Von Murray Bridge nach Kangaroo Island

Samstag, der 4.10.2014

Heute Nacht war es nicht so kalt wie gestern. Ich bastelte wieder ein schönes Frühstück mit Obst im Müsli, Lachs zum Toast, Orangensaft usw. Um 8:30 Uhr starteten wir zu unserem nächsten Ziel Kangaroo Island. Bis 11:30 Uhr mussten wir die Fähre in Cape Jervis erreichen. Zuerst ging es auf dem Freeway bis Mt. Barker, dann über Nebensträßchen. Die Landschaft wurde lieblicher, hügelig mit viel Eukalyptuswald. Zum Schluss kam noch Aussicht aufs Meer hinzu.

Von Murray Bridge nach Cape Jervis Von Murray Bridge nach Cape Jervis

Auf der Fahrt von Murray Bridge nach Cape Jervis

Von Murray Bridge nach Cape Jervis Von Murray Bridge nach Cape Jervis

Nach 2 Stunden und 15 Minuten erreichten wir das ca. 150 km entfernte Cape Jervis. Es windete ziemlich stark, aber die Sonne schien. Manfred stellte das Auto in einer der vorgeschriebenen Fahrspuren vor der Fähre ab und wir holten uns unsere Tickets für die Überfahrt. Mit einem Kaffee und Muffin warteten wir im Terminal auf die Fähre.

Cape Jervis Cape Jervis

Unsere Fähre nach Kangaroo Island

Eine halbe Stunde bevor die Fähre abfuhr musste Manfred zum Auto gehen und darauf warten, dass er auf die Fähre gewunken wurde. Beifahrer mussten zu Fuß auf die Fähre gehen. Es war eine enge Angelegenheit für Manfred, wie er mir hinterher erzählte. 

Cape Jervis Auf der Fähre nach Kangaroo Island

Die Autos dürfen an Deck

Auf dem Deck oben genossen wir die frische Luft und die Überfahrt nach KI. Nach einer 3/4 Stunde landeten wir in Penneshaw auf Kangaroo Island, wo die umgekehrte Prozedur begann. Die Fahrer durften in die Autos steigen und von der Fähre hinunterfahren, die Beifahrer und anderen Passagiere durften als Fußgänger runtergehen.

Penneshaw Penneshaw

Ankunft in Penneshaw (Kangaroo Island)

Ich wartete in der "Pick-up" Zone, dass mich Manfred einsammelte, tat er auch :-) In Penneshaw entdeckten wir einen Supermarkt und deckten uns erst mal mit Lebensmitteln ein, so hatten die anderen Autos der Fähre einen Vorsprung und wir konnten gemütlich ohne gehetzt zu werden unser Domizil suchen. 

Kangaroo Island:

Kangaroo Island ist nach Tasmanien und der Melville-Insel die drittgrösste Insel Australiens, sie ist etwa 145 km lang, zwischen 900 m und 60 km breit und hat eine Fläche von 4.405 Quadratkilometern, das entspricht einer Fläche wie Mallorca und Menorca zusammen. Die höchste Erhebung liegt bei 307 m.ü.M.. Die Insel liegt nur 16 km vom Festland bei Cape Jervis entfernt. Der im Westen gelegene Flinders Chase Nationalpark nimmt 20 Prozent der Insel ein. Hier leben 891 Pflanzenarten (davon 46 endemisch), 18 Beuteltierarten, 267 Vogelarten und 226 Fischarten. Hier leben auch rund 15.000 Koalas, mehr als 400.000 Kängurus und Wallabies, 27.800 Pelzrobben, 330 Schwarzkakadus usw. Man sagt, für nahezu jeden Buchstaben des Alphabets gibt es hier ein Tier. Das Magazin National Geographic kürte die Insel Ende 2007 zur "schönsten Insel der Asien-Pazifik-Region". Die Bewohner der Insel leben hauptsächlich vom Tourismus, Wein, Honig, Wolle, Fleisch und Getreide.

Kangaroo Island (M)

Nach einer Stunde Fahrt und langem Suchen fanden wir unser Häuschen ganz versteckt im Grünen. Die Zufahrt war nicht gerade für einen normalen PKW geeignet, man hätte eher einen Geländewagen benötigt. Sie war nicht geteert und in der Mitte befand sich ein hoher Grasstreifen, der an unserer Autounterseite schleifte.

Kangaroo Island Kangaroo Island

Auf der Fahrt zu unserem Häuschen auf Kangaroo Island

Von außen sah das Häuschen nett aus. An der Rückseite des Häuschens fanden wir, wie beschrieben in einem Schlüsselkästchen, durch Code gesichert den Haustürschlüssel. Die Besitzer sahen wir während unseres ganzen Aufenthaltes nicht, sie lebten auf einer Schaffarm bei oder in Penneshaw.

Kangaroo Island Kangaroo Island

"Unser" Häuschen

Das Häuschen war innen ziemlich ältlich eingerichtet und stank sehr stark nach Desinfektionsmittel, Duftstoff oder was auch immer? Nicht angenehm jedenfalls. Es fehlten sowohl ein Wasserkocher, als auch ein Toaster, mal sehen, wie wir das hinkriegen morgen. Nach unserer Luxusunterkunft in Murray Bridge kommt uns diese ziemlich schäbig vor. Beide hatten wir wohl im Stillen den Gedanken - hätten wir doch woanders gebucht. Aber mal vorweg genommen, mit der Zeit mochten wir unser Häuschen immer lieber, es lag herrlich einsam inmitten von vielen Vögeln besuchten Wiesen. 

Kangaroo Island Kangaroo Island

Links: Küche mit Essecke / Rechts: Wohnbereich

Kangaroo Island Kangaroo Island

Zwei Schlafzimmer

Nachmittags fuhren wir ins 15 km entfernte Kingscote, wo wir in einem großen Supermarkt Käse fürs Frühstück und einen verlorengegangenen Ersatzkamm kauften.

Kangaroo Island Kingscote

Links: Innenstadt von Kingscote / Rechts: Ein umhäckeltes Fahrrad

Anschließend bummelten wir durch den kleinen Ort an die Mole. Plötzlich sahen wir ein paar Seelöwen an der Mole liegen - toll! Na ja, so toll war es nicht, denn wir lasen später, dass es in Kingscote keine Pinguine mehr geben würde, da die neuseeländischen Pelzrobben sich über die Eier der Pinguine hermachten.

Kingscote Kingscote

Links: Strand in Kingscote / Rechts: Die Mole in Kingscote

Kingscote Kingscote

Neuseeländische Pelzrobben an der Mole von Kingscote

Hundert Meter weiter von der Mole entfernt, fand die abendliche Pelikanfütterung statt, war sehr interessant, wenn ich auch kaum ein Wort verstand, wegen meiner schlechten Englischkenntnisse.

Kingscote Kingscote

Pelikanfütterung in Kingscote

Kingscote Kingscote

Der Mann erzählte uns, dass er den Möwen ruhig auch die großen Brocken gab, sie ließen sie sowieso fallen, so dass die Pelikane genug bekommen würden.

Kingscote Kingscote

Man darf nur keinen Hunger haben in Kingscote. Wir wollten uns in ein Hotel setzen, das einzige Lokal welches wir fanden. Der Ober plazierte uns mitten in den Raum, es zog wie Hechtsuppe, wir standen auf und gingen. In dem zweiten geöffneten Restaurant war nur der Außenbereich geöffnet und es gab nur Pizza. Wir entschlossen uns trotzdem zu bleiben und setzten uns einigermaßen windgeschützt ins Freie. Manfred aß Pizza mit Wurst und Speck (12 Zoll) und ich Pizza Chili Chicken (9 Zoll). Beides war viel zu viel, da sowohl die Böden als auch der Belag megadick waren. Wir ließen beide fast die Hälfte liegen. Aber die Pizza war sehr lecker. 

Im Haus schmiss Manfred den Ofen an, es wurde recht warm. Im TV hatten sie etwas von Sommerzeitumstellung gesagt, bin mal gespannt, denn im Reiseführer las ich etwas vom letzten Sonntag im Oktober, jetzt ist aber der erste Sonntag im Oktober. Wenn das stimmte, war es ja gut, dass wir den Fernseher eingeschaltet hatten (zum erstenmal auf der Reise), sonst hätten wir in 4 Tagen womöglich die Fähre verpasst.

Wetter: Sonne, Temperatur morgens in Murray Bridge 14 Grad, mittags schätzungsweise 23 Grad auf Kangaroo Island. 


22. Tag - --->

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