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Upington
 
Freitag, 16. Juni 2006
 

Die Protea Lodge war super! Als erstes tauschten wir allerdings das Zimmer, auf unseren Voucher standen Twinbeds, aber es war ein Doppelbett mit einer gemeinsamen Matratze und einer Zudecke, da kann ich beim besten Willen nicht drin schlafen. Twinbeds hatten sie nicht, meinten sie, dafür gab man uns ein Zimmer mit 2 Doppelbetten zum Aufpreis von 12 Rand / Tag (1,50 Euro). Da kann man natürlich nicht meckern.

 
Fahrt nach Upington
Unsere Reise von Springbok nach Upington und markiert sind auch unsere Ausflugsziele vor Ort
 

Ein paar Worte zu Upington: Die Stadt ist Zentrum des nördlichsten Weinanbaugebietes von Südafrika und sie exportiert auch Nebenprodukte wie Sultaninen und Trauben. Außerdem wird Baumwolle und Obst angebaut.

Nachmittags bummelten wir durch den recht großen 60.000 Einwohner zählenden Ort Upington. Die Geschäfte waren leider alle geschlossen, es war Feiertag.

Abends aßen wir beim Iren, 20 Meter von unserem Hotel entfernt. Manfred aß Cordon Bleu und ich Rinderfilet  mit Gemüse und Pommes. Es war wieder sehr preisgünstig mit 15 Euro für das Essen. Da unser Zimmer bedeutend kälter als der Rest des Hotels schien, setzten wir uns noch auf einen Drink in die Bar. Eine Weile später, unser Barmann war plötzlich fort, tauchte er mit einer Schale Chips wieder auf. Wer weiß, wo er dazu extra hingerannt ist.

Wetter: Sonne, Temperatur: mittags:  24°C
Gefahrene Kilometer: 380 km in 3h 35m.

 
 
Samstag, 17. Juni 2006
 

Heute schien wieder die Sonne. Wir beschlossen den 120 km entfernten Augrabies Falls N.P. zu besuchen. Am Eingang mussten wir Passnummer und Autonummer angeben und im Office durfte man den Eintritt bezahlen. Auf dem Parkplatz standen schon einige Autos. Man kann hier sowohl auf einem Campingplatz wohnen, als auch in kleinen Chalets. Weiterhin gibt es hier einen Shop und ein Restaurant. Die Dame im Office erklärte uns anhand einer Karte, was alles zur Zeit nicht möglich wäre, wegen Reparationsarbeiten. Die Karte gab sie uns mit.

Zuerst wanderten wir mal zur Attraktion dem Hauptwasserfall. Wir wunderten uns, warum eine Gruppe von Leuten einen solchen Aufstand vor einem Stein machten, auf den sie der Reihe nach hinaufkletterten (vielleicht 2 Meter hoch), und sich gegenseitig auf dem erklommenen Stein knipsten. Es waren natürlich Landsleute! Übrigens waren es die einzigen Deutschen, die wir außerhalb Kapstadts trafen. Die Wasserfälle waren ganz beeindruckend.

 
Augrabies Falls Augrabies Falls
Augrabies Falls
 

Danach überlegten wir, was man noch Schönes tun könnte. Nur, weil alles andere gesperrt war, dachte ich könnten wir doch nicht schon unverrichteter Dinge ins Hotel fahren. Als Notlösung könne man ja den angedeuteten Trail auf der Map versuchen, den Dassie Trail.

 
Dassie Trail Dassie Trail
Auf geht's zum Dassie und Klipspringer Trail Auf dem Dassie Trail
 
Und der erwies sich als ein Juwel! Man hätte ihn zu einer riesigen Tageswanderung ausdehnen können. Wir wanderten einen Bruchteil des Trails, der aber erwies sich als wunderschön! Der Oranjeriver fließt hier durch mehrere tiefe Schluchten und wir waren ganz alleine auf weiter Flur.
 
Schlucht mit dem Oranjeriver Schlucht mit dem Oranjeriver
Die Schlucht mit dem Oranjeriver
 

Vor uns sprangen Dassies, Erdhörnchen und Eidechsen umher. Auf der anderen Seite der Schlucht entdeckte ich einen Klippspringer. Nach einer Stunde kehrten wir um.

 
Dassie Rock Lizzard
Der Dassie beobachtete uns neugierig Rock Lizzard
   
Dassie in action Stachelige Pflanze
Der Dassie hat es sehr eilig Stachelige Pflanze am Wegesrand
   
WoMo Unser Leihwagen
Dies war nicht unsere Herberge Unser Leihwagen
 

Abends aßen wir wieder im irischen Restaurant. Nachdem ich die Hälfte des Essens verzehrt hatte, Sirloin, Karotten, Spinat und Folienkartoffel, blockierte plötzlich meine Speiseröhre, es ging nicht vorwärts. Ich konnte nichts mehr schlucken, auch nicht meinen eigenen Speichel. Darum verließ ich das Lokal und ging schon mal ins Hotel zurück, in der Hoffnung, dass sich das von alleine wieder bessern würde. Es wurde aber nicht besser. Um 2 Uhr nachts rief Manfred den Notdienst, die mich ins Private Klinikum von Upington brachten. Die Fahrt war allerdings recht abenteuerlich. Während der Krankenwagen mit Tempo 100 km/h durch die Stadt donnerte, saß ich hinten locker und unangeschnallt auf der Pritsche. Manfred jagte im Auto hinterher.

Man nahm mich hier sehr freundlich auf, die Formalitätenflut entsprach der unsrigen. Man hängte mich erst einmal an den Tropf und meinte, ich solle bis morgen 10 Uhr abwarten. Zusammen mit einer anderen Dame lag ich in einem 4 Bett Zimmer. Die Zimmertüren standen alle zum Gang offen, so konnten sie Schwestern immer leise rein und raus schleichen in der Nacht. Man hörte allerdings auch die Leute aus den Nachbarzimmern schnarchen. Jedes Bett hatte einen Rundumvorhang, der bei Bedarf geschlossen wurde, zu Untersuchungen usw. oder um andere nicht zu stören bei Neueinlieferungen wie bei mir. Auch hatte jedes Bett ein TV an der Decke montiert, für den man sich Kopfhörer ausleihen konnte. So kam ich wenigstens mal dazu mir ganze Fußballspiele anzusehen.

Wetter: Sonne, Temperatur mittags:  26°C
Gefahrene Kilometer: 240 km

 
 
Sonntag, 18. Juni 2006
 

Vatertag in Südafrika! Heute Morgen war mein Zustand unverändert, ich konnte nichts schlucken. Der Arzt, meinte ich solle erst mal abwarten. Er hielt es für eine Lebensmittelvergiftung. Gegen 15 Uhr immer noch unverändert! Gegen 19 Uhr testete ich auf Anraten des Arztes noch einmal und endlich nach 24 Stunden konnte ich wieder etwas schlucken, was nicht sofort wieder rückwärts lief. Die Speiseröhre war wieder frei!

 

Manfred besuchte mich mindestens viermal am Tag und er fand im Internet heraus, dass es wegen der rasch auftretenden Symptome eine Lebensmittelallergie sein könnte.

Wetter: Sonne, Temperatur mittags:  24,6°C.

 

Endlich raus aus der Klinik -->

Klinik in Upington
 
 
Montag, 19. Juni 2006
 

Nachdem mir das Frühstück heute im Krankenhaus auch bekam, wurde ich entlassen, versorgt mit allen möglichen Medikamenten, von Antibiotika bis Halsmittel. Im Hotel machte ich mich erst mal frisch und den Vormittag verbrachten wir im Hotel. Mittags bummelten wir zum Infobüro, dessen Angestellte uns einen Stadtplan und einen Umgebungsplan in die Hand drückte. Anschließend marschierten wir auf die andere Oranjeriverseite zu einem Park mit der längsten Palmenallee der südlichen Halbkugel. Über 200 Dattelpalmen findet man hier. Außerdem befindet sich hier auch ein Ressort, dass wie der restliche Ort ausgestorben. Übrigens begegneten uns auf unserem Spazierweg ausschließlich freundlich grüßende, lächelnde Menschen, egal ob schwarz oder weiß.

 
Oranje River Hotel in Upington
Brücke über den Oranje River Auf der anderen Seite des Oranje Rivers sieht man unser Hotel
   
Längste Palmenallee der südlichen Halbkugel Längste Palmenallee der südlichen Halbkugel
Auf der längsten Palmenallee der südlichen Halbkugel
 

Nachmittags bummelten wir auf der Suche nach einem Büchergeschäft durch die Stadt und fanden nur ein einziges Geschäft, deren Besitzerin uns ihren Laden extra noch mal aufsperrte, es war schon 16:30 Uhr, eigentlich Ladenschluss bei ihr. In diesem Geschäft gab es ungefähr 30 Bücher, die aus einer Handvoll gebrauchter Bücher bestand und Schulbüchern. Die Dame des Infobüros hatte uns vorgewarnt heute Morgen. Sie meinte es gäbe nur diesen einen Laden. Komisch, lesen Südafrikaner nicht? Denn in Springbok erging es uns nicht anders.

Ich stand gerade unter der Dusche im Hotel, als ständig jemand versuchte unsere Zimmertüre mit dem Kärtchen zu öffnen. Beim Blick durch den Türspion, entdeckte Manfred vier Mädchen ratlos vor der Tür stehen. Manfred verhielt sich ganz still. Nach Beratung marschierte eine der Mädchen los, um Hilfe zu holen. Ein Blaumantel mit Kärtchen erschien und öffnete unsere Zimmertür und verschwand sofort, als die Mädchen ihm freundlich dankten. Manfred stand grinsend im Raum und empfing sie mit den Worten „This is my room“. „Sorry“, mit diesem Wort zischten sie erschrocken davon.

Abendbrot aßen wir zu Hause mit Toast und Marmelade. Wir gingen schon früh schlafen, da mir vom Krankenhaus eine Mütze voll ausgiebigen Schlafs fehlte.

Wetter: Sonne, Temperatur mittags:  26°C


Kleiner Nachsatz:

Zur Zeit meines Krankenhausaufenthaltes fand unsere 3-tägige gebuchte und schon bezahlte Kalahari-Safari statt, die wir nun leider absagen mussten. Erstattet bekamen wir vom Veranstalter nichts. Als wir zu Hause waren, reichten wir diese Kosten und meine Krankenhauskosten bei unserer Mastercard - Reiserücktrittsversicherung und der Mastercard - Auslands Krankenversicherung ein.

Die Krankenversicherung bezahlte anstandslos. Während die Reiserücktrittsversicherung, die Union Reiseversicherung AG die 7000 Rand nicht zahlten mit folgender Begründung:

„Ausfallkosten unterliegen nicht dem Versicherungsschutz“. Ich habe daraufhin die Vertragsbedingungen mehrmals durchgelesen und nichts derartiges gefunden. Da frage ich mich, was ist denn der Unterschied zwischen Ausfall und Reiserücktritt? Werden nur ganze Reisen gezahlt und wo steht das? Es war doch eine ganze Reise, denn wir buchten diese Tour nicht zusammen mit der restlichen Reise, sondern direkt als Einzelbuchung per Internet.

 
 
Dienstag, 20. Juni 2006
 

Bevor wir zum Frühstück aufbrachen, Manfred war im Bad, stand wieder eines der Mädchen vor der Tür und klopfte. Irgendwie können sich die Mädels wohl nicht so recht Zimmernummern merken oder lesen. Heute nahmen wir noch mal den Augrabies Fall N.P. in Angriff. Am heutigen Dienstag waren viel weniger Straßenwanderer unterwegs, als am Sonntag, wo ganze Völkerwanderungen stattfanden. Nach 1,5 Stunden erreichten wir unser Ziel. Leider darf man in den Park „geen Troeteldiere“ mitbringen, da waren wir ganz traurig :-). Wir zahlten unsere 120 Rand, shoppten noch ein wenig und fuhren dann zu den Moonrocks. Dies sind beeindruckende Felsformationen aus Granit, etwa 700 Meter lang und 100 Meter hoch. Wir bummelten ein wenig drauf herum und erspähten schon die ersten Dassies, die uns neugierig beäugten. Plötzlich hörte ich hinter mir Geräusche, die mir bekannt vorkamen, aber die ich nicht zuordnen konnte. Es waren Affen.

 
Bärenpaviane
Bärenpaviane tollten über den Felsen
 

Sie tobten familienweise über die Felsen, hielten aber respektvollen Abstand zu uns. Immer wieder entdeckten wir im Gebüsch einen Affen (Bärenpavian).

 
Ein neugieriger Dassie ließ uns nicht aus dem Auge Blümchen am Wegesrand
Ein neugieriger Dassie ließ uns nicht aus dem Auge Blümchen am Wegesrand
 
Nach dem Besuch des Rocks fuhren wir zur Rezeption und setzten uns ein Stündchen gemütlich auf die Restaurantterrasse, einen kühlen Eistee bzw. Bier schlürfend. Zum Schluss wanderten wir noch mal, wie Sonntag den Beginn des Dassie-Trails. Es war viel wärmer als gestern und wirklich hunderte von Eidechsen huschten um uns herum. Besonders farbenprächtig war der Rock Lizzard. Die Dassies hielten sich im Schatten auf. Aber wir konnten wieder spektakuläre Fotos von der Schlucht schießen, die uns immer an den Grand Canyon erinnerte, wo wir allerdings noch nie waren.
 
Getränkepause Vulkanlandschaft
Kleine Getränkepause Vulkanlandschaft am Oranje River
 

Auf dem Rückweg hielten wir an einem Postamt in Keimos, um uns Briefmarken zu besorgen. Es war gemütlich leer, alle grüßten freundlich und um 17 Uhr waren wir wieder im Hotel. Durchgeschwitzt wie wir waren, schnell eine Dusche genommen. Manfred ging zum Essen, während ich mich das noch nicht traute und nur Toast mit Marmelade und ein Joghurt schmauste.

Wetter: Sonne, Temperatur: morgens 5°C, mittags: 27°C
Gefahrene Kilometer: 240 km.

 
 
Mittwoch, 21. Juni 2006
 

Nach dem Frühstück fuhren wir zum 13 km entfernten Spitzkop Nature Reserve, nördlich von Upington an der Straße zur Kalahari gelegen. Dies ist ein größeres Gebiet, mit Wildtieren, die man entweder von einem kleinen Berg mit montiertem Fernglas beobachten kann oder auf einem 18 km langen Rundweg durch das Gelände. Wir nahmen uns beides vor. Ach ja, der Eintrittspreis betrug 15 Rand pro Person. Als erstes fuhren wir zum Fuße des Aussichtsberges, auf den ein schmaler Weg hinauf führte, zum Teil unter Felsen hindurch und über Leitern. Hier oben waren wir anfangs ganz alleine und entdeckten 2 Kamele und eine Antilope in der Ferne.

 
Spitzkop Nature Reserve Spitzkop Nature Reserve
Auf dem Aussichtsberg mit Blick zur Pforte Unten am Aussichtsberg spielt eine Schulklasse
   
Spitzkop Nature Reserve Spitzkop Nature Reserve
Was entdecke ich denn in der Ferne? ...ein Kamel
 

Später gesellten drei Asiaten hinzu, die uns fragten, ob wir Tiere entdeckt hätten. Wir stiegen hinunter und trafen die Tourguide Lady der drei, die uns gleich nach unserer Herkunft und so fragte, wie das so üblich ist. Nach längerem Gespräch stellte sich heraus, dass sie früher einen Bauernhof bewohnte, der aber durch zwei Trockenperioden keinen Gewinn mehr abwarf. Und so führt sie jetzt eine B & B Pension, ihr Mann unternimmt Führungen durch die Kalahari und sie betreut die Gäste vor Ort. Wir erzähltem ihr von unserer verpassten Führung, wegen meines Krankenhausaufenthaltes, woraufhin sie meinte: „Sie waren das mit dem Krankenhaus!“ Ich wurde ganz verlegen und war erst mal baff. Wie konnte sich so was in einer 60.000 Einwohner Stadt herumsprechen?

 
Spitzkop Nature Reserve Spitzkop Nature Reserve
Auf dem Aussichtsberg mit der Tourguide rechts Das neugierige Zebra begutachtet uns
 

Hinterher fuhren wir den Rundweg und entdeckten Elands, Wildebeest, Springbok, Gemsbok und ein freches, neugieriges Zebra, was an Menschen gewöhnt war. Es stand zusammen mit Rindern auf einer Weide. Manche Tiere entdeckten wir erst dank der Tourguide-Lady, die vor uns in ihrem VW-Bus fuhr.

 
Gemsböcke und ein Gnu
Gemsböcke und ein Gnu
 

Mittags tranken wir im Hotel einen Kaffee, hoben Geld ab, ließen auch unseren Nissan nicht dursten und fuhren zum 120 km entfernten Kenhardt zum Kokerboom Forest. In meinem Reiseführer steht: Baumaloen wachsen in der Regel einzeln oder in kleinen verstreuten Gruppen, doch hier bilden mehrere hundert Pflanzen einen der dichtesten Köcherbaumwälder Südafrikas. Die Bäume standen bei unserer Ankunft in voller Blüte. Man fand kaum den Start, es war ziemlich verkommen, mit halbabgerissener Toilette, vielen Privatschildern. Wir wanderten mal los und plötzlich blieb Manfred stehen, vor ihm auf dem Weg lag eine Schlange, eine Horned Adder, wie sich hinterher herausstellte. Sie war nicht tödlich giftig, sondern nur ein wenig. Bei unserem Anblick ringelte sich sogleich zusammen und zischte uns böse an. Wir machten lieber einen großen Bogen um das Tier.

 
Kokerboom Horned Adder
Kokerboom oder auch Köcherbaum Horned Adder
 

Manfred ging zum Abendessen wieder zum Iren, um ihn zu rehabilitieren, wie er meinte, während ich mich noch keine Experimente traute und Toast mit Käse und Marmelade aß. Wir planten noch, bis wohin wir morgen reisen wollten und zwar bis Graaff Reinet und mailten zwei B & B Pensionen an, ob noch etwas frei wäre.

Wetter: Sonne, Temperatur mittags: 26°C
Gefahrene Kilometer: 250 km.

 
 
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