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Freitag, 4. Juni 2010
 
Wieder war es bewölkt und wir frühstückten auf der Terrasse bei 17°C und Wind. Wir beschlossen heute ins ca. 15 km entfernte Santo da Serra zu fahren.
 


Santo de Serra auf einer größeren Karte anzeigen

 

Infos zum Tage

Santa da Serra:
Der Ort befindet sich oberhalb zwischen Porto da Cruz und Maccico. Hier befindet sich der frühere "Blandy Park", der zu Beginn des 19. Jahrhunderts von der Weinhändlerfamilie Blandy, als ihren Landsitz angelegt wurde. Heute ist der Park in öffentlicher Hand und heißt "Parque de Santo da Serra". In diesem Park findet man außer vielen endemischen Pflanzen und Blumen auch einige Tiere wie Rotwild, Pferde und Ziegen. Im Reiseführer wurde auch ein Känguru angepriesen, aber das fanden wir nicht. Vom im Park befindlichen Miradouro dos Ingleses hat man einen weiten Ausblick über den Ostteil der Insel. Im Reiseführer heißt es "Von hier aus ließ die Familie Blandy den Schiffsverkehr überwachen. Sobald ein Handelsschiff am Horrizont gesichtet wurde, begab sich Herr Blandy so rasch wie möglich nach Funchal, um dort seine Geschäfte abzuhalten".

Berühmt ist der Ort auch wegen seines 27-Loch Golfplatzes, wo auch die Madeira Open ausgetragen werden.

Am Wochenende findet immer der große Straßenmarkt statt. Es soll ein überraschend gutes Angebot an Nahrungsmitteln und allen möglichen anderen Waren geben, die man hier günstig erwerben kann.

 

Wir bummelten durch den nett angelegten Park mit seinem großen Herrenhaus und genossen am Miradouro dos Ingleses die Ausblicke. Der Einritt ist kostenlos. Hinterher bummelten wir durch den Ort und tranken in einer kleinen Bar an der Kirche einen Cappuccino für je 1 Euro. Er war übrigens sehr lecker.

Parque de Santo da Serra Parque de Santo da Serra
Im Parque de Santo da Serra
Parque de Santo da Serra Parque de Santo da Serra
Der Aussichtspunkt mit traditionellem Zaun Picknickplatz im Park
Parque de Santo da Serra Parque de Santo da Serra
Blick vom Aussichtspunkt Pig Face
Kirche in Santo da Serra Kirche in Santo da Serra
Kirche von Santo da Serra von außen Kirche von Santo da Serra von innen
 

An der riesigen Golfanlage vorbei, fuhren wir abwärts Richtung Aqua de Pena, um eine eigene Levadawanderung zu starten, die wir nicht im Wanderbuch fanden. Das Auto stellten wir an einem vermeintlich verlassenen heruntergekommenen Gebäude ab. Der Weg an dem Levada entlang war sehr schmal und endete nach etwa 300 Metern abrupt. Plötzlich standen wir vor einem 20 cm dicken Rohr, welches an einem Felsen verlief, aber keinen Weg daneben führte. Darüberzuklettern war mir zu kritisch, also kehrten wir um. Am Auto angekommen gestikulierte ein älteres Paar wild in seinem Auto herum. Es war wohl ihr Haus und noch bewohnt, wo wir unser Auto abgestellt hatten. Na ja, so kann man sich irren.

Blick auf die Landebahn von Santa Cruz Richtung Paso de Poiso wollten wir einen weiteren Versuch wagen eine Wanderung zu starten und zwar an der Straße 202, am Serra da Faial. Als wir dort ankamen, stank es wie die Pest, es war wohl eine Schweinezuchtstation und kein Parkplatz in Sicht, im Gegenteil ein paar Hunde, die das Gelände bewachten. So gaben wir auch diesen Wanderversuch auf und fuhren herunter Richtung Machico. Auf der Strecke erhielten wir wieder wunderschöne Aussichten auf Machico und auf die Lande- und Startbahn des Flugplatzes von Santa Cruz.
 

In Machico kauften wir für die nächsten Tage ein, bei Antonio setzte ich erstmal eine Waschmaschinenladung in Gang. Nach 1 1/2 Stunden war diese fertig. Komischerweise waren einige Hemden gelb und zwei dreckig. Das Dreckige kam vielleicht durch die Wäscheleine, die ja Tag und Nacht im Freien war und sich dort der Dreck der Luft sammelte.

Am Spätnachmittag setzten wir uns bei 29°C ins Auto um Santana zu erkunden. Hier soll es ja noch Häuser zu besichtigen geben, wie die Maderienser früher lebten. Wir fuhren den Expressweg bis durch das Dorf hindurch, bogen am Kreisel links ab Richtung „Centro Civico“ (was auch immer das heißt, wir erhofften uns „Stadtmitte“). Aber wir wurden immer weiter den Berg hinaufgeführt. Unsere 3 Karten konnte man alle vergessen, die Kompasskarte zeigte die Straßenführung in Santana sogar regelrecht falsch an, die anderen beiden sehr ungenau. Die Ortsangaben an den Straßen waren ebenso schrecklich.

Na ja, jedenfalls an einer Stelle fuhr Manfred wieder den Berg hinunter, die Straße war schmal und steil. In einer Kurve standen plötzlich die Autos vor uns und eine Schlange, geführt von einem breiten LKW begegnete uns. Auch sie standen. LKW und Taxi kamen nicht aneinander vorbei. Unsere Schlange war blockiert durch einen parkenden PKW. Wir konnten also nicht vor, nicht zurück und ebensowenig der LKW. Was tun an der sehr steilen Straße? Wir mussten alle bergauf zurücksetzen, der LKW konnte es nicht. Der Wagen hinter uns fuhr in irgendeine Ausweiche, Manfred setzte zurück in eine leere Garage eine Hofes, die anderen Autos vor uns schafften es auch irgendwie. Nun konnte der LKW sich vorkämpfen. Das Auto hinter dem LKW, wahrscheinlich auch ein Leihwagen mit Touris, hatte Schwierigkeiten steil bergauf zu starten und setzte erst ein mal versehentlich einen Meter zurück und rammte dabei fast einen hinter ihm wartenden Krankenwagen. Nun gings weiter. Zur Krönung stand am unteren Ende der Schlange ein Angebertyp mit seinem Jeep oder was das auch immer war, mitten auf der Straße und plauderte mit zwei Mädchen, so dass unsere Schlange nur mit großer Mühe vorbei kam. Idioten gibt‘s überall! Mann - das war ein aufregendes, schweißtreibendes Erlebnis. Ich hätte nicht mit Manfred als Fahrer tauschen wollen. Aber man muss es locker sehen, wer weiß wie sich deutsche Autofahrer in der gleichen Situation bei uns verhalten hätten. Ich glaube die Fahrer wären aus ihren Autos gestiegen, hätten sich gegenseitig beschimpft, die Polizei zur Verkehrsregelung gerufen und sinnlos gehupt.

Die Schnauze voll von Santana, begaben wir uns auf den Heimweg, bzw. wir beschlossen den Ort von heute Morgen zu besuchen, Santa da Serra, um dort zu essen, denn wir hatten auf dem Rückweg ein nett aussehendes Restaurant entdeckt. Leider fuhren wir zwei Abfahrten zu spät ab, da Portela anfangs beschriftet war, an der richtigen Abfahrt leider nicht mehr (wir hätten „Porto da Cruz este“ nehmen müssen), so quälten wir uns auch hier auf engen Gässlein nach Portela. Dann aber wurde die Straße endlich breit und schön leer. Das Restaurant lag wie eine Ranch vor uns. Wir genossen das Essen auf der Terrasse mit den letzten Sonnenstrahlen ohne jeden Lärm und Hektik inmitten von Pflanzen. Manfred aß Steak portugiesisch und ich Degenfisch mit Passionsfruchtmark und Gemüse. Hier kommen wir bestimmt noch einmal her.

Abendessen in Santa da Serra Abendessen in Santa da Serra
Unser Restaurant in Santa da Serra Steak portugiesisch rechts und Degenfisch mit Passionsfruchtmark und Gemüse links
 

Abends schwammen wir wie üblich eine Runde im fast leeren Pool. Es befanden sich nur ein paar einheimische Jugendliche auf der entgegengesetzten Seite des Pools, unter anderem ein junger Mann, der uns gestern schon auffiel und über den wir uns köstlich amüsierten. Er duschte endlos lange seine (wahrscheinlich) Designersonnenbrille. Heute, im Schatten badete er natürlich wieder mit Designersonnenbrille und einem Bier in der Hand. Na, wenn das nicht cool ist!

Danach saßen wir wieder auf unserer Terrasse bis 22 Uhr wie üblich. Ach ja, die draußen aufgehängten Hemden waren inzwischen getrocknet.

Blick von unserer Terrasse auf Sao Lorenco Blick auf die Berge von unserer Terrasse
Blick von unserer Terrasse auf Sao Lorenco Blick von unserer Terrasse auf die Berge
Kirchturmuhr von Porto da Cruz Zuckerrohrmühle von Santa Cruz
Die um exakt 5 Stunden hinterherhinkende Kirchturmuhr von Porto da Cruz Blick von unserer Terrasse auf die versteckt liegende Zuckerrohrmühle
 
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