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Madeira

 

12. und 13. Juli 2007

 
Donnerstag, 12. Juli 2007
 

Heute stellte ich mir den Wecker, da wir um 10 Uhr in Rosario bei Sao Vicente mit meinem Arbeitskollegen Frank verabredet waren, ja wir sitzen sogar im selben Büro. Frank verbrachte zufällig auch auf Madeira seinen Urlaub bei einer Bekannten. Die Fahrzeit nach Sao Vicente betrug an der Nordküste entlang eine gute Stunde.

 

Fahrt nach Rabacal

 
Wir luden Frank hinten in unser kleines Auto und auf ging's über die Hochfläche Paul da Serra nach Rabacal. Den schon recht gut besuchten Parkplatz erreichten wir nach insgesamt zwei Stunden Fahrzeit. Zu Fuß liefen wir auf einer Teerstraße in einer halben Stunde abwärts nach Rabacal. Ab hier wanderten wir an einer Levada entlang, mal breiter mal schmaler zu den 25 Quellen. Die Levadas waren umgeben von Bäumen und Büschen. Auf dem Hinweg stellten die schmalen Stellen kein Problem da, aber zurück von den 25 Quellen, mussten wir Massen ausweichen, das haben wir bisher noch nicht erlebt, eine Reisegruppe nach zwei anderen.
 
Start unserer Wanderung nach Rabacal Levada-Wanderung zu den 25 Quellen
 
Bei den 25 Quellen verweilten wir ein wenig fotografierend, war wirklich ein schöner Platz, wenn auch recht voll.
 
Bei den 25 Quellen Bei den 25 Quellen
Wasserfall

Obwohl wir genug von den Massen hatten, überredete Frank uns noch den 1 km entfernten Wasserfall, namens Risco-Wasserfall zu besuchen. Es lohnte sich aber wirklich. Hier war gar nicht so viel Betrieb, der Weg dorthin war breit und der Blick grandios. Der Rückweg in der prallen Sonne auf der Fahrstraße zu unserem Parkplatz war recht schweißtreibend. In unserem Wanderbuch war diese Runde Nummer 46, namens "Von Rabacal zu den 25 Quellen", mit 3 Stunden Wanderzeit beschrieben.

Frank führte uns auf der Rückfahrt noch zu einer Bar, wo der Poncha, ein Cocktail aus frisch gepresstem Orangen- und Zitronensaft, Honig, und Zuckerrohrschnaps, besonders gut schmeckte, ein Geheimtipp unter den Inselbewohnern.

Die Bar liegt bei Ribeira Brava in Serra de Aqua, auf der Südseite der Insel. Man sieht es der Bar nicht an, dass es überhaupt eine ist. An der Theke bestellt man sich seinen Poncha, erhält Erdnüsse dazu und setzt oder stellt sich irgendwo damit hin. Er schmeckte übrigens wirklich sehr lecker. Die geknackten Erdnussschalen warf man einfach unter sich. Nachdem Frank und ich jeder zwei davon getrunken hatten, Manfred als Fahrer durfte ja nicht, fiel uns auch endlich ein Text für unsere Postkarte an unsere gemeinsame Teamleiterin Rosie ein. Bin gespannt, ob sie jemals ankommt. (Sie kam an). Wir lieferten Frank in Sao Vicente ab und fuhren diesmal über die Südseite und Funchal nach Hause. Natürlich nutzen wir wieder unser schönes Schwimmbad, das diesmal ganz leer war.

Zum Essen gingen wir dieses Mal ins Penha d'Ave im Ort. Manfred aß Tintenfisch, ich Degenfisch mit Ananas, war sehr lecker.

Fahrzeiten von Porta da Cruz nach Rapacal: 2 Stunden über Sao Vicente Rückfahrt von Sao Vicente über Funchal: 0:50 Stunden

Gesamtwanderzeit: 3,5 Sunden,

Höhenunterschiede: Parkplatz Rabacal 1278m - 25 Fontes 960m Wetter: Morgens wolkig, auf dem Wanderweg sonnig, abends in Porto da Cruz Wolken. Temperatur auf dem Wanderweg 27°C, abends auf der Terrasse bis 22:30 Uhr: 19°C.

 

Neuer Tag

 

Freitag, 13. Juli 2007
 

Heute frühstückten wir mal wieder draußen auf der Terrasse. Es war wolkig, etwas windig bei 19°C, wie jeden Morgen und Abend. Da das Wochenende nahte und wir zu der Zeit nicht den Botanischen Garten von Funchal besuchen wollten, entschlossen wir uns, dies heute zu tun.

In Funchal dachten wir, "ganz einfach zu finden der Bot. Garten!" Auf der gestrigen Fahrt vom Süden über Funchal nach Porto da Cruz sahen wir sogar eine Abfahrt, an der dick Bot. Garten stand. Aber Pustekuchen - wir fuhren an allen Abfahrten Funchals vorbei, ohne den Hinweis "Jardim Botanico" zu entdecken! An der letzten Funchal-Abfahrt kehrten wir um und richtig - auf der Rückfahrt entdeckten wir den Hinweis. Wahrscheinlich interessiert der Garten nur die aus dem Süden kommenden. Ein schmales immer steiler werdendes Sträßchen führte ausgeschildert immer höher mit einer ganz plötzlichen Abzweigung, wo Manfred fast eine Vollbremsung hinlegen musste. Uns irritierte nur, dass die Ausschilderung zur Seilbahn viel größer war. Wo führte die denn hin? Am Eingang des Parkplatzes stand "privato", so dass wir lieber wieder umkehrten und an der steilen Straße abwärts parkten.

Einen vorbeikommenden Busfahrer fragten wir nach dem Bot. Garten, der uns zum Aufzug auf dem Privaten Parkplatz wies. Ein Müllmann fuhr mit uns und erklärte uns alle Aufzugsknöpfe, besonders den Alarmknopf, den er besonders witzig fand. Auf Flur 0 stiegen wir aus, gingen schnurstracks zur Kasse, die aber nicht für den Botanischen Garten zuständig war, sondern für irgendetwas anderes, haben wir nicht herausbekommen für was. Sie wies uns den Weg um die Ecke. Am Kassenhäuschen des Bot. Gartens wartete eine mürrisch dreinblickende ältere Frau, das konnte ja heiter werden. "Ist der Botanische Garten denn so schrecklich?" fragten wir uns.

Übrigens, bis zum Kassenhäuschen war alles wunderbar behindertengerecht ausgebaut, aber ab dort musste man auf fast senkrecht abfallenden Steinpfaden runterbrettern. Auf den obersten drei Etagen, des am Hang angelegten Gartens, vermissten wir irgendwie die Blüten, uns fiel auf, dass die orientalische Liebesblume an jeder Straße hübscher blühte, als hier. Aber die Aussicht auf den Hafen von Funchal und der Lärm der Autobahn waren nicht zu verachten.

 
Botanischer Garten Funchal Blick vom Botanischen Garten auf Funchal
 
Aber es wurde wirklich hübscher, der Garten ist ein Besuch wert. Es werden heimische Pflanzen, Tropenpflanzen, sehr viele Palmen angepflanzt und ich fand besonders die Nutzpflanzen interessant, von Kaffee über Papayas, Feigen bis hin zu den Bananen. Auch ein paar Teiche mit Schildkröten und Volieren mit exotischen Vögeln findet man hier.
 
Im Bot. Garten: Typisches Madeira Haus Botanischer Garten Papaya
 
Trotz Autofahrstress in Funchal konnte ich Manfred noch überreden den Hafen zu besuchen. Also wieder rein ins Auto, durch den dichten Verkehr in die Innenstadt gewühlt, bis wir am Hafen ein Parkhaus fanden. In Funchal machten wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit Ampeln auf der Insel, besonders Ampeln im Kreisverkehr. Am Hafen kann man sehr schön bummeln.

 

Hafen von Funchal

Hier in Funchal wurden wir auch zum ersten Mal von den Kellnern der dicht an dicht stehenden Restaurants angesprochen und ebenso von den Ausflugsorganisatoren. Einen Abstecher machten wir ins Maritim Shopping Center, wo wir zufälligerweise dem Paar begegneten, das uns auf der 1. Wanderung begegneten.

Die beiden berichteten, dass sie den richtigen Weg noch fanden, wir hatten ja aufgegeben. Auf dem Rückweg setzten wir uns auf einem großen Platz in ein Restaurant, wo wir ein leckeres Eis mit Früchten schmausten und uns mit Kaffee erfrischten. Die Stadt ist wirklich ein Besuch wert, erinnert ein wenig an Bozen (außer dem Hafen), aber ein zweites Mal muss ich nicht wiederkommen.

 
Das obligatorische Baden ließen wir natürlich nicht aus, wir waren fast die einzigen im Bad, toll! Ach ja, an der Kasse fragte uns der etwa 16-jährige Kassierer, ob einer von uns beiden über 65 wäre. Das fanden wir im ersten Moment komisch, aber woher soll ein 16-jähriger so etwas wissen?
 

Als wir gegen 15:30 Uhr nach Hause kamen, standen Antonio und seine Frau schon bereit und kredenzten uns ein Gläschen Wein und sie schenkten mir Tomaten. Irgendwie funktionierte die Verständigung sehr gut ohne Worte.

Mittags zum Tagebuchschreiben saßen wir auf der Terrasse. Abends aßen wir wieder mal im Engenho, ja es hat eine gute Lage, man kann aufs Meer blicken und ansonsten passte auch alles. Ich aß wieder mal meinen Degenfisch mit Banane, Manfred aß sein portugiesisches Steak. Hinterher drehten wir noch eine Runde durch den Ort und entdeckten die Post. Nun stand dem Kartenschreiben nichts mehr im Wege, was wir auf unserer Terrasse gleich taten.

In Antonios Bar

Fahrzeiten von Porta da Cruz nach Funchal: 30 Minuten

Wetter: Morgens wolkig, in Funchal sonnig,
Temperatur im botanischen Garten: 23°C, in Funchal 27°C, abends auf der Terrasse heute mal abkühlend auf 16°C, da der Himmel klar war.

 
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