|
Dienstag, 3. September 2002
Zeitverschiebung mitteleuropäische Sommerzeit zu Sydney: MESZ +
8 Stunden. Pünktlich landeten wir in Sydney.
In
diesem Jahr haben wir eine neue Unterkunft in Sydney getestet und zwar die
Medina Apartments in Paddington. Gebucht hatten wir über
Travelonline, die uns nach Bezahlung den Voucher per Mail zusandten.
Angekommen
bei den Apartments sagte man uns, dass unsere Buchung gecancelt wäre,
sie hätten aber trotzdem noch Platz. Na toll! Wäre kein Platz
mehr vorhanden gewesen, hätten wir uns trotz Bezahlung was anderes
suchen können. Egal aus welchem Grund auch immer dies passierte, ich
schwöre mir, nie wieder über Travelonline zu buchen! Warum nicht
in Zukunft direkt bei der Unterkunft buchen? Die Wohnung hatte eine ideale
Lage, 5 Minuten zu Fuß zur CityRail (S-Bahn) und nach 2 Stationen
ist man in der Stadt. Das nutzten wir gleich, kauften Weekly
Greencards (ca. 21 Euro pro Person), fuhren mit der Fähre nach
Manly und aßen dort beim Malaien.
|
Mittwoch, 4. September 2002
Mitten in der Stadt und trotzdem im Grünen! Wir wachten von vorüberziehenden
Kakadugekreische und Lorikeegezwitscher auf. In unserem 2
Bedroom-Apartment fehlte wirklich gar nichts. Über
einen gemütlichen Spazierweg gelangte man in 5 Minuten zur CityRail
Haltestelle Edgecliff, mit der wir nach zwei Haltestellen am Martin Place
landeten. Dies war die nächstgelegene Haltestelle zum Circular Quay,
ohne umzusteigen. Heute haben wir uns den Spit Bridge - Manly Walk
vorgenommen. Das
Wetter war herrlich, so warm wie heute haben wir Sydney in den letzten 10
Jahren nicht erlebt, 26°C und Sonne pur. Bevor wir mit der Wanderung
starteten, buchten wir für morgen den von Ingrid langersehnten
Bridgeclimb bei Sonnenuntergang für Ingrid und mich. Alleine durfte
sie mit ihren 14 Jahren nicht, also ließ ich mich von ihr überreden,
sie zu begleiten. Zurück zum Spit Bridge Walk. Vom Circular Quay
fuhren wir in einer halben Stunde nach Manly, dort mit einem Taxi für
5,8 Euro zur Spit Bridge. Bus wäre uns heute zeitlich zu knapp
gewesen, da wir abends noch eine Verabredung mit Frank & Bianca
hatten. Bei Sonnenschein starteten wir mit einem Magnum in der Faust. Der
Ladeninhaber wollte gleich seine Deutschkenntnisse zum Besten geben "Auf
Wiedersehen". Manfred fragte ihn, woher er denn diesen Ausdruck hätte?
Normalerweise wäre "Auf Wiedersehen" die australische
Version von "Piss Off": Er
schaute sehr erschrocken, bis Manfred ihn über den Joke aufklärte.
Der Weg war super, wie immer, aber eigentlich wegen des tollen Wetters
noch viel schöner. Am Strande tummelten sich viele Menschen, auch
kamen uns mehr Wanderer entgegen als in den vergangenen Jahren. Als Krönung
entdeckten wir noch eine etwa 60 cm lange Wasseragame auf einem Fels am
Wege sitzend. Mit vielen Pausen brauchten wir für die 9 km etwa 3,5
Stunden. Abends trafen wir uns in Gladsville mit Manfreds
Emailbekannten Frank und Bianca. Die beiden sind erst kürzlich
gemeinsam nach Sydney ausgewandert. Da Frank als Rheinländer die
Sehnsucht nach einer ordentlichen Schweinshaxe plagte, schlug er ein Lokal
namens Axis, hier in Gladsville vor, das am Mittwoch einen
deutschen Abend veranstaltete. Es war ein sehr netter Abend mit den
beiden, Manfred und ich tranken ein Weißbier, sonst hielt ich mich
lieber an Lachs, als an die bayerische Küche. Die ganze Belegschaft
des Hotels plauderte in deutsch mit uns. Wie sollten Ingrid und ich da
endlich unseren inneren Schweinehund überwinden und englisch
sprechen? Bei Frank und Bianca fiel mir zum ersten mal auf, dass in Gastwirtschaften
gänzlich Rauchverbot herrscht. Früher wurde man in
Nichtraucher- und Raucherbereiche eingeteilt. Aber jetzt mussten die
beiden jedes mal mit ihrem Joint vor die Tür gehen. Was ich
allerdings sehr angenehm fand, nicht dass die beiden ab und zu
verschwanden, sondern dass die Urlaubskleidung, von der man doch nicht so
viel mitnimmt, nicht eingeräuchert wurde. Nach dem Essen fuhren uns
die beiden noch ganz nach Hause, wie bequem für uns!
|
Donnerstag, 5. September 2002
Wieder von Kakadus geweckt, genossen wir das Frühstück in
unserer hübschen Wohnung. Morgens bummelten wir durch den Botanischen
Garten, wo wir einige stille Ecken entdeckten, die wir noch nicht
kannten, wie den Sukkulenten Garten, den Rainforest Weg
usw.. Aber
das Tropenhaus (3,20 Euro für die Familienkarte) lohnt sich
nicht so unbedingt, ich hatte mir mehr davon versprochen. Das Wetter war übrigens
wieder super und 25°C betrug die Mittagstemperatur. An der Oper
entlang bummelten wir zum Circular Quay und in "The Rocks".
Das hört sich so läppisch und langweilig an dieser Satz, aber
genau das ist Sydney! schönes Wetter, die Sonne spiegelt sich im Dach
der Oper und im Hafen Sydneys, Fähren tuckern vorbei, immer wieder
blickt man auf die Harbourbridge. Wahrscheinlich
wird man diese Atmosphäre schriftlich nicht rüberbringen können.
In einem Foot Court aßen wir eine Kleinigkeit und legten eine kleine
Mittagspause ein. Dann ging es los zum Bridgeclimb. Eine
Viertelstunde vor Beginn sollte man dort sein. Wir checkten ein, warteten
bis genau 15:45 Uhr, sahen uns einen Video über den Ablauf und die
Sicherheitsvorkehrungen an, mussten eine Erklärung unterschreiben,
was wir alles dürften und besonders was nicht, wurden eingekleidet
mit Anzug, Sicherheitsgurt, Headset mit Empfangsanlage, Taschenlampe mit Mütze,
Brillenhalter, warmes Sweatshirt, Taschentuch, bekamen Kletteranweisungen
und los ging's. Zuerst
mussten wir auf die Straße, durch ein Tor, auf das Brückenuntergestell.
Hier ging es eine längere Strecke geradeaus, immer mit Blick auf die
sehr tief unten liegende Straße. Beim Pylon Lookout begann der
steile Aufstieg. Als der geschafft war erhielt man eine herrliche Aussicht
auf den Hafen, wie man sie vom Pylon nicht bekommt, unter einem das Gerüst,
links und recht und darunter Wasser. Man
blickte bis zu den Blue Mountains. Unserer Führerin legte sehr viele
Fotopausen ein, in der man die Ausblicke in alle Richtungen genießen
konnte. Im 10 Minutentakt wurden übrigens die Personengruppen
durchgeschleust. Wir waren zu zwölft. Der Altersquerschnitt lag
vielleicht bei 40 Jahren, Ingrid war mit 14 Jahren bei weitem die jüngste.
3 Personen kamen aus U.K., Ingrid und ich aus Deutschland, der Rest aus
den USA. Darum war es auch nicht verwunderlich, dass ich mich als einzige
mit meinen Englischkenntnissen blamierte. Um die Schuhsohlen zu
kontrollieren sollten wir alle den rechten Fuß vorstrecken, ich
streckte prompt den linken vor. Zur Hörprobe unserer Empfangsanlagen,
sollten wir uns an die Nase fassen. Da ich ihr englisches Genuschel nicht
verstand, tat ich es nicht. Daraufhin wurde gleich meine Anlage lauter
gestellt. Peinlich, peinlich! Körperlich anstrengend war es überhaupt
nicht, man musste beim steilen Abstieg zum Schluß nur aufpassen, wo
man sich festhielt. Das war eigentlich alles. Alles in allem war es ein
sehr schönes Erlebnis, aber nichts für einen Fotografen, der
selber gerne fotografiert, denn das durfte man hier nicht, aber einfach
mal etwas zum Genießen. Zum Abschluss band man sich alles wieder ab,
erhielt eine Urkunde und ein Gruppenfoto gratis, weitere Fotos konnte man
sich kaufen. Manfred holte uns nach 3 ¼ Stunden wieder ab und lud uns
zum Pancake Restaurant in "The Rocks" ein. Eigentlich
wollte er lieber ins Löwenbräu, aber wir überzeugten ihn,
dass er spätestens in acht Tagen wieder sein geliebtes Weißbier
genießen kann. Manfred aß Pizza, Ingrid Pfannkuchen mit
Blaubeeren und Eis und ich Crepes, Thai Chicken.
|
Freitag, 6. September 2002
Heute war das Wetter gar nicht so schön, es tröpfelte als wir
aufwachten bei kühlen 17°C. Bis wir endlich gerüstet waren,
hörte es auf zu regnen. Ingrid
und ich nahmen uns heute von Manfred frei, oder er sich von uns und
unternahmen selber etwas. Wir
fuhren bis zur Town Hall, wanderten nach Darling Harbour
und genossen einfach die Atmosphäre. Ich leistete mir eine neue Uhr.
Donat und Muffin essend sahen wir den Möwen zu, wie sie sich gierig
und gegenseitig wegscheuchend auf die Happen stürzten, die ihnen von
den Jungs auf der Nachbarbank zugeworfen wurden. Auf dem Rückweg
bummelten wir Richtung Tower, wo sich inzwischen riesige
Menschenmengen auf den Gehwegen wälzten. Bald hatten wir genug vom
Gewühl, beantworteten unsere Emails in der York Street und
machten uns auf den Rückweg. Manfred indes ist auch über die
Oxford Street nach Darling Harbour gewandert, durch den
chinesischen Garten spaziert, mit dem Schiff zurück zum
Circular Quay gefahren und über die Oxford Street zurück mit
zwei dicken Blasen an den Füßen 1 ½ Stunden später in
unserem Apartment erschienen. Abends besuchten wir unseren Inder "Down
Under" in der Macleay Street 44 / Kings Cross vom letzten Jahr.
War gar nicht so einfach, den wiederzufinden, wenn man weder den Straßennamen
wusste, noch den Namen des Lokals.
|
Samstag, 7. September 2002
Heute waren wir mit Manfreds Emailbekannten Bianca und Frank verabredet.
Treffpunkt war Edgecliff Einkaufszentrum. In
einer Stunde und 25 Minuten erreichten wir Palm Beach. Das war
Timing, in 10 Minuten fuhr unsere Fähre über den Hawkesbury
River ab. Frank ergatterte mit viel Glück einen Parkplatz.
Die
Fahrt begann am Palm Beach Wharf, führte über Patonga,
in den immer schmaler werdenden Hawkesbury River. Na ja, so richtig schmal
war er eigentlich nirgends. Wir schipperten mit etwa 20 weiteren Fahrgästen
bei purem Sonnenschein, 26°C, an tausend leeren Stränden und
dicht bewaldeten Hügeln vorbei. Es ist eine richtig malerische
Landschaft. Sehr viele Hausboote, die man hier mieten konnte kreuzten
unseren Weg, sowie Wasserskifahrer, Ruder-, Motor- und Segelboote. Nach
knappen 2 Stunden erreichten wir den Endpunkt Bobbin Head, wo wir
uns in einem Kiosk eine "Kleinigkeit" zum Essen kauften. Nach
einer ¾ Stunde Pause ging es zurück. Das war ein richtig netter
Nachmittag mit Frank und Bianca. Auf der Rückfahrt legten wir an
einem hübschen Strand zwischen Palm Beach und Narrowbeen ein Kaffeepäuschen
ein, dann ging es nach Sydney zurück, wo wir alle zusammen beim Inder
Down Under in Kings Cross aßen.
|
Sonntag, 8. September 2002
Heute wieder Superwetter! Wir setzten uns in die CityRail und fuhren in
einer ¾ Stunde ohne Umsteigen nach Loftus, Biancas und Franks
derzeitige Heimat. Frank
nahm uns im Bahnhof in Empfang. Das Haus war neu, riesig, und recht kühl.
Aber ich will mich nicht in jedem Reisebericht wiederholen, Isolierungen
gibt es nicht häufig. Mit Kaffee gestärkt machten wir uns auf zu
einem Ausflug durch den Royal National Park, der hier fast direkt
vor der Haustür beginnt. Die
Tageskarte kostet pro Auto 5,80 Euro, wenn man im Park auch halten möchte,
die reine Durchfahrt ist kostenlos. Unser erster Stop nach dem
Visitorcenter hieß Wattamolla. Ich glaube, heute war ganz
Sydney auf den Beinen, der Autodichte nach zu urteilen, aber man kann es
ihnen nicht verdenken bei dem Superwetter. Über einen angelegten Steg
aus Eisengitter gelangt man zu einem Traumstrand. Das Wasser war
allerdings nicht so warm. Weiter ging es zum Garie Beach, wieder
ein hübscher, fast menschenleerer Strand, trotz der Fahrzeugdichte am
letzten Parkplatz. Außerdem
erhielt man hier auch eine tolle Sicht auf die Küste bis Wollongong.
Nach zwei weiteren Stops bei Lookouts, steuerten wir den Ort Stanwell
Park zum Lunch an, bei einem Italiener im Freien. Hier war es so
richtig gemütlich unterm Sonnenschirm zwischen Eukalyptusbäumen,
über uns kreischten ein paar Kakadus hinweg. Auf dem Rückweg
hielten wir am spektakulären Wasserfall National Falls,
(Sorry, aber ich glaube, unsere Dusche hat ein stärkeres Gefälle).
Dann ging's über Engadine (ja, Engadin liegt in Australien!)
mit Blick zur City nach Loftus zurück. Mit einem leckeren Eis ließen
wir unseren Besuch bei den beiden ausklingen, anschließend fuhren
wir mit der Bahn zu unserem Apartment. Wir packten, tranken unser letztes
Fläschchen Rotwein und gingen relativ früh zu Bett.
|
Montag, 9. September 2002
Um
6 Uhr stellten wir unseren Wecker, um 7 Uhr stand das bestellte Taxi vor
der Tür und eine halbe Stunde später erreichten wir den International
Airport von Sydney. Vor dem Einchecken mussten alle
Nordamerikareisenden ihre Koffer kontrollieren lassen. Man merkte, dass es
dem Sicherheitsbeamten auch keinen großen Spaß machte, er
fragte nach unserer kleinsten Tasche, damit es schnell erledigt wäre.
Bei einem Tässchen Kaffee füllten wir schon einmal
Ausreiseformulare für Australien und Einreiseformulare für
Amerika aus . Ingrid füllte dieses mal, um besser Englisch zu lernen
ihre Formulare selber aus. Auch vorm Borden nahmen es die Beamten sehr
genau. Stichprobenweise wurden viele Passagiere, bevor sie den Warteraum
betraten von oben bis unten untersucht, einschließlich Schuhe aus.
Hier hatten wir Glück und wurden durch gewunken. Pünktlich
startete die neu bestuhlte Boing 767-300, sie hatte sogar Fußstützen.
Übrigens gab es auf diesem Flug das bei weitem schlechteste Essen,
sehr fett.
|