Kroatienreise 2015

Radtour nach Pakostane

Mittwoch, der 16.9.2015

Auf der Terrasse deckte ich uns heute Morgen den Frühstückstisch. Leider konnten wir den gestern gekauften Toast nicht toasten, ich fand den Toaster nicht, obwohl ich bei den Vermietern vorher per Mail nachgefragt hatte, ob Toaster und/oder Wasserkocher vorhanden wären. Sie antworteten, Toaster ja, Wasserkocher nein. Also brachten wir nur unseren kleinen Reisewasserkocher mit. Der ungetoastete kroatische Weizentoast ähnelte im Geschmack und Konsistenz leider Sägemehl. Joghurts und Banane waren hingegen lecker. Und vor allem war der Blick unbezahlbar. Fischer fuhren aufs Meer hinaus, die ersten Segler starteten - toll! Das ist Urlaub pur!

Biograd Biograd

Wir schwangen uns heute auf unsere mitgebrachten Klappräder, denn wir wollten in den 5 km entfernten Nachbarort Pakostane radeln.

Die Route war als Radroute ausgeschildert. Sie erwies sich als Schotterpiste, eher für gute Mountainbikes geeignet, als für Klappräder mit kleinen Reifen. Aber wir bissen uns durch, über Stock und Stein, teilweise schob ich, einmal rutschte ich fast im Schotter aus.

Biograd Von Biograd nach Pakostane

Schließlich erreichten wir den leeren, pinienumsäumten Strand von Pakostane, der sah wirklich wunderschön aus. Es befanden sich auch schon einige wenige Badegäste hier. 

Pakostane Pakostane

Wir radelten weiter in den Ort, ab hier war die Strecke geteert. Im Ort passierten wir den Hafen, bzw. ließen uns dort in einem Café nieder und erfrischten uns ein bisschen mit Blick auf Hafen und Meer. Der Ort ist etwas kleiner als Biograd, fast alle Häuser vermieteten Apartments, Zimmer und natürlich gab es Campingplätze. Sehr viel Betrieb herrschte nicht, es war wohl Nachsaison.

Pakostane Pakostane

Zurück wollten wir eigentlich einen Abstecher zum Vransko Jezero, dem größten natürlichen See Dalmatiens machen. Er hat eine Länge von 14 km und eine Breite von 4 km. In meinem Reiseführer las ich, dass der See einst doppelt so groß war, aber um Ackerland zu gewinnen, hat man schon in osmanischer Zeit einen Kanal durch die Landenge zwischen See und Meer gegraben, so dass ein Großteil des Wassers abfloss. Er sollte östlich der Verbindungsstraße Zadar - Split liegen, in Höhe von Pakostane. Aber wir fanden die Radstrecke nicht dorthin. So beschlossen wir die Autostraße zurückzuradeln, bevor wir beim erneuten Befahren der Schooterstrecke unsere Reifen schrotteten. Es ging mit dem Autoverkehr, zwar nicht sehr schön, aber als Notlösung okay. Unterwegs wanderte eine Schildkröte über die Straße. Sie hatte gerade die Mitte erreicht, als wir an ihr vorbei fuhren. Leider haben wir nicht mitbekommen, ob sie die andere Straßenseite ohne Blessuren erreicht hatte. Die 5 km ließen wir relativ schnell hinter uns, dann führte ein Teersträßchen links zu unserer Siedlung. Unterwegs waren wir insgesamt etwa 2 Stunden. Mittags legten wir eine kleine Pause ein, beobachtete kaffeetrinkend eine Segelregatte von unserer Terrasse aus.

Biograd Biograd

Nachmittags wollten wir mit dem Auto die mögliche Fahrradroute um den See Vransko Jezero testen. Dazu fuhren wir Richtung Pakostane, dort aber llinks zum vorhin mit dem Rad nicht gefundenen See. Wir stellten fest, dass die geteerten Strecken auch für Autos sind, die reinen Radstrecke um den See war nicht geteert, also schlecht für unsere Klappräder. Es fuhren zwar nicht viele Autos, besonders nicht auf der östlichen Längsseite, aber die Strecke führte oft endlos lange geradeaus ohne irgendeine Abwechslung. Mit dem Auto war sie sehr schön zu befahren, mal führte sie durch Dörfer mal durch endloses Grün mit Blick auf die Berge. Im Hauptort Vrana befindet sich noch eine alte osmanische Karawanserei, die Maskovica Han, die der türkische Wesir Jusuf Maskovic 1644 errichten ließ. Man sah übrigens den See kaum auf der ganzen Strecke.

Vransko Jezero Vransko Jezero

Als wir einmal um den See gefahren waren und wieder die Hauptstraße erreichten, fuhren wir noch auf die, sich in der Nähe befindliche Insel Murter, die mit einer Brücke mit dem Festland verbunden ist. Die Blicke auf die Insel und später von dort auf das Festland waren sehr schön. Den Versuch auf dem leeren Parkplatz zu parken, brachen wir ab, mangels Unkenntnis, wie man hier seine Parkgebühr entrichten könne. Überall standen Schilder mit "m-parking" und dahinter eine Mobilnummer. Das Geld, dass wir in den Automaten steckten fiel wieder durch. Blöd! Also fuhren wir nach Biograd zurück. 

Murter Murter

Im Lidl kauften wir uns noch Brot fürs Frühstück (Kaisersemmeln), da unser ungetoasteter Toast nicht wirklich der Hit war. Man hat ja keine Vorurteile, aber als wir an der Kasse standen, beobachteten wir ein Paar hinter der Kasse, das Posten für Posten mit dem Kassenzettel verglich, dass auch bloß nichts falsch abgerechnet wurde. Als wir uns ins Auto setzten, sahen wir dasselbe Paar auf einen dicken Mercedes mit Augsburger Kennzeichen zusteuern. Ja, ja, die Schwaben - woisch? ;-)

Unser Zimmerwirt bastelte gerade an der Hofeinfahrt herum, bei der Gelegenheit fragten wir ihn nach einem Toaster, er erzählte uns, dass Mieter den letzten Toaster überhitzt hätten und er kaputt ging, darum gäben sie nur noch auf Anfrage Toaster an ihre Mieter.

Gut, wir sattelten unsere Räder und fuhren in die Stadtmitte von Biograd, zum Abendessen. Im Carpimore schmausten wir wieder, Manfred Spinatsuppe und Lachsnudeln, ich auch Lachsnudeln. Wir konnten hier sogar unsere Mails checken, der Ober gab uns das Kennwort zum Surfen. Bei der Gelegenheit fragten wir den Ober nach "m-parking" und wo Touristen ohne hiesige Handykarte die Parkgebühr zahlen dürften. Er meinte, das m-parking wäre nur für Kroaten, Touristen können sich in umliegenden "tobacco" Shops bzw. Kiosks Parkzettel besorgen. Nach dem Essen ließen wir unsere Räder stehen und bummelten durch Biograd.

Biograd Biograd

Als wir wieder in unser Apartment kamen, fanden wir einen Toaster vor unserer Haustür. Prima, dann konnten wir ja nun toasten.

Wetter:
Schön, Eintrübung am Nachmittag. Es wehte mittags ein stümischer Wind aus Südwesten.
Temperatur morgens 23°C, mittags: ca. 28°C.


6. Tag - --->

Zurück zur Startseite