Heimreise

Samstag, der 11.10.2014

Nach einem leckeren Abendessen (siehe unten) schaute ich mir nochmals den Film Stromberg an und fand ihn beim zweitenmal viel witziger, vielleicht weil ich mehr akkustisch verstand und nicht so müde war wie auf dem Hinflug.

Menü auf dem Rückflug Menü auf dem Rückflug

Um 3 Uhr wurden die Lichter im Flugzeug eingeschaltet, es wurden warme Waschlappen ausgeteilt, dann gab es Frühstück. Pünktlich um 5:35 Uhr landeten wir bei 13 Grad in München.

Die Passkontrolle verlief rasch, mein Koffer erschien früh, Manfreds viel später, dafür fehlte an meinem Koffer das TSA-Schloss, es musste wohl aufgebrochen worden sein. Da nichts fehlte, nehme ich an, fehlte dem Adelaider Zoll dieser Generalschlüssel, den angeblich jeder Zoll zur Verfügung hat. Ich nehme an, sie zerstörten das Schloss aus Bequemlichkeit, schauten den Kofferinhalt an und informierten den Kunden nicht mal mit einem Aufkleber. Zumindest traue ich das den Adelaidern inzwischen zu. Aber was wollen wir mehr, beide Koffer sind angekommen.

Wir suchten unseren Bavaria Abholservice und um 7:15 Uhr erreichten wir unser Heim. 31 Stunden und 15 Minuten waren wir von Hoteltür zu Haustür unterwegs. Es war ein ganz herrlicher Urlaub und ich würde mich freuen noch ein paar solche schönen Urlaube zu unternehmen.

Nachtrag

Nachdem ich den Reisebericht fertig gestellt hatte, begann ich auch mit einem Nachsatz, mir fiel außer "unwichtigem" Kleinigkram aber nicht viel ein, so löschte ich die Zeilen wieder. Heute, als ich mit Manfred zusammen beim Essen saß, meinte er, er vermisse einen Nachsatz im Reisebericht, so wie ich ihn in den anderen Reiseberichten geschrieben hatte. Nun sitze ich hier und überlege, was ich schreiben soll.

Ich schreibe einfach mal drauflos, was mir zum Urlaub im Nachhinein einfällt:

13 Jahre waren wir nicht mehr in Singapur und so bekamen wir fast einen Kulturschock, als wir dort landeten. Es war alles Hightech, sauber, kaum ein Mensch bewegte sich ohne Smartphone auf der Straße, vom 5-jährigen bis zum 85-jährigen Menschen. Alles war blitzeblank, gut gepflegt, gigantisch groß. Geld scheint keine Rolle zu spielen in Singapur. Auch fühlt man sich nachts als Frau sicher auf der Straße. Europa scheint in Singapur kaum noch eine Rolle zu spielen, man sucht lange nach dem Umtauschkurs für den Euro. An den ersten Stellen findet man andere asiatische Währungen und den US$. Obwohl Singapur ein großer Stadtstaat ist, gibt es doch auch Bereiche, in denen man seine Ruhe findet, wie den Botanischen Garten, den Chinesischen Garten… Das öffentliche Verkehrssystem ist musterhaft. Man findet sich auch als Fremder schnell und leicht zurecht.

Einen Kulturschock zurück in "unser" Leben erhält man dann beim Landen in Sydney. Gegenüber Singapur sind die U-Bahnstationen in Sydney verlottert, baufällig und einfach nur grausam (siehe Central, Town Hall). Lifte funktionieren nicht, Wege zu anderen Plattformen gleichen einem unübersichtlichen Labyrinth und die Tickets sind zum Ausgleich viel teurer. Ich will nicht sagen, dass das CityRail-System Sydneys schlechter als z.B. das S-Bahnsystem in München ist, dort gibt es mindestens genauso schreckliche Stationen, aber im Vergleich zu Singapur empfand ich den Wechsel zu Sydney wie Tag und Nacht. Super in Sydney war diesmal unser Apartment in Bondi Junction, besser hatten wir noch nie in Sydney gewohnt. Auch die Lage war sehr praktisch, wir waren mit der CityRail schnell in der Stadt, aber auch schnell mit dem Bus am Bondi Beach. Neben uns gab es ein riesiges Shopping Center, wo man alles bekam. Die Lage Sydneys kann einfach nicht getoppt werden. Ich kenne keine andere Stadt auf der Welt mit so einer Lage an einem natürlichen Hafen, der sich Quer durch die Stadt zieht. Sydney scheint uns im Vergleich hektischer geworden zu sein als noch zu unseren ersten Besuchen Ende der 90er Jahre, aber man findet hier zum Ausgleich immer noch viel Grünanlagen, viele Parks, lange Spazierwege an der Küste entlang und unzählbare Strände.

Von Sydney aus, haben wir einen mehrtägigen Abstecher nach Mudgee unternommen, wohin uns liebe Freunde auf ihre Farm eingeladen haben. Die 3 Tage, die wir dort verbrachten waren einfach herrlich. Wir lernten in erster Linie die Gastfreundlichkeit der Landbevölkerung kennen, das Farmleben, einige nette Ecken, wo man wandern kann und kleine nette Orte.

Es war nett, die viel gepriesenen Grampians in Victoria, das Naherholungsgebiet der Melbourner, kennengelernt zu haben. Die Landschaft mit seinen Felsen, großen Waldgebieten, vielen Wasserfällen, hübschen Seen hat seinen Reiz. Auch habe ich noch nie so viele Kängurus wie hier gesehen, jede noch so kleine Rasenfläche wurde von ihnen in Besitz genommen. Die Unterkunft, die Mountain View Lodge war toll, kann ich nur empfehlen, die Gastgeber sind superfreundlich. Wenn wir gewollt hätten, hätten die Gastgeber uns alles für einen Grillabend zusammengestellt und in unsere Cabin gebracht.

Die weitere Zwischenstation auf dem Weg nach Kangaroo Island, Murray Bridge am Murray River in Südaustralien, gefiel uns auch gut. Der Ort liegt nicht weit vom Coorong Nationalpark entfernt, er ist Ausgangspunkt zum Pioneer Museum in Old Tailem Town und der "deutsche" Ort Hahndorf kann von hier aus gut erreicht werden.

Das Highlight der Reise, außer Mudgee war für mich Kangaroo Island. Freundliche Menschen, viele, viele Tiere, von Koalas, über australische Seelöwen, neuseeländische Pelzrobben, Pelikane, Kakadus, andere Papageien, schwarzer Schwan, Echsen bis zum Possum kann man alles sehen. Man könnte stundenlang im Nationalpark wandern, kann sich Höhlen ansehen und ist überhaupt in der puren Natur.

Mit der Fluggesellschaft Singapore Airlines haben wir einen guten Griff getan. Die Crews waren gleichmäßig superfreundlich und aufmerksam, die Bordverpflegung ließ keine Wünsche offen. Das Stopoverprogramm der Airline bietet sehr günstige Übernachtungsmöglichkeiten in Singapur.

Als Reisezeit in den Süden Australiens würde ich nächstesmal lieber einen Monat später wählen. Denn einige Bundesländer hatten Schulferien bis Mitte Oktober, was ich bei der Buchung auf Kangaroo Island merkte. Auch Halls Gap in den Grampians war gut besucht. Einen Monat später hätte auch den Vorteil, dass es wärmer gewesen wäre. Sollten wir wieder Australien bereisen, wären meine Zielwünsche Sydney, Mudgee und dann Queensland. Queensland hat mir besser gefallen als der Süden Australiens, ausgenommen Kangaroo Island. Vielleicht einfach weil Queensland exotischer ist und somit Europa unähnlicher, als die Wälder Südaustraliens und Victorias.

Wir hoffen euch hat unsere Reise gefallen und wir würden uns freuen, wenn ihr uns auf unsere nächsten Reisen auch begleiten werdet.


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