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Madeira

 

10. und 11. Juli 2007

 
Dienstag, 10. Juli 2007
 

Heute war mein Geburtstag, Manfred bereitet schon das Frühstück, während ich mich noch gemütlich im Bett räkeln konnte. Als erstes durfte ich meine tollen Geschenke von Manfred und Ingrid auspacken, über die ich mich sehr freute, was ich aber hier nicht verrate. Nach dem leckeren Frühstück, ich musste nicht abwaschen, wie übrigens die anderen Tage auch nicht, beschlossen wir auf der Südseite der Insel eine Levadawanderung zu unternehmen. Hier im Norden hingen Wolken. Manfred schlug Wanderung 42 unseres Madeira Wanderbuchs (siehe erste Seite) vor: "Von Cristo Rei zum Cascalho".

 

Anfahrtsweg zu Cristo Rei

 

Also fuhren wir 1:15 Stunden an der Nordküste Richtung Westen bis Sao Vicente. Hier ging es Richtung Süden in die Berge. Die Temperatur in 800 Meter Höhe betrug 16°C, so dass ich schon dachte, das kann ja heiter bzw. kalt werden, denn unsere Tour startete in eine Höhe von 1320 Meter. Als wir aber bei starkem Wind über den Bergkamm fuhren, strahlte die Sonne aus allen Löchern und nach zwei Stunden Fahrzeit erreichten wir im Paul da Serra Gebiet, Cristo Rei, eine große Christusstatue mit Parkplatz daneben.

 
Levadawanderung Keine Wanderung ohne Tunnel
 

Wir starteten hier unsere Wanderung bei strahlend blauem Himmel und 25°C. Bäume gab es kaum, hauptsächlich Ginsterbüsche und kleinere Pflanzen. Der Weg wurde schmaler, die Abgründe tiefer, aber die Ränder waren so stark bewachsen von allen möglichen Gräsern und Blumen, dass man noch nicht das Gefühl hatte, man könnte abstürzen. Nach einer Stunde verließen wir die Levada und mussten auf einer Teerstraße etwa 400 Meter abwärts gehen zu einer weiteren Levada, immer in der inzwischen brütenden Hitze.

Von Ingrid empfing ich unterwegs eine Geburtstags SMS, ebenso von meiner Schwester, darüber freute ich mich sehr. Der Handyempfang war überall gut auf der Insel.

Neben uns floss auch auf dieser abschüssigen Strecke immer ein Bächlein, der von am Hang tropfenden Rinnsalen gespeist wurde. Wir durchkreuzten wieder einen Tunnel. Gut dass wir unsere Taschenlampen wieder dabei hatten! 10 Minuten später erreichten wir den ersten Wasserfall und schließlich die imposanten Cascalho. Dies ist ein Kessel, wo viele kleine und große Wasserfälle hohe Felsmauern herunterstürzen. Ab hier sind wir noch ein Stück weiter Richtung nächsten Kessel marschiert, mal gesichert, mal ungesichert, meist auf dem 30cm breiten Mäuerchen an der Levada entlang. Wieder ging es senkrecht zur anderen Seite hinunter. Kurz vor dem zweiten Kessel kehrten wir um. Bis hierher begegneten uns nur zwei Wanderer.

 
Cascalho Mauer bzw. Weg an der Levada
 
Am ersten Kessel zurück, legten wir eine Getränkepause ein, die inzwischen 27°C machten doch durstig. Hier passierte uns eine Gruppe Franzosen und anschließend noch ein Paar, das war alles was uns heute auf dem ebenso tollen Wanderweg wie gestern, begegnete. Nee, eigentlich war dieser Weg noch viel schöner!
 
Levada Stolz Madeiras ist der Name dieser Pflanze

 

Ausgerechnet zu meinem Geburtstag hatte das Schwimmbad geschlossen bzw. es war kein Wasser im Pool. Nachdem ich fleißig Tagebuch geschrieben hatte, von gestern auch noch, holte mich Manfred um 19 Uhr zum Essengehen ab, er drehte vorweg eine Fotorunde durch Porto da Cruz. Diesmal aßen wir im Penado, neben Engenho. Manfred aß Steak und ich wieder mal Degenfisch mit Banane. Nachdem es zu tröpfeln begann, wechselten wir ins Innere, hier saß man sehr gemütlich, mit Blick auf den Ozean. Auf der Terrasse ließen wir den Abend mit einem Gläschen Sekt ausklingen. Das war ein super Geburtstag! Zuhause wäre schlechtes Wetter gewesen.

Fahrzeiten von Porta da Cruz nach Cristo Rei: 2 Stunden über Sao Vicente Rückfahrt über Funchal: 1:10 Stunden

Gesamtwanderzeiten: Cristo Rei (1320m) bis Cascalho und etwas weiter (960m) und zurück: 4 Sunden.

Wetter: Morgens wolkig, auf dem Wanderweg sonnig, abends in Porto da Cruz leichtes Tröpfeln. Temperatur auf dem Wanderweg 27°C, abends auf der Terrasse bis 22:30 Uhr: 19°C

 

Neuer Tag

 

Mittwoch, 11. Juli 2007
 
Heute wählten wir eine Runde namens: "Von Ribeiro Frio über die Hochebene Feiteiras de Baixo", wieder aus unserem Wanderbuch (Tour Nummer 20). Dazu fuhren wir in den nächsten westlich gelegenen Ort, Faial, von dort in einer halben Stunde in Richtung Ribeiro Frio in die Berge. Es waren kaum Autos unterwegs, und der Blick in die Berge oder zurück zum Meer war grandios. Die Straße war im sehr guten Zustand.
 

Anfahrtsweg zu Ribeiro Frio

 
Parkplatz Ribeiro Frio Durch dichten Urwald an der Levada entlang
   

Nachdem man durch den Ort Ribeiro Frio durchgefahren ist, sieht man schon ein großes Restaurant, namens Ribeiro Frio und eine Forellenzuchtanlage. Hier gibt es einen großen Parkplatz, den wir nutzten. Kommt man nach 11 Uhr, wird es schwer mit der Parkplatzsuche. Sehr viele fahren hierher, gehen zum nächsten Aussichtspunkt und fahren wieder. Das taten wir nicht.

Unsere Wanderung startete etwas unterhalb der Wirtschaft rechts rein an einer Levada entlang, gekennzeichnet mit "Portela". Dieser Levada folgten wir die nächsten 50 Minuten durch dichten Urwald.

Quelle unserer Levada
 

Von den Wänden tropften wieder Wasserrinnsale. Manchmal war der Weg superbequem und breit, manchmal balancierte man auf schmalem Mäuerchen. Vor einer Betonbrücke bogen wir steil nach rechts oben an einer weiteren Levada entlang, ab. Im Reiseführer wird gewarnt, dass der Weg sehr glitschig sein kann, das war er zum Glück nicht so sehr. Später wurde er flacher, immer noch verlief der Weg durch dichten Wald und ließ keinen Platz, dass man mal einen Blick ins Tal werfen konnte. Plötzlich landete man an der Quelle der Levada.

Hier picknickten wir erst mal an den Wasserfällen und ließen unsere Füße ins kalte Wasser baumeln. Weiter ging es 25 Meter zurück, wo wir auf steilen Stufen links aufwärts krabbelten. Plötzlich stand man auf einer großen farnbedeckten Lichtung. Der Pfad führte uns über diese Farnwiesen, im Hintergrund tauchte die grandiose Bergkulisse mit den Gipfeln Ariero, Pico das Torres und Ruivo auf. Unser Weg mündete vor einem Haus, Chao das Feiteiras auf einem breiten Grasweg, den wir nach rechts folgten.

 
Chao das Feiteiras Forellenbecken in Ribeiro Frio
 
Nach 200 Metern ging es auf dem alten Madeiraweg links abwärts, einmal die Straße kreuzend, bis zu unserem Auto. Auf dem Rückweg fuhren wir nach Machico, um einzukaufen und am Hafen Eis schleckend entlang zu bummeln. Anschließend tankten wir noch.

 

Porto da Cruz

Juhu, das Bad war wieder eröffnet, was wir natürlich nutzten. Das erfrischte immer herrlich! Witzig war, ab heute kostete es Eintritt, pro Person 1 Euro. Und so voll wie heute haben wir es noch nie erlebt. Zum Glück lagen die meisten Besucher nur am Beckenrande herum und die wenigsten badeten.

Als wir in unserem Apartment duschen wollten, kam nur noch kaltes Wasser, mal sehen, wie Manfred das Antonio sprachlich klar machen will, dachte ich so vor mich hin. Aber Antonio wusste sofort Bescheid, wechselte die Gasflaschen und schon kam warmes Wasser.

 

Abends aßen wir im Engenho. Manfred aß Lachssteak, ich gegrillten Degenfisch, beides lecker. Natürlich saßen wir wieder im Anschluss auf der Terrasse bis zum Insbettgehen. Jeden Abend ab 22:15 Uhr, pünktlich wenn wir aufbrachen, tauchte ein Vogel am Himmel auf, der merkwürdige Geräusche von sich gab. Es war keine Fledermaus, nein, die Flügel waren anders geformt, außerdem segelte er. Er hatte die Größe einer Möwe. Wir haben bis heute nicht herausgefunden, was das für ein Vogel war.

Fahrzeiten von Porta da Cruz nach Ribeira Frio: 30 Minuten

Gehzeiten des Rundwegs: 2:30 Uhr (wie im Wanderbuch angegeben)

Höhenunterschiede: Start bei 860 Meter, Chao das Feiteiras 1170 Meter

Wetter: Morgens wolkig, auf dem Wanderweg sonnig, Temperatur auf dem Wanderweg anfangs 17°C, bald 23°C, abends auf der Terrasse bis 22:30 Uhr: 19°C.

 
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