Toronto - Algonquin Park - Niagara Fälle

Anreise

 

Samstag, 17. August 2002

Superpünktlich stand unser bestellter Abholservice: "Kaulke Flughafentransfer" vor der Tür. Münchner FlughafenEr sammelte in Gersthofen noch drei weitere Gäste ein, Toronto: Hafenvertat sich mit der Hausnummer und wunderte sich, warum keiner erschien. Aber in den, vom Transfer Service geschätzten 35 Minuten, schaffte er die Fahrt von Gersthofen zum Münchner Flughafen unmöglich. Eine Viertelstunde später als gewünscht erreichten wir ihn schließlich. Die Zeit reichte aber gut, wir hatten jetzt noch zwei Stunden bis zum Abflug. Die Nordamerikafluggäste mussten aus Sicherheitsgründen ihre Koffer röntgen lassen. Da Air Canada zur Staralliance gehört und keinen eigenen Check-in Schalter in München betreibt, konnten wir uns irgendeinen Lufthansa Schalter aussuchen. So fix sind wir noch nie abgefertigt worden, super! Manfred meinte "Das Flugzeug ist aber auf alle Fälle jünger als die Crew". Die Bemerkung ist zwar nicht sehr freundlich, aber es stimmte und außerdem kann man das auch positiv deuten: Air Canada scheint ein sehr humaner Arbeitgeber zu sein und stempelt ihre Crew nicht ab 30 Jahren zum alten Eisen. Der Flug verlief angenehm, Filme doof wie immer, Essen auffallend lecker, es gab Maultaschen mit Gemüse. Ob das nun an der Münchner Flughafen Küche oder an der Airline lag, konnten wir erst nach dem nächsten Flug beurteilen.

 


Toronto

Zeitverschiebung mitteleuropäische Sommerzeit zu Ontario: MESZ - 6 Stunden. Toronto ist die Hauptstadt der Provinz Ontarios, mit 2,4 Mio. Einwohnern die größte Stadt Kanadas und nach New York, Chicago, Los Angeles und Mexiko City die fünftgrößte Stadt Nordamerikas. 1953 schloss sich die City of Toronto mit 12 umliegenden Ortschaften zu einer gemeinsamen Verwaltung zusammen und breitete sich über eine Fläche von 630 qkm aus. 1988 wurde Toronto von der UNO zur multikulturellsten Stadt der Welt erklärt, in der jede Kultur ihre eigene Identität bewahren kann.

Ankunft noch am gleichen Nachmittag in Toronto, leider nicht auf dem modernen Terminal 3, sondern auf dem uralten Terminal 1. Auf dem Rückflug versprach man uns, dass dieses Terminal innerhalb von 5 Jahren renoviert werden solle. Ewig mussten wir bei der Einreise in riesigen Schlangen warten. Dafür stand unser Gepäck schon teilweise verteilt am Gepäckband herum. In der Ankunftshalle sprach uns ein Mann an, ob wir einen Transfer zum Festpreis von 23 Euro zum Hotel "Novotel Centre" wünschten. Wir sagten zu, da uns der Preis vernünftig erschien. Taxi kostete etwas mehr und der Airportbus muss nach Personenzahl bezahlt werden, 10 Euro pro Person, wäre zu dritt also teurer und wir würden nicht direkt vor unserem Hotel abgesetzt werden. Das Hotel war ganz o.k. bis auf ein paar Kleinigkeiten: durchgebrochene Böden im Schrank, kaputtgebrochene Steckdosen und kein funktionierendes Licht am Zimmereingang. Das Wetter in Toronto: Schön, bei 28°C. Ein wenig bummelten wir am Hafen entlang und schmausten in einer Passage an einem japanischen Stand frisch zubereitetes Huhn mit Reis. Gegen 20 Uhr konnten wir so langsam unsere Augen nicht mehr offen halten. Es wäre zu Hause auch schon 2 Uhr morgens gewesen.

 

Sonntag, 18. August 2002

Ausgeschlafen sah die Welt bedeutend freundlicher aus. Das Frühstück war üppig, also typisch amerikanisch. Es gab auch French Toast mit Ahorn Sirup. Toronto: Skyline mit CN TowerMusste ich natürlich gleich probieren. Nach dem Frühstück entschlossen wir uns zu folgendem Angebot, das wir im Hotel buchen konnten "Land, Air & Water" für 44 Euro pro Person: Besuch des CN-Towers (Canada National Tower), 1-stündige Hafenrundfahrt und "Hop on hop off" Bus. Torontos grünen Oasen"Albert", der Mann bei dem wir buchten, war scheinbar etwas verwirrt, jedenfalls riss er sich von unseren 4 Vouchers die falsche Quittung heraus, was sowohl am CN-Tower, die am liebsten alle Vouchers kassiert hätten als auch am Hafen allgemeine Verwirrung auslöste. Da wir früh auf den Beinen waren, war der Andrang auf dem welthöchsten Turm noch nicht stark.

Der Tower ist zwischen 1972 und 1976 erbaut worden und ist mit seinen 553,35 Metern das höchste freistehende Gebäude der Welt. 1760 Stufen führen nach oben oder ein gläserner Aufzug. In 58 Sekunden wird man auf den 342 Meter hohen Skypod gebracht.

"Hop on bus"Die Aussicht war super. Hinterher begaben wir uns Richtung Hafen und ließen uns auf einem 3-stöckigem, kaum besetztem Schiff den Hafen von Toronto zeigen. Bis gestern dachten wir noch, um Himmelswillen, was für eine grauenvolle Stadt, heute sah man erst die vielen grünen Plätze und Inseln der Stadt. Der Bus, die letzte der drei Attraktionen heute, sieht wie ein englischer Stadtbus aus, rot und zweistöckig, aber er fährt als Cabrio, zumindest der obere Teil. Wir wurden knapp unterhalb der Stromleitung der Straßenbahn im Oberdeck des Cabriobusses an Torontos Sehenswürdigkeiten vorbeigeschaukelt. Blieb man stehen, verbruzzelte man fast in der Hitze, setzte sich der Bus in Bewegung, blies es einem sämtliche Schuppen aus den Haaren. Beim Chinesenviertel stiegen wir aus dem Bus und besuchten ein riesiges, sehenswertes Einkaufszentrum "Eaton Place". Abends aßen wir gegenüber unseres Hotels in der "Old Spaghetti Factory", war sehr lecker. Da es noch sehr früh war, tranken wir noch ein paar Schlückchen in der Hotelbar, spielten ein paar Runden "66" zu dritt, dann vielen wir müde ins Bett. Ingrid trank einen leckeren alkoholfreien Drink, namens Sherly Temple mit O-Saft, Ginger Ale und Grenadine.


Montag, 19. August 2002

Glück gehabt gestern mit dem Wetter! Heute hatte es 17°C und war bewölkt. Die Sicht vom CN Tower wäre heute nur halb so schön gewesen. Blick auf den Hay LakePer Zufall entdeckte Manfred einen Stand zum Internetsurfen im Hotel. Wir schafften jeder gerade nur die Bearbeitung von einer Email, wegen der komischen Tastatur und weil man mit den Dollareinwerfen kaum hinterherkam. Nach dem Auschecken vom Novotel, ließen wir uns mit einem Taxi zu Alamo, unserem Autovermieter transportieren. Es war ganz schön mühsam und stressig zu Beginn die richtigen Straßen zu finden. Dreimal verfuhren wir uns auf den zum Teil 12-spurigen Straßen. Aber irgendwann befanden wir uns doch auf richtigem Kurs zum Algonquin Park. Der Verkehr nahm immer mehr ab, je weiter wir uns von der Großstadt Toronto entfernten. An vielen Seen entlang führte unsere Straße zum Algonquin Park. Einmal den Park querend fanden wir hinter dem Ort Whitney unsere einsame und versteckte, im Internet gebuchte Hay Lake Lodge. Eine Angestellte wollte uns zur gebuchten Cabin führen, als sie merkte, dass diese schon belegt war. Sie fragte uns bedauernd, ob wir mit Cabin 1 Vorlieb nehmen wollten. Auf die Frage, wie groß diese sei, meinte sie es sei die größte mit 4 Schlafzimmern. Natürlich nahmen wir die! Sie lag ganz idyllisch am Hay Lake, auf der Terrasse stand eine Hollywoodschaukel, das Wohnzimmer war mit einem Kamin ausgestattet, Spielen, Büchern, einer Küche und wie gesagt 4 Schlafzimmern. Auf die Frage, ob wir auch noch den Schlüssel bekämen, meinte sie es gebe hier keine, keiner schloß ab. Das Abendessen im "Dining Room" war der Wahnsinn, besonders da die Familie nur für eine weitere Dreiergruppe kochte. Erst einmal hatte man von unserem Platz einen malerischen Blick über den Hay Lake, dann gab es folgendes zur Auswahl: Brokkolisuppe oder Salat, Lachs, Steak oder Huhn mit Reis oder gebackener Kartoffel und Gemüse und zum Nachtisch: Kuchen mit Ingwer oder Brownies mit Eis und Schoko- oder Himbeersauce. Ingrid und ich testeten den Lachs (wenn man schon in Kanada ist) Manfred das Steak. Ich wunderte mich, wie uns diese Mengen bekamen. Hinterher begrüßte uns noch die Besitzerin mit einem freundlichen Plausch. In der Hütte wärmte uns abends ein gemütliches Kaminfeuerchen mit Birkenholz, dass Manfred, unser Kaminmeister, in Gang hielt.

Fahrzeit heute: 4 Stunden, Entfernung: 350 km


Algonquin Park:

Der 1893 gegründete Provinzpark ist der älteste Ontarios. Ursprünglich lebten hier die Algonquin-Indianer. 1893 wurde das Waldgebiet unter Naturschutz gestellt. Der Park umfasst eine Fläche von 7650 qkm - das ist halb so groß wie das Bundesland Schleswig Holstein! - mit Wäldern, Hügeln, Flüssen, Mooren und fast 2000 Seen. Der südliche Teil ist durch einen Highway, Wander- und Wasserwege gut erschlossen; der nördliche Teil ist nur mit dem Kanu zu erforschen. Die Wanderwege sind übrigens genauestens beschrieben in seiner Länge und Verlauf. An jedem Startpunkt erhält man eine Broschüre mit dieser Beschreibung. Hier leben Hirsche, Bären Elche, Wölfe , Biber und viele anderen Tiere. Hält man sich mit dem Auto im Park auf, muss man sich einen Tagespass für 8 Euro kaufen.

 

Dienstag, 20. August 2002

Beaver Pond Trail im Algonquin ParkEin Blick aus dem Fenster, leichter Nebel liegt über Hay Lake, der von der Sonne bald verdrängt wurde. Im Zimmer betrug die Temperatur 17°C, Manfred hat den Kamin schon in Schwung gebracht. Pünktlich, zur vereinbarten Zeit wurde unser Frühstück ins Zimmer gebracht. Es bestand aus Kaffee, Orangensaft, Eiern, Croissants, Marmelade, Butter und Muffins. Uns gefiel es hier so gut, dass wir am liebsten verlängert hätten in dieser Lodge, aber als Manfred nachfragte, war leider alles ausgebucht. Für heute nahmen wir uns den Algonquin Park vor. Etwa 10 km westlich des Parkeinganges hielten wir am Beaver Pond und liefen einen ausgeschilderten 2 km langen Track, einmal um den Teich herum. Unterwegs huschte ein kleiner Eastern Chipmonk immer mit uns den Weg entlang. Der Weg führte aufwärts und abwärts, am Teich vorbei, mit Blick auf zwei große Biberbauten, auf Felsen mit Aussicht, zum Parkplatz zurück. Nachmittags nutzten wir unsere schöne Lodge, fuhren mit einem Motorboot (Ruderboote gab es leider nicht) auf dem See umher, genossen bei einem "Upper Canada" die Aussicht auf den See und marschierten zum Essen. Es gab Pfeffersuppe oder Blattsalat, dann Beef Madeira, Ravioli mit Pilzfüllung oder Scampies und zum Nachtisch Apfelkuchen oder Hay Lake Sundae.


Mittwoch, 21. August 2002

Das Wetter begann wieder gut. Nach einem reichhaltigen Frühstück brachen wir zum Algonquin Park auf. Lookout Trail im Algonquin ParkSchreck in der Morgenstunde, Manfred konnte gerade noch so bremsen, fast hätte er ein Reh mit dem Kühler erwischt. Ein zweites Reh kehrte zum Glück schnell um. Heute wanderten wir auf dem 1,9 km langen Lookout Trail. Hat sich gelohnt, am Ende erhielt man einen fantastischen Überblick über die riesigen Dimensionen des Parks. Abendstimmung am Hay LakeNach einer Stunde erreichten wir wieder das Auto. Nachdem Ingrid am liebsten noch weiter gelaufen wäre, nutzten wir ihren Eifer und wanderten anschlißend den 7,7 km langen Track and Tower Trail. Der erwies sich als noch viel schöner. Es war ein Waldweg, der hauptsächlich durch Ahornwald mit ein paar Birken und Nadelbäumen führte, am Cache Lake entlang. Am anderen Ende des Sees konnte man noch einen alten Eisenbahndamm erkennen, der 1886 zur Holzabfuhr fertiggestellt wurde. Unterwegs kreuzten immer wieder kleine Chipmonks unseren Weg, auch ein Specht ließ sich nicht bei seiner Arbeit stören. Am Schluss ging es ziemlich steil bergauf, man wurde aber mit herrlicher Aussicht belohnt. Übrigens trafen wir hier zum ersten Mal auf Deutsche. Die Runde dauerte 2,5 Stunden. In unserer Hütte angekommen relaxten wir erst einmal.

Donnerstag, 22. August 2002

Beim Aufwachen regnete es leider in Strippen. Unser heutiges Ziel war Parry Sound. Abreise von der Hay Lake LodgeNach ungefähr 3 Stunden erreichten wir den Ort an der Georgian Bay mit mal mehr mal weniger Regen. Dieser empfohlene Ort war grauenvoll! Vorgebucht hatten wir nicht, das Wochenende nahte, wie sollten wir hier eine Unterkunft finden? Zwar eignete sich dieser Ort als guter Startpunkt zu schönen Ausflügen um 30.000 Inseln herum, aber das gleiche hatten 1 Millionen Toronter auch vor und so kämpften wir uns nur mühsam durch den 6000 Seelen Ort ohne Aussicht, irgendwo einen Stadtplan ergattern zu können oder eine Bleibe zu finden. Es gab nur einen heruntergekommenen Infostand mit zwei bis drei Prospektchen. Schließlich entschlossen wir uns dem Ort zu entfliehen und gingen auf der Route 124 auf die Suche nach Unterkünften. Die erste, die wir anstrebten war ein abgelegenes Superluxushotel mit Tennis und Golfmöglichkeiten. Ich glaube, hier hätte vorher unsere Garderobe etwas aufgebessert werden müssen. Wir kehrten um, versuchten es bei einigen, aber entweder gefielen sie uns nicht oder sie waren belegt. Schließlich schlossen wir den Kreis in Huntsville (kurz vor dem Algonquin Park nach 6 Stunden Fahrt) und checkten im Holiday Inn am Peninsula Lake ein. Hier konnten wir wenigsten zwei Nächte bleiben. Leider gab es nur 2 Betten Zimmer, Ingrid opferte sich auf dem Fußboden zu schlafen. Die Betten waren zwar groß, ca. 1,30 m breit, aber was nützten diese Dimensionen, wenn nur zwei solcher Apparate in die Zimmer passten, für zwei zu klein, für einen zu groß. Aber irgendwie genoss man auch mal wieder die Infrastruktur eines Hotels. Das Abendessen war lecker, es gab im Mövenpick Hotel-Restaurant BBQ mit vielen Salaten und Beilagen zur freien Auswahl.


Freitag, 23. August 2002

Nach einer verhältnismäßig ruhigen Nacht, für so einen riesigen Kasten, frühstückten wir mir frisch gepresstem Orangensaft, Bircher Müsli (hier wie Birtsch ausgesprochen) und allem was dazugehört. ChipmonkIn Sorge wegen der vielen ausgebuchten Hotels am Wochenende, reservierte Manfred lieber von hier aus schon ein Hotelzimmer im Holiday Inn in Toronto, damit die Sucherei ein Ende hatte. Mizzy Lake Trail im Algonquin ParkManfred schlug vor, zur Krönung einen 11 km angen Trail im Algonquin Park, den Mizzy Lake Trail, zu unternehmen. War eine gute Idee! Dieser Trail ist dafür bekannt, dass man eventuell Wild sieht, darum waren auch keine Hunde erlaubt. Der Parkplatz war sehr voll, aber unterwegs trafen wir anfangs keinen Menschen. Plötzlich hörten wir lautes Gekreische und dachten aus der Traum von Wildbeobachtungen, wenn so eine riesige Gruppe vor uns marschierte. Die Gruppe entpuppte sich als 6 Italiener. Mir fiel dabei sofort der Witz ein: Sagt der Reiseleiter zu seiner italienischen Reisegruppe "Wenn Sie mal kurz leise sind, hört man das Tosen des Wasserfalls". Der Weg wurde immer idyllischer. Wir passierten auf Waldwegen und zum Teil auf Stegen über die neun Seen in vier Stunden diese herrliche Runde. Wir beobachteten Wasserschildkröten, eine große, eine kleine Schlange, mehrere Chipmonks, viele Libellen, zwei Eichhörnchen, Raupen, zwei Kraniche und vieles mehr. Die Botanik wechselte von Ahorn-, Birkenwäldern, Nadelbäumen, Wollgras und so weiter. Nachmittags saßen wir auf der Terrasse, tranken unser "Canadian Molson" und schrieben Postkarten. Abends gab es wie gestern BBQ, diesmal mit Lachs, sehr lecker.


Samstag, 24. August 2002

In 2,5 Stunden (250 km) erreichten wir bei sehr starkem Autoverkehr unser vorgebuchtes Hotel in Toronto "Holiday Inn" in der Dixon Road, nahe beim Airport (pro Zimmer für uns drei Personen 84 Euro). Niagara auf kanadischer SeiteDas Zimmer lag ebenerdig, die Fenster konnten geöffnet werden im Gegensatz zum Holiday Inn beim Algonquin Park. Aber wie dort auch, betrat man eigentlich einen Eisschrank, bei der auf 14°C eingestellten Klimaanlage. Im Bistro kauften wir jeder einen überdimensionalen Muffin, Ingrid und ich schafften gerade mal die Hälfte (kleine Lebensmittel gibt es nicht!). Manfreds hatte die Idee rasch die Niagarafälle zu besuchen. Also nichts wie los, was sollten wir uns in Toronto noch groß ansehen. Raus ging es aus der Stadt über 6 bis 12-spurige, recht lebhaft befahrene Highways, bis wir schließlich nach 1,5 Stunden (100 km) die Niagarafälle erreichten. Das lohnte sich unbedingt, auch wenn der Ort eher einem Rummelplatz glich. Man sah Menschen aus aller Herren Länder. Die Niagara Fälle mit "Maid of the mist"Einen Parkplatz fanden wir übrigens etwas nördlich des Wasserfalls an einer Kirche, 10 Minuten zu Fuß von den Wasserfällen entfernt. Ingrid und ich beobachteten die besonders dicken Menschen hier. Wenn wir meiner Mutter die Fotos dieser Frauen zeigen, wird sie nicht mehr über ihre zu dünnen Beine klagen, sondern sich freuen, nicht mit solchen Stampfern geschmückt zu sein. Abends schmausten wir im Hotelrestaurant "Perkins". Ingrid hatte keinen besonders großen Hunger und bestellte sich ein Sandwich, ich wollte ein letztes Mal Lachs in Kanada essen und Manfred bestellte sich ein Steak. Auf jedem Tisch stand übrigens eine Flasche "Heinz". Man musste nicht um ein winziges Tütchen Ketchup betteln, wie bei uns. Die größte Portion bekam Ingrid, die Pommes quollen über den Teller und die vier belegten Sandwichs konnte ein Normalsterblicher kaum bezwingen. Lachs und Steak waren übrigens auch sehr lecker, mit zwei Beilagen nach Wahl + Blattsalat (schaffte ich nicht, ich bin keine Ziege) und Brötchen. Manfred stürzte sich zum Abschluss noch in den Hotelpool.


Sonntag, 25. August 2002

Typisch amerikanisches Frühstück! Ingrid wollte wieder das kleinste bestellen und erhielt das größte. Wie stellte sie das nur an? War es vielleicht doch Absicht? Sie erhielt 5 French Toast vor Fett triefend mit Sirup, ich aß eine überdimensionale Waffel mit Erdbeersoße und Sahne, Manfred Toast mit Lachs und Rösti. Wenn man sich so umsah im Raum, bestellten alle solche überdimensionalen Mahlzeiten und fast alles wurde weggeputzt! Aber o.k., man sah es ihnen auch an. Der kleine Orangensaft, den wir bestellten, war übrigens ½ Liter oder heißt small hier large? Bis 12 Uhr nutzten wir noch unser Hotelzimmer, anschließend vertrödelten wir die restliche Zeit bis zum Abflug über Honolulu und Sydney nach Adelaide, in Ontarios größtem Shopping Center: "Square On". Wir hangelten uns wieder über, auf und unter 12-spurigen Straßen hindurch. Zu unserer aller Freude entdeckten wir nach langer Zeit ein Internet Cafe. Beim Verzehr von einem Kaffee oder sonst etwas von einem Wert von mindestens 3 Euro durfte man umsonst surven, so lange man wollte. Wir verzehrten jeder eine Suppenterrine Cappuccino und durften alle drei PCs belegen. So, nun ging es zum Flughafen, bzw. Auto abgeben. Der Alamo-Busfahrer setzte uns, obwohl er uns zweimal nach unserem Ziel fragte am falschen Terminal ab. Zum Glück fragte uns eine Flughafenangestellte bevor wir uns in die riesige Schlange für USA-Ziele einreihten. Unser Flugzeug in HonoluluUnser Zwischenziel hieß Honolulu und wir nahmen an, Hawaii lag in den USA. Falsch gedacht! Auch auf meinem Reisebüroausdruck stand das falsche Terminal. Vielleicht hatte man es erst kürzlich geändert. Die Kontrollen waren sehr streng auf amerikanischen Flughäfen. Zweimal, zuerst bei den normalen Sicherheitskontrollen, dann beim Borden, durfte Manfred sein ganzes Handgepäck ausräumen und seine Schuhe ausziehen. Das witzige war, dass ihn genau die gleiche Dame zweimal untersuchte. Der Angestellte neben der Dame wies sie darauf hin, aber sie wollte den Fehler wohl nicht eingestehen und suchte kräftig weiter. Der 9-stündige Flug nach Honolulu verlief recht angenehm, zu Ingrids Freude gab es an Bord den Kinofilm "Spiderman". Vor der Landung mussten alle Passagier, einschließlich Transitpassagiere Visum und Zollbögen ausfüllen.

Hier in Honolulu wurden wir mit einem freundlichen Aloha empfangen und in Bussen in die Immigration Halle transportiert. Die Abfertigung verlief schnell und war sehr gut organisiert von Angestellten die immer ein Lächeln auf den Lippen hatten. Am Gepäckband nahmen wir unsere Koffer in Empfang, in einer Nachbarhalle durften wir sie aufs nächste Gepäckband stellen. Bei der Handgepäckkontrolle wurde ich freundlich gefragt, ob es mir etwas ausmachen würde, wenn meine Tasche kontrolliert würde. Daneben stand allerdings ein Mensch mit Maschinengewehr im Anschlag, wer traute sich da "Nein" zu sagen. Videokamera, Zubehörtasche, Medikamententäschchen und Umschlag mit Münzen wurden noch einmal geröntgt. Der Angestellte räumte meine Tasche sogar ordentlich wieder ein.


Montag, 26. August 2002

Der heutige Eintrag fällt kurz aus, dieser Tag wurde uns durch die Zeitverschiebung fast vollständig geraubt. Ach ja, es lag übrigens nicht nur am Münchner Flughafen, dass das Essen an Bord der Air Canada, gut war. Auf den weiteren Flügen schmeckte es uns auch besser, als bei anderen bisher besuchten, wie die Air New Zealand, Qantas usw.

 

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