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Madeira

 

6. und 7. Juli 2007

 
Freitag, 6. Juli 2007
 

In der Nacht war es sehr leise. Irgendwie kommt man sich in Porto da Cruz vor, wie wenn man vor 100 Jahren Urlaub gemacht hätte. Kaum Touristen - netter Zimmerwirt mit Familienanschluss, ausgestorbener Ort. Wir saßen gerade auf unserer sonnigen Terrasse mit Blick aufs Meer, als wir Stimmen aus einem Lautsprecher hörten. Es klang so, als wenn eine Moschee in der Nähe wäre. Später klärte Antonio uns darüber auf, dass es der Fischmann wäre, der seinen Fisch aus dem fahrenden Transporter mit einem Megaphon anpries. Später hörten wir noch mehr Stimmen aus Transportern, unter anderem wurde Gemüse angeboten. Ach ja, das Wetter war wieder schön. Wir nahmen uns eine Wanderung vor, die gleich hier startete und in einer Höhe von ca. 300 Metern immer an der Küste entlang führen sollte Richtung Osten.

 
Porto da Cruz
 

Zuerst wanderten wir durch den Ort, dann querfeldein an einem schwarzen Strand, über einen Bach, einen Hang hinauf zu einer Straße. Die Ausblicke Richtung Porto da Cruz wurden immer spektakulärer. Irgendwann musste jetzt unsere Abzweigung kommen laut Karte. Hatten wir sie verpasst? Ein Pärchen aus Österreich kam uns entgegen und fragte nach dem Weg, sie haben ihn auch nicht gefunden. Er ist übrigens auf drei Karten jeweils unterschiedlich eingezeichnet und in zwei Wanderführern unterschiedlich beschrieben. Gut, wir kehrten mit dem Paar um und bogen rechts ab. Wie beschrieben endeten der Weg in einem Sandweg, den nahmen wir, das Paar marschierte die Straße weiter.

Ab dem Sandweg ging es sehr steil und schmal abwärts, ja es wurde fast kriminell. Wir beschlossen, dass wir nicht schon am ersten Tag im Krankenhaus enden wollten und kehrten um. Beschriftet oder markiert war übrigens nichts. Inzwischen tauchte das Paar auf, sie versuchten nun auch diesen Weg. An Levadas vorbei und an Gemüsebeeten und Zuckerrohrbeeten entlang suchten wir uns einen neuen Rückweg, um die Straße zu umgehen, was auch klappte mit Hilfe eines Bauern, der uns auf portugiesisch, was wir ja perfekt beherrschten, den Weg wies.

 

Porto da Cruz

Porto da Cruz

 
Nach knappen 3 Stunden erreichten wir unser Apartment. Nachdem wir uns mit einem Kaffee aufgefrischt hatten, wollten wir ein wenig für die nächsten Tage einkaufen. Dazu fuhren wir ins ca. 15 km westlich gelegene Santana. Aber nirgends kamen wir an einem Supermarkt vorbei. Na gut, dafür hatten wir unterwegs immer wieder schöne Aussichten auf der Bergstraße. Wir kehrten um und fuhren ins entgegengesetzte Machico. Hier wurden wir fündig, nachdem wir an der schönen Uferpromenade entlang gebummelt sind. Etwas über Machico: Diese Stadt ist mit 20.000 Einwohnern die zweitgrößte Madeiras. Nach Inbesitznahme Madeiras durch die Portugiesen war Machico gleichberechtigte Hauptstadt neben Funchal, von hier aus wurde bis 1497 die östliche Inselhälfte regiert.
 
Machico Porto da Cruz
 

In Porto da Cruz zurück nutzten wir das riesige, kostenlose Schwimmbecken, das sein Frischwasser bei Flut durch das überschwappende Wasser erhält. Das war herrlich! Abends aßen wir in einem Restaurant am Meeresufer. Manfred aß Steak, ich Degenfisch mit Banane. Der Degenfisch ist ein Tiefseefisch, der in ca. 2000 Meter unter dem Meeresspiegel lebt. Er wird fast nur um Madeira gefangen. Nachts kommt der Fisch bis auf 600 Meter Tiefe hinauf, wo er von den Fischern mit langen Leinen gefangen wird.

Wir beendeten den Tag mit einem schönen Spaziergang um die Spitze von Porto da Cruz.

Wetter:
Tagsüber schön, abends zogen Wolken auf Temperatur morgens: 17°C, mittags: 23°

 
Neuer Tag
 
Samstag, 7. Juli 2007
 
Als wir heute aus dem Fenster blickten tröpfelte es. Wir frühstückten darum mal nicht auf unserer Terrasse, sondern im Wohnzimmer gemütlich mit Müsli, Brot, Wurst, Käse, Marmelade und was sonst noch so dazugehört. Eigentlich hatten wir eine Wanderung geplant, aber da die Wolken in den Bergen hingen, beschlossen wir eine Inselrundfahrt zu unternehmen.
 
Inselrundfahrt
 
Wir starteten Richtung Westen an der Nordküste entlang Santana, Sao Jorge und an vielen weiteren Orten vorbei bis Porto Moniz. Die Straßen waren leer und gut ausgebaut bis ungefähr Sao Vicente. Hier wurde es manchmal so schmal, dass man bei Gegenverkehr warten musste. Immer wieder faszinierten mich auf der Insel die vielen, vielen Pflanzen. Sogar am Straßenrand blühen die schönsten Blumen, wie die Hortensie oder die Orientalische Liebesblume wie Unkraut. Ab Porto Moniz wand sich die Straße auf 750 Meter hinauf. Plötzlich fuhren wir durch dichten Eukalyptuswald. Befanden wir uns plötzlich in Australien? Es duftete beim Aussteigen auch genau so.
 
Porto da Cruz Paul de Mar
 

Weiter ging es ab der westlichen Spitze Ponta do Pargo wieder nach Osten an der Südküste entlang. Die Blicke zum Meer waren sehr schön, es war übrigens inzwischen auch trocken, aber dieser Küstenabschnitt war sehr dicht besiedelt. Einen Fotostopp legten wir noch oberhalb Paul de Mar ein, dann ging es durch viele, viele Tunnel auf der Schnellstraße durch das riesige Funchal wieder zurück nach Porto da Cruz.

Hier legten wir eine Mittagspause ein, dann fuhren wir noch zur östlichsten Spitze nach Ponta de Sao Lourenco. An den Aussichtspunkten hielten viele Busse, aber zum Glück bewegten sich die Massen kaum von der Stelle. Der Blick von den Aussichtspunkten war atemberaubend. Hier mussten wir bei gutem Wetter unbedingt mal wandern.

Wieder zurück schwammen wir ganz alleine eine Runde im Gezeitenbecken bis es anfing zu regnen. Zwar hätten wir gut unser Schwimmen fortsetzen können, ist ja egal, ob man von oben auch noch nass wird, aber unsere Klamotten, die neben dem Becken lagen, wurden nass.

 
Porto da Cruz

Abends aßen wir im Restaurant Engenho mit Blick auf das Meer. Manfred aß Bauernsuppe (eine Gemüsesuppe) und anschließend Lachs und ich Thunfisch mit Mais. Das war sehr sättigend. Bis gegen 22:30 Uhr saßen wir noch gemütlich auf unserer Terrasse und genossen die schöne Luft. In der letzten halben Stunde brauchte ich eine Jacke, sonst konnte man kurzärmelig sitzen.

 

Zurückgelegte Strecke mit dem Auto:
Einmal um die Insel: 170 km (ohne Ponto de Sao Lourenco) in 4 Stunden

Wetter:
Schauer, an der Südküste trocken Temperatur: Min: 16,5°C, Max: 23°C

Benzinkosten:
1,45 Euro für 98 Oktan /1,32 Euro für 95 Oktan (entspricht unserem Super)

 
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