P E R U

Anreise


Flug nach Peru auf einer größeren Karte anzeigen

Samstag, der 18.8.2012

Voller Reisefieber wachte ich schon 2,5 Stunden vor der Weckzeit auf. Wir packten unsere restlichen sieben Sachen, zogen Stecker aus den Dosen, schlossen alle Fenster und warteten auf unseren Bavaria-Flughafen-Transfer, der pünktlich um 3:45 Uhr vor der Haustür stand, um uns zum Münchner Flughafen zu fahren. Unterwegs stiegen noch zwei weitere Fahrgäste zu, die den direkt vor ihnen sitzenden Manfred, auf der ganzen restlichen Fahrt die Ohren voll laberten und das schon um diese Zeit!

München beim Baggage-Drop-OffAuf dem Münchner Flughafen erst mal Ratlosigkeit! Wir fanden zwar mehrere KLM-Schalter mit einer riesigen wartenden Schlange davor, aber es war noch keiner der Schalter besetzt. Alle Schalter waren mit "Baggage-Drop-Off" bezeichnet, aber wir hatten noch keine Bordkarten, da das Online-Check-In gestern nicht funktionierte, auch nicht nach dem x-ten Versuch. Im Internet fand Manfred eine Menge frustrierter Beiträge anderer Passagiere, bei denen das Online-Check-In bei KLM ebenso fehlschlug. Naja egal, wir reihten uns jedenfalls einfach mal in die Baggage-Drop-Off-Schlange ein. Als die Schalter so langsam besetzt wurden, ging ein KLM-Bediensteter durch die wartende Reihe und fragte die Passagiere, ob sie Bordkarten hätten. Als wir das verneinten, geleitete er mich zu einem Check-In Automaten, während Manfred in der Schlange wartete. Das Einchecken am Automaten klappte problemlos, man brauchte nur die Reservierungsnummer einzugeben, schon wurden die Bordkarten mit den vorher reservierten Plätzen ausgedruckt.

Wir hatten für den Flug nach Lima in einer Boeing 777-200, der ein Tagflug war, einen Zweierplatz am Fenster gewählt, dort hatten wir keinen weiteren Nebenmann. Diese Plätze kosteten je 30 Euro Aufpreis und man konnte die Rückenlehne nicht ganz so weit zurückstellen, wie bei den "normalen" Dreierplätzen, so hieß es zumindest im Internet. Im Nachhinein fanden wir diese Plätze aber super, hätten wir für den Rückflug, einem Nachtflug, auch buchen sollen, denn man konnte die Sitze doch recht weit zurückstellen.

Nach dem Einchecken besorgte Manfred uns ein kleines Frühstück, mit dem wir uns in den Wartebereich setzten und die vorbeirollenden Flieger beobachteten.

Airport München Airport München

Boarding und Abflug fanden pünktlich statt. Der Flug in der Embraer 190 nach Amsterdam verlief angenehm.

Flug über die Küste bei Amsterdam

Erstaunt war ich, wie hübsch die Landschaft um Amsterdam herum ist, kleine Inselchen, verbunden mit langen schmalen Brücken zum Festland, alles schön grün, an der Küste Windrad an Windrad. Fast auf die Minute genau landeten wir in Amsterdam-Schiphol. Da wir aus logistischen Gründen kein Frühstück an Bord erhielten, bekamen alle Passagiere beim Aussteigen je einen Verzehrgutschein von 10 Euro in die Hand gedrückt, den wir in den Flughafenshops und Restaurants einlösen durften. Wir wanderten und wanderten vom Gate B Richtung Gate F, wo unser Flug nach Lima in knappen vier Stunden starten sollte. Vor der Passkontrolle, in einem netten Café, lösten wir die Gutscheine gegen Croissants und frisch gepressten Orangensaft ein. Ist doch hundertmal besser als Flugzeugessen. Schiphol ist ein interessanter Flughafen mit vielen Shops und Restaurants und es ist alles wunderbar gekennzeichnet, inklusive Laufzeiten zu den einzelnen Gates. Man braucht nirgends in irgendwelche Transportmittel zu steigen, um von einem Terminal zum anderen zu fahren, man kann alles laufen.

Amsterdam-SchipholAmsterdam-Schiphol

Punkt 12:30 Uhr startete unser Flieger nach Lima. Die Crew war sehr aufmerksam und der Flug verlief angenehm. Essen war reichlich, es gab eine Hauptmahlzeit, zwischendurch Eiscreme, Sandwich und zum Schluss Pizza. Getränke wurden häufig vorbeigebracht.

Boeing 777-200Boeing 777-200

Als wir das südamerikanische Festland erreichten lag es unter einer Wolkendecke. Über dem Amazonas-Gebiet blitzten zwischendurch immer wieder sich dahinschlängelnde Flüsse durch die Wolkenlücken und immer wieder Wald, Wald, Wald, kein Haus, keine Straße. Erst als wir uns dem Andenhauptkamm näherten, lockerte die Wolkendecke auf und wir konnten die hohen Berge erkennen.

Auf dem Flug nach LimaFlug nach Lima

Der Flieger landete überpünktlich um 18 Uhr in Lima, anstatt um 18:20 Uhr. Die Immigration verlief recht schnell und schon nach ein paar Minuten standen wir am Gepäckband. Freudig schon so früh dran zu sein, da unser Anschlussflug nach Arequipa um 19:45 Uhr startete, warteten und warteten und warteten wir auf unser Gepäck. Einige Koffer drehten schon ihre 5. Runde, aber von unserem Flugzeug war noch kein Gepäckstück in Sicht. Nach einer Dreiviertelstunde rollten endlich unsere Reisetaschen an. Nun aber schnell durch die Gepäck-Röntgenkontrolle und zum Check-In von LAN-Peru. Die Dame am Schalter musste uns enttäuschen, das Gate war geschlossen, es war zu spät für unser Gepäck. Sie schickte uns zum Umbuchen unseres Fluges zu einem anderen Schalter. Der nächste Flug mit LAN-Peru startete leider erst morgen. Wir buchten einen Flug für 12:00 Uhr morgen, denn um 5 Uhr, so wie die Angestellten es uns anboten, wollten wir noch nicht wieder losfliegen.

Nun mussten wir unsere Freunde benachrichtigen, die uns in Arequipa abholen wollten und ein Hotelzimmer finden für heute Nacht. Für Südamerika liehen wir uns von unserem "Schwiegerfreund" ein Tri-Band Handy, in dem ich meine Prepaid-Congstar-Karte einlegte. Aber die Congstar-Karte wollte nicht, wir konnten hier nicht mit dieser Karte telefonieren, warum auch immer. Zum Glück hatte Manfred vorsichtshalber seine O2-Karte mitgenommen, die funktionierte. Wir hatten nur die Festnetznummer der Eltern unserer Freunde in Arequipa, dort meldete sich zwar jemand, aber sie konnten kein Englisch und wir kein Spanisch. Unsere Freunde warteten bestimmt schon am Flughafen in Arequipa.

Für so einen Fall, dass wir den letzten Flieger nach Arequipa verpassen würden, gab uns unser Freund eine Hotelempfehlung mit Telefonnummer. Manfred rief dort an, aber es war ausgebucht. Was nun? Lima Kaum traten wir aus dem Flughafengebäude, stürzten sich die Taxifahrer wie die Haie auf uns. Also wieder rein ins Gebäude zur Touristeninformation. Auf dem Weg dorthin fing uns ein amtlich aussehender Mann ab. Er behauptete er hätte ein Zimmer für uns, billig und sicher. Schließlich gaben wir nach, ich mit einem sehr mulmigen Gefühl in der Magengegend. Denn ich dachte an Überfälle und wer weiß nicht was. Der Taxifahrer und der Mann, der uns überredete fuhren uns zu einem Hotel, in einer heruntergekommenden Gegend, in der ich nicht mal bei Tag herumlaufen möchte. Dies wollte ich partout nicht, so habe ich mir das nicht vorgestellt, nach einer kurzen Nacht und einem endlosen Flug nun wieder eine schlaflose Nacht. Ich weigerte mich hier abzusteigen. Die beiden schlugen ein anderes Hotel vor im sichereren Stadtteil Miraflores.

Im Hotel sendeten wir unseren Freunden noch eine Mail, damit sie wussten, wo wir waren und warum wir nicht im Flieger saßen. Das Hotel war okay. Die Taxifahrt hierher kostete 25 US$ und ein Zimmer pro Nacht 80 US$. Ich war froh endlich schlafen zu können.


2. Tag - Arequipa --->

Zurück zur Startseite Peru

Datenschutz