Madeira 2016

Funchal

Dienstag, der 4.10.2016

Heute beschlossen wir mit dem Bus nach Funchal zu fahren. Wir wollten es doch endlich mal ausnutzen, dass der Bus direkt vor unserer Tür hielt und uns mitten in Funchal wieder absetzte. So schonten wir auch Manfreds Nerven, er musste sich nicht mit dem Auto durch die engen Altstadtgassen quälen. Die Bushaltestelle befand sich fast gegenüber unserer Villa. Der Bus erschien relativ pünktlich und leer. Es war ein alter Volvo, mit einer Sitzeinteilung, 3 Sitze links und 2 Sitze rechts. Wir zahlten 8 Euro zu zweit für die 1 3/4-stündigen Sightseeing Tour nach Funchal.

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In den beiden Bussen nach Machico und nach Funchal

Der Bus schlängelte sich auf und ab durch die engsten Gassen. Er stoppte in winzigen Dörfern, fuhr sogar über Portela, wo wir vorgestern zum Fotografieren hielten. Manfred saß auf dem Fensterplatz, da er ja sonst nie beim Autofahren aus dem Fenster fotografieren konnte. Nach einer 3/4 Stunde erreichten wir das etwa 10 km entfernte Machico. Hier wechselten wir den Bus und fuhren in einem klimatisierten Reisebus weiter. Auch dieser Bus, der nicht so leer war, hielt in allen möglichen Dörfern. Wir lernten bei der Gelegenheit die Städtchen am Meer zwischen Machico und Funchal kennen, wo wir sonst nie durchfuhren. Dabei stellten wir fest, dass wir in Porto da Cruz wirklich viel schöner wohnten, denn diese Orte unterwegs bestanden aus engen Gassen, großen Bettenburgen, nee, dass mussten wir nicht haben.

Um 12 Uhr erreichten wir Funchal. Wir bummelten am Hafen entlang, ein Kreuzfahrtschiff lag im Hafen und zwar die MS Artania, wo die vierte, fünfte und sechste Staffel der TV-Doku-Serie Verrückt nach Meer gedreht wurde.

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Am Hafen und in der Stadt von Funchal

Ich war mit meinem verletzten Fuß der Hektik einer Stadt nicht gewachsen, wo man rasch ausweichen, über Zebrastreifen hetzen musste...

Manfred fragte vorsorglich an einem Infostand, wo wir den Bus für die Rückfahrt finden würden, damit wir nachher nicht so lange suchen mussten. Die Dame gab uns freundlich Auskunft. Wir fanden die Stelle direkt in Sichtweite der Info, es war gleich die nächstliegende Haltestelle. Nun konnten wir gemütlich weiterplanen.

Wir setzten uns auf einen Kaffee neben die Markthalle, dann bummelten wir in die Markthalle hinein zum Fotografieren.

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Mercado dos Lavradores

Am Früchtebereich kamen die Verkäuferinnen mit irgendwelchen Probierstückchen auf mich zu (Hibiskus, Mango und was weiß ich ...). Ich sagte freundlich „No Thank you“. Was scheinbar eine Aufforderung für sie war mich weiter zu belästigen und mir hinterherzurennen mit Fragen wie und woher wir kämen, ob vom Schiff, von ... oder von ... Mich nervte diese Aufdringlichkeit dermaßen, dass ich nur noch raus wollte. Wir verzichteten auf einen weiteren Bummel durch diesen Bereich und suchten das Weite Richtung Fische.

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Im Mercado dos Lavradores

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Im Fischbereich hingegen ging es gemütlicher zu. Die Stände waren schon fast leer, wahrscheinlich wird Fisch in aller Frühe verkauft und nicht gerade an Kreuzfahrer :-) Wir konnten beobachten wie die Degenfische zubereitet wurden, wie riesig Thunfische sind, Napfschnecken lagen zum Verkauf aus, ebenso Tintenfische und andere Fische.

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Fisch im Mercado dos Lavradores

Anschließend bummelten wir durch die volle Altstadt. Man reihte sich in Schlangen ein und wurde durch die engen Gassen geschoben, direkt am Mittagessen anderer Gäste vorbei. Frech fotografierte Manfred einige Essen von Gästen, was die nicht witzig fanden, wir schon, denn wenn die vielen, vielen, vielen Kreuzfahrtpassagiere schon Funchal vers..., dann wollen wir wenigstens auch ein bisschen Nutzen von ihnen haben und wenn es nur Fotos von deren Essen sind :-). Die Ober der Gaststätten hätten uns am liebsten wörtlich in ihre Lokale geschleift, obwohl sie doch schon mehr als gut gefüllt waren. Nervig! So schrecklich hatte ich Funchal nicht in Erinnerung. Was für ein krasser Gegensatz zu Porto da Cruz und überhaupt zu allen anderen Orten auf Madeira. Vielleicht ist es hier aber auch nur so schlimm, solange sich die Passagiere eines Kreuzfahrtschiffes durch die Gassen schieben.

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In den Gassen von Funchal (hier haben wir eine Lücke zwischen den schiebenden Schlangen erwischt)

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Links: Die beiden jungen Männer essen Espetada (Fleiscspieß) / Rechts: Frech auf's Essen der Gäste geknipst

Wir bummelten zur Seilbahnstation, da wir nach Monte fahren und dort den Tropischen Garten besuchen wollten. Wir ergatterten eine Kabine für uns und hatten einen tollen Blick auf die Stadt.

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Mit der Seilbahn nach Monte

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Erschreckend was auf halber Höhe unter und lag. Wir fuhren über verbrannte Häuser, verkohlte Landschaften. Dass es die Stadt vom letzten Brand vor ein paar Wochen so stark getroffen hatte erschütterte uns. Auch das Nachbartal lag in Schutt und Asche.

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Je höher wir kamen, desto mehr Brandschaden sahen wir

Oben angekommen kauften wir Tickets für den Tropischen Garten für je 12,50 Euro pro Person. Hier konnten wir wieder in frischer Luft im weitläufigen wunderschön angelegten Garten durchatmen. Zwar zogen auch hier Massen durch, aber erst zum Schluss als wir bereits durch waren. Der Garten war bergig angelegt, mit vielen Stufen und Wegen rauf und runter. Das fiel mir besonders heute mit meinem lädierten Fuß auf. Die Wege führten am plätschernden Wasser entlang, meist gesäumt von hohen Bäumen, Farnbäumen, Palmen uvm.

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Im Tropischen Garten

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Wir passierten eine riesige Wellensittich-Voliere mit bestimmt hundert Wellies. Am Ende des Gartens konnte man über eine Mauer die Korbschlittenfahrer beobachten.

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Links: Zwei Wellies aus der Voliere / Rechts: Korbschlittenfahrer

Ruckzuck war die Zeit vorbei und wir begaben uns wieder auf den Rückweg, da wir den 16 Uhr Bus erreichen wollten. Wartend setzten wir uns mit einer Erfrischung ans Ufer, bis der Bus erschien.

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Rechts: Warten auf den Bus

Nach einer wieder abenteuerlichen Fahrt erreichten wir um 17:30 Uhr ohne umzusteigen den Stadtteil Cruz, wo uns der Busfahrer direkt vor der Adega Bar herausließ.

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Rückreise nach Porto da Cruz

Anschließend fuhren wir zum Essen nach Porto da Cruz hinunter. In unserem Stammlokal am Meer schmausten wir – na was wohl? :-) Zum Abschluss leisteten wir uns wieder einen Poncha. Es war ganz leer im Restaurant. Als wir so da saßen dachte ich mir, es gibt für mich keinen schöneren Ort auf Madeira zum Essen als hier, kein Massentourismus, man sitzt gemütlich am Wasser, kann Anglern zusehen, keine aufdringlichen Leute, die einen irgendetwas andrehen möchten, ein herrlicher Blick auf grüne Berge und das Meer. Eigentlich ist mir das alles wichtiger als das Essen selber.

Der Pool wurde zu meiner Freude wieder mit Wasser befüllt. Wir drehten jedenfalls noch eine Runde am Pool entlang um den Felsen herum.

Auf der Terrasse ließen wir den Abend ausklingen. Auch hier dachte ich mir, es gibt keinen schöneren Ort zum Sitzen auf Madeira. Man ist umgeben von freundlichen Nachbarn, die uns schon im Vorbeigehen grüßen, man kann normal laut reden, ohne dass es irgendeinen Zimmernachbarn stört, man hat einen phantastischen Blick zum Meer und auf die umliegenden Dörfer auf den Bergen. Sogar Touristen halten ab und zu zum Fotografieren direkt vor unserer Tür wegen des schönen Blicks.

Wetter:
Sonne, mit wenig Wolken Wolken
Temperaturen morgens 20°C, mittags 26°C.



12. Tag - --->

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