P E R U

Cotahuasi

Dienstag, der 21.8.2012

Sipia Wasserfall und Huaynacotas

Von Cotahuasi zum Sipia Wasserfall und zurück und im Anschluss zum Ort Huaynacotas und noch ein Stückchen weiter und nach Cotahuasi zurück. Auch als kmz-Datei zum Herunterladen:
kmz-Datei für Google Earth zum Herunterladen

Gestern Nacht war ich so müde, dass ich in den Hundegebelllücken mit Ohropax sofort einschlief. In der Nacht wachte ich einmal auf, weil ein Hund direkt vor unserem Fenster bellte, aber irgendwann war auch dieser Hund still. Nach einer ansonsten leisen Nacht wachte ich nach 9 Stunden Schlaf gegen 6 Uhr morgens auf und fotografierte gleich den Sonnenaufgang aus dem Fenster Richtung Berge. Auch meine gestern Abend noch einsetzenden Kopfschmerzen waren heute Morgen verschwunden (war sicher die Höhe).

Im Hotel Vallehermoso CotahuasiZugang zu unseren Zimmern

Zum Frühstück saßen wir wieder gemütlich draußen im Garten. Der 3-jährige Diego leistete uns dabei Gesellschaft. Jürgen hatte uns für heute einen Guide beim Touristen-Büro gebucht. Guide Pepe holte uns in der Lodge ab und frühstückte noch gemütlich mit uns, während er mit Jürgen auf Spanisch den Lageplan besprach. Jürgen übersetzte uns fleißig alles - hard work!

HotelgartenFrühstück im Hotelgarten

Plötzlich trabte im Garten ein "kleines" Lama auf uns zu. Es war gerade mal vier Monate alt. Diego hatte Angst vor ihm. Das Lama beäugte jeden von uns und nervte schließlich den auf dem Rasen schlummernden Hund, indem das Lama ihn ständig mit seinen Hufen anschubste. Die Besitzerin tröstete uns mit den Worten, dass es nicht spucken würde - na ja, immerhin etwas. Als Jürgen aufstand und über den Rasen marschierte, sprang das Lama zu Jürgens Schrecken plötzlich mit seinen Vorderbeinen auf Jürgens Schulter.

Pächterin mit kleinem LamaGruppenbild mit Lama

Pepe holt uns zur Tour abLama will mit Jürgen spielen

Gegen 9 Uhr brachen wir Richtung Sipia Wasserfall auf. Im Ort, auf dem Weg zum Auto, deckten wir uns noch mit Getränken ein.

Schnell noch ein bisschen Inka-Cola kaufenCotahuasi

Passend in einer Felsspalte rückwärts einparkend, konnten wir hier das Auto zum einen im Schatten stehen lassen zum anderen störten wir keinen. Gegenüber der Felsspalte befand sich eine Bushaltestelle, wo wir die einzigen Touristen der nächsten Tage treffen sollten, es waren zwei Franzosen. Auf dem Spazierweg zum Wasserfall zeigte Pepe uns alle möglichen Heilpflanzen der Umgebung. Nicht nur der Wasserfall imponierte mir, auch die Landschaft um den Rio Cotahuasi. Das grün umsäumte Flußbett, hinter dem Wasserfall tief eingeschnitten im Felsen und als Kontrast die hohen Berge drum herum.

Parkplatz bei den Sipia FallsParkplatz bei den Sipia Falls

Sipia WasserfälleIn der Schlucht fließt der Rio Cotahuasi

Wir am Rio CotahuasiGanz rechts liegen wir über dem Wasserfall

Rio Cotahuasi mit Klein-Manfred oben linksKleiner Kaktus unterwegs

An der Stelle, wo das Wasser die Felsen runterrauschte, konnte man sogar noch Reste einer Brücke aus der Vorinkazeit erkennen. Die Wassermassen des Sipia Wasserfalls stürzen hier in mehreren Stufen 150 Meter in die Tiefe. Bis vor einem Jahr musste man an der Sipia Brücke sein Auto stehen lassen oder gleich zu Fuß vom Ort aus gehen, um den Wasserfall zu erreichen. Heute hat man eine neue Brücke errichtet und kann mit dem Auto noch ein ganzes Stück weiter auf Schotterpiste bis 200 Meter vor den Wasserfall fahren.

Alte und neue Brücke über den Rio CotahuasiIn Cotahuasi

Auf dem Rückweg hielten wir im Dorf Cotahuasi, Pepe führte uns zum Mittagessen in ein Restaurant. Wir saßen auf einer großen überdachten Terrasse direkt an einem Fußballplatz. Überdimensionale Lautsprecher beschalten uns dezent mit südamerikanischer Musik. Pepe bestellte für uns viermal das Menü, das aus einer riesigen  Portion Suppe mit Nudeln, Fleisch, Mais und Kartoffeln bestand. Als Hauptgericht gab es Brokkoli, Huhn, Kartoffeln und Reis. Alles sehr lecker. Bevor Pepe vom angebotenen Bier trank, wurde der erste Tropfen für die Pachamama auf den Boden geträufelt. Die Pachamama ist eine weibliche Gottheit der Andenvölker, die die Mutter Erde personifiziert. Sie nährt, schützt und ist Vermittlerin der Oberwelt und Unterwelt. Die Quechua und Aymara verehren die Pachamama als Göttin, die allen Kreaturen das Leben schenkt. Weiter mit dem Essen: Zum Nachtisch gab es leckeren Maissaft aus rotem Mais. Er schmeckte leicht süßlich, ein bisschen nach Zimt.

Hier gehen wir essenCotahuasi

MittagessenMittagessen

Anschließend holten wir Pepes Frau und jüngster, 1-jähriger Tochter ab, die auf Pepes Wunsch gerne mal einen Ausflug mit uns machen wollte, um mal aus der Küche herauszukommen.

Pepes FamiliePepes Onkel

Wir fuhren in das 3300 Meter hoch gelegene und 18 km entfernte Dorf Huaynacotas, was auch wieder nur über eine Schotterpiste zu erreichen war. Die Bewohner dieses Dorfs leben fast völlig autark. Die Ziegel ihrer Häuser erstellen sie selber aus Erde, Gras und Wasser. Dann werden sie geformt und an der Luft getrocknet. Ältere Häuser haben ein Dach aus Ichu-Gras, neuere aus Wellblech, weil letzteres stabiler ist. Es gibt hier eine Kirche, ein Rathaus, Lebensmittelläden, einen Spielplatz. Dem Ort vorgelagert sind terrassenförmige Felder, die schon weithin sichtbar sind und schon vor oder in der Inkazeit angelegt wurden. Sie werden oft noch nach alter Sitte mit Ochsen und Pflug gepflügt.

HuaynacotasHuaynacotas

HuaynacotasHuaynacotas

Pepe wollte uns noch zu einem 4800 Meter hoch gelegenen Aussichtspunkt oder Ort führen, aber die Piste wurde immer sandiger und holperiger, so dass Manfred irgendwann vorschlug, doch lieber umzukehren. Das war mir nur recht, denn ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass man in einer weiteren halben Stunde 1000 Höhenmeter zurücklegen kann, wie Pepe es meinte.

HuaynacotasHuaynacotas

Wieder glücklich unten im Ort Huaynacotas angekommen, liefen wir im Ort ein wenig herum.

HuaynacotasHuaynacotas

HuaynacotasHuaynacotas

HuaynacotasHuaynacotas

HuaynacotasHuaynacotas

Anschließend lieferten wir Pepes Familie in ihrem Haus ab. Das kleine Mädchen war sehr brav und ertrug geduldig die durchgeschüttelte Fahrt. In Cotahuasi folgten wir Pepe zur Geschäftsabwicklung ins Büro am Hauptplatz des Ortes.

Als wir unser Hotel erreichten, wurden wir vom Wasserausfall überrascht. Kurze Zeit später, als wir zum Essen gehen wollten, fiel der Strom auch noch aus. Kurz die Taschenlampen ausgepackt und zum Abendessen gewandert. Das ganze Dorf war scheinbar vom Wasser- und Stromausfall betroffen, denn gerade hörte ich noch Musik von einem Fest, welches wohl in der Nähe stattfand, die war jetzt auch verstummt. Jürgen meinte, das käme hier öfter vor. Zum Abendessen gab es eine helle Suppe, die wie Graupensuppe schmeckte und hinterher Huhn mit Kartoffeln und Gemüse.

Als wir gegen 9 Uhr ins Bett gingen, flackerte das Licht und irgendwann war auch der Strom wieder da.

Wetter:
Schön, tagsüber ca. 25°C?


5. Tag - Ruinen von Maukallacta --->

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