Madeira 2016

Levadawanderung ab Marrocos

Sonntag, der 25.9.2016

Die Nacht habe ich sehr gut geschlafen, nur musste ich mich erst daran gewöhnen, dass es um 7:30 Uhr fast noch stockdunkel war. Die Sonne ging gegen 7:55 Uhr auf. Die versetzten Sonnenauf- und -untergangszeiten sind dadurch begründet, dass Madeira geographisch zwar in der Zeitzone (GMT – 1 Stunde) liegt, aber aus organisatorischen Gründen der selben Zeitzone wie Portugal zugeordnet wird, nämlich GMT (wie England).

Der Blick aus dem Schlafzimmerfenster war grandios. Zum Fotografieren störten zwar die dicken Stromleitungen, aber zum Blick genießen nicht.

Ich bastelte Frühstück. Während dieser Zeit wanderten mehrere Gruppen von Sportlern an "unserem" Haus vorbei. War heute ein besonderer Feiertag? Unser Frühstück war gut. Wir vermissten nur einen Toaster. Merkwürdig, dass wir keinen fanden, denn die Besitzer waren Engländer. Können Engländer ohne Toaster leben? Ob er in der Wohnungsbeschreibung erwähnt wird wusste ich jetzt nicht, mussten wir zuhause eruieren. Nachtrag: Ja, er stand in der Beschreibung und die Besitzerin wollte veranlassen, dass wieder einer ins Haus kommt, schrieb sie uns hinterher.

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Bilder oben: Blick auf Porto da Cruz und Frühstück

Bild unten: Ein Jäger wanderte heute schon mit seiner Beute an unserer Villa vorbei (2 Kaninchen)

Wir beschlossen die Levadawanderung Nr. 14 aus Rothers Wanderführer zu unternehmen, eine eben verlaufene Wanderung an einer Levada entlang. Levadas sind Bewässerungskanäle, mit denen Wasser aus den niederschlagsreicheren Gebieten im Norden zu den landwirtschaftlichen Anbaugebieten im Süden geleitet wird. Es handelt sich nicht nur um ein paar kleine Kanälchen, sondern um 2000 km! Ein Großteil der Levadas verläuft mit nur sehr geringem Gefälle. Dafür überwinden sie Täler und Berge, durchqueren Tunnels, kreuzen natürliche Wasserläufe und führen über Brücken. Da an jeder Levada zur Wartung ein Weg entlangführen muss, haben die Madeirer dies genutzt und sie zum Teil als Wanderwege ausgebaut, ähnlich wie in Südtirol die Waalwege.

Das Auto stellten wir im ca. 10 km entfernten Marrocos, einem kleinen Ort vor Machico ab und starteten die geplante Levadawanderung, die direkt hier begann. Der Himmel war gemischt bewölkt und die Temperatur betrug etwa 23 Grad. Dieser Weg war sehr gut ausgebaut. Man wanderte an Häusern mit ihren Gemüsegärten vorbei, passierte Bananengärten, Zuckerrohr, Zieringwer und andere hübsche und nützliche Pflanzen. Auch Lorbeer und Eukalyptus wuchsen hier. Immer mehr Eidechsen huschten vor uns davon. Eine etwas müde Ratte mussten wir übersteigen, sie lag, wahrscheinlich krank oder altersschwach auf dem Weg. Hinterher las Manfred, dass hier viel Rattengift ausgelegt wurde. Wahrscheinlich hatte sie so etwas erwischt.

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Levadastart von Marrocos Richtung Canical

Der Weg verlief in Täler hinein und wieder hinaus bis wir einen Tunnel erreichten. Im Gegensatz zu vielen anderen Tunneln auf Levadas, brauchten wir hier keine Taschenlampe, denn man sah das andere Ende.

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Unterwegs boten Bauern Obst zur Selbstbedienung für den Wanderer an, auf kleinen selbstgebastelten Ständen. Wir nahmen uns jeder eine Banane und legte 1 Euro in die bereitstehende Box. Die Banane schmeckte lecker, intensiver als bei uns gekaufte und nicht zu süß.

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Obst frisch von den Bäumen für den Wanderer

Schließlich sahen wir unser Ziel und Umkehrpunkt für heute, die Snack Bar o Jacaré. Nach insgesamt 2 Stunden und 55 Minuten erreichten wir im gemütlichen Tempo die Bar. Eine große Gruppe vor uns verließ sie gerade, so dass wir fast allein auf der Terrasse saßen.

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Die Snack Bar o Jacaré kommt in Sicht

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Nach einer Erfrischung ging es in 2 Stunden zum Auto zurück.

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Rückweg zum Auto mit Blick auf Machico

Zurück um 16 Uhr tranken wir auf der Terrasse Kaffee, luden unsere Bilder runter und brachen um 17:30 Uhr auf, um in Porto da Cruz etwas zu essen. Wegen eines Festes fanden wir keinen Parkplatz und fuhren weiter nach Machico. An üblicher Stelle, wie vor 5 Jahren, parkten wir am Kanal und bummelten in die Stadt zum Restaurante o Casco. Hier ergatterten wir einen schönen überdachten Platz, denn es tröpfelte zwischendurch leicht. Manfred schmauste Thunfischsteak und ich Degenfisch mit Banane. Beides war sehr lecker. Zuhause ließen wir den Abend auf der Terrasse ausklingen.

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Abendessen im Restaurante o Casco mit anschließendem Spaziergang am Strand von Machico

Wetter:
Sonne und Wolken im Wechsel, abends etwas Tröpfeln bei 23°C.



3. Tag - --->

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