Kroatien 
Bihac und Korana

Donnerstag, der 19.9.2013

Unsere Zimmernachbarin muss sich eine gehörige Erkältung zugezogen haben, jedenfalls hörte ich sie bis zum Einschlafen niesen und schneuzen und morgens auch wieder. Mit Ohropax konnte ich trotzdem ganz gut schlafen. Heute regnete es wieder und zwar nicht zu knapp. Manfred schlug vor, nach Bosnien Herzogowina in die nächste Stadt zu fahren, nach Bihac. Die Stadt liegt etwa 30 km von uns entfernt. Gesagt getan, unser Navi rechnete 1200 Kilometer, wir trauten uns aber trotzdem die lange Fahrt auf uns zu nehmen :-). Das Rätsel mit dem Navi löste sich. Wir hatten Bosnien Herzigowina nicht in den Navi geladen, so passten die Straßen am nächstgelegenen Grenzübergang nicht zusammen und der Navi berechnete einen immensen Umweg.

Es herrschte nicht viel Verkehr zur Grenze, ein paar LKWs hauptsächlich. Nach ein paar Baustellen erreichten wir die Grenze in nur 30 Minuten. Die Grenzer nahmen es genau und scannten unsere Personalausweise ein. Nach einer weiteren Viertelstunde erreichten wir Bihac. 

Bihać ist eine Stadt im äußersten Nordwesten der Föderation Bosnien und Herzegowina. Sie liegt am Fluss Una und ist Hauptstadt des Kantons Una-Sana. Ihre Einwohnerzahl beläuft sich auf 61.000.

Bihac Bihac

Wir drehten ein paar Runden um die City, suchten einen Parkplatz und fanden nur gebührenpflichtige. Da wir aber kein Geld in der Währung hatten (Konvertible Mark), suchten wir weiter. Nahe der Polyklinik wurden wir in einer Seitenstraße fündig. Wir wanderten von hier aus über den breiten Una in die Stadtmitte. Unterwegs tauschten wir 20 Euro in 35 Mark um. Wegen des immer stärker werdenden Regens rannten wir durch die Fußgängerzone, bis wir ein Restaurant entdeckten. Es war ein Selbstbedienungsrestaurant mit Café. Manfred holte uns Kuchen an der einen Theke und Kaffee bestellte er an der anderen Theke. Hier drin saßen außer uns nur Einheimische. Die meisten aßen sehr deftige Sachen von der Selbstbedienungstheke. Die Karten auf den Tischen waren alle in der Landessprache. Nach dem Kaffee spazierten wir nochmals durch die Stadt, der Regen hatte etwas nachgelassen. Da das Wetter trotzdem nicht zum Schlendern einlud, gingen wir zum Auto zurück, immer darauf bedacht riesigen Pfützen auf dem Gehweg zu entgehen.

Die Stadt ist recht nett, es gibt kein riesiges Angebot, im Bücherkiosk erhielt man fast ausschließlich Koranbücher. Auf der Rückfahrt sah man in jedem Dorf ein Minarett, statt einem Kirchturm herausragen.

Bihac Bihac

Nachmittags stoppte der Regen, es klarte immer häufiger auf. Wir fuhren ins ca. 12 km entfernte Korana, am Fluß Korana gelegen. Hier wurde uns im Kroatien-Forum von einem fleißigen Mitglied, der einen Mini-Reiseführer um die Plitvicer Seen herum schrieb, ein Weg empfohlen, von Korana über Catrnja nach Dreznik Grad am Fluß entlang. Wir stellten das Auto vor den letzten Häusern in Korana an einem Maifeld ab, bummelten zu den Häusern, die hauptsächlich Zimmer und Apartments waren und weiter am Korana entlang in die Gegenrichtung.

Korana Korana

Es war kein offizieller Weg, sondern er verlief an Obstbäumen entlang, immer am Fluß. Wir waren ganz alleine und entdeckten zwei tolle Wasserfälle im kristallklaren Wasser. Das war eine Superentdeckung. Die Option vom Ort Korona nach Dreznik zu wandern ließen wir fallen, da wir keinen Weg auf der Karte fanden.

Korana Korana

Korana Korana

Korana Korana

Dafür fuhren wir nach Dreznik Grad und starteten dort am Parkplatz in Stari Grat einen 2 km langen Weg durch hohe Farnfelder am Canyon des Korona entlang. Wobei der Fluß hier überhaupt kein Wasser führte. Floß er unterirdisch weiter? Das war uns ein Rätsel.

Dreznik Grad Wanderung zur Mühle Mlinica

Ruine Dreznik Dreznik

Der Weg endete an einer Mühle. Wir wanderten ihn in der Abendsonne zurück - war eine nette Wanderung.

Mühle Mlinica Dreznik

Auf dem Weg heim schmausten wir im Restaurant Sedar, was uns schon auf einer Vorbeifahrt angenehm aufgefallen war. Wir konnten sogar geschützt draußen sitzen. Man sollte ein Restaurant nicht nach dem Aussehen beurteilen, denn das Essen war Standard. Manfreds aß Cevapcici, ich Forelle. Manfreds Cevapcici waren etwas anders als er es sich vorgestellt hatte, sie ähnelten von der Konsistenz her, mehr einer Wurst, als Hackfleisch und meine Forelle war mittelmäßig. Die Kartoffeln waren etwas hart und das Gemüse hatten sie vergessen zu bringen. Dafür zahlten wir umgerechnet nur 30 Euro für das Essen und die Getränke.

Restaurant Sedar Restaurant Sedar

Abends saßen wir dick eingewickelt noch ein bisschen draußen.

Wetter:
Vormittags Regen, nachmittags schön, 
Temperatur mittags: 13°C.


7. Tag - --->

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