abends aßen wir so billig, wie schon lange nicht mehr und zwar für 40A$ zu dritt bei einem Chinesen vom Büfett. War sehr lecker. Man hätte fast meinen können, wir wären zurück in unserer Heimat, aber woanders scheinen die Menschen genauso gierig und gefräßig zu sein. Und zwar konnte man für 7A$ auch sein Plastikschälchen füllen mit so viel, wie hinein passte. Einige, bzw. viele nutzten die Gelegenheit und pressten richtig die Essensberge in das Gefäß hinein und kauten nebenbei, was sie mit den Fingern in den Mund stopfen konnten. Lustig zu beobachten!


Mittwoch, 15. August 2001

Heute hieß es Abschied nehmen von Yeppoon. Gegen 9 Uhr starteten wir Richtung Hervey Bay. Richtung Süden schien das Land nicht mehr ganz so trocken zu sein, wie im Norden. Aber in ganz Queensland bestand Waldbrandgefahr. Zeitweilig war der Bruce Highway sehr stark befahren, besonders von Wohnmobilen und Wohnanhängern. Fuhren 4 Wohnanhänger vor uns, musste man sich eine ganze Zeit gedulden an ihnen vorbeizukommen. La Mer in Hervey BayWurde die Fahrbahn mal breiter, überholte nämlich zuerst ein Wohnanhänger einen anderen, da er 5km/h schneller fahren wollte und dafür brauchte er den kompletten Überholstreifen. Gegen 14 Uhr erreichten wir das Infozentrum von Hervey Bay. Es sah aus, wie das größte Informationsbüro von ganz Australien, weitab nichts weiter. Das schien aber nur so, sie hatten sich das Büro mit einer Makadomia Nuss Fabrik geteilt. Es gab hier auch einen Ladenverkauf der Fabrik, lauter Produkte mit diesen Nüssen. Wir kauften uns ein sehr leckeres selbsthergestelltes Eis und deckten uns mit Prospekten und freundlichen Ratschlägen ein. Angekommen in Hervey Bay fiel uns an der Esplanade ein sehr hübsches, neuerstelltes Apartmenthaus auf: "La Mer". Wir hatten Glück und erhielten ein 2 Bedroom Apartment (110A$ die Nacht). Mit dem Auto erkundeten wir anschließend unseren morgigen Startpunkt der Fähre nach Fraser Island. Wie es der Zufall wollte, sollte ja heute Familie Kotzian ankommen, ihr Domizil war das "Kondari Resort" beim Botanischen Garten. Lorikeettreff in der AbenddämmerungDa wir uns abends mit ihnen treffen wollten, hinterließen wir eine Nachricht an der Rezeption und schauten uns ein wenig in der Umgebung um. Das Resort lag recht nett mit einem See in der Mitte. Scheinbar war es das einzige Übernachtungsangebot des Reiseveranstalters FTI, obwohl es in Hervey Bay mindestens 40 gab. Wir brachten unser Auto zu Hertz, dass hieß man gab das Auto einfach an der benachbarten Mobil-Tankstelle ab, die 24 Stunden geöffnet hatte, praktisch! Blauäugig wie wir waren, machten wir uns gegen 17:30 Uhr von hier auf den Fußmarsch zum Kondari Resort, das war unser vereinbarter Treffpunkt um 19 Uhr. Unterwegs entdeckten wir Bäume mit ganzen Scharen von laut zwitschernden Lorikeets. Gegen 18 Uhr erreichten wir schließlich unsere Unterkunft in der Esplanade. Jetzt waren es "nur" noch 5 km bis zum Ziel. Auf dem Stadtplan, wo man wie üblich keinen Maßstab fand, sah alles sehr nah aus. 10 vor sieben erreichten wir schließlich unser Ziel, Familie Kotzian wartete schon. Mit ihnen verbrachten wir in deren Hotelrestaurant einen netten Abend und tauschten unsere bisherigen Erlebnisse aus. Wir stellten fest, während Familie Kotzian von einem Highlight zu zwei anderen jagte, hatten wir schlicht und einfach unsere Zeit mit Urlaub machen vertrödelt :-). Noch einen Fußmarsch von einer Stunde hatten wir keine Lust, so ließen wir uns mit dem Taxi nach Hause fahren.

Gefahrene Strecke zwischen Yeppoon und Hervey Bay: 439 km und 5 Stunden
Gesamtgefahrene Kilometer zwischen Townsville und Hervey Bay: 1642 km.

Donnerstag, 16. August 2001

Start von Hervey Bay nach Fraser IslandHeute Nacht war es nicht gerade warm, dafür schien die Sonne auf unseren Balkon und wir frühstückten dort. Zwischendurch hörten wir einen merkwürdigen Vogel pfeifen, richtig melodiös, war es Mensch oder Tier, wir haben lange gezweifelt. Eine richtige Melodie hatte er drauf. Zuerst dachten wir ein Zimmervogel im gegenüberliegendem Haus, aber die Stimme kam mal von hier, mal von dort. Später stellten wir übrigens fest, dass es ein Magpie war. Gegen 10 Uhr räumten wir unsere Zimmer, lagerten unsere Koffer zwischen und checkten unsere Emails. Bis 11 Uhr hatten wir Zeit, dann sollten wir von einem Taxi, das wir gestern bestellt hatten, zur Fähre nach Fraser Island gebracht werden. Unterwegs kam plötzlich ein Magpie über die Straße gerannt und schoss noch einen Meter vor unseren Füßen vorbei, über den Gehweg, direkt auf ein Haus zu. Wir überlegten gerade, was er denn an der Eingangstür wollte, da hatte er sich auch schon eine kleine Eidechse von der Hausmauer gefangen und ist damit abgehauen. Er musste die Echse ja schon von der anderen Straßenseite gesehen haben.

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