Zurück
weiter
 

Madeira

 

8. und 9. Juli 2007

 
Sonntag, 8. Juli 2007
 

Wir hatten gerade das Frühstück beendet, da klopfte es an der Tür, "Hola" Antonio stand mit einem Tablett Bananen vor der Tür, die er uns schenkte. Mit einem "Obrigada" nahm ich die kleinen Bananen freudig an.

Es war bewölkt, aber die Halbinsel Sao Lourenco sah von uns aus sonnig aus, so fuhren wir zu dem ca. 20 km entfernten östlichsten Inselzipfel Madeiras.

Antonios Bananen
 
Ausflug auf Sao Lourenco
 

Das Auto stellten wir am Parkplatz oberhalb der Baia d'Abra am Ende der Straße auf einen riesigen Parkplatz ab. Einige Kleinbusse standen um 10:15 Uhr schon dort und spuckten Busladungen mit Wanderern aus. Wir folgten dem Wanderschild PR8 Richtung Cais do Sardinho. Der breite Pfad führt zuerst hinab über ein Holzbrücklein, dann bergauf, bergab über die kahle Felslandschaft, mal ging es steil bergab, aber der Weg war sehr gut in Schuss und häufig mit Geländern gesichert. Die Reisegruppen, meist Deutsche, verteilten sich gut, so dass man sich nicht irgendwie durch sie behindert fühlte (und sie wahrscheinlich auch nicht durch uns).

 
Start auf Sao Lourenco Wanderung auf Sao Lourenco
 
Am Wegesrand sah man ein paar blühende Pflanzen und braunes Gras, was dem ständigen Wind Stand halten muss. Immer wieder erhaschte man spektakuläre Blicke auf die steilen Felsen links und rechts. So schön hätte ich mir diesen Teil der Küste nicht vorgestellt. Unsere Wanderschuhe waren nicht fehl am Platz, sie waren sogar nötig. Am Ende legten wir eine Rast ein und schmausten Antonios Bananen. Sie schmeckten lecker, sehr aromatisch und süß.
 
Wanderung auf Sao Lourenco Wanderung auf Sao Lourenco
 

Anschließend fuhren wir nicht direkt nach Porto da Cruz zurück, sondern nach Funchal und von dort über Monte, Ribeiro Frio durch die Berge auf die andere Inselseite, von dort nach Porto da Cruz. Schnell ist man hier auf 1400 Meter Höhe, wo alle möglichen Nadelbäume und die großen Eukalyptusbäume wachsen. In Santana wollten wir eigentlich die Häuser, die so typisch für Madeira waren, besichtigen, aber hier musste heute irgendeine Veranstaltung stattfinden, denn der ganze Ort war abgesperrt. So fuhren wir wieder zurück, aßen ein Eis, tranken auf der Terrasse Kaffee, spielten Fotos auf den PC, schrieben Tagebuch und stürzten uns nochmals in die Fluten unseres schönen "Ortspools".

Abends aßen wir wieder im Restaurant Engenho, mangels anderer Restaurants. Manfred und ich aßen wieder das gleiche, wie beim ersten Besuch. Hinterher saßen wir noch bis zum Insbettgehen auf unserer schönen Terrasse.

Wanderzeit: Für unsere Wanderung brauchten wir insgesamt mit Pause 3 Stunden.

Wetter: Morgens wolkig, nachmittags sonnig Temperatur: Morgens: 19°C, mittags: 23°C, auf der Halbinsel betrug die Temperatur konstante 21°C bei starkem Wind.

 
Neuer Tag
 
Montag, 9. Juli 2007
 
Sonne beim Blick aus dem Fenster! Das nutzten wir natürlich, um auf der Terrasse zu frühstücken! Nun brachen wir auf Richtung Santana (auf der Landstraße, nicht durch den Tunnel), dort hinter der Rapsol-Tankstelle abbiegen Richtung Pico Ruivo. Nach ca. 4 km auf 880 Metern Höhe stellten wir unser Auto bei Rancho Madeirense ab. Hier befindet sich ein Touristendorf, mit kleinen Häuschen als Herberge. Diese Anlage sieht direkt gesehen sogar noch viel hübscher aus, als im Internet.
 
Levadawanderung Caldeirao Verde
 
Wir starteten Richtung Westen an der Nordküste entlang Santana, Sao Jorge und an vielen weiteren Orten vorbei bis Porto Moniz. Die Straßen waren leer und gut ausgebaut bis ungefähr Sao Vicente. Hier wurde es manchmal so schmal, dass man bei Gegenverkehr warten musste. Immer wieder faszinierten mich auf der Insel die vielen, vielen Pflanzen. Sogar am Straßenrand blühen die schönsten Blumen, wie die Hortensie oder die Orientalische Liebesblume wie Unkraut. Ab Porto Moniz wand sich die Straße auf 750 Meter hinauf. Plötzlich fuhren wir durch dichten Eukalyptuswald. Befanden wir uns plötzlich in Australien? Es duftete beim Aussteigen auch genau so.
 
Rancho Madeirenso Kanarenmargaritte und ich
 

Wir starteten auf einem breiten, zu beiden Seiten mit Geländern befestigten Levadaweg Richtung Casa das Querimadas. Der Weg wurde von vielen, vielen Pflanzen gesäumt. Es wuchsen hier Eukalyptusbäume, die auf der Insel übrigens zur raschen Aufforstung angepflanzt wurden, Lorbeerbäume, Farn, Fingerhut, Madeira-Knabenkraut, Kanarenmargaritte und viele mehr, deren Namen ich nicht kenne. Nach einer Dreiviertelstunde erreichten wir nach mehreren Fotostopps die Casa das Querimadas. Im Buch wurde für den Weg 30 Minuten veranschlagt.

Hätten wir ein wenig besser die Wegbeschreibung gelesen, wären wir nun richtig gegangen, aber wir folgten einfach mal einem gepflasterten Weg bergauf, der bald sehr steil und von Pflanzen überwuchert wurde, deren Dornen unsere Unterschenkel aufkratzten. Das machte uns etwas stutzig, denn Levadawege sind normal nicht allzu steil.

Also kehrten wir um und fanden auch den richtigen Pfad zur Caldero Verde. Der Weg war super in Ordnung gehalten, meist mit Geländer auf der abschüssigen Seite, wo es auch wirklich meistens steil und tief abwärts ging. Der üppige Pflanzenwuchs lässt sich kaum beschreiben. Hin und wieder hingen Bartflechten in den Bäumen, es tropfte von oben aus den Blättern und Moosen, welche die Felsen hinaufwucherterten.

Nach 1:15 Stunden ab Casa das Querimadas erreichten wir den ersten Tunnel, den wir durchqueren mussten. Meine Billigtaschenlampe von Rossmann war ein Witz, man sah nichts im Tunnel. Manfred hatte zum Glück einen Fahrradhalogenscheinwerfer dabei, der den Tunnel gut ausleuchtete. Ein Entgegenkommender musste so stark ausweichen, dass er gleich im Wasser stand bis zum Knöchel. Es folgten noch drei weitere Tunnel.

 
Wanderung zur Caldero Verde Wanderung zur Caldero Verde
 
Der Weg wurde immer spektakulärer, meist ging man auf dem 30 cm breiten Mäuerchen neben der Levada. Auf der anderen Seite war man nur noch durch zwei Seile an Pfosten befestigt, vom Abgrund getrennt. Die Blicke in die Schlucht und auf die andere Talseite waren grandios. Nach einer Wanderzeit von bisher insgesamt 2:45 Stunden ohne Pause erreichten wir unsere Ziel die Caldeirao Verde, ein beeindruckender Kessel mit senkrechten Felswänden, von dem ein Wasserfall am Fuß einen Tümpel füllt.
 
Der Wasserfall bei Caldero Verde Madeira Knabenkraut
 
Zurück ging es schneller, da die Fotopausen weniger wurden. In 2:15 Stunden, wie im Wanderbuch angegeben, erreichten wir unser Auto. Unterwegs waren übrigens einige Wanderer und Wandergruppen unterwegs, aber es verteilte sich einigermaßen, wenn man von einer österreichischen Dreiergruppe absah, von der wohl jeder versuchte Abstand zu wahren. Denn das Mundwerk des hinteren Mannes ging ohne Unterbrechung in voller Lautstärke. Aber auch diese Gruppe wurde einmal müde.
 
Wanderung zur Caldero Verde

Abends stürzten wir uns in unseren schönen Pool. Zum Einkaufen und Essen fuhren wir nach Machico. Ich aß wieder mal Degenfisch mit Banane, wo ich mich reinsetzen könnte, Manfred Steak mit Pommes. Hinterher bummelten wir noch durch die hübsche Hafenanlage von Machico. Die Anlage ist großzügig angelegt und recht nett, wir wunderten uns über den Mangel an Touristen. Wann ist hier Saison, wenn nicht jetzt? Zurück aus Machico saßen wir natürlich noch ein wenig auf unserer Terrasse.

 

Fahrzeit von Porto da Cruz nach Rancho Madeirense mit dem Auto: 30 Minuten

Wanderzeiten:
Rancho Madeirense (880m) - Parque Queimadas: 45 Minuten (880m) Parque Queimadas - Caldeirao Verde: 2 Stunden mit Verlaufen (900m) Caldeirao Verde - Parque Queimadas: 1:45 Stunden Parque Queimadas - Rancho Madeirense: 30 Minuten

Wetter: Auf dem Wanderweg war es anfangs wolkig, dann schön Temperatur auf dem Wanderweg: 15°C, was angenehm war, man konnte kurzärmelig laufen. Abends in Porto da Cruz: 22°C und leicht bewölkt.

 
Zurück
weiter