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Lalibela
 
Sonntag, 25. Juni 2006
 

Wie fast jeden Tag standen wir um 7:30 Uhr auf, um 8:30 Uhr wurde uns das Frühstück gebracht. Um 9:15 Uhr fuhren wir Richtung Port Elizabeth. Nach 303 km bzw. 3 Stunden erreichten wir unser Ziel, das Game Reserve Lalibela.

 
Fahrt nach Lalibela
Von Graaff Reinet zum Game Reserve Lalibela
 

Wir wurden sehr freundlich empfangen, unsere Koffer wurden zu der Unterkunft Tree Tops gebracht, wo uns Cornelia mit einem Glas selbst gepressten Zitronensaft mit Grenadine herzlich begrüßte. Beim Empfangsessen stellte sich heraus, dass Cornelia deutsch spricht, sie aber hier geboren wurde. Ihre Vorfahren stammten aus der Lüneburger Heide. Von da an musste ich nicht mal mehr meinen inneren Schweinehund überwinden und mit ihr Englisch reden.

Eigentlich hatten wir im Haupthaus gebucht und nicht im Tree Tops, aber was soll’s, wir sagten lieber nichts, denn es gefiel uns sehr gut. Wir waren hier die einzigen Bewohner der neu erbauten Hütten die aus Zeltleinwand bestanden mit Strohdach.

 
Tree Tops Lalibela Tree Tops Lalibela
Ben fährt uns zur Unterkunft in Lalibela Die Tree Tops kommen in Sicht
   

Vor unserem Zelt

Im Tree Tops
Vor unserem Zelt Im Tree Tops
 
Um 15:30 Uhr gab es Tee oder Kaffee mit Kuchen oder Sandwich, dann ging’s auf Pirschfahrt mit Ben aus Simbabwe. Wir sahen Elandantilopen , Oryx-Antilopen, Buschböcke, Springböcke, zwei Wild-Hunde, die gerade frisch einen Buschbock gerissen hatten. Das war eine äußerste Seltenheit, wie uns Ben versicherte.
 

Wildhunde

Nashörner
Zwei Wildhunde haben gerade eine Antilope gerissen Plötzlich umringen uns Nashörner
 

Plötzlich, wir beobachteten gerade Breitmaulnashörner mit Baby, als wir von sieben Nashörnern umringt waren. Nach den Nashörnern gab es ein kleines Picknick mit Saft oder Bier und Knabbersachen. Obwohl ich fünflagig angezogen war, zumindest oben herum, fror ich wie ein Schneider: Unterhemd, Rolli, Fleeceweste, Fleecejacke und Windjacke.

 

Kleines Picknick zwischen Nashörnern

müder Löwe
Kleines Picknick zwischen Nashörnern Im Scheinwerferlicht ein müder Löwe
 
Nach dem Picknick ging es weiter in der Dunkelheit. Per Funkkontakt mit den anderen Rangern wurde ein Löwe ausfindig gemacht. Mit Scheinwerfern wurde das Gelände abgesucht und da lag der Löwe! Ben kannte ihn, es war ein 2-jähriges Männchen.
 
Abendessen im Lalibela

Wir schossen tolle Aufnahmen, dann ging es zurück zur Lodge, wo Cornelia uns mit einem warmen Sherry empfing. Wir saßen mit ihrem Mann Mark, Cornelia und Ben am Feuer draußen und anschließend gab es Abendessen: eine Hackfleischspezialität, Huhn, und viele, viele Beilagen.

Manfred fragte Mark nach seiner Sichtweise des Arbeitsmarkts für Weiße. Mark meinte, dass es fast unmöglich sei, für Weiße in der Regierung einen Job zu bekommen und dass es Weiße derzeit auch sonst schwerer hätten einen Job zu bekommen.

<-- Abendessen im Lalibela

 

Wenn es auf einen Posten mehrere Bewerber verschiedener Haufarbe mit gleicher Qualifikation gäbe, würden Schwarze, Colored und Inder bevorzugt. Aber er glaubt, dass dies nur vorübergehend sei.

Als wir auf unser Zimmer kamen, war schon alles hergerichtet, Heizung an, Heizdecke an und Betthupferl auf der Zudecke.

Wetter: erst bewölkt, Schauer, abends schön, Temperatur morgens 8 Grad, mittags 16 Grad
Gefahrene Kilometer: 303 km in 3 Stunden.

 
 
Montag, 26. Juni 2006
 

Um 6 Uhr hieß es Aufstehen um 6:30 Uhr gab es ein leichtes Frühstück mit Müsli und Kaffee oder Tee und um 7 Uhr ging’s mit Ben auf einen 3-stündigen Game-Drive. Wir ließen heute beide unseren Schlafanzug drunter, um nicht so fürchterlich zu frieren wie gestern. Ben wollte uns partout Elefanten zeigen, was sich bei dem Wind als äußerst schwer erwies. Man glaubt es nicht, aber die Riesentiere konnten sich gut verstecken. Wir sahen Giraffen, Zebras, Elands, Springböcke, ein Nashorn, Red Hartebeest, aber keine Elefanten.

 
Morgensafari im Lalibela Morgensafari im Lalibela
Mit Ben auf Morgensafari Springböcke
 
Morgensafari im Lalibela
Rote Kuhantilopen in der Morgensonne
 
Morgensafari im Lalibela Morgensafari im Lalibela
Eingemummt auf Safari Giraffen
 
Morgensafari im Lalibela
Gnus
 

Auf einem Punkt, wo man das gegenüberliegende Tal gut überblicken konnte, baute Ben gerade alles für einen Kaffeeimbiß auf, als er gegenüber einen Elefanten erspähte. Also schnell alles wieder eingeräumt, und mit dem Auto dorthin gefahren. Aber nirgends Elefanten in Sicht! Die kleinen Tiere können sich gut zwischen den Bäumen verstecken. Nachdem wir hier unseren Kaffee getrunken haben fuhren wir wieder zum Aussichtspunkt. Ben entdeckte nun gegenüber eine ganze Elefantenfamilie, die er uns für den Abend versprach, denn nun wurde es Zeit zur Lodge zurückzukehren, Cornelia wartete schon mit dem Brunch. Ja verhungern konnte man hier wirklich nicht.

Mittags relaxten wir, setzten uns in die Sonne und Manfred beschloss wegen seines Schnupfens und der Halsschmerzen die Nachmittagstour sausen zu lassen, so fuhr ich alleine mit Ben hinaus. Ich durfte neben ihm sitzen, wo es viel weniger kalt zog, als oben auf dem Landcruiser. Er meinte, wenn mir kalt wäre würde er die Heizung anstellen, was ich für einen Witz hielt in dem offenen Auto, war aber keiner, denn aus dem Gebläse kam es warm heraus, so dass die Hände nicht so eiskalt gefroren. Ben hatte den Ehrgeiz mir Elefanten zu zeigen. Er sah am gegenüberliegenden Hang von weitem schon Nashörner laufen. Die konnte ich beim besten Willen nicht erkennen. Als wir drüben waren, fand er sie auch gleich. Wir sahen viele, viele Antilopenarten im Abendlicht und schließlich Elefanten. Sie mussten wir im Hellen finden, da sie es nicht mögen von Scheinwerfern oder Blitzlicht geblendet zu werden.

Es war eine ganze Elefantenfamilie mit Baby und Halbstarken und erwachsenen Elefanten. Der noch nicht erwachsene Elefant stand etwa einen Meter in Front vor unserem Auto, rupfte Gras, was er sich ins Maul steckte und beäugte uns neugierig. Das war sehr beeindruckend solche Kolosse auf Tuchfüllung vor sich zu haben. Nach einer ganzen Weile lösten wir uns und fuhren zu einem Sonnenuntergangsdrink. Die Aussicht auf die gezackten Berge hinter denen die Sonne unterging toppten fast, aber nicht ganz das Elefantenereignis.

 
Nachmittagssafari im Lalibela Nachmittagssafari im Lalibela
Endlich entdeckten wir eine Elefantenfamilie Teenager-Elefant
 
Morgensafari im Lalibela
Nashorn vorm Sonnenuntergang
 

Zurück in der Lodge holte ich Manfred ab und wir setzten uns mit einem Willkommensdrink ans Feuer draußen.

 
Empfang am wärmenden Lagerfeuer Abendessen im Lalibela
Empfang am wärmenden Lagerfeuer Cornelia serviert das Abendessen
 

Später kam eine Tänzergruppe vom Xhosa-Stamm, bestehend aus vier jungen Leuten, zwei Jungs und zwei Mädchen, die uns einen beeindruckenden Tanz vorführten, uns etwas aus ihrer Sprache erzählten mit den vielen klick-Lauten und uns trommeln ließen. Cornelia erzählte uns, dass diese vier jungen Leute vor kurzem selber die Initiative ergriffen hatten, bei Lalibela fragten ob sie tanzen dürften. Dies kam so gut an, dass sie eine Festanstellung bekamen. Sie tanzen jedes Mal etwas Neues. Da die meisten Gäste ein bis zwei Tage hier blieben, tanzen sie alle zwei Tage in den Lodges.

 
Xhosa-Tanzgruppe im Lalibela Xhosa-Tanzgruppe im Lalibela
Xhosa-Tanzgruppe: fesche Mädels Xhosa-Tanzgruppe: fesche Jungs
 

Nach dem Essen, es gab Strauß und Lamm mit vielen Gemüsesorten und Salaten, unterhielten wir uns noch mit zwei weiteren Rangerinnen, die heute hier aßen. Mark erzählte übrigens, dass der Durchschnittsangestellte in diesem Gewerbe 18 Monate diese Tätigkeit an einer Stelle ausführte und dann oft aus familiären Gründen den Job wechsle. Die Arbeitszeiten sind nicht familienfreundlich, außer man arbeitet als Paar auf einer Game-Lodge, wie Cornelia und Mark. Man arbeitet sechs Wochen am Stück und zwei Wochen ist Pause.

Wetter: Wenig Wolken, aber windig / Temperatur morgens: 8°C, mittags: 17°C.

 
 
Dienstag, 27 Juni 2006
 

Heute Morgen stürmte es so stark, dass uns Cornelia schon beim Wecken um 6 Uhr fragte, ob wir die Morgentour heute mitmachen wollten. In Anbetracht Manfreds Nase sagte er ab und auch ich hatte keine Lust bei dem Sturm, zumal der gestrige Nachmittag mit den Elefanten nicht getoppt werden konnte. Also bestellte sie uns für 10 Uhr zum Brunch.

Wir wurden von allen herzlich verabschiedet. Und nach 2,5 Stunden und 250 km erreichten wir auf der nicht mehr einsamen Straße in Richtung Kapstadt um 14 Uhr die Tsitsikamma Lodge in Tsitsikamma.

 
Fahrt nach Tsitsikamma
Fahrt von Lalibela nach Tsitsikamma
 
Es sind einzeln stehende Hütten, zwar nah an der Straße und den Verkehr hört man sehr gut, dafür sind die mit Holz ausgestatteten Hütten sehr gemütlich. Abends aßen wir im Hotelrestaurant vom Büfett. Es gab Zwiebelsuppe, Fisch mit Salat, Huhn, Rind oder Schwein mit Kartoffeln, Reis, Spinat oder Mischgemüse und zum Nachtisch Vanilleeis oder Blaubeerkuchen.
 
Tsitsikamma Lodge Tsitsikamma Lodge
In der Tsitsikamma Lodge... ... mit einladendem Pool
 

Wetter: Wenig Wolken, aber windig / Temperatur morgens: 8°C, mittags: 22°C
Gefahrene Kilometer: 250 km in 2,5 Stunden.

 
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