Australien: Adelaide und Kangoroo Island

Adelaide

Zeitverschiebung mitteleuropäische Sommerzeit zu Südaustralien: MESZ + 7,5 Stunden. Adelaide ist mit seinen 1,1 Mio. Einwohnern die Hauptstadt Südaustraliens und die fünftgrößte Stadt Australiens. Unter den ersten Siedlern, die 1837 den Süden Australiens erreichten, waren bereits viele Deutsche - Protestanten aus Schlesien, die unter der Herrschaft König Friedrich zu leiden hatten. Natürlich ist die Stadt auch wegen der hervorragenden Weinen seiner Umgebung bekannt. 2/3 aller australischen Weine stammt aus Adelaides unmittelbarer Umgebung.

Kangaroo Island

Dienstag, 27. August 2002

Eher überpünktlich landete unser Flieger in Sydney. Da alle anderen Fluggesellschaften, außer Qantas, Air New Zealand und noch ein paar anderen Ausnahmen Gepäck und Passagiere voller Ungeziefer befördern, mussten unsere Stewards mit Desinfektionsspray herumlaufen und in die geöffneten Gepäckablagefächer unter Aufsicht von Quarantäneangestellten besprühen. Nach 10 Minuten kam das o.k., wir durften aussteigen. An den Einreiseschaltern und am Gepäckband ging alles auffallend flott vor sich. Wir wurden gleich von einer "Qantasdame" zu dem kostenlosen Transferbus des Domestic Terminals geleitet.

Achtung! Beim Terminalwechsel vom International zum Domestic nicht auf die Werbung am Gepäckband hereinfallen, wo die kostenpflichtige Bahn angepriesen wird, als ideales Transportmedium zwischen den beiden Terminals. Es ging nämlich per Qantas Bus, wie schon beschrieben kostenlos!

Shopping Center AdelaideAm Domestic Terminal checkten wir nach Adelaide ein und warteten eine Weile auf Frank, Manfreds Sydneyer Emailbekannten, mit dem wir uns hier treffen wollten zur konspirativen Schmugglerwarenübergabe. Nein, Manfred versprach Frank, ihm einen heißersehnten Pocket LOOX mitzubringen. Plötzlich sahen wir einen Mann ohne Handgepäck schnurstracks auf die Sicherheitskontrollen zustreben, der auf Manfreds Beschreibung passen könnte. Er blickte sich aber auch nicht eine Sekunde um. Wir warteten und warteten und beschlossen diesen Mann hinter den Sicherheitskontrollen zu suchen. Erfolglos! Wir saßen noch nicht lange an unserem Gate, da strebte ein ganz anderer Mann auf uns zu mit den Worten "Hallo Manfred". Na ja, da hatten wir wohl den falschen verfolgt. Bei einem Tässchen Kaffee plauderten wir bis zu unserem Abflug. Der 2-stündige Flug nach Adelaide verlief angenehm. Am Adelaider Flughafen, nahmen wir unserer Hertz Mietwagen in Empfang. Ich betone das deshalb so, weil der erste Eindruck des Wagens bedeutend angenehmer war als bei Alamo in Toronto. Schweine in Adelaids FußgängerzoneEs gab wenigstens eine Bedienungsanleitung, wenn man sie in diesem Auto bisher auch noch nicht brauchte, im Alamo Buick fanden wir partout den Lichtschalter nicht und noch andere kleine Sachen nach denen wir uns gerne erkundigt hätten, mussten wir ungeklärt lassen oder durch ewiges probieren selber herausfinden. Dann lag ein dickes Stadtplanbuch auf dem Beifahrersitz beim Hertz Wagen. So etwas liebe ich besonders! So genug vom Leihwagen, dank der guten Beschreibung der freundlichen Dame am Hertzschalter und des Stadtplans fanden wir unser Hotel sofort, die "Saville Park Suites" in der Hindley Road. Es lag mitten in der Stadt, die Straße gehört eigentlich zum Rotlichtviertel Adelaides, wie wir später erfuhren. Man merkte es aber nur an den Geschäften, sonst ist es nicht vergleichbar mit den entsprechenden Vierteln anderer großer Städte. Mittags bummelten wir durch die Fußgängerzone, beantworteten in einem der unendlich vielen Internetcafes unsere Emails, gingen abends bei einem Inder Essen und vielen sehr früh ins Bett. Beim Inder betraten wir das ganz leere Kellerlokal, nur ein überdimensionaler Farbfernseher lief, mit Musikvideos aus Indien. Der TV war so riesig, dass wir überlegten, wie sie ihn wohl zur Haustür hereingebracht hatten. Das Essen war übrigens sehr lecker und preiswert (23 Euro: Essen für 3 Personen + 1 Flasche Rotwein + 1 Fanta). So wenig hatten wir schon lange nicht mehr bezahlt. Aber Australien ist ja auch nicht Kanada!

 

Mittwoch, 28. August 2002

Wir saßen gerade beim Frühstück, da fing es an zu tröpfeln. Tram in Victor HarbourAlso nutzten wir die Gelegenheit und planten mittels unserer gestern besorgten Prospekte, unseren Kangaroo Island Aufenthalt. Nachdem wir uns schlüssig waren, besuchten wir das zuständige Reisebüro: City Centre Travel in der 75 King William Street. Ich glaube, wir wechselten kaum ein Wort, schon fragte uns ein Angestellter in deutsch, mit dem besten Hamburger Dialekt nach unseren Wünschen. Woran erkannte der das nur? Er kannte auch das Cottage, was wir ausgesucht hatten, zeigte uns ein Foto von der Lage, gab uns Tipps zur Gestaltung der Tage, meinte, wir sollten doch zur besseren Tierbeobachtung um das Cottage herum das Licht brennen lassen in der Dämmerung, dass würde die Tiere anziehen. Kurz und gut, nach einer halben Stunde traten wir glücklich und zufrieden aus dem Reisebüro, einschließlich ein paar Zusatztipps für Adelaide. Warnung auf Granite IslandIn "unserem" Internetcafe beantworteten wir unsere Mails. Mittags fuhren wir auf die Fleurieu Peninsula zum etwa 90 km entfernten Victor Harbor, an der Encounter Bay. Dies ist ein kleiner Ferienort, mit etwa 5400 Einwohnern. Früher jagte man hier Wale. Wir besuchten die vorgelagerte kleine Insel, namens Granite Island. Dieser Ort gilt als Seelöwen und Pinguinparadies. Mittels eines schmalen Holzstegs kann man sie entweder zu Fuß oder per Pferdekutsche auf Schienen erreichen. Wir wählten den Fußweg und glaubten auf einem kleinen Felsen, vielleicht 20 Meter entfernt von uns einige Pinguine entdeckt zu haben, die sich aber leider vergrößert auf den Fotos als Vögel entpuppten. Plötzlich schob sich eine dicke Wolke vor unsere Kameralinsen, die ersten Tropfen fielen. Allzu sehr waren wir nicht gegen Regen gewappnet, aber zum Glück trabte gerade Misty, das Pferd mit der Pferdekutsche vorüber, mit der wir uns auf den Rückweg begaben. Ingrid durfte Misty mit einer Karotte füttern. Die Landschaft auf der Fleurieu Peninsula ist übrigens hügelig, mit Weinbergen und Eukalyptusbäumen, richtig hübsch. Jetzt wuchs bei uns erstmals das Australien-Feeling in diesem Urlaub. Zurück in der Stadt, gingen wir im Pancake House in unserer Nähe zum Essen. Das Essen war o.k. und noch preisgünstiger als gestern. Manfred aß German Pancake (mit Wurst und Bacon), ich Pancake Mozzarella (mit Käse, Wurstscheibe, Ei und Hackfleisch- Tomatensauce), Ingrid Pancake (mit Schinken, Käse und der gleichen Sauce wie ich).

 

Donnerstag, 29. August 2002

Heute morgen regnete es kurz nach dem Frühstück, war aber nicht von Dauer. Die Temperatur betrug um 9 Uhr 11 Grad. Dieses Hotel ist eins der wenigen Häuser, die ich in Australien kennen gelernt habe, wo man sich temperaturmässig innen nicht gleich wie im Freien fühlt. Vor dem Frühstück um 7:30 Uhr sahen wir uns auf SBS die täglich außer Sonntags ausgestrahlte halbstündige deutsche Nachrichtensendung der Deutschen Welle an. Man wird hier fast besser informiert als zu Haus mit den ewigen blöden Kommentaren zwischen den Nachrichten. Auf ging's durch die Fußgängerzone bis zum grünen Gürtel der Stadt, wo sich unter anderem der Botanische Garten befindet. Der grüne Gürtel ist eine Meile breit und umspannt die ganze Innenstadt. Botanischer GartenDer Angestellte des Reisebüros, bei dem wir gestern unsere Kangaroo Island Tour buchten, erklärte uns, man habe diesen grünen Gürtel früher zum Schutze der Stadt angelegt. Und da Kanonenkugeln nicht über eine Meile hinausflogen, legte man ihn eine Meile breit an. Der Besuch des Botanischen Gartens ist kostenlos auch einen Übersichtsplan kann man sich am Eingang aus einer regengeschützten Box holen. Wir trafen kaum Besucher, sahen eine Menge Vögel, auch einige Enten ungewohnt in drei Meter Höhe auf Eukalyptusbäumen sitzend und natürlich viele Pflanzen. Nachmittags drehten wir eine Runde mit dem kostenlosen Bus, der im 5 Minuten Takt seine Runden durch die Innenstadt dreht. Es gibt zwei solcher Linien, eine dreht in größerem Takt eine größere Runde durch und um die Stadt. Dieser Busse wurde aber nicht nur von Besuchern genutzt, mussten wir feststellen, sondern er füllte sich im Nu, unter anderen mit Schulkindern, die auf dem Weg zum Bahnhof einen kurzen Abstecher zur Fußgängerzone, der Rundlestreet unternahmen und innerhalb kürzester Zeit konnte man sein eigenes Wort nicht mehr verstehen. Seit gestern plagte mich ein dicker werdendes Gerstenkorn am Auge. Eigentlich wollte ich erst mal abwarten, ob es nicht doch selber verschwindet, aber dann besuchten wir eine Pharmacy-Abteilung des Kaufhauses, namens Mayr. Die Dame sah sich mein Gerstenkorn an, holte eine Fachkraft, die sich das auch noch einmal betrachtete und verkaufte mir eine Augensalbe mit ausführlicher Anwendungsberatung. Toll, dass das so einfach ging, ich befürchtete, wie in Deutschland brauchte ich erst ein Rezept für die Salbe, was endlose Suche und Warterei bei einem Augenarzt bedeutet hätte. Abends gingen wir zu einem Italiener in unserer Straße, der Hindley Street. Die ganze Mannschaft war sehr geschäftstüchtig. Während wir auf unser Essen warteten, zog zögernd eine größere Gruppe vorbei. Der Ober sauste zur Tür hinaus, nach einigen Minuten erschien er samt Gruppe im Lokal. Das Essen war sehr gut und viel, wir testeten alle drei Pasta.

 

Kangaroo Island

Australiens drittgrößte Insel, 156 km lang und 57 km breit. Bis vor 9500 Jahren, der letzten Eiszeit war die Insel noch mit dem Festland verbunden. Anschließend stieg der Wasserspiegel. Ungestört konnten sich hier Tier- und Pflanzenwelt entwickeln. Die einzig eingeführten Tiere waren Wildschweine, die hier für Schiffbrüchige ausgesetzt wurden. Noch heute sind auf dieser Insel Haustiere verboten lese ich gerade. Kann aber nicht stimmen, denn es liefen hier einige Katzen herum. Seit 1847 sind rund um die Insel 40 Schiffe untergegangen, per Tauch-Safaries können einige Wracks von Western River aus besichtigt werden. Der ganze Westteil der Insel besteht aus dem Flinders Chase National Park.

 

Freitag, 30. August 2002

Noch vor dem Wecker wachten wir gegen 5 Uhr auf. Heute mussten wir früh aufbrechen, um rechtzeitig unsere Autofähre nach Kangaroo Island im ca. 110 km entfernten Cape Jervis zu erreichen. Fähre nach Kangaroo IslandDer Verkehr um 6:30 Uhr war schon recht lebhaft. Nach ca. 1 ¾ Stunden erreichten wir die Fähre. Übrigens man darf keine Bienen und deren Produkte mit auf die Insel nehmen. Auf die Fähre passten ungefähr 300 Passagiere und 60 Autos. Sie war aber gerade mal zur Hälfte gefüllt. Etwas stutzig wurde ich über die auffallend vielen Kotzbeutel auf dem Schiff. Wurde die Fahrt vielleicht gar nicht so erholsam? Doch, wurde sie! kleiner Seelöwe an der Seal BayAuf der Insel angekommen fuhren wir erst einmal nach Emu Bay, bewunderten den hübschen weißen Strand, besuchten Kingscote, den größten Ort der Insel, schmausten in einem netten Cafe überdimensionale Fischburger und deckten uns mit Einkäufen für unser gemietetes Cottage ein. Ab 15 Uhr konnten wir es erst beziehen, so fuhren wir die empfohlene Strecke unseres Reisebüroberaters ab, an der Südküste entlang zur Seal Bay. Der Ranger lieh uns ein großes Fernglas. Wir dachten, wenn man das braucht, sieht man sowieso nichts. Also starteten wir den Boardwalk ohne irgendwelche Erwartungen. Plötzlich standen wir vor einem Strand, voller schlafender Seelöwen. Ein kleines Seelöwenbaby robbte sich jämmerlich rufend, direkt unter unserem Steg hindurch, hinauf in die Büsche. Nach einer Weile war es still, wahrscheinlich hatte es seine Mutter irgendwo im Unterholz gefunden. Wir entdeckten nämlich auch hier viele versteckte Seelöwen. Der Ranger erzählte uns hinterher, dass manchmal so viele Seelöwen hier wären, dass sie bis zum Autoparkplatz hinauf lägen. So, nun konnten wir so langsam zu unserer Hütte aufbrechen, die ziemlich am Nordwestende der Insel lag und über eine 10 km lange nicht geteerte Straße erreichbar war: "Western River Valley Cottages". Toll, mitten im Grünen, mit Blick auf die umliegenden, bewaldeten Hügel des Flinder Chase National Parks. Es gab hier weit und breit keine weiteren Häuser, außer noch ein zweites Cottage und einen Bauernhof, wo die Besitzer arbeiteten. Abends kochte uns Ingrid Spaghetti mit Tomatensauce.

 

Samstag, 31. August 2002

So eine leise Nacht hatte ich schon seit ewigen Zeiten nicht mehr erlebt. Geheimweg zur Stokes BayAls ich um 6 Uhr morgens erwachte, dachte ich, es wäre noch mitten in der Nacht. Stokes BayDie Zimmertemperatur unserer, wie immer "super isolierten", Schlafzimmer betrug 15°C, ich nehme an, draußen war es gleich kalt. Unsere Heizung ließen wir über Nacht im Wohnzimmer laufen, so hielt sich hier das Thermometer dort auf 19°C und wir mussten nicht im Pelzmantel frühstücken. Das Wetter war schön, der morgendliche Ausblick genial. Für heute nahmen wir uns den Naturpark am Westzipfel der Insel vor. Dank meines Orientierungssinns landeten wir auf der North Coast Road in der entgegengesetzten Richtung. Diese ungeteerte Strasse führte uns über einen Lookout, mit vielen Schafen im Vordergrund und dem Meer dahinter zum Snelling Beach an die Nordküste. Dieser hübsche Strand war von feinem weißer Sand und Seetank bedeckt. Jetzt fiel Ingrid auf, was Ihr die ganze Zeit bisher im Urlaub fehlte: das Meer! Weiter ging's auf ungeteerter Strasse zur Stokes Bay. Unterwegs erblickten wir außer vielen totgefahrenen Kängurus ein paar lebende. Wir standen zum Fotografieren der Kängus bereit, als Manfred hinter uns auf der Straße einen Echidna erblickte. EchidnaIngrid schlich vorsichtig hinter ihm her, als sie im Gebüsch, zwei Meter vor ihr die nächsten beiden Kängurus erblickte. Was will man mehr? Die Stokes Bay sieht auf den ersten Blick, bis auf die Aussicht nicht sehr einladend aus, aber zwischen den Felsen hindurch windet sich ein geheimer, schmaler Weg, der auf einen traumhaft gelegenen weißen Strand führt. (Tipp unseres Reisebüroberaters). Hier hielten wir es eine Weile aus, bis Ingrids Hose fast komplett durchnässt war vom übermütigen Lauf ins Wasser. Auf dem Rückweg schauten wir noch in Kingscote vorbei, um einige Lebensmittel einzukaufen. Dies gelang uns auf die letzte Minute, punkt 12:30 Uhr schlossen fast alle Läden am Samstag, bis auf die Cafes und den Bottleshop. Zurück im Cottage genossen wir unsere Muffins auf einer Bank in der Sonne. Abends grillte Manfred leckere Steaks und Wurst. Ingrid bastelte Salate. Ich durfte spülen. Hinterher zogen wir uns noch mein bisher gedrehtes Video rein bei Rotwein mit Cadbury Schokolade.

 

Sonntag, 1. September 2002

Vatertag in Australien! Merkte man ihn eigentlich gar nicht. Manfred hatte seinen ja schon in Deutschland, also ließ Ingrid es dabei bewenden. Remarkable RocksDer Morgennebel schwebte schon malerisch über dem Nationalpark und kein Wölkchen trübte den Himmel. {short description of image}Manfred stand schon ganz begeistert von dem Anblick, im Schlafanzug knipsend vor unserer Tür. Nach dem Frühstück setzten wir uns zum Flinders Chase Nationalpark in Bewegung. Im ziemlich neu aufgebauten Infozentrum besorgten wir uns ein Ticket (9 Euro für uns drei), womit wir den ganzen Tag den Park besuchen durften. Als erstes steuerten wir die Remarkable Rocks an. Wie der Name schon sagt, sind das riesige Felsen, von Wind und Wetter zu markanten Felsen gegerbt. Manfred war hin und weg und schoss unendlich viele Fotos und Dias mit Ingrid als freiwilliges Model zum Größenvergleich. Als nächstes steuerten wir das Cape du Couedic an, stellten das Auto am Leuchtturm ab und wanderten einen Track zur Admirals Arch. Plötzlich tauchten noch mehr New Zealand fur seals auf, als in der Seal Bay Seelöwen. (Diesen Unterschied erwähne ich extra, da es zwei Australienfans ganz genau nahmen und mich am Schwarzen Brett von www.australien-info.de darauf hinwiesen, dass sea lions und New Zealand fur seals komplett ganz andere Tiere wären. Na ja, ich als Laie entdeckte keinen riesigen, ehrlich gesagt gar keinen Unterschied, mir gefiel auf alle Fälle diese Umgebung bedeutend besser als die Seal Bay, denn hier befanden sich auch viele kleine natürliche Pools, wo die Robben spielten und durch das Wasser schossen. Unser Publikum beim abendlichen BBQIch hätte ihnen stundenlang zusehen können. Auf dem Weg zum Parkplatz schreckten wir eine Kängurufamilie auf. Das war aber noch nicht alles an Tieren, was uns heute geboten wurde. Auf der Straße vor uns lag etwas, das aussah wie eine gekrümmte Metallstange. Bei näherer Betrachtung entpuppte sich die Metallstange als schwarze, mindestens 1,50 Meter lange Schlange, es war eine Tigersnake. Kurz vor unserem Cottage saß eine 60 cm lange Echse am Straßenrand. Nach einer kurzen Kaffeepause erkundeten wir noch den nächstgelegenen 8 km entfernten Strand, namens Western River Cove. Er war leer und lag recht malerisch. Abends grillten wir wieder. Die Kühe, die nebenan eingezäunt grasten, fanden das so spannend, dass sie ihr saftiges Gras vergaßen, so nah zu uns kamen, wie es ihr Zaun erlaubte und alle Blicke auf uns richteten. Das war ein lustiger Anblick!

Plötzlich tauchten Kängurus im Gebüsch auf

Tigersnake

Unbekannte Echse

 

Montag, 2. September 2002

Heute Nacht rissen uns fürchterliche Sturmböen aus dem Schlaf. Little DesertIngrid bemerkte nichts. Ich überlegte mir im Stillen, ob das Haus wohl standhielte, beruhigte mich aber wieder mit dem Gedanken, dass es hier allein im letzten Jahr dreimal so stürmisch war, dass die Fähre wegen Sturms nicht auslief, die Häuser hier aber trotzdem noch standen. Jedenfalls wachten wir am nächsten Morgen im intakten Haus auf, der Gastank hinterm Haus ist nicht explodiert, wie schön! Unser Vermieter wunderte sich, dass wir den Wind überhaupt bemerkt hätten, das wäre ganz normal. Manfred brachte ihm vor unserer Abreise unseren Voucher vorbei, dabei kamen die beiden Männer miteinander ins Gespräch. Manfred wurde gleich zum Kaffee eingeladen, durfte am Computer des Vermieters seine Emails checken. Die Cottages hatte er übrigens selber errichtet, damit seine Frau auch eine kleine Einnahmequelle und Arbeit hat. Pelikane in KingscoteEr selbst züchtet in 10 selbst angelegten Teichen Krebse und Hummer. Es sind um die 1,5 Tonnen im Jahr, den größten Anteil verkauft er nach Kambodscha. Wir packten unsere sieben Sachen, in 8 Stunden lief unsere Fähre aus, solange konnten wir uns noch auf der Insel beschäftigen. Als erstes besuchten wir Little Desert an der Südküste. Wir stellten uns darunter ein paar kleine Dünen vor, es waren aber riesige weiße, unbewachsene Dünen, so weit das Auge blickte. Kullerte man, wie Ingrid den Abhang hinunter, war man den restlichen Tag damit beschäftigt Sand aus den Ohren zu pulen. Als nächstes fuhren wir zur 8 km entfernten Vivonne Bay. Das ist ein ellenlanger weißer Strand ohne irgendeine Menschenseele. Langsam meldete sich unser Hunger. Den Ort American River, bekannt für seine Pelikankolonie und Freesienblüte kannten wir noch nicht, hier wollten wir uns ein Lokal suchen. War aber nichts! Hier liegt eine Unterkunft neben zwei anderen aber alles wirkte wie ausgestorben. Wahrscheinlich ein Rummelplatz im Sommer. Gut, fuhren wir eben nach Kingscote und aßen dort in unserem vom letzten Mal bekannten Cafe. Es hörte auf langsam zu regnen, das hieß der Regen wurde immer kräftiger. Was sollten wir mit den letzten 2 Stunden, bis wir an der Fähre sein sollten noch anfangen? Also stellten wir uns, wie einige andere Passagiere der Fähre auch, einfach schon mal auf einen Parklatz vor dem Fährableger in Penneshaw und lasen im Auto. Ich hatte bei dem aufkommenden Sturm schon ziemliche Sorge wegen des Seegangs. Als die Fähre schließlich erschien, suchte ich mit Ingrid Mittelplätze auf dem Schiff aus, wo man das Schwanken nicht so stark merkte. Manfred musste derweil unser Auto, dessen Scheiben rundum dicht beschlagen waren, rückwärts auf die Fähre bugsieren. Die Überfahrt erwies sich tatsächlich als sehr schwankend, man konnte kaum laufen, aber ich war überrascht, dass man kein unangenehmes Gefühl im Magen bemerkte. Vielleicht weil es nur nach rechts und links und von vorne nach hinten schwankte, nicht so wie schnellfahrende Katamarane, die über Wellenberge sausten und dann stark nach unten fielen. Aber wie sähen dann auch die Autos hinterher aus? Nach ein einhalb Stunden Fahrt, 110 km erreichten wir in Adelaide unser Hotel Saville Park Suites in Adelaide. Bei einem Schlückchen Rotwein und von Manfred geschnittenen Käsehäppchen ließen wir den Abend ausklingen.

 

Dienstag, 3. September 2002

Dieses Hotel isolierte wirklich auffallend gut. Im Schlafzimmer betrug die Temperatur heute morgen 19°C, draußen 12°C. Heute ging's nach Sydney. Nachdem wir unsere Mails gecheckt hatten, und noch ein wenig durch die Fußgängerzone gebummelt sind, fuhren wir zum Flughafen, gaben unser Auto ab und checkten nach Sydney ein. Auf unseren Tickets stand eine Flugnummer, die es scheinbar nicht mehr gab, jedenfalls wurde sie von unserem Reisebüro verbessert auf einen Flug, eine Stunde später. Der Mann am Schalter fragte uns, ob wir nicht den früheren Flug haben wollten? Natürlich nahmen wir den. Jetzt konnten wir direkt zum Gate gehen und sofort ohne Wartezeit borden. Der Flug verlief sehr angenehm.

 

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