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Donnerstag, 16. August 2001
Die
Fähre fuhr einigermaßen pünktlich ab, war ¾ leer und
setzte uns im Kingfisher Bay Resort ab.
Mit
einem offenen Bus wurden wir zur Rezeption gefahren und mit einem Drink
empfangen. Während wir auf unseren Bus zur Villa warteten, schwärmte
mir Ingrid von dem Resort vor und wie toll sie es fand und Manfred war dafür
besonders von den vielen Scheibenbremsen eines Gefährtes mit Anhängern
begeistert. Unsere Villa entpuppte sich als ein Traum. Sie grenzte mit
einer Mauer an eine weitere Villa, lag an einem Hang, man hatte den
Eindruck mitten im Wald zu wohnen. Ingrid konnte sich gar nicht mehr
beruhigen, so toll fand sie es. Die Terrasse war ebenso ein Traum,
Vogelstimmen ohne Ende. Nachmittags erkundeten wir das Gelände,
meldeten uns für die morgige Walbeobachtungstour an (pro Person
80A$), kauften Lebensmittel und bummelten am Strand auf und ab. Abends aßen
wir Pizza.
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Freitag, 17. August 2001
So
eine ruhige Nacht habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Einmal knallte
in der Nacht etwas von einem der Bäume auf unser Wellblechdach, aber
ansonsten, absolute Stille. Morgens ganz andere Vogelstimmen als in den
bisherigen Orten, hauptsächlich Raben. Nach dem Frühstück
in unserer Wohnung brachen wir zur Whalewatching Tour auf, die um
8 Uhr startete. Es war etwas windiger als gestern und ich hatte Sorge,
Ingrid wird vielleicht übel, ging aber gut. Nachdem uns unsere
Leiterin alles mögliche erzählte, was ich nicht verstand und wir
ca. ¾ Stunde unterwegs waren, entdeckten wir ein anderes
Whalewatching-Schiff mit vielen Leuten an Deck, in eine Richtung blickend.
Und richtig, beim näheren Hinsehen erblickte man einen großen
schwarzen Buckelwal. Plötzlich tauchten zwei Wale ganz nah
vor unserem Fenster auf. Schließlich hielt es uns auch nicht mehr
auf den Sitzen und wir stellten uns aufs vordere Deck. Die Wale schienen
zu spielen, ich weiß gar nicht wie viele es waren oder ob es immer
dieselben waren, die auftauchten, jedenfalls sah man sie, wie man es sich
vorgestellt hatte: blasend, ihre riesige Schwanzflosse hinausstreckend,
den Kopf oder fast ganz rausspringend. Die zwei Stunden, die wir bei den
Walen verweilten vergingen wie im Fluge. Ein tolles Erlebnis diese
riesigen Kolosse einmal ganz aus der Nähe gesehen zu haben! Die
Wellen waren so hoch und die Wellentäler so tief dazwischen, dass man
ab und zu eine kleine Dusche abbekam, wenn man nicht aufpasste, aber es
war ein lustiges Gefühl. Unsere Kameras blieben zum Glück von
den Duschen verschont. Wenige wurden seekrank. Einen Delfin sahen wir als
Zugabe dann auch noch. Gegen
halb elf kehrten wir um und um halb zwölf erreichten wir das
Kingfisher Bay Resort. Der Kapitän freute sich so bald auf Wale gestoßen
zu sein, dass wäre selten der Fall, meinte er. Wir freuten uns natürlich
noch mehr. Die Wale waren übrigens Buckelwale und sie zogen in diesen
Gewässern jetzt in die Antarktis. Im Oktober soll man sogar Walmütter
mit ihren Babys sehen und im September ist die Chance auf Wale zu treffen
am größten. Buckelwale werden übrigens 16 Meter lang,
wiegen 45 Tonnen und gehören im Gegensatz zu den Delfinen, die zu den
Zahnwalen gehören, zu den Bartenwalen. Mittags legten wir ein kleines
Päuschen ein. Hinterher meldeten wir uns für Sonntag zur großen
Inselrundfahrt an, checkten unsere Emails und drehten eine Runde zu einem
Lookout, weiter zum Mangroven bewachsenen Dungong Creek und am Beach zurück.
Für den 3 km langen Weg, brauchten wir ganz gemütlich 1 ¾
Stunden. Abends aßen wir ganz pompös im Hotelrestaurant "Seabelt"
und zwar vorweg eine australische Platte mit Känguru, Krokodil und
Emu, danach aß Manfred tasmanischen Lachs, Ingrid Catch of the day
und ich Barramundi.
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Samstag, 18. August 2001
Heute
Nacht wurde es ganz schön frisch, sogar Manfred leistete sich
eine Zusatzdecke, 14°C im Wohnzimmer und 16°C in unseren
Zimmern. Isolierung wird also auch hier nicht gerade groß
geschrieben. Auf Ingrids dringenden Wunsch frühstückten wir mal
im Resort-Restaurant. Es gab eigentlich alles von Säften, Müslis,
warme Sachen wie Würstchen, Pfannkuchen und Toast, Kuchen... Zum
bestimmt vierten Mal in meinem Leben probierte ich Vegemite. Manfred hatte
mir vorgelesen, dass die meisten Besucher Australiens deshalb Vegemite
nicht mögen, weil sie es zu dick auf den Toast auftrügen. Also
versuchte ich es hauchdünn, aber beim besten Willen, "Maggi"
schmeckt mir auch dünn nicht auf meinem Toast. Eigentlich hatten wir
heute vor zum Lake McKenzie zu laufen, dort zu baden und wieder
zurückzuwandern. Nach einem Blick auf die Karte gaben wir dieses
Vorhaben auf, es wären gute 20km hin und zurück gewesen. Später
erfuhren wir, dass man im Resort bloß Bescheid geben müsste,
dann hätten sie uns vom Lake McKenzie wieder abgeholt. So bummelten
wir am Strand entlang zur stillgelegten, beziehungsweise verfallenen McKenzies
Jetty. Auf einem gekennzeichneten Walking Track machten wir einen
kleinen Abstecher ins Hinterland zu "Historic Sites".
Wir waren schon auf diesen geschichtsträchtigen Platz gespannt. Was
uns letztendlich erwartete erinnerte mehr an einen Schrottplatz: ein
verfallener Lastwagen und sonstige alte, vor sich hinrostende Teile lagen
verstreut in der Landschaft herum. Aber
der Buschspaziergang und die Aussicht auf das Meer haben sich gelohnt. Als
wir wieder das Meer erreichten, hat sich das Wasser noch weiter zurückgezogen.
Wollte man zum Meer, musste man damit rechnen auf Stellen zu treten, wo
man bis über den Knöchel versank. Manfred entdeckte plötzlich
wieder die Soldatenkrabben, wie wir sie auf Moreton Island kennen
gelernt hatten. Trat man auch nur ganz vorsichtig auf sie zu, buddelten
sie sich im Nu ein und man sah nichts mehr von ihnen. Verhielt man sich
ruhig, wagten sich ganze Kolonien wieder aus ihren Löchern. Beim Zurücklaufen
sahen wir aber Milliarden dieser Krabben direkt an der Wasserlinie
entlang. Man konnte nicht ins Wasser gehen, so fürchterlich viele
davon gab es. Wir marschierten so dahin, plötzlich hörten wir es
von hinten trippeln und rechneten mit einem Jogger. Da lief, ohne groß
Notiz von uns zu nehmen ein Dingo an uns vorüber. Noch ein
tolles Erlebnis! Mittags tranken wir unseren Kaffee und kauften uns Kuchen
dazu. Abends aßen wir im Restaurant "Maheno", es
gab Büfett mit "Seafood".
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Sonntag, 19. August 2001
Für heute hatten wir eine Tagestour über die Insel mit
einem 4WD Bus gebucht. Es waren so viele Teilnehmer, dass wir auf 2 größere
Busse verteilt wurden. Als erstes ging es auf den Sandpisten zum etwa 8 km
entfernten Süßwassersee "Lake McKenzie".
Der
lag sehr idyllisch eingebettet im Wald mit ganz weißem Sandstrand.
Viel Zeit zum Verweilen blieb nicht. Nach einem kleinen Frühstück
mit Keksen und Kaffee ging es weiter zur Central Station, wo man
die hohen Kauri Bäume und Pinien bestaunen konnte. Früher galt
dieser Platz als der Haupt-Versorgungsort der Insel. In einem glasklaren
Bach, umsäumt von Farn und anderen Bäumen, entdeckten wir sogar
Aale. Die Ostküste der Insel ähnelte Moreton Islands Ostküste,
starke Brandung, langer Strand. Sah toll aus, vor allem erstreckt sich
dieser Strand, namens 75 Mile Beach fast bis zum Ende der Insel.
In Wirklichkeit soll der 75 Mile Beach aber "nur" 58 Meilen (92
km) lang sein. Na ja, der reichte uns auch. Wir passierten den Ort Eurong.
Laut Busfahrer verbringen hier hauptsächlich Backpacker ihren Urlaub.
In der Rainbow Gorge erhielten wir ein Lunch mit Büfett und
lernten bei der Gelegenheit Manfreds Bus Vordersitzer genauer kennen. Ein
nettes Paar, die Frau stammte aus Grainau bei Garmisch und wanderte mit
ihrem aus Irland stammenden Mann vor 30 Jahren nach Sydney aus. Weiter
ging es zu einigen Highlights der Ostküste, wie die "Pinnacles",
eine Sandsteinformation, wo durch das Wasser Minerale aus den Felsen
gewaschen wurden und jetzt in allen Farben leuchten. Dann hielten wir am
berühmten "Maheno Wreck", einem Schiffswrack, das
offiziell am 9. Juli 1935 in ein Zyklon geriet und im 2. Weltkrieg diente
es als Zielscheibe. Es war ein Passagierschiff, welches im 1. Weltkrieg
als Lazarettschiff diente. Jetzt sah es durch das Salzwasser sehr
verrostet aus. Nächster Stop: "Eli Creek", dem größten
Bach der Ostküste. Auf einem 400 Meter langen hölzernen
Spazierweg, konnte man eine Runde am Bach entlang unternehmen. Das Wasser
plätscherte kristallklar. Durchs Inland wurden wir mit noch einem
kleinen Stop zurück gerottelt. Einmal musste unser Busfahrer zweimal
Anlauf nehmen, um einen Sandweg bergauf zu schaffen. Die armen Geländewagen,
die uns entgegenkamen mussten immer ausweichen auf der schmalen Piste im
dichten Wald. Kurz vor Kingfisher Bay zurück, passierten wir
Waldarbeiter, die wegen der zur Zeit extrem hohen Waldbrandgefahr,
kontrollierte Brände legten. Alles in allem war dieser Ausflug recht
nett und man sah etwas von der Insel, was anders kaum möglich war,
aber täglich fände ich es eher lästig ständig mit
einer riesigen Gesellschaft von Punkt zu Punkt kutschiert zu werden. Was
mir auf unserer Tour auch auffiel, dass das Kingfisher Bay Resort der
weitaus einladenste und schönste Ort der Insel war. Abends aßen
wir wieder mal im Maheno Restaurant, heute gab es orientalisches.
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Montag, 20. August 2001
Unser
letzter Tag auf Fraser Island war angebrochen. Wieder Sonne pur und überhaupt
kein Wind. Wir liefen am Strand Richtung Dungonga Creek. Das war
das reinste Hindernisrennen, da gerade Flut war und das Wasser bis zu den
am Strand liegenden Baumstämme reichte. Eigentlich wollten wir den
Creek überqueren und auf der anderen Seite weiter wandern, aber er
war doch recht tief, so wanderten wir oben herum auf einem schönen
Waldweg wieder zurück, genossen ein Eis und entdeckten auf dem Rückweg
einen roten Zettel, der an der Zimmertür klemmte. Die
Hotelangestellten wollten um 11 Uhr unsere Koffer abholen, aber wir waren
nicht anwesend. Voller Schreck überlegte ich, ob wir heute etwa schon
den 21. hätten! Nachdem Manfred das Missverständnis aus dem Weg
geräumt hatte und bei Ansett noch unseren Flug bestätigte
relaxten wir erst einmal in unserer schönen Villa. Nachmittags
spazierten wir bei Ebbe noch am Strand entlang. Innerhalb eines
recht breiten Streifens zwischen Resort und dem Rest der Insel brannte man
gerade den Wald bis zum Strand ab. Wir wunderten uns, dass kein Mensch
dabeistand, aber es steckte sicher schon jahrelange Erfahrung dahinter.
Milliarden von Soldatenkrabben waren wieder unterwegs. Ingrid und ich
kehrten nach einer halben Stunde um und erledigten noch ein paar
Besorgungen vom Shop, während Manfred den Sonnenuntergang knipste.
Abends, als wir die etwa 200 Meter lange Strecke von unserer Villa zum
Restaurant zurücklegten, begegnete uns ein zweiter Dingo. Er trabte,
ohne von uns Notiz zu nehmen, an uns vorüber. Im Restaurant
Maheno gab es australisches Büfett mit Krokodil, Känguru,
gebackener Kürbis.... Es war sehr lecker.
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Dienstag, 21. August 2001
Zufällig
war der Emailanschluss frei, so dass wir am Abreisetag noch unsere Emils
checken konnten. Wetter war wieder gut und eine Rauchfahne lag schon in
der Luft, von den kontrollierten Buschbränden um das Resort herum.
Die Fähre fuhr pünktlich nach Hervey Bay. Beim
Kingfisher Bay Schalter fragten wir, ob wir unser Gepäck hinterlegen
dürften, da unser Flugzeug erst in 3 Stunden startete. Klar ging das.
Er bestellte ein Taxi für uns und warnte uns zu früh beim
Airport zu erscheinen, denn dort sei absolut nichts. Etwas ungläubig
war ich schon, erst ¾ Stunde vor Abflug mit dem Taxi dorthin zu
fahren, aber tatsächlich waren wir die ersten der sieben Passagiere,
die eincheckten. Es war eine winzige Maschine mit 15 Sitzen. Während
des Fluges entdeckte man viele Buschbrände. Ein Brisbaner Taxifahrer
erzählte uns hinterher, dass es gerade um Brisbane herum so
trocken sei, weil es dieses Jahr überhaupt noch nicht geregnet hätte.
Erstaunt war ich auch über Brisbanes Ausdehnung. Ich hatte es kleiner
in Erinnerung. Übrigens finde ich unverschämt am Brisbaner
Flughafen 3A$ für ein Trolley zu bezahlen. Sucht man den Weg vom Domestic
zum International Airport, wird man direkt zur Bahn geleitet, uns ging
es jedenfalls so. Man
musste seinen Trolley zurücklassen und durfte für die kurze
Strecke mit der Bahn noch einmal 3A$ zahlen pro Person, also 9A$ für
uns drei hinblättern (mit dem Taxi hätte es 7A$ gekostet und wir
hätten nicht so lange laufen müssen). Ein positiver Aspekt: Wir
wurden von einem Aufsichtsbeamten am International schon mit einem
kostenlosen Trolley empfangen. Viel zu früh erreichten wir den
Schalter der Singapore Airline, man konnte noch nicht einchecken. Wir
suchten daraufhin die Gepäckfächer, bezahlten noch einmal 11A$
und fuhren mit einem Taxi in die Stadt, mit der Bahn wäre es fast
gleich teuer gewesen. Der Taxifahrer erzählte uns, dass die Bahn nur
zum Flughafen so fürchterlich teuer wäre, alle anderen Strecken,
z.B. in die Vororte wären besonders günstig. Mit dem Taxi hatten
wir noch eine Beratung dazu und mussten nicht ewig warten. Wir bummelten
ein wenig in der geschäftigen Fußgängerzone umher und
suchten uns ein nettes Restaurant für den Abend, wo man viel Zeit
verbringen konnte. Durch Zufall entdeckten wir einen Italiener, wo man
sehr billig und gut essen konnte und genügend war es auch noch. Am
Nachbartisch lies sich auch eine 3 köpfige Familie nieder, die mich
nach dem Namen meines Gerichts fragte. Lustigerweise entdeckten wir
dieselbe Familie im Flugzeug nachher wieder. Wir erkannten sie an dem überdimensionalen
Teddybären im Rucksack. Pünktlich drei Sunden vor Abflug fanden
wir uns am Flughafen ein, der Schalter öffnete gerade. Wir gerieten
an einen besonders netten Angestellten. Auf dem gesamten Flughafen hielten
sich eigentlich nur noch Passagiere unseres Fluges nach Singapur
auf. Das nächste Flugzeug startete in Brisbane erst 5 Stunden später.
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