Grampians

Montag, der 29.9.2014

Gegen 3:30 Uhr wachte ich auf, wir sind gestern Abend auch früh zu Bett gegangen. Ich döste noch ein wenig herum, lud mein Handy auf und las ein bisschen. Dann hörte ich es rumpeln, ich dachte Manfred ist schon aufgestanden und schaute nach, aber es war noch alles ruhig in unserer Cabin. Dann hörte ich es wieder, gong, gong auf unserem Dach. Es musste ein Vogel sein, der im Baum über unserer Cabin saß und irgendwelche Körnchen herunterwarf. Ich musste mir den Baum heute noch mal genauer ansehen.

Als kurze Zeit später Manfred auch aufstand, setzte ich eine Waschmaschinenladung mit Dunkelwäsche in Betrieb, wenn wir schon überraschenderweise mit einer Waschmaschine ausgestattet waren. Wir frühstückten gemütlich, Manfred hatte schon unsere Heizung angeworfen, denn die Wohnungstemperatur betrug 15 Grad (außen 12 Grad).

So, nun wollten wir uns die Grampians ansehen. Tipps haben wir ja gestern von unserem Zimmerwirt genug erhalten. Nun aber erst mal ein paar Infos für euch liebe Leser:

Grampians:

Der 168.000 ha große Grampians Nationalpark liegt im Bundesstaat Victoria und entstand vor ca. 100 Mio. Jahren. Man findet hier eine zerklüftete Berglandschaft mit dichten Wäldern, Wasserfällen, Bilderbuchseen, Felsmalereien... Rund 160 km Wanderwege durchziehen den Nationalpark. Für die Victorianer ist der Park ein beliebtes Ausflugsziel. Der Hauptort, inmitten der Grampians gelegen heißt Halls Gap.

Wir starteten Richtung Halls Gap, besuchten das Informationszentrum um Kartenmaterial zu bekommen und starteten los, zuerst auf der Victoria Road in Richtung MacKenzie Falls. Die Straße wurde schmaler. Wir fuhren durch dichten Eukalyptuswald und erhielten einen tollen Blick auf die Berge um uns herum. Nach 15 km ab Halls Gap erreichten wir den Parkplatz zu den MacKenzie Falls. Es standen wenige Autos dort.

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Unterwegs zum Parkplatz der MacKenzie Falls

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Wir starteten zuerst den kürzeren Weg zum MacKenzie Lookout. Bei noch mittlerer Bewölkung mit Sonnenlöchern, wanderten wir auf einem gut geteerten kleinen 0,9 km langen Wanderweg zum Lookout. Es war schön ruhig, ein paar Piepmätze hörte und sah man. Ein kreischender Kakadu lies sich auf einem Baum zum Fotografieren nieder.

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Grasbäume mit Kangaroo Tails

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Links: Der Kakadu begutachtet uns kritisch / Rechts: Der Lookout zu den Wasserfällen

Von dem Lookout konnte man toll in das Tal blicken und auf viele kleine und einen großen Wasserfall, dem MacKenzie Wasserfall.

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Links: Die MacKenzie Falls / Rechts: Aus den verbrannten Bäumen spriest es schon wieder grün

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Links: Eine Orchidee, dessen Name ich vergessen habe, die man aber oft sieht

Zurück am Parkplatz wanderten wir direkt zu den Wasserfällen. Dieser Weg war bedeutend stärker besucht. Er führte 100 Meter abwärts, war 1 km lang und wurde zum Schluss sehr steil. Wanderschuhe waren gut. Unten hatte man kaum noch Platz zum Stehen oder Sitzen, es saßen einige Gruppen hier und hielten Picknick. Wir versuchten noch ein Stückchen dem Bach entlang zu gehen, zu einem weiteren Wasserfall, aber blieb man stehen, wurde man von hinten überrannt, das wollten wir nicht und kehrten um. Die Wasserfälle haben sich auf alle Fälle trotzdem gelohnt.

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MacKenzie Wasserfall

Mein Wunsch war noch den Reed Lookout zu besuchen, der auf der Strecke Richtung Halls Gap zurück liegt, da man von dort die bekannten Balconies sehen sollte. Die Balconies waren für mich bisher DIE Felsen, die für die Grampians standen, ein Punkt, warum ich die Grampians als Stützpunkt wählte. Ich stellte mir darunter riesige Felsvorsprünge vor, von denen man eine herrliches Panorama genießen konnte. Auf dem Parkplatz des Reed Lookouts ergatterten wir gerade noch eine freie Lücke. Dann bummelten wir zu einem Feuerbeobachtungsturm, den man vom Parkplatz sehen konnte, um einen Rundblick auf die Grampians und den Lake Bellfield  zu ergattern. Der Abstecher hat sich auch gelohnt.

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Beim Reed Lookout

Wo aber sind nun meine Balconies? Ein hübsch angelegter eben verlaufender 1 km langer Fußweg führte an blühenden Büschen und Blumen vorbei zu einer Aussichtsplattform "The Balconies". Aber wo sind diese Felsen denn nun? Da sah ich zwei kleine überhängende Felsen, die mir wahrscheinlich nie aufgefallen wären, wenn sie nicht auf jedem Grampians-Prospekt prangen würden und doppelte, ja 10-fache Größe versprechen :-), zumindest hatte ich mir das so eingebildet. Gut, ich habe sie gesehen, nun durfte Manfred den Rest des Tages bestimmen.

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Links: Der Weg zu den Balconies / Rechts: Die Balconies (seht ihr sie?)

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Wir fuhren runter nach Halls Gap, kauften noch fehlende Artikel im Shop, wie Bonbons, da Manfred seit Mudgee zusätzlich zum Schnupfen noch unter Husten und Halsschmerzen litt. In der Cabin legten wir eine kurze Pause ein, ich wusch eine Weißwäscheladung, damit war bis auf unsere Hemden alles wieder gewaschen.

Gegen 15:15 Uhr fuhren wir zum Halls Gap Zoo, der etwa 3 km von uns entfernt lag. Leider hatte er nur bis 17 Uhr geöffnet, aber wir dachten, dass wir einen so kleinen Zoo rasch durchstreift hätten. Wir sollten aber schon gegen 16:45 Uhr am Ausgang sein, so blieb uns eine gute Stunde.

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Halls Gap Zoo

Daraufhin konzentrierten wir uns auf die einheimischen Tiere, wie Kängurus, Koalas, Wombats, tasmanischer Teufel… DIe sahen wir auch alle und noch ein paar mehr.

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Links: Die beiden Kakadus tuscheln sicher über den armen schwarzen Schwan, dessen Futter sie gerade aufgeschmaust haben :-)

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Dem armen tasmanischen Teufel geht es genauso wie dem Schwan, ein Rabe macht sich über sein Fressen her und lässt den Teufel nicht ans Futter :-) Einer der beiden Koalas bewegte sich sogar und kletterte von Ast zu Ast, während der zweite nur argwöhnisch ab und zu seine Augen öffnete, um seinen Kumpel zu beobachten.

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Ein Vorteil der späten Stunde war, dass wir fast alleine im Zoo waren. Die Pflegerin der Dingos war gerade mit der Fütterung zweier kleiner Dingos beschäftigt und erzählte uns ein bisschen von den beiden Tieren, die beide aus anderen Zoos hierher verfrachtet wurden.

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Im Anschluss an den Zoo, den wir mit Mühe in der einen Stunde schafften, fuhren wir zum Spirit of Punjab zum Abendessen, wie gestern. Manfred aß Fisch mit Kokos mittelscharf, ich Huhn mit Spinat mild bis mittelscharf. Während wir im Restaurant auf unserem Zweierstammplatz saßen, konnten wir viele Tiere draußen beobachten. Ein roter Papagei saß auf einem Ast vor dem Fenster, ein paar Kängurus zogen vorbei und in der Ferne auf einem Rasen grasten viele Kängurus. Wo hat man das sonst schon?

Danach fuhren wir zu unserer Cabin, holten Laptops, spazierten an der Känguruwiese von gestern vorbei zur Rezeption, um unsere Malis zu checken. Abends saßen wir ein bisschen zusammen, Manfreds Husten ging es ziemlich doof, er musste jeden Abend husten und konnte nur schlecht einschlafen.

Wetter:
Wind von gestern Nacht flaute ab, erst wolkig, dann blitzeblanker Himmel, Temperatur morgens: 12 Grad, mittags  22 Grad.

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