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Madeira

 

16. und 17. Juli 2007

 
Montag, 16. Juli 2007
 
Wolkenloser Himmel! Natürlich gab es wieder auf unserer Terrasse Frühstück. Manfred plante gestern für heute eine Levadawanderung bei Porto Moniz. Alle drei meinten wir, dass könne er sich abschminken, Porto Moniz wäre ein Regenloch. Aber bei so strahlend blauem Himmel, wagten wir es nun doch. Über die Berge erreichten wir Wanderstartpunkt Nummer 50 unseres Wanderführers: "Von Lamaceiros in die Schlucht der Ribeira da Janela". Über Funchal, Ribeira Brava ging es den Berg hinauf und oben ans andere Ende der Insel, zum Nordzipfel, Porto Moniz. Nebenbei, die Wegbeschreibung dorthin in unserem Wanderführer ist top!
 
Fahrt nach Porto Moniz
 
Als wir den Parkplatz beim Wasserhaus in Lamaceiros erreichten, bekam ich einen Schreck, da schon viele Autos dort standen. Der Himmel war auch hier blitzeblau. Es gab übrigens am Wanderstartpunkt Toiletten und zwar saubere, das war prima, denn auf Levadawegen ist es oft nicht möglich, einmal sind sie meist sehr steil und es kommen hin und wieder andere Leute vorbei.
 
Eukalyptusbäume und die orientalische Liebesblume säumen die Levada Orientalische Liebesblume
   
Der Levadaweg war in einem super Zustand, rechts und links der Levada blühten alle möglichen Blumen, der Weg verlief unter riesigen Eukalyptusbäumen, hin und wieder gab es Rastplätze mit Mülleimern. Die Levada wurde gerade gereinigt. Wir trafen übrigens nur hin und wieder auf Mitwanderer, kein Vergleich zu unserer Wanderung bei Rabacal, wo uns ganze Busladungen begegneten. Blick von der Schlucht auf Porto Moniz
 
Nach einer guten Stunde mit Ausblicken auf die terrassenförmig angebauten Felder auf den gegenüberliegenden Hängen und zum Meer, erreichten wir den ersten Tunnel. Ihn zu durchqueren dauerte fast 10 Minuten. Gut, dass uns hier kein Mensch entgegenkam. Hinter dem Tunnel ergatterte man wieder herrliche Blicke ins nächste Tal. Nun mussten wir unter einem Wasserfall hindurch, über glitschige Steine, zum nächsten Tunnel. Dieser war kürzer, aber stockdunkel, da er eine Kurve machte. Ca. 15 Minuten konnte man noch bis zu einem Wasserhaus marschieren, dann folgten 5 weitere Tunnel, wovon der letzte 2 km lang war. Hier kehrten wir lieber um.

 

Schlucht der Ribeira da Janela Dusche vorm Tunnel
 

Beim Wasserhaus bettelte ein kleiner Vogel, er sah aus wie ein Buchfink mit einem gelben Fleck auf dem Rücken, und ein Hahn. Wie der hier heraufkam wussten wir auch nicht. Wir spendierten ihnen etwas von unserem Müsliriegel. Zurück sah die Levada wieder ganz anders aus, ich genoss den Blick in die bewaldeten Berge, wo man nichts weiter sah als Berge, Wälder, Wasser und zur anderen Seite das Meer. Am Parkplatz zurück leisteten wir uns ein Eis.

 
Hungrige Vögel Blick auf Porto Moniz mit seinem bekannten Meeresschwimmbad
 

Zurück fuhren wir auf der Nordseite bis Sao Vicente, dann über die Berge und Funchal nach Porto da Cruz. Das Schwimmbad war uns heute zu voll. Abends aßen wir beim Nachbarn von Antonio, war gemütlich eingerichtet, das Essen war sehr gut und nicht zu teuer, wie uns Antonio erzählte. Manfred aß Steak, ich Degenfisch. Zum ersten Mal, seit wir hier waren, konnten wir nicht auf der Terrasse sitzen nach dem Essen, da es tröpfelte.

Fahrzeiten von Porto da Cruz nach Lamaceiros: 1:30 Stunden.

Wanderzeiten: Lamaceiros (400m) bis zum ersten Tunnel an der Levada da Central da Ribeira da Janela: 1:00 Stunde, bis Wasserhaus (400m): 40 Minuten. Der Weg hat so gut wie keine Steigung, aber man braucht unbedingt eine eine Taschenlampe für die Tunnel. Wie auf jeder Levadawanderung geht es manchmal senkrecht zur anderen Seite runter, hier waren aber alle Wege gesichert.

Wetter: Sonne bis zur Rückfahrt. Ab Funchal bewölkt, abends Regen Temperatur auf dem Wanderweg zwischen 20°C und 25°C (sehr angenehm, da meist schattig).

 
Neuer Tag

 

Dienstag, 17. Juli 2007
 

Geplant war heute eine Tour aus unserem anderen Wanderbuch, nämlich von Raposeira über Prazeres an einer Levada entlang. Bevor wir gegen 9:30 Uhr starteten versuchte Manfred bei der Servicenummer der Lufthansa in Funchal unsere Flugzeiten für übermorgen bestätigen zu lassen, aber es ging kein Mensch ans Telefon. Dann wollten wir auf dem Hinweg noch unsere am Freitag geschriebenen Postkarten loswerden. Nun dachten wir, endlich zur richtigen Öffnungszeit hier zu sein, nachdem wir am Samstag schon erfolglos davor standen, aber heute war wieder geschlossen. Es hing ein Zettel mit irgendeinem portugiesischen Text im Fenster, wahrscheinlich "Komme gleich" oder so ähnlich.

Als wir nach einer Stunde an unserem Wanderstartpunkt auf 640 Metern angelangt waren, befanden wir uns leider in einer dicken, fetten Wolke. Also fuhren wir weiter nach Porto Moniz, in der Hoffnung auf schönes Wetter. Erst auf 1300 Metern Höhe bei Paul da Serra stimmte beides, es gab einen Wanderweg und die Sonne schien aus allen Löchern. Wir parkten unser Auto ein paar Kilometer vor Cristo Rei in einer Höhe von ca. 1380 Metern.

 
Fahrt zur Paul da Serra
 
Paul da Serra Start bei den Windrädern
 

Es sah schon toll aus, die Wolken zogen links und rechts von uns vom Meer in die Höhe, erreichten uns aber nicht. Der Weg, ein unbenutzter Fahrweg führte fast eben, leicht bergan durch Wiesen mit Farn, Löwenzahn, Ginster und ein paar anderen niedrigen Pflanzen. Die Sonne brannte mit ziemlicher Kraft auf uns nieder. Ein paar Franzosen begegneten uns, sonst kein Mensch. Wir passierten ein paar Windräder, nach 1:20 Stunden, als wir Bica da Cana sahen, kehrten wir um und erreichten das Auto eine weitere Stunde später.

 
Paul da Serra Paul da Serra
 

Dies war mal eine ganz andere Wanderung, als bisher, durch karge Landschaft mitten im Hochgebirge. Manfred rief von hier oben nochmals bei der Servicenummer der Lufthansa an, diesmal mit Erfolg.

Weniger erfolgreich hingegen waren wir beim erneuten Aufsuchen des Postamtes in Porto da Cruz. Wir sahen noch die geöffnete Tür um 15:30 Uhr, als wir das Auto abgestellt hatten und ich das Postamt erreichte, war der Laden wieder dicht, trotz offizieller Öffnungszeiten bis 17:00 Uhr. Das Schild wackelte noch in der Tür.

Zuhause fing uns Antonios Frau gleich ab und lud und zu einem Glas Rotwein ein. Antonio servierte uns dazu ein Tellerchen mit Kartoffeln, Tomaten und Thunfisch in Olivenöl, war lecker. Dazu unterhielten wir uns mit einem Busfahrer, der auch ein Gläschen Wein trank.

 

Antonio Antonios Frau lässt mich an ihren gezüchteten Gewürzen schnuppern
 

Das Schwimmbad war nicht zu voll, also warfen wir uns in die Fluten. Manfred musste ein paar freche Knaben zurechtweisen, die unsere Klamotten aus Achtlosigkeit nass spritzten, da sie sich ausgerechnet unsere Ablage als Anlaufstartpunkt für das ins Wasserspringen aussuchten.

Abends aßen wir im Engenho, Manfred Lachs und ich Degenfisch mit Banane, anschließend gönnten wir uns jeder ein Eis. Auf der Terrasse ließen wir, wie jeden Abend den schönen Tag ausklingen.

Wanderzeit insgesamt 2:20 Stunden.

Wetter: Morgens in Porto da Cruz leicht bewölkt bei 22°C, im Südwesten niedrig hängende Wolken bei 17°C, auf unserer Wanderung bei Paul da Serra 28°C und schön.

 
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