Murray Bridge

Donnerstag, der 2.10.2014

Nachts wachte ich einmal auf, weil es sehr kalt war, die Zimmertemperatur betrug 15 Grad. Ich zog die Vorhänge vor, isolierte vielleicht auch ein bisschen, und warf mir noch eine Wolldecke über das Bett. Nun war es kuschelig warm und ich schlief wieder ein.

Gegen 6 Uhr wachte ich auf und las ein Stündchen in meinem Australienroman "Koalamond" oder so ähnlich. Es ist ein eBook on Demand aber ganz niedlich geschrieben, nette Lektüre, wenn man auch gerade in Australien herumreist.

Nach unserem leckeren Frühstück setzten wir uns ins Auto und fuhren ins ca. 20 km südlich von uns gelegene Old Tailem Town. Dies ist die größte in Australien angelegte Pioneer-Stadt mit über 100 aufgebauten Häusern, Schuppen, Fahrzeugen, Gerätschaften… Ich ging dort ohne große Erwartungen hinein und dachte mir, gut, man sieht vielleicht ein paar rostige LKWs, ein nachgebautes Häuschen aus den Pioneertagen, aber warum sollten wir uns das nicht ansehen? Die Dame am Empfang sagte uns, nachdem wir den Eintritt von 20 AU$ pro Person gezahlt hatten, dass sie uns nach ein paar Stunden, wenn wir fertig wären, zu einem Kaffee erwarten würde. "Ein paar Stunden?" dachte ich mir. Sie drückte uns einen Plan in die Hand und los gings.

Old Tailem Town Old Tailem Town

Die ersten rostigen LKWs vor dem Eingang der Pioneer-Stadt

Wir starteten die Runde an einem Friedhof, so wie er früher angelegt wurde und einer Kirche. Weiter gings vorbei an alten Gerätschaften, wie Farmgeräten, einem Stall, noch ein paar anderen rostige Geräte, alten Autos. Weiter gings an einer alten Eisenbahn vorbei, an Geräten der Stadt, Feuerwehr, … Schließlich folgten Wohnhäuser, Kino, Theater, Hotel, Menswear, Dressmaker, Polizeistation mit Gefängniszelle… Die Stadt begeisterte mich immer mehr - die vielen vielen Häuser und alle naturgetreu nachgebaut, samt liebevoller Einrichtung.

Die folgenden 36 Fotos unten und die beiden Fotos oben sind alle aus dem Pioniermuseum in Old Tailem Town:

Old Tailem Town Old Tailem Town

Unterkünfte aus den Pioniertagen (ärmliche und weniger ärmliche)

Old Tailem Town Old Tailem Town

Old Tailem Town Old Tailem Town

Polizeistation

Old Tailem Town Old Tailem Town

Kino

Old Tailem Town Old Tailem Town

Filmplakate aus den Gründerjahren

Old Tailem Town Old Tailem Town

Hotel von außen und Hotelbar von innen

Old Tailem Town Old Tailem Town

Hotelzimmer und Hotelbad

Old Tailem Town Old Tailem Town

Links: Frühstücksraum des Hotels / Rechts: General Store

Old Tailem Town Old Tailem Town

Der General Store von innen (sogar Persil, Omo und Fanta gab es schon)

Old Tailem Town Old Tailem Town

Old Tailem Town Old Tailem Town

Brautmoden und schicker Kinderwagen mit Zusatzsitz für ein zweites Kind

Old Tailem Town Old Tailem Town

Zahnarztschild und Praxis

Old Tailem Town Old Tailem Town

"Moderne" Wohnwagen aus der Gründerzeit

Old Tailem Town Old Tailem Town

Rechts: Krankenhaus von außen

Old Tailem Town Old Tailem Town

Krankenhaus von innen

Old Tailem Town Old Tailem Town

Freiwillige wurden hier zur Armee angeworben

Old Tailem Town Old Tailem Town

Eine Bar von innen und außen

Old Tailem Town Old Tailem Town

Die Kirche von innen und außen

Wir brauchten sage und schreibe zwei Stunden für den Rundgang, es wurde sehr interessant und vor allem sahen wir kaum andere Besucher außer uns. Alles in allem, ich habe noch nie eine so tolle historische Stätte besichtigt, hat sich also unbedingt gelohnt.

Am Eingang erhielten wir den versprochenen Kaffee. Die Dame erzählte uns, dass Old Tailem Town vor ca. 30 Jahren gegründet und in mühsamer Kleinarbeit aufgebaut wurde. Zum Abschied gab sie uns noch Tipps für morgen.

Anschließend fuhren wir noch 60 km weiter nach Süden, vorbei an Wellington, wo der Murray River in den Lake Alexandria fließt, vorbei an dem Küstenstädchen Meningle auf eine Halbinsel, auf der sich drei Aboriginal Reservate befinden. Man sah ab Meningle schön auf den Lake Albert. Wir fuhren ca 20 km auf die Halbinsel, bogen dann auf eine ungeteerte Straße, wo wir 4 km bis zu einem Ausblick auf die Younghusband Peninsula werfen konnten. Dies gehört zum Coorong National Park. Nach ein paar Knipsern fuhren wir wieder heim, legten ein Päuschen ein mit Tagebuchschreiben, Fotosichern und Wäschewaschen.

Im Woolworth kauften wir noch ein paar Sachen fürs Frühstück und Manfred ließ sich in der gegenüberliegenden Pharmacy beraten wegen eines Medikaments gegen Husten in der Nacht. Er wurde fündig, mal sehen, ob es wirkt.

Abends gingen wir zu unserem Riverscape Restaurant, welches wir von unserem Häuschen aus in 10 Minuten gut erreichten. Die Dame vom Empfang kannte uns gleich wieder, Manfred hatte uns gestern den selben Tisch wie gestern für heute reservieren lassen, mit Blick auf den Sonnenuntergang hinter der Brücke. Manfred bestellte Steak, ich Lachs. Der Lachs war riesig, dazu gab es Salat. Vorweg schmausten wir Knoblauchbrot. Es war nett die Nebentische zu beobachten. 

Da wir unseren Zimmerwirt irgendwie mitteilen mussten, dass wir am Samstag vor 10 Uhr auschecken wollten, versuchte ich ihm eine SMS zu schreiben. Am nächsten Morgen fiel mir erst ein wie blöd das war, denn es war seine Festnetznummer. Früh fielen wir wieder ins Bett.

Wetter: Erst wolkig, dann blauer Himmel, Temperatur morgens außen 14 Grad, innen 15 Grad. Als wir wiederkamen gegen 15:30 Uhr betrug die Außentemperatur 18 Grad.

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