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Mittwoch, 11. Januar 2012
 

Heute Morgen brachen wir bei Nebel auf nach Mitterfirmiansreut, um die viel gepriesene Schneekirche zu besichtigen. In einer halben Stunde erreichten wir den, über 1000 Höhenmeter liegenden Ort, nahe der tschechischen Grenze. Es lagen wirklich große Schneeberge hier. Gehsteige waren mangels Platz nicht geräumt, denn irgendwo mussten die geräumten Schneemassen der Straße ja lagern. Auf einem riesigen, noch leeren Parkplatz stellten wir unser Auto ab. Wir waren vorgewarnt, dass der Weg zur Kirche 300 Meter zu Fuß beträgt und zwar im Schnee bergauf. Dazu sollte man Stöcke mitnehmen. Es stimmte wirklich. Wir kämpften uns hoch zu einer Absperrung, von wo aus man die Kirche sah, aber ein Schild darauf hinwies, dass heute Restaurationsarbeiten stattfinden und die Kirche deshalb nur von außen besichtigt werden könne.

Hier ein paar Infos zur Schneekirche in Mitterfirmiansreut:
Die Schneekirche von Mitterfirmiansreut soll an eine Protestaktion erinnern, die vor 100 Jahren, im Jahre 1911 stattfand. Und zwar errichteten die Bewohner des Dorfes im schneereichen Winter 1911, weil sie wegen der Schneemassen den Gottesdienst in Mauth nicht besuchen konnten und auf ihre finanzielle schlechte Lage aufmerksam machen wollten, eine eigene Kirche aus Schnee. Sie setzten dazu das Gotteshaus aus tischgroßen Schneequadern zusammen.

Hundert Jahre später errichtet der Förderverein „100 Jahre Schneekirche Mitterfirmiansreut“ erneut eine Kirche aus Schnee. Dazu wurden 1100 Tonnen Schnee verbaut. Die Kirche wurde 26 Meter lang, 11 Meter breit und der Turm 18 Meter hoch. Die Kirche sollte am 17. Dezember eröffnet werden, was sich aber wegen Schneemangels um gute 10 Tage verzögerte.

Angeblich sollen in der Kirche 190 Personen Platz finden, was ich mir beim Blick in die Kirche allerdings nicht vorstellen kann. Wegen der Wärmeentwicklung darf sich auch nur eine begrenzte Zahl gleichzeitig innen aufhalten.

zur Schneekirche Schneekirche
Schneekirche in Mitterfirmiansreut
 

Weiter im Text:
Da es sehr neblig war, kam die Kirche nicht so toll zur Geltung. Mit dem vielen Schnee drum herum, hob sie sich kaum vom Vorder- und Hintergrund ab. Wir fotografierten die Kirche so weit es möglich war. Was mich auch ein bisschen wunderte, dass man zur Kirche einen sehr steilen, nur von einer Pistenraupe platt gefahrenen Schneeweg, bergauf krabbeln muss. Ich kann mir vorstellen, dass es doch einige Besucher, gerade aus der Altersgruppe, die sich für Kirchen begeistern könnten, von der Besichtigung abhält. Wenn man 150.000 Euro für einen Kirchenbau ausgibt, ist es mir unverständlich, dass man keinen weniger steilen Weg anlegen kann, um sie auch vernünftig erreichen zu können. Mit meiner Kritik will ich aber keinen davon abhalten die Schneekirche zu besuchen. Es war sicher eine riesige, bewundernswerte Leistung. Nur wir beiden sind einfach keine Fans von Kirchen und wissen das alles gar nicht zu schätzen.

Schneekirche Schneekirche
Schneekirche mit Absperrung

Die Schneekirche wird vom schweren
Neuschnee befreit

Schneekirche Schneekirche
Restaurationsarbeiten in der Schneekirche Am Seiteneingang der Schneekirche
 

Auf der Rückfahrt nach Grafenau überlegten wir uns noch eine kleine Runde zu drehen. Im Grafenauer Stadtteil Grüb parkten wir unser Auto und drehten in 1 Stunde, 15 Minuten einen geräumten und markierten Winterrundwanderweg über Großarmschlag und Aufeld (als Wanderung 2 markiert). War lohnenswert, man erhielt schöne Blicke auf Grafenau und sein Umland.

Winterrundwanderweg über Großarmschlag Blick auf Grafenau
Winterrundwanderweg über Großarmschlag Manfred fällt aus dem Rahmen
 

Zurück in der FeWo tranken wir unser Käffchen, schrieben Postkarten, bummelten anschließend im Grafenau umher, stöberten durch ein Buchgeschäft und deckten uns bei der Touristeninformation mit Informationsbroschüren ein. Leider funktionierte das Internet heute nicht. Frau Stecher wusste sich auch keinen Rat und wollte ihren Enkel fragen.

Abends wanderten wir nach Grafenau hinunter zum Café FOX. Oben erhielten wir gerade noch im Eck einen nicht so tollen Tisch, die Fensterplätze wurden vom Ober für größere Gruppen verteidigt und freigehalten. Wir mussten heute Ewigkeiten warten, waren wir gar nicht gewöhnt vom FOX. Eine Stunde dauerte es bis das Essen kam. Manfred schmauste eine Gulaschsuppe und Kässpätzle, ich aß Pizza FOX. Nach insgesamt zwei Stunden verließen wir das Lokal, so lange brauchen wir sonst nie. Der Tisch, an den wir uns nicht setzen durften, wurde während dieser 2 Stunden nicht besetzt. Kein netter Zug des Obers. Nächstes Mal gucken wir erstmal an welcher Stelle der Ober seinen Dienst tut, dann setzen wir uns außerhalb seines Bereichs, den die anderen Bedienungen waren sehr freundlich und zuvorkommend. Abends sahen wir uns einen Wilsberg an, war ganz nett.

Wetter:
Neblig in 1000 Meter Höhe, ansonsten trüb.

 
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