Australien

Top End (Teil 2: Katherine und Litchfield Nationalpark)


Karte

 

Freitag, 19. August 2005
 
Katherine
ist mit rund 10.000 Einwohnern drittgrößte Stadt des NT, nach Darwin und Alice Springs. Die wenigen Sehenswürdigkeiten, die es hier gibt, sind nicht der Rede wert. Infos findet man im Transit Centre. Katherine liegt an der Grenze zwischen Top End und dem Zentrum Australiens.

Unterkunft in Katherine:  
Das St. Andrew Apartment buchte ich über das Internet bei Kelly Forbes. Klappte alles komplikationslos.

Wetter:
Morgens: Sonne 23°C
Mittags:    Sonne

Sonnenaufgang und Sonnenuntergang:
Sonnenaufgang in Cooinda:        6:50 Uhr
Sonnenuntergang in Katherine: 18:35 Uhr

Fahrt von Cooinda nach Katherine:
260 km 2,5 Stunden

 

Heute schliefen wir alle drei sehr gut, wahrscheinlich wegen der kurzen Nacht gestern. Auch ohne Klimaanlage wurde es nicht zu warm (die Klimaanlage zog mir nämlich sehr unangenehm ins Gesicht).  

Nach dem Frühstück im MiMi fuhren wir ins 260 km entfernte Katherine. Zuerst führte uns die Fahrt 170 km auf dem Kakadu Highway entlang. Die Straßen waren gähnend leer. Einige entgegenkommende Autofahrer grüßten. Man fuhr hauptsächlich durch lichten Eukalyptuswald, deren Rinde so hell ist, wie die von Birken, wenn man überhaupt von Rinde sprechen kann. Dazwischen wachsen kleine Palmen und ab und zu passierten wir Termitenhügel von winzigen bis 5 Meter hohe. Ab Pine Creek erreichten wir den Stuart Highway, die Verbindung von Alice Springs nach Darwin. Auch diese Straße war nicht allzu stark befahren. Uns begegneten sogar vereinzelt eiserne Radfahrer. Einige Zeit begleitete uns die Eisenbahntrasse. Plötzlich dachte ich, dass Vögel auf der Straße herumflogen, aber beim näheren Hinsehen waren es Blätter, die nur auf einer Stelle herumwirbelten. Als wir mit dem Auto an die Stelle kamen, merkten wir, dass es ein Miniwirbelsturm war. Ein paar Kilometer später passierte das gleiche noch einmal. Gegen 12 Uhr erreichten wir Katherine, unsere Unterkunft St. Andrews Apartments. Kelly Forbes empfing uns und gab uns ein sehr schönes Apartment.  
 

St. Andrew Apartments

Wallibie am Picknickplatz zur Katherine Gorge


Manfred und Ingrid testeten als erstes unseren Pool mit Outside TV ohne Dach. Komisch, dass die Besitzer keine Angst hatten, dass der TV nass werden könnte bei Regen! Als wir die Rezeption am Nachmittag zu dritt betraten, erschrak Kelly fürchterlich, sie hatte ein schlechtes Gewissen wegen unserer defekten Sofakissen und dachte wir wollten uns beschweren. Aber das wollten wir mitnichten. Wir wollten eine Bootstour in der Katherine Gorge für morgen buchen. Auf Kellys Empfehlung war Ingrid 15 statt 17 Jahre alt, da wir so 25$ sparen konnten bei der Bootstour. Sollte der Bootsführer Einwände erheben, würde Kelly Hackfleisch aus ihm machen, teilte sie uns mit. Sie empfahl uns außerdem heute Abend auf dem Picknick Platz der Katherine Gorge zu essen, da sich bei Sonnenuntergang Wallibies zu uns gesellen würden.  

Also testeten wir dies und fuhren zum Picknickplatz an der Katherine Gorge. Zwar gesellte sich kein Känguru zu uns, aber wir sahen ein paar und gesellten uns zu ihnen um sie zu füttern.

 
 
Samstag, 20. August 2005
 
Tipps zum Tage:

Katherine Gorge (Nitmiluk):
30 km sind es ab Katherine/Stuart Highway über eine ausgeschilderte Straße bis an den Rand dieses rund 1800 km² großes Schutzgebietes, das neben dem Kakadu-Nationalpark sowie dem Roten Zentrum, als die Hauptattraktion im NT überhaupt gilt. Das heute nach dem lebenden Aboriginal-Stamm offiziell Nitmiluk geheißene Natur-Refugium besteht im Kern aus der rund 30 km langen und bis zu 100 m tief in das Sandsteinplateau des Arnheimland eingefrästen Katherine Gorge, bei der es sich um ein System 13 einzelner Schluchten sowie diverser Seitencanyons handelt, durch die sich der ständig Wasser führende Katherine River als gemächlich dahinplätschernder Fluss (Trockenzeit) oder aber als reißender Strom (Regenzeit) dahinschlängelt. Insbesondere im unteren Bereich, wo sich der Fluss in ein breites Tal ergießt, säumt das dichte grün von Palmen, Süßwassermangroven und Papierrindenbäumen seine idyllischen Ufer, die hier eine regelrechte Oase bilden, in der über 160 verschiedene Vogelarten beheimatet sind. Aber auch Wallabies und Kängurus fühlen sich wohl, während sich im klaren Flusswasser bis über 1 m lange Wasser-Warane, bis 25 kg schwere Barramundis und auch zahlreiche bis 3 m lange, aber für Menschen ungefährliche (in der Regel) Süßwasserkrokodile tummeln. Touristische Hauptattraktionen sind Flussfahrten mit Flachbooten, die während der Trockenzeit in den unteren Canyons verkehren. Ein Wanderwegnetz von 80 km lädt zum Wandern ein. Man kann sich auch Kanus mieten, die man aber während der Trockenzeit mühsam von Schlucht zu Schlucht hieven muss. Das Nitmiluk Visitor Centre am Ende der Zufahrtsstraße ist ganzjährig geöffnet (7 bis 19 Uhr) und für Tourbuchungen, Kanuverleih ebenso zuständig, wie für Informationen jeder Art. Auch Wanderkarten sind hier erhältlich.

Wetter:
Morgens: Sonne 24°C
Mittags:   Sonne  34°C

Sonnenaufgang und Sonnenuntergang:
Sonnenaufgang in Katherine:       6:54 Uhr
Sonnenuntergang in Katherine: 18:35 Uhr

 

Heute frühstückten wir selbst gekauftes im Apartment, das war auch mal wieder lecker mit frischer Melone, Ananas, Banane, Müsli und Toast. Um 11 Uhr starteten wir unsere 2-stündige Bootstour durch die Nitmiluk Gorge (Katherine Gorge). Die Fahrt führte im nicht voll besetztem Boot mit dem Tourguide Jacko bis zum Ende der ersten Gorge. Am Ende dieser Gorge stiegen wir alle aus und kletterten 600 Meter über Felsen zur nächsten Gorge. Auf dem Weg an den Felsen vorbei, befinden sich 7000 Jahre alte Aboriginal Malereien. Jacko meinte, er könne uns nicht sagen, warum die Aborigines dies malten, er wäre nicht dabei gewesen, aber wenn ihm einer ein Six Pack spendieren würde, denkt er sich eine schöne Geschichte aus. Während des Walks konnte man viele, viele Kanufahrer beobachten, die mit letzter Anstrengung ihr Kanu von einer Gorge in die andere über Stock und Stein (weniger Stock als Stein) schleifen mussten. Es sah fürchterlich mühsam aus. In der zweiten Gorge stiegen wir in ein weiteres bereit liegendes Boot. Diese Gorge war noch beeindruckender mit seinen steil aufragenden farbigen Sandsteinfelsen links und rechts. Dazwischen die schmale Gorge mit Kanus und Schiffen. Zum Schluss sahen wir sogar auf einem kleinen Felsen im Wasser ein Frischwasserkrokodil thronen. Es war ca. 15 Jahre alt und 1,5 Meter lang, behauptete zumindest Jacko. Sandstrände entlang der Gorge waren zum größten Teil gesperrt, da es Brutgebiete der Krokodile sind. Übrigens wurde 1989 zum letzten Mal ein Salzwasserkrokodil in der Gorge gesichtet, man kann also gefahrlos hier baden. Nach dieser Tour stärkten wir uns im Visitor Center mit Muffins und Eiskaffee.
 

Katherine Gorge

Süßwasserkrokodil in der Katherine Gorge
 


Anschließend fuhren wir zum Apartment zurück, kauften bei Woolworth Wasser ein. Unser Wasserverbrauch im N.T. liegt hier ziemlich hoch. Manfred und ich drehten noch eine erfrischende Runde in unserem Hauspool.  

Am Nachmittag überredete ich meine Lieben zu einem Abendspaziergang in der Nitmiluk Gorge und zwar den ca. 4 km langen Barrawei Walk. Er startet am Parkplatz beim Bootsanleger in der Gorge und führt erst gemächlich in knalliger Sonne, dann zum Teil über Stiegen und hohen Felsvorsprüngen ca. 70 Meter bergauf zu einem Lookout mit einem phantastischen Blick über den Katherine River (schöner als vorgestellt).  Der weitere Weg verlief gemütlich bei angenehmeren Temperaturen um die 30°C und einer frischen Brise auf einem breiten Sandweg oben auf dem Berg entlang.  Nach 1,5 Stunden erreichten wir über das Visitor Center unseren Parkplatz. Hier trafen wir wieder auf „unsere“ Wallibies von gestern.   
 

Blick vom Barrawei Walk zur Katherine Gorge

Dinner in der Kumbidgee Lodge


Auf dem Rückweg zum Hotel legten wir einen Abendessensstopp ein in der  Kumbidgee Lodge (4739 Gorge Street). Die Lodge fiel uns auf, da man hier gemütlich draußen mückenfrei an einem See sitzen konnte, sie lag direkt an der Zufahrtsstraße von Katherine zur Gorge. Man bestellte sein Essen an der Theke und suchte sich einen Platz. Das fertige Essen wurde uns an den Platz gebracht. Manfred aß Hühnerschnitzel mit Chips und Salat, Ingrid und ich aßen gegrillten Barramundi.mit Chips und Salat. Die Portionen waren groß und das Essen sehr lecker. Sogar ein Bus von der Air Force kam, dann musste das Essen ja gut und viel sein! Es war ein B.Y.O. Restaurant und nur Locals traf man hier, keinen einzigen Touri außer uns.


 
Sonntag,  21. August 2005
 
Tipps zum Tage:

Litchfield National Park:
1986 wurde das 1651km² große Gebiet, wo man früher Zinn und Kupfer abbaute, zum Nationalpark erklärt. Es war die Heimat der Wagait Aborigines. Tausende von 3m hohen "Magnetic Termite Mounds" findet man hier, ebenso die bis zu 6 Meter hohen Bauten der Cathedral Termiten. Viele Wasserfälle und natürliche Pools, die zum Schwimmen einladen. Der Ort Batchelor selbst lohnt sich eigentlich nicht, aber man findet hier Unterkünfte.   

Unsere Unterkunft in Batchelor:
Batchelor Resort in der Rum Jungle Road 220.

Wetter:
Morgens: Sonne 21°C
Mittags:   Sonne 32°C

Sonnenaufgang und Sonnenuntergang:
Sonnenaufgang in Katherine:      6:53 Uhr
Sonnenuntergang in Batchelor: 18:41 Uhr

Fahrt von Darwin nach Cooinda:
247 km 2 Stunden 10 Minuten

 

Litchfield Park: Magnetische TermitenhügelNach einem wieder sehr gesunden, selbst gebastelten Frühstück, fuhren wir um 9:35 Uhr Richtung Darwin und zwar bis Batchelor beim Litchfield Park. Der Stuart Highway war stärker befahren als auf dem Hinweg. Viel Interessantes zu sehen unterwegs gab es nicht, außer den hellen Eukalyptusbäumen, die zum großen Teil von Bränden unten schwarz waren. Und immer wieder sah man unterwegs Termitenhügel. Nach 2 Stunden und 10 Minuten erreichten wir in  Batchelor das Batchelor Resort Wir bezogen unser Dreibettzimmer und stürzten uns gleich in den Pool vor unserem Zimmerfenster. Das war herrlich erfrischend! Dieses Dreibettzimmer war tatsächlich ein Dreibettzimmer, nicht wie sonst, dass man ein Zweibettzimmer für drei bekommt. 

Gegen 14 Uhr fuhren wir in den Litchfield Park um uns ein paar Attraktionen anzusehen. Die erste waren Termitenhügel, die nach Süd Nord Richtung ausgerichtet waren. Das ganze Gelände sah aus wie ein riesiger Friedhof mit Grabsteinen, aber sehr beeindruckend. Der nächste Halt waren die Florence Falls. Diese waren recht gut besucht. Wir spazierten einen kleinen Rollstuhl geeigneten Weg zu einem Lookout, von wo man einen guten Blick auf die Florence Falls ergatterte. 175 Stufen führte der Weg, wenn man ihn weiter folgte hinab zu dem Wasserfall mit seinem Pool, in dem man baden kann. Der Ausflug hierher hat sich gelohnt. Okay, man hätte jetzt noch weitere Wasserfälle besuchen können, aber die Fahrerei reichte für heute.
 

Litchfield Park - Termiten Hügel

Litchfield Park - Florence Falls


Abends aßen wir im Resort Restaurant. Viele Alternativen gab es nicht. Und hier hieß die Alternative entweder Rinder- oder Schweinebraten, was anderes gab es nicht. Ingrid, die kein Fleischfan ist, war nicht allzu begeistert.


 
Montag,  22. August 2005
 
Tipps zum Tage:

Wetter:
Morgens: Sonne 22°C
Mittags:   Sonne 36°C

Sonnenaufgang und Sonnenuntergang:
Sonnenaufgang in Batchelor: 6:56 Uhr

Fahrt von Batchelor nach Darwin:
102 km in 1 Stunde 15 Minuten


Heute war unser letzter Tag im Top End, gegen Mittag startete unsere Maschine nach Perth. In nur einer guten Stunde erreichten wir das etwa 100 km entfernte Darwin. Wir parkten am Ende der Esplanade, bzw. beim Lookout zum Hafen, bummelten durch die Mall, checkten unsere Mails, aßen etwas und fuhren zum Flughafen. Hier waren wir angenehm überrascht, dass man mit Free Wireless Lan surfen konnte. Der Flug war ganz angenehm  und um 17:45 Uhr erreichten wir unser Ziel Perth. Mit unserem Nissan-Leihwagen von Europcar steuerten wir unser vorgebuchtes Hotel West Beach Lagoon in Scarborough an. Wir wohnten hier auch vor 5 und vor 9 Jahren. Im nebenan gelegenem Coles wollten wir Frühstück kaufen, aber leider waren die Gehsteige schon hochgeklappt.
 

Blick auf Darwins Hafen

Ankunft in Westaustralien


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