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Australien

 

Forrest in den Otway Ranges

 
Donnerstag, 9. Oktober 2008

Infos zum Tage:

Otway Nationalpark:
Dies ist eine bewaldete Küstengebirgskette mit bis zu 600 Meter aufragenden Bergen. Die dominierenden Bäume sind Eukalyptus und Farnbäume, die mich immer wieder sehr beeindrucken. Am Ende der Bergkette befindet sich das Cape Otway Lighthouse, welches 1848 von Sträflingen aus Sandsteinen erbaut wurde. Seitdem ist es ohne Unterbrechung in Betrieb.

Otway Fly:
Dies ist ein 600 Meter langer Weg aus Stahl in einer durschnittlichen Höhe von 25 Metern über dem Waldboden. In der Mitte befindet sich ein Turm, von dem man einen Überblick über den Wald und die Stahlkonstruktion erhält. Die Konstruktion soll, laut Webseite Windstärken bis zu 280 km/h widerstehen.

Platypus (Schnabeltier):
Diese Tiere sind in Ostaustralien, einschließlich Tasmanien zu finden. Sie leben in Ufernähe von Seen und Flüssen, in Sümpfen und Lagunen. Sie sind dämmerungsaktiv, weshalb man sie nur am Morgen und am späten Nachmittag schwimmend und tauchend (bis zu 2 Minuten) bei der Nahrungssuche beobachten kann. Auf ihrem Speiseplan stehen Würmer, Schnecken, Muscheln, Krebse, Insektenlarven, Fische. Wohnen tun sie in langen Gängen, die sie in die Ufer gegraben haben. Ihre Feinde sind Greifvögel. Das Besondere am Schnabeltier ist, dass das Weibchen Eier legt und die Jungen nach dem Schlüpfen mit Milch säugt. Die Eier werden ca.10 Tage bebrütet und 100 Tage gesäugt. Nach ca. 4 Monaten verlassen die Jungen den Bau. Die Lebensdauer von Schnabeltieren beträgt ungefähr 12 Jahre und seit 1904 steht das Tier unter Naturschutz, früher wurde es wegen seines Fells gejagt.

Elizabeth Lake:
Dieser See, in der Nähe des Ortes Forrest in den Otways gelegen, entstand 1953, als nach schweren Regenfällen Felsen und Erde in den Barwon River purzelten und so wurde in einem abgelegenen, bewaldeten Seitental dieser See gebildet. Der See ist umgeben von Wald und im See sieht man noch die Baumstümpfe herausragen. Er liegt sehr einsam, weshalb sich hier auch Schnabeltiere ansiedelten.

 
Otway National Park
Unsere Ziele heute: Otway Fly & Triplet Falls, Forrest & Lake Elizabeth
 
Unser letzter Urlaubstag war angebrochen. Wir packten unsere sieben Sachen und starteten in Richtung unseres letzten Domizils, namens Forrest in den Otways. Auf dem Weg dorthin stoppten wir an den Triplet Falls. Aber halt, zuerst tankte John und dabei entdeckten wir in Lavers Hill eine Fütterungsstelle für Papageien, die davor sogar Schlange standen.
 
In Lavers Hill
King Parrots (Königssittiche)
Papageienfütterungsstelle neben der Poststelle
King Parrots streiten sich um die besten Happen
 
Auf dem Parkplatz befand sich außer uns kein Auto, wir waren also ganz alleine. Auf einem zwei Kilometer langen Rundweg, läuft man durch dichten Regenwald, in dem unter anderem Eukalyptusbäume, "Myrtle Beech" (Myrten-Südbuche), "Mountain Ash" (Königs-Eukalyptus) und Farnbäume wuchsen, zu einem idyllisch gelegenen Wasserfall. Der Weg war sehr gut angelegt, mit Gitterrost über matschigen Stellen.
 
Riesenfarn
Triplet Falls
Triplet Falls. Ich bin immer besonders von den Farnbäumen begeistert. So ein Wald sieht für mich wie ein Märchenwald aus
 
Anschließend ging es zum benachbarten Otway Fly. Dies ist ein 60 Meter langer Walkway, 25 Meter über dem Boden angelegt (siehe gelbes Kästchen oben). Es ist sehr beeindruckend auf halber Höhe der Riesenbäume zu wandern und über den Baumkronen der Farnbäume. Sandra, die dies schon ein paarmal mit Besuch angesehen hatte, setzte sich derweil lesend in das angrenzende Bistro, welches wir anschließend auch besuchten.
 
Otway Fly
Otway Fly

Otway Fly

Otway Fly
Otway Fly
Wattle?
Eukalyptusbaum verliert seine Rinde
 

Nun fuhren wir nach Forrest und bezogen unser Ti Tree Cottage. Die Hütte ist gemütlich eingerichtet, zu meiner Freude entdeckte ich gleich zwei Papageien in Nachbars Garten.

Um 17:30 Uhr waren wir in der Stadtmitte des ausgestorbenen Ortes Forrest mit dem Ranger verabredet, bei deren Organisation Sandra für uns eine geführte Platypus Tour gebucht hatte. Der Ranger begrüßte uns und deutete uns und einer weiteren Gruppe, ihm mit dem Auto zu folgen. Nach etwa 10 Minuten Fahrt über eine ungeteerte Straße durch dichten Urwald, erreichten wir den Parkplatz vom Elisabeth Lake. Insgesamt waren wir acht Personen mit Ranger. Die andere Vierergruppe waren Urlauber aus Neuseeland. Nach einem 20-minütigen Fußmarsch auf schmalem Pfad, erreichten wir den See.

 
Elizabeth Lake Der Ranger Bruce band die zwei dort liegenden Viererkanus zusammen, dann durften wir einsteigen. Die kleinste Frau der Neuseelandgruppe und ich durften jeweils vorne in den Booten sitzen, wir hatten Pole-Position, wie schön! Lautlos ließ sich dieses Gefährt von Bruce über den sehr idyllisch liegenden See paddeln. Aus dem See ragten Baumstämme empor, der Wald reichte bis zum Seeufer. In der Ferne hörte man Koalas brüllen und viele, viele Vogelstimmen. Plötzlich entdeckte Bruce einen Platypus (Schnabeltier). Ich hatte anfangs Schwierigkeiten ihn zu sehen, aber wenn man erst mal raus hat, wie man sie sieht, dann findet man sie auch.
 
Wir sahen hier und da einen auftauchen, an der Oberfläche schwimmen und wieder abtauchen. Irgendwann teilte Bruce für alle Teilnehmer warmen Kaffee oder Kakao nach Wahl aus mit Keksen und Kuchen. Gut, dass ich vorgewarnt wurde, nach einer Weile wurde den meisten Teilnehmern frisch, während ich mit einer Bluse, zwei Sweatjacken und einer Windjacke + Schwimmweste nicht fror, aber es auch nicht zu warm fand. Auf dem Rückweg vom See zum Parkplatz, es war fast dunkel, sahen wir Massen von Glühwürmchen.
 
Elizabeth Lake
Platypus
Elizabeth Lake (rechts mit Platypus)
 

Beim Bezahlen meinte Bruce, Sandra hätte doch einen Sonderpreis (die Hälfte) verabredet, wussten wir nicht, aber um so besser. Als wir gegen 21 Uhr nach Hause kamen, hatte Sandra schon für uns gekocht, es gab Nudeln mit Gemüse und Schinken - das war ein Service! John und Manfred überlegten sich noch den Dorfpub zu besuchen, aber kaum aufgebrochen, kehrten sie lachend zurück, er hatte schon geschlossen.

Manfred erzählte mir, dass er John gefragt habe, ob man bei den aus vielen unterschiedlichen Nationen stammenden Einanderern in Australien überhaupt noch feststellen könne, ob jemand mit Akzent spräche oder ob sich das zu einem Gesamtaustralisch vermischen würde. John knappe Antwort lautete: "Sandra say a word" :-)

Wetter: Anfangs wolkig, dann immer besser werdend, 8°C / 12°C

 
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