Bayerischer Wald

Donnerstag, der 28.1.2016

Ab Mittag hat der Wetterbericht Regen angedroht, deshalb wollten wir etwas in der Nähe unternehmen, um mittags mit dem Tagesprogramm fertig zu sein. Manfred schlug das Tierfreigehege des Nationalparks bei Neuschönau vor - ich war natürlich begeistert, da könnte ich täglich durchspazieren. Es herrschte wenig Betrieb. Eine große Gruppe mit Familien sammelte sich am Eingang, aber wir starteten vor ihnen und trafen sie erst am Ende wieder. Wir schnallten wieder unsere Spikes unter die Füße, was sich als wirklich nützlich erwies. Obwohl die Wege gestreut waren, gab es viele vereiste Stellen durch das Tauwetter der letzten Tage.

Im Tierfreigelände am Lusen Im Tierfreigelände am Lusen

Diesmal hatten wir mit fast allen Tieren Glück. Den Luchs sahen wir auf einem Felsen thronen. Sein Futter, ein paar Enten glaube ich, lagen noch unangerührt neben seiner Höhle. Auch zwei Wölfe entdeckten wir. Ihre Mahlzeit war noch nicht ganz aufgeschmaust. Die Wildkatze saß am Ende ihres Geheges auf Beobachtungsposten. 

Im Tierfreigelände am Lusen Im Tierfreigelände am Lusen

Wildschweine sahen wir auch wieder im Gehege, sogar ein einzelnes, welches gleich vorne nahe des Eingangs unter einem Felsvorsprung am Weg ruhte. Es ließ sich durch uns nicht stören.

Im Tierfreigelände am Lusen Im Tierfreigelände am Lusen

Sehr gut konnten wir heute die Otter beobachten. Wir standen an ihrem Gehege, als wir ein Auto in der Ferne hörten. Die Otter kamen angerannt, machten Männchen und lauschten. Und richtig, in dem Fahrzeug saß der Angestellte, der den Ottern Fisch und Mäuse ins Gehege warf. Es war niedlich zu beobachten. Jeder Otter holte sich ein Teil und verzog sich an einen Platz, um das Futter ungestört zu verspeisen. Eine Maus wie auch der Fisch wurde mit Haut und Haaren verspeist.

Im Tierfreigelände am Lusen Im Tierfreigelände am Lusen

Später, als der Wärter am Otterhaus arbeitete, rannte ein Otter den recht langen Weg zum Haus und erschien mit einem Fisch in der Schnauze. Ein weiterer Otter nahm ihn den Fisch sogleich ab. Der Otter lief wieder zum Haus holte einen zweiten Fisch und gab ihn an den nächsten Otter ab, lief wieder zum Haus und holte sich einen Fisch. Vielleicht war es die Mutter mit zwei Kindern?

Im Tierfreigelände am Lusen Im Tierfreigelände am Lusen

Nach 2,5 Stunden erreichen wir den Ausgang. Da es noch nicht regnete und die Sicht gut war, erklammen wir auch noch den Baumwipfelpfad, der am Parkplatz des Tierfreigeheges startete (Eintritt mit Gästekartenermäßigung betrug 6 Euro/Person). 8 bis 25 Meter über dem Waldboden spaziert man auf einem hölzernen Steg zum Baumturm. 

Baumwipfelpfad Baumwipfelpfad

Der Steg führt im Baumturm schraubenförmig weiter zu einer 44 Meter hoch gelegenenen Plattform, von wo man eine tolle Sicht auf die Umgebung erhält. Die Gesamtlänge des Steges bis zur Plattform beträgt 1300 Meter.

Baumwipfelpfad Baumwipfelpfad

Oben: Auf dem Baumwipfelpfad zum Baumturm / Unten: Der 44 Meter hohe Baumturm

Baumwipfelpfad Baumwipfelpfad

Baumwipfelpfad Baumwipfelpfad

Unten: Blicke vom Baumturm

Baumwipfelpfad Baumwipfelpfad

Auf dem Baumhaus Auf dem Baumhaus

Und noch mehr Blicke:

Auf dem Baumhaus Auf dem Baumhaus

Auf dem Baumhaus Auf dem Baumhaus

Auf dem Rückweg legten wir eine Kaffee & Kuchenpause im Hans Eisenmann Haus ein. Hier sitzt man nett mit Blick auf den Baumturm und freundlicher Bedienung. Gegen 14 Uhr waren wir wieder in unserer FeWo, wo wir unsere obligatorische Tagebuch- Foto- und Relaxpause einlegten.

Gegen 17:15 Uhr fuhren wir zum Postwirt ins 3 km entfernte Rosenau. Wir haben dort vor mindestens 10 Jahren mal gewohnt und gegessen. Das Restaurant wollten wir mal wieder testen. Inzwischen wurde es wohl der nächsten Generation übergeben und umgebaut. Als wir den Gastraum betraten, waren fast alle Tische reserviert, aber es saß noch kein einziger Gast im Raum. Eine Angestellte wies uns den einzigen Tisch im "Vorraum", nahe der Theke zu. Nach und nach versammelten sich immer mehr Männer um die Theke herum, wohl von einem Seminar. Sie wollten nur etwas trinken, da sie aber lauter schrien als wir, wurden sie auch sofort bedient. Wir wurden schließlich auch unsere Bestellung los. Es sammelten sich noch mehr Gäste um die Bar und es wurde lauter, wir konnten von Glück sagen, dass sie sich nicht auf unseren Tisch setzten. Der ganze Speiseraum war übrigens immer noch leer. Wir kamen uns langsam wie auf einen Notplatz plaziert vor.

Ich bestellte Saiblingsfilet mit Kürbiskartoffelbrei und Gemüse, Manfred Hirschgulasch mit Rotkohl und Spätzle. Meins war sehr lecker, während der Hirsch zäh war, zumindest nicht so schön zart wie vorgestern in der Kleblmühle. Auch vergassen sie einen Beilagenlöffel für Manfreds Rotkohl. Zur Verdauung wollten wir uns ein Schnäpsle bestellen, man brachte uns eine handgeschriebene hübsche Schnapskarte. "Toni's Marille? Nein, die haben wir nicht mehr, die Nachfrage war zu groß". Ja was ist denn das für eine Begründung? Gibt es nur noch Schnaps, der sowieso nicht so gut läuft? Es war nicht einfach die Bedenung auf uns aufmerksam zu machen, als wir bezahlen wollten. Die Männer an der Bar verdeckten die Sicht und die Bedienungen waren mit sich selber beschäftigt. Gut, dass wir diese Wirtschaft noch mal getestet haben, bevor wir hier eine Ferienwohnung buchen. Der Kasten ist zu groß und neue Gäste auf einen Notplatz zu platzieren, direkt neben der Bar, das finde ich unmöglich. Wir werden wohl nie wieder kommen. Manfred hat dies im Tripadvisor unter dem Titel: "Als Hotelgast König, als neuer Gast im Restaurant nur Prinz" veröffentlicht, aber die Wirtsleute sind wahrscheinlich zu abgehoben, um darauf zu reagieren.

Postwirt Postwirt

Im TV schauten wir uns einen Tatort mit Simone Thomalla an, war ganz unterhaltsam.

Wetter:
Vormittags trüb mit etwas Sonne, nachmittags regnerisch,
Temperatur nachts 1,2°C, tagsüber bis 7°C.


7. Tag - --->

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