Zurück
weiter
 

Australien

 

Sydney /Melbourne / Mudgee

Dienstag, 30. September 2008
Weiterreisetag! Das bestellte Taxi erschien pünktlich auf die Minute um 8:30 Uhr, sogar etwas früher. Wir ließen uns beim Zimmervermittler vorbei fahren, gaben den Schlüssel ab und wurden zur Manly Wharf gebracht.
Unser letzter Kaffee in Manly Wir erreichten eine Fähre früher als geplant, die um 8:45 Uhr, statt um 9:15 Uhr. Am Circular Quay mussten wir auf Plattform 2 umsteigen in den Airport Link. Nach sechs Stationen um 9:50 Uhr erreichten wir den Domestic Airport. Das Einchecken am Terminal 3 bei Qantas war recht mühsam. Ich fand die Schlange nicht, da überall nur Automaten standen, um sich Boardingpässe herauszulassen und dann Schalter mit der Aufschrift „Bag ...“, also nur zur Kofferaufgabe. Ich fragte eine Flughafenangestellte, die mir erzählte, dass ich mich trotzdem in diese Schlange einreihen sollte. 25 Minuten später war ich an der Reihe und erhielt meinen Boarding Pass. Gegen 11 Uhr verabschiedete ich mich von Manfred, er wollte heute nach Mudgee fliegen.
 
FlugCairnsSydney
Beide reisten wir zu unterschiedlichen Zielen:
Ich flog am Mittag nach Melbourne (3b), Manfred am Abend nach Mudgee (3a)

Sabine

Sabine in Melbourne

 
Wir boardeten pünktlich und um 12:30 Uhr startete die Maschine. Übrigens, kaum zu glauben, ich flog zum ersten Mal alleine und dazu noch zu einem Ziel, wo ich überhaupt nicht wusste, was mich erwartete.
 
Oft werde ich von Kollegen, Nachbarn oder Freunden interessiert gefragt, wie man zu einer E-Mailfreundin kommt. Deshalb will ich an dieser Stelle erzählen, wie ich Sandra kennenlernte:

Eines Tages, es war Ende März 2006, da erhielt ich eine E-Mail von ihr, sie hatte nach einer bestimmten Buchautorin gegoogelt und traf dabei auf meine Bücherwebseiten. Sie schrieb mir: "Die letzten 2 Stunden meines Lebens hast du damit auf dem Gewissen". Und so begann unser reger Mailaustausch, beginnend mit dem Thema Bücher, was auch jetzt noch ein Hauptthema zwischen uns ist, weiter mit den Themen Australien und sehr vieles mehr. Also eigentlich war sie mir nicht mehr wirklich fremd, als ich in Melbourne landete.

 
Weiter im Text:

Um 13:40 Uhr landete meine Maschine in Melbourne. Sandra erwartete mich, wir erkannten uns sogleich. Es war ein herzlicher Empfang. Nachdem mein Koffer auf dem Gepäckband erschien, suchten wir im Parkhaus Sandra Auto und fuhren mal los. Sie schlug mir ihren ausgetüfftelten Schlachtplan für die nächsten Tage vor, klang alles sehr gut. Zuerst fuhren wir nach Kangaroo Ground zur Samson Hill Winery, einem Weingut mit wunderbarer Aussicht auf das umliegende hügelige Land und auf die Skyline von Melbourne – toll!

 

Melbourne
Von oben links (Melbourne International) fuhren wir zum Samson Hill Estate, anschließend nach Warrandyte und von dort zur "Gastfamilie in Eltham"
 
Wir aßen eine Kleinigkeit und fuhren anschließend zum Warrandyte State Park, an den Yarra River, um dort einen 1,5 km Track zu wandern (3 km hin und zurück). Die Landschaft ist sehr schön, das Ufer des Flusses ist umsäumt von Eukalyptusbäumen und dichtem Busch, wir sahen sogar Wombatlosung. Anschließend zeigte mir Sandra eine Stelle, wo jeden Abend Kängurus grasen würden. Wir wanderten und wanderten, entdeckten aber keine Kängurus, bis plötzlich doch die ganze Wiese voll stand. Auch Hasen hüpften eine Menge durch die Gegend.
 
Warrandyte State Park
Kangaroos
Im Warrandyte State Park Ein paar Kängurus sahen wir schließlich doch
 
In dem kleinen Örtchen Warrandyte aßen wir in einem Pub eine Kleinigkeit. Man bestellt und zahlte am Tresen vorne, kauft sich Getränke an der Bar und setzt sich an seinen Tisch. Das Essen wird einem an den Tisch gebracht. Ich aß übrigens kleine Frühlingsrollen mit scharfer Soße, lecker.

Anschließend fuhren wir nach Eltham, wo Sandra mit ihrer Familie wohnt. Nun lernte ich ihren Mann John kennen. Da er nur Englisch spricht bin ich nun endlich mal gezwungen auch Englisch zu reden, was ich ohne Zwang nur ungern tue, mit Zwang allerdings auch :-).

 
Frogmouth
Wassersparen
Ein Frogmouth-Pärchen brütete gerade bei meinen Gastgebern im Garten. Dieses Foto ist aber nach meinem Aufenthalt entstanden, das hintere ist das Junge Bei der Hausbesichtigung meiner Gastfamilie fand ich die Dusche besonders sehenswert:

Im trockenen Australien muss man eben einfallsreich sein. Hier wird beim Duschen in Eimern das Wasser aufgefangen und für die Toilettenspülung verwendet, wozu Frischwasser zu schade wäre.


Manfred

Manfred in Mudgee

 
Nachdem ich mein Reisegepäck aufgegeben hatte, kaufte ich ein weiteres Ticket für den Airport-Link und fuhr mit dem Zug zum Circular Quay. Dort nahm ich die Fähre nach Darling Habour, checkte zuerst meine Emails und aß bei Pancakes on the Rocks eine Salami-Pizza mit VB. Das chinesische Personal war sehr emsig und um 12 Uhr war viel Betrieb. Danach machte ich einen Rundgang um Darling Harbour, besuchte Chinese Town und sah zum erstenmal die Straßenbahn in Sydney bei Paddys Market. Dann ging ich zum Botanischen Garten, besuchte die Opera und ging weiter zur Town Hall Station. Von dort fuhr ich mit dem Zug zur Central Station, stieg in den Airport Zug um und erreicht um 16 Uhr das Terminal 2 im Flughafen.
Letzte Eindrücke von Sydney Straßenbahn in Sydney
Sydney Hafen
Strassenbahn in Sydney
 
Wahrscheinlich interessiert es euch jetzt auch, wie Manfred Gary und Denise kennenlernte und einen Teil seines Urlaubs bei den beiden verbringen wollte:

Als Manfred zum allerersten Mal alleine nach Australien reiste, lernte er eine Familie in Sydney kennen, die Manfred zu einem Ausflug mit nach Mudgee zu ihrer Schwester, namens Denise mitnahmen. Seitdem, es sind jetzt 16 Jahre her, kennt Manfred Denise und Gary. Danach besuchten wir die beiden in Mudgee mal alle zusammen.

In diesem Australienurlaub wollte ich mich nun gerne mit Sandra treffen, Manfred hätte es wahrscheinlich ziemlich nervig gefunden, so viele Tage mit, für ihn fremden Leuten, zu verbringen. Er überlegte zuerst derweil alleine die Strecke von Sydney nach Melbourne mit dem Auto zu fahren, dann kam ihm die Idee, unterwegs seine "alten" Bekannten zu besuchen. Aber wir hatten die Adresse nicht mehr, auch nicht mehr die, von unseren Bekannten in Sydney, die inzwischen auch in Melbourne wohnten. So schrieb Manfred eine E-Mail an das Tourismusbüro in Mudgee. Die wussten sofort wen Manfred meinte und leiteten seine E-Mailadresse an Denise weiter. Kurz darauf meldete sich Gary und lud Manfred ein auf ihrer Farm zu wohnen, so lange er wollte. Und so kam es dann.

 

Nun lasse ich Manfred weiter erzählen:

Im Gate 47 waren schon etwa 20 Leute versammelt. Als dann um 17:20 die Maschine nach Mudgee bereit war, stiegen nur 4 Passagiere in den Bus. Im Bus wurde noch gefragt, wer ein Taxi in Mudgee bräuchte. Keiner hatte Bedarf, ich ging davon aus, dass ich abgeholt werden würde oder ein Telefon im Flughafen vorhanden wäre. Wir fuhren zu einem sehr kleinen, aber zweimotorigen Flugzeug. Der Pilot nahm mein Handgepäck in Empfang und verstaute es unter einer kleinen Klappe in der Tragfläche, es ging gerade noch hinein. Im Flugzeug suchte ich vergebens nach meiner Platznummer 02A, es gab keine Sitznummern. Also nahm ich in der dritten Reihe neben dem Notausgang Platz, man konnte sich nur gebückt im Flugzeug bewegen. Der Mann neben mir dachte wohl, ich wäre ein Bekannter der sich neben ihm in die gleiche Reihe setzte. Er bemerkte jedoch gleich, dass ich ein Urlauber sein muss. Der Luftauslass für Frischluft zielte direkt von ihm nach mir und er machte auf volle Pulle. Aber es kam nicht soo kalt heraus. Es gab insgesamt 10 Plätze. Gary meinte, ich hätte auch neben dem Piloten sitzen können wenn ich ihn gefragt hätte. Aber es war auch so schon spannend genug. Beide Motoren wurden nacheinander in Betrieb genommen, der Lärmpegel in der Maschine war hoch.

 
Flug Sydney - Mudgee Wir rollten langsam Richtung Startbahn und mussten noch drei Flugzeuge abwarten die landeten. Dann ging es los. Der Pilot gab Vollgas und wir schwankten die Piste entlang bis wir abhoben. Im Hintergrund ging langsam die Sonne unter. Wir flogen lange über Sydney Richtung Manly und dann in die Berge. Es war sehr interessant zu sehen was der Pilot alles zu machen hatten. Als wir unsere Flughöhe 10000 Fuß erreicht hatten, setzte der Pilot seine bi-fokale Brille auf und begann verschiedene Papiere zu bearbeiten. Die Maschine flog alleine mit eingeschaltetem Autopiloten. Nur gelegentlich schaute der Pilot aus dem Fenster. Nach etwa 20 Minuten war die Sonne verschwunden und wir begannen den Landeanflug. Dazu brauchte der Pilot keine Brille mehr, anscheinend wusste er die Flugstrecke im Schlaf.
 
Langsam tauchten die Lichter von Mudgee auf, eine Kleinstadt mit 3500 Einwohnern. Die Landung verlief planmässig, der Pilot rollte die volle Länge der Landebahn aus um dann umzudrehen und zum Flughafen zu rollen. Gary erklärte mir später, dass damit die Bremsen geschont und die Motoren abgekühlt werden.
 
Farm in Mudgee
Mudgee
Das Haus von Manfreds Gastfamilie in Mudgee
 
Im Empfangsgebäude waren Gary und Denise bereits eingetroffen und haben mich herzlich in Empfang genommen. Denise meinte, ich hätte mich überhaupt nicht verändert. Gary zeigte mir dann stolz in der Garage sein Flugzeug und wir durften helfen sein Flugzeug an eine andere Stelle in der Garage zu schieben. Danach fuhren wir zu seiner Farm, etwa 15 km entfernt vom Flughafen. Ich bekam ein Gästezimmer mit eigenem Bad – sehr schön. Danach gab es Gulasch mit Kartoffelbrei und Gemüse und anschließend Eis mit Obst. Danach tranken wir noch ein dunkles Bier „Old“ und gingen etwa um 21 Uhr ins Bett. Mudgee
 
Zurück
weiter
zurück
Datenschutz