Hawaii: Oahu

Aloha

 

Sonntag, 8. September 2002

Aloha Surf Hotel in WaikikiZeitverschiebung mitteleuropäische Sommerzeit zu Honolulu: MESZ - 12 Stunden. Der Flug verlief sehr angenehm. Die Zeit wurde zurückgedreht, es war wieder Sonntag. Beim Auschecken verlief alles reibungslos, wie immer in Honolulu. Die Angestellten waren sehr freundlich und hilfreich. Unsere Koffer standen auch schon neben dem Band und ein Taxi setzte uns in rasendem Tempo, sämtliche Tempolimmits überschreitend vor unserm Aloha Surf Hotel ab. Über die Qualität des Hotelzimmers lässt sich streiten, es ist teuer, hat drei Betten, Balkon zum Hinterhof, nicht besonders leise, aber es liegt zentral. Man fühlte sich nachts in einem Waikikier Hotel vom Geräuschpegel wie in einem Flugzeug. Tausende von Klimaanlagen summten.



Montag, 9. September 2002

Kurz vor dem Einschlafen, es war 1:30 Uhr nachts, dachte ich noch, hätte Hawaii sein müssen? Laut, teuer, heiß im Hotelzimmer... Aber am anderen Morgen, sah wieder alles viel freundlicher aus. Zwar rannte ich beim kostenlosen Continental Breakfast immer auf mein Essen starrend, damit es nicht vom Teller fiel, aus Versehen gegen eine Glastür, aber Brille und Kopf waren heil. (Das Essen blieb tatsächlich auf dem Teller!). Nur war es mir unendlich peinlich vor den anderen Gästen, zumal der Angestellte sich zweimal bei mir nach meinem Befinden erkundigte. Nach dem Frühstück beschlossen wir einen Leihwagen für die nächsten beiden Tage zu buchen. Surfer am Waikiki BeachWir gingen mit Führerscheinen, Pässen und Flugtickets bewaffnet zu "Dollar rent a car" und wunderten uns, dass alles reibungslos funktionierte, wir brauchten nichts von alledem vorzuzeigen. Am Waikiki Beach tummelten sich dicht an dicht auf Liegestühlen, ähnlich wie an Italiens berühmtesten Stränden die Urlauber. Merkwürdigerweise nur vor den Hotels, 10 Minuten zu Fuß weiter, Richtung Diamond Head, gab es am Strand öffentliche Duschen, einen Park und einen Imbiss, aber dieser Abschnitt war fast leer. Ingrid und Manfred stürzten sich in die Fluten, ich hatte keine Lust. Aber nachdem die Sonne auf mich nieder brannte und die beiden so vergnügt im Wasser planschten, hielt mich nichts mehr am Strand, ich stürzte mich auch in die badewannenwarmen Fluten. King's VillageEs machte richtig Spaß! Beim Imbiss hinterher leisteten wir uns Hot Dogs, Sandwich bzw. Ice Tea und Fruit Punch, schmeckte wie flüssiges Kaugummi. Nach ein paar Einkäufen ruhten wir etwas im Hotel aus, bevor wir uns wieder auf die Socken machten, um in einem Freiluft Internetcafe auf dem Markt unsere Mails zu beantworten. Die Ameisen krabbelten dabei munter um die Tastatur herum. Hinterher testeten wir Angies Tipp und zwar schmausten wir in "Perrys Smorgy" in der Kuhio Ave, das war gleich um die Ecke unseres Hotels. Hier gab es Frühstücks-, Lunch- und Dinnerbüfett, man konnte im Freien sitzen, durfte aber seinen Platz nicht unbeaufsichtigt lassen, dann machten sich Spatzen über das Abendessen her. Dinner kostete übrigens 10,50 Euro + Steuern pro Person, inbegriffen war eine riesige Auswahl einschließlich Light Drinks. Zur Verdauung drehten wir noch eine Runde zu Fuß durch Waikiki. Hier fing das Leben erst richtig an am Abend. Wir passierten ein fürchterlich kitschiges Shopping Center, so grauenvoll, dass man es besichtigen musste, "Kings Village", mit einem Pappsoldaten davor und dem Hinweis auf die nächste Wachablösung. Zurück ging es am Strand entlang, wo die Hotelbands gerade ihre Instrumente zückten. Mit einem Gläschen Kalifornischen Sekt ließen wir den Abend auf dem Balkon ausklingen.


Dienstag, 10. September 2002

Waikiki Beach und Diamond HeadKahana BeachHeute Nacht schliefen wir wohl alle drei besser und auch länger, so dass wir gerade noch kurz vor Frühstückende ein paar Donats, Muffins, Kaffee usw. erwischten, bevor das Frühstück abgebaut wurde. Anschließend holten wir bei Dollar unseren Leihwagen ab. Ging gar nicht so schnell, wie wir dachten. Als erstes musste Manfred seine Angaben machen, dann mussten wir mindestens 20 Minuten auf den Bus warten, der uns drei Straßen weiter zu den Autos transportierte, wo wir Schlüssel und Auto erhielten. Ohne irgendeine brauchbare Karte hangelten wir uns zum Diamond Crater Parkplatz, der aber so voll war und es wanderten hier richtige Karawanen den heißem Weg hinauf, dass wir den Tag lieber sinnvoller nutzen wollten. Wieder durch Waikiki, den Pali Highway und dann die Küstenstraße im Osten Richtung Norden, fuhren wir an vielen hübschen Stränden vorbei. Ein Strand, war uns zu heiß, lag in der prallen Sonne ohne jeglichen Sonnenschutz, dass wir weiterfuhren bis mir ein ganz leerer von Palmen umsäumter Strand ins Auge fiel, namens Kahana. Ich glaube, so lange war ich Jahre nicht mehr im Wasser, so schön warm war es und kein Mensch weit und breit. Mit unserer neu erstandenen Luftmatratze für 3 Euro machte es doppelt soviel Spaß. Abends schmausten wir wieder mal in Perry's.


Mittwoch, 11. September 2002

The Pink HotelUm 8:30 Uhr wurden wir vom Klopfen der Housekeeping-Frau recht unsanft aus unseren Träumen gerissen. "Sorry, sorry", aber sie wollte wissen, wann wir endlich auschecken würden. Manfred teilte ihr mit, um 12 Uhr. Als wir zum Frühstück gingen, noch einmal die gleiche Frage von derselben Dame, ob wir um 9 Uhr auschecken würden. "Westküste von OahuNein, um 12 Uhr!" Heute leisteten wir uns mal Frühstückbüfett bei Perry. Ingrid, die unser Kleingeld loswerden wollte, weil unser Geldbeutel schon fast platzte von den vielen Geldstücken, zählte den genauen Preis ab. Bedienung brauchte man ja nicht zu berechnen, da man am Eingang zahlte und sich selbst bediente. Wir legten stolz den abgezählten Betrag auf den Tresen und mussten aber gute 2 $ mehr zahlen, die Steuern hatten wir vergessen. Hatten wir nicht dabei, so blieben wir auf den vielen Quarters und Dimes sitzen und mussten mit Kärtchen blechen. Nein, es ist kein Wunder, wenn man in den USA und in Kanada ständig Berge von Centstücken sammelt. Nie kann man den Betrag vorher ausrechnen, da noch Steuern hinterher dazuaddiert werden. Mit dem Leihwagen erkundeten wir heute bis zum Abflug fast die gesamte Insel. Zuerst ging es den Pali Highway zur Ostküste, dann mussten wir uns zum Abschied natürlich noch einmal durch das warme Wasser treiben lassen an "unserem" Strand. An noch mehr Traumstränden vorbei ging es nach dem Baden zum Nordende von Oahu und durch die Inselmitte an den Doles und Del Montes Ananasplantagen wieder gen Süden. In dem Ort Wahiowa wollten wir eigentlich den Botanischen Garten besuchen, aber um 16 Uhr standen wir vor verschlossenen Türen. In der Rush Hour kämpften wir uns von Pearl Harbour die Westküste hinauf, die ein Freiluft Internetcafe auf dem Marketganz anderes Inselbild zeigt. Die Vegetation ist trocken, die Bevölkerung sieht ärmer aus, aber die Strände sind weißer und schöner. Wahrscheinlich regnet es auf dieser Seite nicht allzu viel. In Waikiki stellten wir gegenüber des Zoos auf einem großen Parkplatz unser Auto ab und verbrachten hier die letzten Urlaubsstunden. Wir leisteten uns in Keoni's Restaurant, gegenüber von Perry je einen schönen Drink und aßen einheimischen Fisch Mahi Mahi mit Ananasstückchen und Chili, eine interessante Zusammenstellung. Das Essen war lecker, aber für den Preis hätte man dreimal in Australien essen gehen können. Pünktlich erreichten wir nach 25 Minuten Fahrt den Airport und fanden "Dollar" auf Anhieb. Mir fiel ein Betonklotz vom Herzen, dass der Vermieter nicht, wie Alamo, etwas außerhalb des Flughafens war. Denn über den Vermieter hatten wir uns wegen seiner Öffnungszeiten und auch sonstigen Service beim letzten Hawaii Besuch ziemlich geärgert. Bei Dollar verlief alles problemlos.


Donnerstag, 12. September 2002

Immer wieder war ich über die Freundlichkeit von Honolulus Airportangestellten überrascht. Wir betraten das Flughafengebäude, schon kümmerte man sich um uns. Man führte uns zu einem freien Check-in Schalter, dessen Angestellten ebenso freundlich plauderten. Plötzlich fragte uns der Angestellte beim Betreten des Gates: "Na, geht's nach Deutschland zurück?" Heimflug mit der Air CanadaUnd nachdem er Manfreds Pass durchgesehen hatte: "Ist schön in Isny nicht?" Es stellte sich heraus, dass er einen Freund, namens Sonnenmoser in Lindenberg hat. Wäre lustig, wenn es sich um den gleichen Sonnenmoser handelt, der mit Manfred studiert hatte, denn auch der wohnte in Lindenberg. Hier im Warteraum mussten wir einen Bogen ausfüllen, wie zufrieden wir mit der Air Canada waren. Kaum hatten wir alles schön positiv bewertet, bestiegen wir ein Flugzeug, dass in der Kabine mit einigen Defekten aufwartete. Recht nervig war der Wackelkontakt beim Licht. Das Hauptlicht blieb 2 Minuten an, ging wieder aus, gemütlich! Besonders für die Crew, die manchmal im Dunkeln das Essen verteilen und sich mit den Leselampen der Passagiere behelfen mussten. Zum Ausgleich konnte man auf dem Bildschirm nur sehr verzerrt die Handlung erkennen und das lag nicht am Rotwein, der übrigens gut war. Ansonsten war der 9-stündige Flug o.k., die Maschine war nur zu ¾ besetzt.

In Toronto das üblich Spielchen, wie auf dem Hinflug. Erst mussten wir alle sitzen bleiben. Eine Angestellte der Einreisebehörde kontrollierte, ob jeder einen Pass dabei hatte, erst dann durfte man aussteigen. Alle, einschließlich Transitpassagiere mussten die Passkontrolle passieren. Wir erwischten eine super-unfreundliche Angestellte. Sie behandelte uns wie 3 Stücke Vieh und stellte ihre nuschelnden, kaum zu verstehenden Fragen, während sie in eine ganz andere Richtung starrte. Wir verstanden alle drei kein Wort. Auf Nachfrage wiederholte sie die Fragen in der gleichen nuschelnden Art ohne uns anzusehen. Am Gepäckband mussten wir unsere Koffer abholen und sie zwei Hallen weiter wieder auf das Gepäckband werfen. Weiter ging's durch die Handgepäckkontrolle in den Warteraum. Jäh rissen uns einige Mitpassagiere aus den süßen Urlaubsträumen. Man musste sich erst wieder an seine eigenen Landsleute gewöhnen: es wurde gedrängelt am Gate, Danke und Entschuldigung, was man in den englischsprachigen Ländern so häufig hörte, sind zu absoluten Fremdwörtern geworden, ja, scheint fast körperliche Schmerzen zu bereiten! Ein Rambo stürzte mit den Worten ins Flugzeug: "Scheiße, schon wieder die letzte Reihe, scheiße dies und scheiße das." Bei der Begutachtung der Gepäckfächer, die alle gut gefüllt waren: "Scheiße, scheiße!" Er schmiss mein Handgepäcksstück, das direkt über mir lag ans andere Ende des Gepäckfachs, um seine Riesenreisetasche daneben zu quetschen. Auf den Einwand, doch bitte etwas vorsichtiger vorzugehen, damit die Videokamera nicht kaputt gehe, achtete er überhaupt nicht. Manfred musste mit aller Kraft meinen Rucksack aus der Ecke herauszerren, um die Kamera zu retten. Wir warteten und warteten auf den Start, bis der Kapitän uns mitteilte, ein Passagier wäre nicht erschienen, jetzt müsse man das ganze Gepäck ausladen, um auch sein Gepäckstück aus der Maschine zu entfernen. Mit einer Stunde Verspätung flogen wir endlich los.

Bisher war Frankfurt für mich der allerletzte Flughafen in punkto Service, Freundlichkeit der Angestellten, Funktionalität und "Schönheit", Torontos Terminals 1 und 2 laufen Frankfurt diesen Rang nun fast ab. Ein Pluspunkt für Toronto: wenigstens darf man hier nicht rauchen


Freitag, 13. September 2002

Die Stunde wurde nicht hereingeholt. Mal sehen, ob unser Transferbus wartete. In München gelandet, wunderte ich mich über den freundlichen Ton der Angestellten, waren wir von Frankfurt nicht gewöhnt. Boing 767Auch die Passkontrolle verlief zügig. Unser Transferbus war tatsächlich nicht da. Wir warteten vor dem Flughafengebäude, sahen den Bus etwa 3 Mal vorbeisausen. Nachdem Manfred bei der Zentrale angerufen hatte, teilte man uns mit, der Fahrer suche uns gerade. Ingrid entdeckte plötzlich mit ihren jungen Adleraugen ein Schild, mit unserem Namen darauf, ich hielt das von Weitem für chinesische Schriftzeichen. Endlich, das war er! Da er am Ankunftsgate keine Parkmöglichkeit gefunden hatte, mussten wir unsere schweren Koffer ein Gate weiterschleppen. Eine andere Passagierin, aus Mallorca kommend erging es wie uns, sie sah den Bus dreimal vorbeisausen, konnte ihn aus der Entfernung aber nicht heranwinken. Der Fahrer füllte noch gemütlich Luft in die Reifen. Die Dame aus Mallorca meinte, wenn er jetzt beginnt das Auto auszusaugen, steige sie aus. Der Fahrer saugte nicht, dafür stellte er grässliche Musik von BR1 auf volle Lautstärke und sauste wie der Henker über die volle Autobahn, mit maximal einem Meter Abstand zum Vordermann. Auf den Hinweis, doch bitte einen anderen Sender einzustellen und etwas leiser zu drehen, kurbelte er am Radio, bis er einen Rauschesender empfing, aber von leiser keine Spur. Na ja, gegen Mittag waren wir wieder daheim.

Nachtrag zu unserem Flughafentransfer Kaulke: Manfred schilderte Herrn Kaulke die negativen Punkte, während unseres Hin- und Rücktransfers per Email. Daraufhin rief Herr Kaulke persönlich bei uns an, entschuldigte sich für seine Fahrer, versprach uns nächstes Mal einen Sonderpreis und will die Mängel beseitigen. Wir werden es testen beim nächsten Mal. Denn im Kopf spuken uns schon Pläne für den nächsten Urlaub herum, demnach würden wir am liebsten mit Emirates von München über Dubai nach Melbourne fliegen, dort Bekannte besuchen, von Darwin nach Alice Springs reisen, Sydney besuchen und wieder zurück nach München fliegen. Mal sehen was in einem Jahr aus diesen groben Vorstellungen geworden ist.

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