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Australien

 

Melbourne / Mudgee

 
Sabine  
Sabine in Melbourne
 
Donnerstag, 2. Oktober 2008
Der Himmel war heute blitzeblank. Während ich mal einige E-Mails ausführlich beantwortete und noch ein bisschen draußen im Garten saß, packte Sandra schon für Morgen. Gegen 11:30 Uhr fuhren wir dann zur Bahn, kauften uns ein Return Ticket in die Stadt für ca. 10 AUD und fuhren in einer halben Stunde mit dem Zug zur Flinders Station. Das ist eine gemütliche Sache mit der Bahn. 
Williamstown
Die grüne Linie zeigt unsere Schiffahrt nach Williamstown
 
Melbourne:
Die Stadt zählt 3,8 Millionen Einwohner und ist die Hauptstadt des Bundesstaates Victoria. Sie ist nach Sydney die zweitgrößte Stadt Australiens, wurde 1835 von John Batman und John Pascoe Fawkner gegründet und erhielt ihren Namen 1837 nach dem damaligen britischen Premierminister Lord Melbourne. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten in Australien war Melbourne nie eine Sträflingskolonie. Ihre Bewohner setzen sich aus einem bunten Völkergemisch von mehr als 140 Nationen zusammen.
 
In der Stadt angekommen, wanderten wir an der Southern Promenade des Yarra Rivers entlang zum Southgate Plaza, wo wir eine Fähre nach Williamstown suchten und schon mal das Ticket lösten (25 AUD Rückfahrt). Die Wartezeit überbrückend schmausten wir von einem Stand eines Foot Courts. Ich aß eine Winter- und eine Chickenroll von einem Japanisch-/Thailändischen Stand. Das sind in Reisnudelteig eingewickelte Rollen mit Glasnudeln und anderen Zutaten, je nach Geschmacksrichtung, in meinem Fall Gemüse bzw. Huhn. Schmeckte lecker, habe ich in Deutschland noch nirgends entdeckt.

Man fuhr doch länger als ich dachte, die Fähre brauchte eine Stunde auf dem Yarra River, bis man den südwestlichen Punkt der Hobsons Bay erreichte. Zu Beginn der Fahrt sah man links und rechts am Ufer viele neu entstandenen Gebäudekomplexe, Wohnungen und Geschäfte, an denen man am Ufer entlang flanieren konnt. Die ersten Brücken unter denen man hindurchfuhr waren so niedrig, dass man nicht aufstehen durfte, ohne umgeworfen zu werden. Sie wurden in der Zeit der Pferdekutschen erstellt und da durften die Brücken natürlich keine starken Steigungen haben. Die neueren Brücken waren höher.

 
Melbourne
Faehre nach Williamstown
Blick von der Fähre auf das Yarra River-Ufer
Köpfe einziehen
 
Dann passierte man viele Frachtschiffe von klein bis riesig, Schiffe aus der ganzen Welt von Singapur bis Oslo. Wegen eines Containerschiffs aus Oslo mussten wir ein paar Minütchen warten, bis dieses in seine Liegestelle von zwei Lotsenschiffen einmanöveriert wurde.
 
kleine Brücke
Containerschiff Oslo
Noch eine niedrige Brücke
Containerschiff "Oslo"
 

Während Sandra sich ins Innere des Bootes setzte, weil es kühl wurde, sprach mich draußen meine Nebensitzerin an, woher aus Deutschland ich käme. Sie erzählte mir dann, dass sie vor 56 Jahren aus Bonn ausgewandert sei und bis heute kein Heimweh verspüren würde. Kann ich gut verstehen! Sie erreichte Australien damals mittels einer 5-wöchigen Schiffsfahrt, die nach ihrer Erzählung nicht angenehm war.

Williamstown ist ein nettes kleines Ausflugsstädchen, vielleicht etwas vergleichbar mit Fremantle bei Perth. Kleine Shops und viele nette Cafes säumen die Hauptstraße. Wir schlenderten auf und ab, genossen in einem Straßencafe einen Kaffee und begaben uns zum Anlegesteg zurück. Leider hatten wir hier nur eine Stunde Aufenthalt, da die letzte Fähre um 15:30 Uhr fuhr, reichte aber auch.

 
Williamstown
Southgate
Williamstown kommt in Sicht
Am Southegate

 

Zurück fuhren wir mit einem größeren und höheren Schiff, so dass uns der Kapitän schon vor den niedrigeren Brücken, am World Trade Center, absetzte. Wir bummelten am hübschen Ufer zum Southgate, sahen uns eine Aborigines Ausstellung an, tranken ein Gläschen Wein bei Life Musik (leider Jazz und keine Aborigines Musik, aber trotzdem ganz nett) und aßen eine Kleinigkeit.

 

Flinders Station
Flinders Station
Flinders Station

 

Dann gings mit der Bahn zurück. Ein etwas aggressiver Mann fing eine Schlägerei mit einem Betrunkenen an, zum Glück schlichtete ein nebenstehender Mann, sonst hätte der ihn wohl übel zugerichtet. Gegen 22:00 Uhr waren wir wieder daheim. 

Wetter: Wolken, aber auch sonnige Abschnitte


Manfred  
Manfred in Mudgee
 
Donnerstag, 2. Oktober 2008
Mudgee:
Der Ort liegt 3,5 Autostunden oder 260 km von Sydney entfernt, hat 8250 Einwohner mit Umland und liegt inmitten eines grünen Tals umgeben von Weinanbaugebieten. Die ersten Siedler ließen sich 1823 dort nieder. Hier findet man ein wenig Hintergrundwissen über Mudgee.
 
Aufstehen um 6:30, Frühstück um sieben. Heute probierte ich zum erstenmal Vegemite auf Toast. Auf Empfehlung von Gary habe ich nur eine sehr dünne Schicht auf den Toast geschmiert und man konnte es sogar essen. Nach dem Frühstück haben mich Gary und Denise erst mal alleine gelassen damit sie die Rinder, Kühe und Kälber einfangen und sortieren konnten.
 
Garrys und Denise Farm
 
Dazu benutzte Gary ein 250ccm Motorrad und Denise das Quad. Ich filmte die beiden und war faziniert, wie sie das erledigten. Danach kam ein Freund um beim Sortieren der Tiere zu helfen. Mittags gab es Toastbrot mit Cornett-Beef und Obst zum Nachtisch. Danach durfte ich helfen, Kühe und Kälber zusammen zubringen. Dazu musste man beobachten, welches Kalb bei welcher Kuh die Milch trank. Denise hat dann die Nummern der Tiere aufgeschrieben und wir haben das Paar jeweils wieder auf die Weide gelassen. Manchmal sind auch andere mit ausgebüchst. Einmal hat eine Kuh den Zaun (1.5m hoch) einfach locker übersprungen und ist davon galoppiert. Abends haben wir dann diese wieder mit ihrem hungrigen Kalb zusammen gebracht.
 
Zusammentreiben der Rinder
Denise und Gary trieben die Rinder zusammen
 
Jetzt durfte ich eine Runde mit dem Quad auf dem Hof drehen. Es war gar nicht so schwer. Man hat keine Kupplung, gibt Gas mit dem Daumen und schaltet mit dem Fuss. Wenn man im ersten Gang kein Gas gibt, dann bleibt der Quad stehen. Mit einem kleinen Hebel am linken Bremsgriff kann man die Handbremse feststellen. Ansonsten musste man nur die Zündung einschalten, die Schaltung in den Leerlauf bringen und den Startknopf für den Anlasser drücken. Schalten ging wie mit dem Motorrad, Fuss nach oben, ein Gang weiter und umgekehrt.
 
Manfred mit Quad Wombatbau
Jetzt durfte ich fahren
Gary besichtigt den Eingang zu einen Wombatbau
 
Nach dem Kaffee haben Gary auf dem Motorrad und ich auf dem Quad die Schafe in ein Gatter getrieben. Dort durfte ich dann 46 Lämmer einfangen und für die Prozedur (Schwanz und Eier abklemmen Ohr ausstanzen, Spritze geben und desinfizieren)  halten. Die  männlichen Lämmer bekamen links das Ohr gestanzt und die weiblichen rechts. Danach fanden die meisten Lämmer es doch noch schmerzhaft und haben sich ins Gras geworfen und gewälzt. Mein Hemd war bald von Blut gefärbt. Wir sind dann noch eine große Runde auf den Feldern herumgefahren, Gary hat dabei immer die Tore auf und wieder zu gemacht. Zum Schluss haben wir dann noch einen Nachbarn (Bruce Kurz) besucht, bei dem wir am Freitag zum Schafe scheren vorbei schauen wollten.
 
Lämmer halten
Nach getaner Arbeit

Laemmerbearbeitung

Hier ein kleiner Movie dazu

nach getaner Arbeit

 

Wieder daheim nahm ich schnell eine Dusche und wir fuhren zu einer kleinen aber feinen Kneipe. Von 6 bis 7 gibt es dort eine spezielle Happy Hour. Man sagt nach der Bestellung des Bieres Kopf oder Zahl und die Wirtin wirft eine Münze. Hat man richtig getippt, dann sind die Getränke umsonst. Gary hat zweimal falsch getippt und bezahlt, ich einmal richtig.

Zum Essen gab es eine mexikanische Pizza für mich, Gary hat einen Grillteller gegessen (die Würste waren innen noch roh) und Denise mit ihrer Freundin Fisch. Das Essen habe ich spendiert, die Freundin wollte jedoch nicht eingeladen werden. Mit 5 Dollar Trinkgeld hat das ganze 48 Dollar gekostet.

 

Pub in Mudgee
Pub in Mudgee
Pub in Mudgee
 
Am Abend haben wir dann noch auf meinem Notebook Bilder aus Deutschland angeschaut bis wir alle rote Augen hatten. Um halb zehn gingen wir zu Bett.
 
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