SÜDAFRIKA

Kapstadt (Teil 1)



Allgemeines zu Kapstadt:  
Im Großraum Kapstadt leben derzeit etwa 3 Millionen Menschen. Die Stadt wurde 1652 von den Niederländern als Versorgungsstelle gegründet. Kapstadt besitzt einen der größten Häfen Afrikas. 

Sicherheit: 
Kapstadt soll laut Reiseführer die sicherste Großstadt im Lande sein, dank Überwachungskameras in der Innenstadt und mehr Sicherheitspersonal. 

Highlights: 
Der Tafelberg natürlich und die V&A Waterfront. Am besten besichtigt man die Stadt mit einer zweistündigen Stadtrundfahrt in einem der doppelstöckigen Explorer Busse. Man kann unterwegs aussteigen, sich etwas ansehen und mit dem nächsten Bus weiterfahren. Fahrpläne erhält man in den Infozentren z.B. an der Waterfront.

Unsere Unterkunft in Kapstadt:  
Cape Town Lodge, 101 Buitengracht Street

Gefahrene Kilometer von Knysna nach Oudtshoorn: 
425 km - 5 Std. 10Min.

 

Sonntag, 15. August 2004

Tipps zum Tage:

Route 62: 
Diese Straße ist genauso alt wie die amerikanische Route 66, aber wohl nicht ganz so berühmt. Beide Straßen sind wichtige Ost - West Verbindungen. Die Route 66 verbindet Chicago mit Los Angeles, die Route 62 Port Elizabeth mit Kapstadt. Ihr schönstes Stück soll zwischen Oudtshoorn und Montagu liegen und genau das wollten wir fahren. Ihr Slogan ist: Get the Karoo on Route 62.  

Victoria & Alfred Waterfront: 
Vor nicht allzu langer Zeit lag an dieser Stelle ein heruntergekommenes Hafenviertel. In den 90er Jahren wurde wurde die jetzt meistbesuchte Touristenattraktion Südafrikas aufgebaut mit einem IMAX Kino, Victoria Wharf Shopping Center, Aquarium, Kunstmarkt, Paulaner Bräuhaus, Nelson Mandela Gateway (für Boote nach Robben Island), Hotels, Maritime Museum usw. Es erinnert sehr an Darling Harbour in Sydney oder Pier 39 in San Francisco. 

Restauranttip: 
"Hildebrands Restaurant" an der Waterfront (italienische Küche)

Wetter:
Morgens: Sonne 13°C
Mittags:   Sonne 23°C
Abends:   Schauer in Kapstadt

Sonnenaufgang und Sonnenuntergang:
Sonnenaufgang:      7:09 Uhr in Oudtshoorn
Sonnenuntergang: 18:17 Uhr in Kapstadt


Route 62 nach KapstadtKapstadt kommt in SichtDer Morgennebel lag noch über Oudtshoorn, darum mussten wir unbedingt noch vor dem Frühhstück ein paar Fotos schießen. Gestern Nacht regnete es noch Strippen, heute war der Himmel blau. Im Frühstücksraum wies man uns einen netten Tisch direkt am Fenster mit Aussicht zu. Es gab Müslis, Emuwürstchen mit leckerem Brot, Eier, Guaven- und Orangensaft, lecker!

Wir entschlossen uns, die Route 62 durch die Kleine Karoo nach Kapstadt zu fahren, statt die langweilige Autobahn N2 an der Küste. Die Straße war sehr leer und die Blicke auf die Berge grandios. Ein paar mal mussten wir Fotopausen einlegen. Wüsste man nicht, dass wir uns in Südafrika befanden, hätte man sich gedanklich auch auf eine Südtiroler Passstraße versetzen können, herrlich! Ein Stück fuhren wir auf der R60, bis wir in Worcester die N1 erreichten. Auf dieser Straße blieben wir bei dichter werdenden Verkehr bis Kapstadt. Der erste Blick auf Kapstadt kann einen schon fesseln, wie sie so daliegt, umgeben von Bergen und Meer. 

Trotz starken Verkehrs wühlten wir uns zu unserem Hotel "Cape Lodge", was wir auf Anhieb fanden. Wir erhielten eine Family Suite (2 Schlafzimmer) mit Blick auf den Tafelberg. 

Robben an der V&A WaterfrontBlick von der V&A Waterfront zum TafelbergBlauäugig wie wir nun mal alle nicht waren, machten wir uns zu Fuß auf den Weg, die 3km entfernte Waterfront zu besichtigen. Auf dem Stadtplan ist es ein Katzensprung (habe wohl den Maßstab nicht beachtet). Man marschierte an 4-spurigen Straßen entlang, wartete ewig an Ampeln (Autos haben immer Vorfahrt, trotz grüner Fußgängerampel), und erblickten nach 30 Minuten unser Ziel. Da wir nicht der Masse nachliefen, wurden wir von einem Bettler abgefangen, der uns für seine Hilfe, uns über die Straße zu geleiten, 2 Rand abluchsen wollte. Erst beim Betreten des riesigen Victoria Wharf Shopping Centers wurden wir diesen lästigen Gesellen wieder los (dies durfte er nicht betreten). Wir bummelten an der Waterfront umher, beobachteten Menschen und umherschwimmende Robben und aßen in "Hildebrands Restaurant". Beim Verlassen des Lokals lauerte uns die nächste Bettlerin auf, die aber von einem Security Mann gebremst wurde. Mit einem Schrotttaxi (Tür flog fast auf, Fenster drohte herauszufallen, Ingrid klemmte ihre Beine ein) ließen wir uns zum Hotel zurück fahren, da wir uns in der Dunkelheit nicht zu Fuß nach Hause wagten.

 

Montag, 16. August 2004

Tipps zum Tage:

Cape Peninsula: 
Die Kaphalbinsel erstreckt sich etwa 60 km ab Kapstadt Richtung Süden. An ihrem Ende liegt das Kap der Guten Hoffnung, der südwestlichste Punkt Afrikas. Hier treffen der kalte Benguela Strom und der warme Agulhas Strom aufeinander. Beide liegen im Cape of Good Hope Nature Reserve, wo man eine Eintrittsgebühr von 30 Rand pro Erwachsenen und 20 Rand pro Kind zahlen muss.

"The Boulders": 
Hier lebt, hinter Granitblöcken geschützt eine Pinguinkolonie mit ca. 3000 Brillenpinguinen. Man kann sie von erhöhten Holzstegen aus, gegen eine Eintrittsgebühr von 15 Rand, beobachten.  

Restauranttip: 
"Bangkok" in der 122 Bree Street

Wetter:
Mittags: bewölkt 17°C

Sonnenaufgang und Sonnenuntergang:
Sonnenaufgang:      7:24 Uhr 
Sonnenuntergang: 18:18 Uhr 


Die Großstadt macht sich bemerkbar. Die Hotelangestellten sind merklich unfreundlicher als z.B. in Oudtshoorn, Knysna oder Port Elizabeth. Aber das Frühstück war o.k..

Pinguinkolonie bei "The Boulders"Leider hing eine dichte Wolkenschicht über Kapstadt. Wir setzten uns ins Auto und fuhren auf die Cape Peninsula. Der Chapman's Peak Pass war leider gesperrt. So mussten wir einen Umweg wählen über die andere Seite. Zwischen den Regenwolken sahen wir immer wieder die Sonne durchblitzen und die Bergkämme durch die Wolken. Sah sehr beeindruckend aus. Kurz hinter Simon's Town, einen am Hang liegenden hübschen Ort, lag unser erstes Ziel für heute "The Boulders". Hier am Strand wohnt eine etwa 3000-köpfige Pinguinkolonie, die man gegen eine Gebühr besichtigen kann. Auf einem Holzsteg geht man direkt an den Pinguinen vorbei, die zum Teil gerade nisten, man sah viele Jungtiere. Niedlich, wie sie ohne Scheu dahin wackelten.

Kind mt Pinguinmutter oder -vaterUnser nächstes Ziel hieß Cape Point, neben dem Cape of Good Hope gelegen, dem südlichstem Punkt Afrikas. Beide liegen im Cape of Good Hope Nature Reserve, das man gegen eine Gebühr befahren darf. Eigentlich wollten wir zum Leuchtturm wandern (1,5 Stunden hin und zurück), aber es fing plötzlich so an zu schütten, dass wir aufgaben und ins Hotel zurück fuhren. Wir trafen hier übrigens wieder mal besonders viele Deutsche. Scheinbar müssen solche berühmten Punkte im Urlaub abgearbeitet werden, wie wir es ja auch tun :-). 

Abendessen im "Bangkok" (Gitter vor den Fenstern sind üblich)Nachmittags, als der Regen nachließ, spazierten wir in die 300 Meter vom Hotel entfernte Fußgängerzone und durch die Straßen drum herum. Hier konnte man sich in den Geschäften sehr günstig eindecken, auch mit Markenmedikamenten in Kaufhäusern.  50 Aspirin Tabletten von Bayer erhielt man in einem normalen Kaufhaus für 15 Rand (etwas unter 2 Euro). Das Spazieren durch die Straßen ist aber kein Vergnügen. Bei jeder Fußgängerampel die Grün zeigte, muss man in dem Gewühle auch noch aufpassen, ob nicht gleichzeitig Autos in die Straße einbiegen. Die haben nämlich Vorfahrt. Gegessen haben wir 100 Meter von unserem Hotel entfernt bei einem Thailänder, namens "Bangkok". Als wir ins Hotel zurückkehrten stellten wir fest, dass uns zum ersten mal etwas geklaut wurde aus dem Zimmer: eine halbe Flasche Rotwein und eine Flasche Fruchtsaft.

 


Dienstag, 17. August 2004

Tipps zum Tage:

West Coast National Park: 
88 km bzw. 1 1/4 Fahrstunden von Kapstadt entfernt liegt dieser 180 km² große Nationalpark. Er ist Teil der Langebaan Lagune und eines der wichtigsten Feuchtbiotope Südafrikas. Tausende Vögel leben hier, außerdem sieht man Strauße, Springböcke, Schildkröten usw.. Man kann hier herrlich wandern und mit dem Boot die Umgebung erkunden. Auf dem nördlichsten Zipfel, dem Postberg blühen im Frühjahr von August bis Ende September unzählige Blumen. Der Postberg ist übrigens auch nur zu der Zeit geöffnet und der Eintrittspreis in den Park ist zu dieser Zeit höher und beträgt: 30 Rand pro Person.

Wetter:
Morgens: Regen  
Mittags:   Sonne 23°C

Sonnenaufgang und Sonnenuntergang:
Sonnenaufgang:      7:23 Uhr 
Sonnenuntergang: 18:18 Uhr


Morgens regnete es trotz viel besserer Vorhersage. Wir setzten uns in unseren Nissan und fuhren 88 km die Westküste hinauf. Das Wetter besserte sich zusehends. Springbok Die Westküste wartet mit endlosen langen, weißen Stränden auf und erinnert zusehends an Westaustralien. Schildkröten kreutzen unseren Weg Die Verkehrsdichte nahm proportional zur Stadtentfernung ab. Eigentlich fuhren wir einfach ohne Ziel dahin, aber plötzlich entdeckte ich auf der Karte das Ziel West Coast National Park, warum nicht? Es stellte sich als ein Highlight von Kapstadt und Umgebung heraus. Als erstes spazierte gleich ein Strauß am Straßenrand entlang, den man dank seiner Größe auch nicht übersehen konnte. 

Nebenbei, im Lalibela Game Reserve erzählte uns der Ranger, dass Straußen zu den kleinen Appetithappen der Löwen zählen. Das Fleisch schmeckt gut und sie sind leicht zu erjagen. Auch Springböcke und Schildkröten sah man zwischendurch. Fast ganz alleine standen wir auf den Parkplätzen. Der Postberg war tatsächlich, wie versprochen, über und über mit Wildblumen aller Farben bedeckt. Wir konnten uns gar nicht satt sehen, schroffe Felsen, zu unseren Füßen, die Lagune und der Berg mit Wildblumen bedeckt, herrlich!

Wildblumenblüte auf dem Postberg: Daisy?Zum Schluss rasteten wir noch in Geebek, wo sich auch das Informationszentrum des Parks befand. Auf der Terrasse sitzend genossen wir beim Käsekuchen die letzten Sonnenstrahlen. Ein Baum neben uns war über und über mit den hängenden Nestern von Webervögeln bedeckt. Sie fütterten gerade ihre Jungen, einer baute noch sein Nest, harte Arbeit! Die niedlichen gelben Vögel lagen immer auf der Lauer, ob nicht ein Gast irgendwelche Essensreste fallen- oder unbeaufsichtigt ließ. Ingrid sah einen Moment nicht hin, schon landete ein Vogel auf unserem Tisch, nahm einen Schnabel voll Kondensmilch und verschwand. Ein anderer großer, huhnartiger Vogel schlug in einem unbeaufsichtigten Moment einem Kind hochhüpfend eine Waffel aus der Hand, das daraufhin weinend vor Schreck zur Mutter lief. Noch gesättigt vom Käsekuchen ließen Ingrid und ich heute das Abendessen ausfallen.   



Südafrika: Oudtshoorn Startseite Reiseberichte Südafrika: Kapstadt Teil 2