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Australien

 

Atherton Tableland in Nordqueensland

 
Dienstag, 16. September 2008
Über Queensland

Die Crew war übrigens ganz besonders freundlich, „unsere“, Sonia erzählte uns, sie wohne in Cairns, unserem ersten Urlaubsziel, und fliege diese Route sehr gerne, da sie dann mal aus dem verschlafenen Cairns herauskäme und Shopping in Singapur machen könne :-). Nach fünf Stunden Flug erreichten wir australischen Boden und zwar Darwin. Wir mussten alle die Maschine räumen und einen erneuten Sicherheitscheck über uns ergehen lassen.

Durch diese Prozedur verging die Wartezeit, zum Weiterflug relativ schnell. Wieder an Bord, erhielt Manfred, die von Sonia aus seinem Gepäcknetz geretteten Bonbons zurück, die bei der Flugzeugreinigung sonst entfernt worden wären. Es kamen ein paar neue Passagiere hinzu, ein paar gingen, es war immer noch schön leer. Nach weiteren 2,5 Stunden Flug mit herrlichem Blick auf den Gulf von Carpenteria, unter der aufgehenden Sonne, landeten wir gegen 8:20 Uhr Ortszeit (Eastern Standard Time, MESZ + 8 Stunden) in Cairns.

 
Queensland
 

Der Flughafen in Cairns ist sehr übersichtlich und gemütlich. Bei der Passkontrolle mussten wir nochmals die Sache mit unserem Visum erklären, weil sie wohl die geänderten Daten sahen und nicht wussten, was da nun passiert war.

Das Gepäck erschien sofort, unser Handgepäck mussten wir beim Warten auf den Boden stellen, um einen Zollhund daran schnüffeln zu lassen. Der Hund durfte auf das Gepäckband springen, damit er die großen Gepäckstücke abschnüffeln konnte, was ihm großen Spaß machte, dem Schwanzwedeln nach zu urteilen. Das ganze Gepäck wurde anschließend noch einmal geröntgt, dann waren wir fertig.

Bei der Leihwagenübernahme von Europcar einigten wir uns mit dem Angestellten, dass wir noch eine Stunde warten sollten mit der Übernahme, damit uns bei der Abgabe nicht wegen 2 Stunden ein voller zusätzlicher Tag berechnet worden wäre.

Jetzt war es 9 Uhr, wir übernahmen den Wagen um 10 Uhr und durften ihn am Abgabetag um 11 Uhr zurückgeben ohne Aufpreis. Zum Warten setzten wir uns in ein Cafe, tranken Cafe Latte und gewöhnten uns schon mal an die leckeren Schokomuffins bzw. Manfred Blaubeermuffin. Muffins gehören für mich irgendwie zum Urlaub dazu, weil ich sie sonst so gut wie nie esse.

Schokomuffin
 

Kleine Hintergrundinformation unseres ersten Urlaubsstopps:

Unser Urlaubsort Tinaroo befindet sich im nordöstlichen Bundesstaat Queensland. Queensland ist der zweitgrößte Staat Australiens und erstreckt sich auf eine Fläche von ca. 1,7 Millionen Quadratkilometer und ist somit etwa fünfmal so groß wie Deutschland. Es leben hier 4 Millionen Einwohner, also ein Viertel aller Australier.

Das Klima in Nordqueensland ist tropisch. Es gibt eigentlich nur zwei Jahreszeiten, den tropischen Sommer von Dezember bis April, da ist es feuchtwarm, schwül mit Regen und den tropischen Winter von Mai bis November, da ist es trocken, warm und sehr angenehm.

Unser Domizil Tinaroo liegt am gleichnamigen Stausee im Atherton Tableland, im Hinterland von Cairns. Das Tableland ist ein riesiges Hochplateau, ca. 800 Meter über dem Meeresspiegel, mit einer Ausdehnung von 30.000 Quadratkilometern. Es entstand durch vulkanische Aktivität, zurück blieben aus dieser Zeit auch viele schöne Kraterseen. Auf dem Hochplateau ist es immer ein paar Grad kühler als unten an der Küste. Hier wird sehr viel Ackerbau und Milchwirtschaft betrieben. Auf manchen Farmen kann man direkt vom Hof die Früchte kaufen. Übrigens befindet sich im Tableland der höchste Berg Queenslands, der 1657 Meter hohe Mount Bartle Frere. Vor der Besiedlung des Tablelands war es komplett mit Regenwald bedeckt, inzwischen wurde viel gerodet, um Platz für Felder zu bekommen oder weil man Bauholz brauchte.

Der Lake Tinaroo wurde 1958 als Wasserspeicher mit einer Küstenlinie von guten 200 km angelegt. Dadurch verschwand die Stadt Kulara, in der Nähe des heutigen Yungaburra. Der See ist bekannt für seinen Barramundi Fisch. Um den See herum führt eine ungeteerte Straße, es gibt ein paar Campgrounds, die direkt am See liegen. Bekannt ist der See außerdem für gute Wassersportmöglichkeiten (Wasserski, Segeln...).

 

Mit dem Leihwagen, einem Mitsubishi Pajero, einem 4WD, schaukelten wir an der Küste Richtung Norden bis zum Abzweig nach Kuranda, hier gings ins Atherton Tableland über Mareeba und Tolga zu unserem 1. Domizil, der Tinaroo Holiday Lodge, Al’s Lookout. 1,5 Stunden Fahrzeit benötigten wir dafür. Der Schlüssel zur Lodge befand sich in einer Lockbox, mit Nummerncode.

Das Häuschen lag inmitten von Buschland, mit nur einem Nachbarn, es hatte alles was man brauchte und noch viel mehr, der Kühlschrank war gefüllt mit frischen Obst, Schinken, Eiern, Brot, Butter, Marmelade, Milch ...

Tinaroo
Unser Leihwagen
Tinaroo Haven Lodge
Unser Leihwagen
Tinaroo Haven Lodge von außen
 
Unser Wohnzimmer
Wohnküche
Tinaroo Haven Lodge: das Wohnzimmer
Tinaroo Haven Lodge: Küche
 
Nach einer erfrischenden Dusche und nachdem Manfred eine große Heuschrecke (ca. 5 cm) im Bad entfernt hatte, fuhren wir zum nächstgelegenen Woolworth nach Atherton und deckten uns mit Lebensmitteln ein. Vom Parkplatz des Einkaufszentrums schickte ich rasch eine SMS an unsere Tochter, da wir in unserer Ferienwohnung keinen Handyempfang hatten. Dann fuhren wir zum Lake Tinaroo, bummelten ein wenig am leeren Ufer entlang und setzten uns abendessend auf die Veranda.
 
Abendessen auf unserer Terrasse
Abendstimmung am Lake Tinaroo
Tinaroo Haven Lodge: Terrasse
Abenddämmerung am Lake Tinaroo
 
Zur Dämmerung raschelte es plötzlich unter uns, es waren zwei Wallabys, leider sehr schüchtern. Sie erschraken bei unseren Geräuschen. Ich dachte, schade, nun haben wir sie vertrieben, aber während die beiden nach kurzer Zeit wieder erschienen, sahen wir im Hintergrund mehrere größere Kängurus vorbeihüpften. Sie hüpften schließlich auch direkt vor unserer Veranda vorbei. Natürlich sahen und hörten wir viele Vögel, unter anderem Rainbow-Lorikeets, Kakadus, eine Gruppe Kraniche zog über uns hinweg. Ich war begeistert von all diesen Tieren! Wir setzten uns ins Auto und fuhren noch mal zum Lake Tinaroo bzw. Tinaroo Dam. Auf der Fahrt sahen wir viele, viele Kängurus. Eins blieb direkt im Scheinwerferlicht mitten auf der Straße sitzen. Wir hielten an und warteten, bis es sich bequemte weiterzuhüpfen.
 
Auch größere Kängurus hüpften an unserer Terrasse vorbei
Kleines Wallaby unter unserer Terrasse
Einer unserer abendlichen Gäste
Dieses Wallaby wohnte unter unserem Haus
 
Mit einem Gläschen Rotwein saßen wir auf der Veranda und lauschten den Geräuschen der Nachttiere und immer wieder raschelte es im Gebüsch um uns herum. Unsere Nachbarn waren übrigens nicht da, man war weit und breit fast alleine mit der Natur. Um 20 Uhr fielen wir todmüde nach der weiten, doch fast schlaflosen Reise ins Bett (von Haustür zu Haustür ca. 36 Stunden).
 
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