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Madeira

 

14. und 15. Juli 2007

 
Samstag, 14. Juli 2007
 
Für heute suchte Manfred gestern schon eine Wanderung aus der Kompass-Wanderkarte heraus. Warum sollte man dauernd nach Wanderbuch laufen? Das Wetter war herrlich, zum ersten Mal keine Wolken am Himmel, nein halt - zum zweiten Mal. Wir fuhren über Funchal an der Südküste entlang bis Ribeira Brava, dort hinauf in die Berge, an "unserer" Poncha Kneipe vorbei und hinauf an den Windrädern vorbei bis Bica da Cana. Hier findet man in 1550 Metern Höhe einen großen leeren Parkplatz, wo wir unser Auto abstellten.
 

Fahrt nach Bica da Cana

 
Start Bica da Cana Unser Weg führte über bunte Wiesen, rechts an den Windrädern vorbei, dann recht steil ca. 70 Meter abwärts, teilweise ausgesetzt, bis zu einer Kreuzung hinunter. Rechts herum führte unser Weg, ohne Ausschilderung, an einen Picknickplatz passierend, eine Treppe hinunter an eine Levada.
   
Von Bica da Cana zur Levada Der Weg war nicht immer leicht zu erkennen
 

Ab hier wurde es ein herrlicher, idyllischer Weg, immer an der Levada entlang, teils überwucherten bunt blühende Blumen den Weg und auch die Levada. Es blühten wieder die Kanarenmargeritte, das Madeira-Knabenkraut und viele, viele uns unbekannte Blumen. Dass wir heute die ersten Wanderer waren merkte man daran, dass ich ständig durch Spinnenweben lief. Zwischendurch plätscherte immer wieder mal ein Rinnsal oder ein Wasserfall in die Levada und nicht nur dorthin, auch wir wurden mindestens fünfmal geduscht.

Uns wunderte, dass der Weg so super in Schuss war, mit Befestigungen zur steil abfallenden Hangseite und betonierten Stellen, wo die Wasserfälle herunterfielen, damit diese Wege nicht ausgeschwemmt wurden. Schließlich fiel der Weg ca. 140 Meter steil bergab, was wir nachher alles wieder raufkrabbeln mussten. Eine Weile begleitete uns danach noch die Levada, dann mündete unser Weg auf der Fahrstraße. Laut unserer Kompass-Karte sollte gegenüber der Straße der Weg fortgesetzt werden, aber wir fanden nirgends den Einstieg, auch nicht auf einer Wandertafel an der Straße.

Danach verlief der Weg nur bis hierher. Einen Kilometer wanderten wir an der Asphaltstraße in brütender Sonne entlang, die Aussicht war fantastisch auf die gegenüberliegende Bergseite und das blitzeblaue Meer bei Sao Vicente. Manfred wäre gerne die Asphaltstraße weiter bis zum Auto gegangen, aber das wollte ich nicht. Es war mir zu heiß und zu öd an der Straße entlang zu gehen. So kehrten wir hier um und liefen eine weitere Variante zum Auto. Es war eine ganz herrliche Wanderung, wir trafen nur einen Menschen unterwegs.

 

Levada mit Dusche Blick auf das Meer bei Sao Vicente
 

Auf der Rückfahrt kam uns plötzlich auf der Straße ein Wanderer mit Tropenhut entgegen. "Na - war das vielleicht Frank?" Richtig, er war es! Seit 5 Stunden ist er unterwegs, tapfer die Straße hoch gewandert und dabei fast von einem Rennauto erschlagen worden, da er unwissentlich in ein Autorennen hineingeraten war. Frank berichtete, dass die Straßen, wo wir wieder ins Tal fahren wollten leider bis 17 Uhr gesperrt wären wegen eines Autorennens, so kehrten wir um und nahmen Frank ein Stück mit und setzten ihn an einem Ort ab, wo er gemütlich zu seinem Ort wieder hinunter wandern konnte.

Auf der Rückfahrt legten wir einen Einkaufsstopp in Machico ein, anschließend genossen wir nach dem Duschen unsere schöne Sonnenterrasse bis zum Abendessen, welches wir in Engenho einnahmen. An den Nachbartischen saßen zwei österreichische Frauen und eine Mutter mit ihrem Kind aus Deutschland. Sie unterhielten sich über ihre Reiseveranstalter und stellten fest, dass sie beim selben buchten, nämlich wie wir auch, bei Lumera. Und beide lobten dieses Unternehmen sehr, die Angebote, die perfekten Unterlagen... Das können wir nur bestätigen, aber wir mischten uns in deren Unterhaltung nicht ein, da uns die eine Dame mit deren Tochter, wegen ihres wichtigtuerischen Getues nicht sonderlich sympathisch war. Aber das nur am Rande.

Fahrzeiten von Porta da Cruz nach Bica da Cana: 1 Stunde über Funchal,

Wanderzeiten: Bica da Cana (1550m) bis zum Picknickplatz (1466m): 0:45 Stunden bis zur Straße (1312m): 0:50 Stunden an der Straße auf der Suche nach dem richtigen Weg: 0:35 Stunden Straße bis Picknickplatz (1466m): 0:45 Stunden bis zum Auto (1550m): 0:55 Stunden Insgesamt unterwegs: 3:45 Stunden,

Wetter: Den ganzen Tag Sonne, auf dem Wanderweg konstante 27°C, abends auf der Terrasse bis 22:30 Uhr: 19°C.

 
Neuer Tag

 

Sonntag, 15. Juli 2007
 

Heute frühstückten wir wieder draußen auf der Terrasse, diesmal Bananenmüsli, Tomatenbrot, Muffin usw.. Es zogen Wolken vom Westen her auf. Kurz bevor wir starteten, hörten wir portugiesische Musik aus Antonios Bar. Als wir vorbeigingen, war der kleine Raum gerammelt voll und innen spielte einer Ziehharmonika und irgendwer sang dazu. Wahrscheinlich war Antonio der Startpunkt, jedenfalls zog die gesamte Mannschaft zum großen Parkplatz, wo schon weitere Leute warteten.

 
Fahrt zum Potela Pass und zu Frank und Carla
 
Blick vom Potela Pass auf Porto da Cruz Ein Schupps und sie liegt in Porto da Cruz
 

Wir machten uns jedenfalls auf zum Wanderparkplatz am Potela Pass. Wenn wir abends auf unserer Terrasse saßen, blickten wir jedes Mal auf ein Haus weit über uns in den Bergen. Nach der Karte ist dies das Gasthaus am Potela Pass in 670 Meter Höhe. Der Blick von hier oben versprach schön zu werden. Nachdem wir den Pass mühsam fanden, mussten wir zuerst mal einen Hund vom einzigen freien Parkplatz, es gab nur drei, verscheuchen. Bzw. Manfred tat das, mir war das nicht ganz geheuer. Der Hund erwies sich aber als sehr gutmütig und mit ein paar Streicheleinheiten gab er den Parkplatz frei.

Nach einem Blick auf die Wanderkarte am Parkplatz entschlossen wir uns nach Marocos zu gehen, dabei passierten wir zwei Pflanzenverkaufsstände. Die eine Verkäuferin sprach uns gleich an, als sie meinen interessierten Blick sah. Sie hatte auch Erfolg, denn ich hatte sowieso vor Pflanzen von Madeira mitzunehmen. Ich kaufte einige Orchideenknollen, ebenso auch winterfeste Pflanzenzwiebeln für den Garten. Sie meinte, wir sollten doch lieber den Levadaweg nach Ribeira Frio gehen.

Okay, wir packten die Pflanzen ins Auto und wollten doch lieber wegen der Aussicht nach Marocos. Als wir ihr das erzählten, meinte sie, nein, der Levadaweg wäre doch viel schöner, also disponierten wir um.

Kurz vor dem Einstieg zur Levada, hielt ein Taxifahrer, der uns anbot, uns ans andere Ende des Levadaweges zu fahren, er kostete auch "nur" 20 Euro für 8km. Das wollten wir lieber nicht, denn wir wussten weder, wir lang der Weg war, noch ob er uns gefiel. Der Levadaweg war 11 km lang, wie sich herausstellte, aber für das Auto mindestens 20 km. So hätte uns das mindestens 40 Euro gekostet.

 
Blumenstand am Potela Pass Start Potela Pass auf der Levada Richtung Ribeiro Frio
 
Wir liefen an dem schnellen Wasser entlang, durch dichten Urwald, vorbei an hübschen Pflanzen, wie Hortensien, Orientalischer Liebesblume, Beschreikraut usw. Leider machte der Regenwald seinem Namen alle Ehre, wir liefen mitten in einer dicken Wolke, die immer undichter wurde. Wir wurden von außen durch Regen und innen durch Schwitzen nass. Zwar betrug die Temperatur gerade mal 20°C, aber die Luftfeuchtigkeit war sehr hoch. Nachdem es immer stärker regnete, kehrten wir nach einer halben Stunde um.

 

Levada im Regenwald Wir liefen an dem schnellen Wasser entlang, durch dichten Urwald, vorbei an hübschen Pflanzen, wie Hortensien, Orientalischer Liebesblume, Beschreikraut usw. Leider machte der Regenwald seinem Namen alle Ehre, wir liefen mitten in einer dicken Wolke, die immer undichter wurde. Wir wurden von außen durch Regen und innen durch Schwitzen nass. Zwar betrug die Temperatur gerade mal 20°C, aber die Luftfeuchtigkeit war sehr hoch. Nachdem es immer stärker regnete, kehrten wir nach einer halben Stunde um.
 
Wir fuhren runter Richtung Machico, entdeckten einen Supermarkt, bummelten dort ein wenig herum, holten Geld am Automaten, fuhren zum Tanken und dann wieder nach Porto da Cruz zurück. Es tröpfelte sogar hier. Nach einem Käffchen mit Muffins besuchten wir das ganz leere Schwimmbad, wo sich die sechs Bademeister zum Krüppel langweilten und schwammen unsere Runden. Nur einige Urlauber blickten von ihrem Spaziergang ab und zu auf uns im Pool herab, aber es kam kein einziger Kunde. Dabei änderte sich die Temperatur des Meerwassers doch nicht bei schlechtem Wetter! Es regnete übrigens gar nicht mehr, es war nur bewölkt.
 

Am Spätnachmittag setzten wir uns mit Milka-Schokolade und Poncha als Mitbringsel bewaffnet ins Auto und fuhren über Funchal und Ribeira Brava nach Sao Vicente. Carla, die Bekannte meines Arbeitskollegen hat uns zum Grillen eingeladen. Sie ist gebürtige Portugiesin, wohnt seit vier Jahren auf Madeira und arbeitet hier als Lehrerin. Sie wohnt in einem Apartment zur Untermiete mit netter Terrasse, direkt im Grünen.

Alle vier hatten wir überhaupt keine Ahnung vom Grillen mit Holzkohle und so stellten wir uns alle etwas komisch an. Irgendwie klappte es dann aber doch, eine Ladung Fleisch zu grillen, für die nächste Ladung heizten sie wieder neu ein. Was heißt "wir", ich saß eigentlich nur faul herum.

Grillmeister Carla und Frank

Es schmeckte sehr lecker und zwar gab es in Zitronensaft und Knoblauch eingelegtes Schweinefleisch, dazu Reis. Vorweg Chips, Oliven und Ananas. Hier mag ich Oliven richtig gerne, während ich sie zu Hause widerlich finde. Es wurde ein sehr netter Abend mit den beiden, Carla erzählte sehr viel Interessantes über Madeira und Portugal, was man so aus Reisebüchern nicht herauslesen kann.

Fahrzeiten von Porta da Cruz zu Potela: 30 Minuten,

Wanderzeit auf der Levada von Potela Richtung Ribeira Frio und zurück: 1 Stunde,

Wetter: Vormittags Nieselregen, nachmittags trocken aber Wolken Temperatur ca. 22°C, auf unserer Wanderung 20°C.

 
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