P E R U

Fahrt nach Camaná

Donnerstag, der 23.8.2012

Unser letztes Frühstück im Freien in Cotahuasi! Manfred und ich begannen heute nach dem Frühstück mit der Malaria-Prophylaxe für den Urwald (Larinam). Zum Glück verspürten wir beide überhaupt keine Nebenwirkungen. In einer Woche sollten wir die nächste Tablette einnehmen. Aber ich möchte es gleich vorwegnehmen, dieses war auch unsere letzte Larinam-Tablette in dem Urlaub, denn man sagte uns im Urwald angekommen, dass dort in letzter Zeit kein Fall von Malaria bekannt geworden sei, nur weit im Norden. Aber das wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht.

Auf dem Weg zum Frühstück wurde ich vom Lama verfolgt. Drehte ich mich um, blieb es abrupt stehen und blickte mich mit seinen großen, treuen Augen ganz unschuldig an. Ging ich weiter, galoppierte es hinter mir her. Es war wohl heute Morgen etwas übermütig, denn es schmiss noch gleich einen Blumentopf um.

Abschied vom Lama und dem Hund in CotahuasiCotahuasi

Nach dem Frühstück verließen wir unsere Oase, wanderten mit Gepäck zum Hauptplatz, wo wir Pepe für ein Gruppenfoto vor der Kirche trafen und starteten um 8:30 Uhr Richtung Küste.

CotahuasiCotahuasi


Perureise 2012 auf einer größeren Karte anzeigen

Wir fahren heute von Cotahuasi (2) nach Camana (3)

Jürgen erzählte an einem der Abende, dass es ein schöner Moment für ihn wäre, wenn er seine Reisenden als Reiseleiter heimlich beobachten und dabei entdecken würde, dass der eine oder andere Reisende sehr ergriffen vor einem besonders beeindruckendem Berg, Canyon, Gebäude, Objekt stehen würde. Genau daran musste ich auf der Fahrt von Cotahuasi denken, als ich von der Rückbank aus die Berge um Cotahuasi anschaute. Der Blick zu den Bergen mit ihren Wasserfällen, den Terrassen, der grünen Landschaft war wunderschön.

CotahuasiCotahuasi

Nach 1,5 Stunden Fahrt, in einer Höhe von 4500 Metern, sah ich einen großen Vogel kreisen. Jürgen meinte es könnte ein Kondor sein. Wir fuhren wieder an den mit Yareta überwachsenen Steinen vorbei.

Lamas am WegesrandLama vor der Yareta-Pflanze

Nach einer weiteren Stunde erreichten wir den höchsten Punkt unserer heutigen Reise mit 4607 Metern.

AndenDer ist sicher höher als 6000 Meter

Eine halbe Stunde vor dem Ort Chuquibamba, nahm Jürgen eine am Straßenrand stehende Frau mit Baby und 6-jährigem Sohn mit, die auf der Reise zu ihrem 18-jährigem Sohn nach Chuquibamba war. Der kleine Junge saß hinten im Laderaum auf der Bank, die Frau neben mir, während sie ihr Baby stillte. Kurz vor Chuquibamba wollte sie aussteigen. Sie fragte Jürgen nach dem Fahrpreis, er meinte "Ein Foto" :-)

Luft und Sprit tanken in ChuquibambaEine Frau wäscht ihre Wäsche in Chuquibamba

Nach insgesamt 6 Stunden Fahrt erreichten wir den quirligen Ort Aplao.

AplaoAplao

Es war Mittagessenszeit, wir setzen uns in ein kleines Restaurant und bestellten wie üblich Mittagsmenü. Schwärme von winzigsten Fliegen umschwirrten Manfred und mich, auch pieksten sie leicht, wir dachten uns aber nichts weiter dabei. Zurück zum Essen, es gab Suppe mit Kartoffeln, Fleisch und Kürbis und als Hauptgericht Lomo saltado, was ich wieder nur zur Hälfte schaffte. Jedesmal nehme ich mir vor nur eine Suppe zu essen, aber vorm Essen ist mein Hungergefühl so groß, dass ich denke, das schaffe ich schon.

Nun gings weiter zur Panamericana. Anfangs im Tal lagen noch beidseitig der Straße üppige Felder, auf denen Chili, Auberginen und alles mögliche angepflanzt wurde. Aber als wir uns von dem Tal entfernten und uns der Küste näherten, wurde es karger und karger, es wuchs nichts mehr. Irgendwann tauchten wir dann in die Wolkendecke ein, die hier den Winter über die Küste einhüllt. Wir fuhren am Pazifik entlang, die Strände lagen verlassen da. Nach 2 Stunden Fahrt ab Aplao erreichten wir den Küstenort Camana. Hier trafen wir uns mit Jürgens Familie. Liz Eltern besitzen hier ein Haus.

Einzelne Täler werden bewässert

Impressionen auf der Fahrt an die KüsteImmer geradeaus durch die Wüste zur Küste

Wir passieren SandverwehungenRichtung Küste wird die Straße belebter

Immer wieder passiert man ZahlstellenStrand in Camana

Camaná:

Camaná hat 15.000 Einwohner und liegt an der Küste in der Region Arequipa. Die Stadt ist im Sommer bei den Bewohnern Arequipas als Badeort beliebt, unter anderem wegen ihrer weißen Strände. 2001 war die Stadt Opfer eines schweren Erdbebens, welches große Schäden an der lokalen Infrastruktur anrichtete und in dessen Folge die Zahl der Touristen stark zurückging.

Während Jürgen heute bei seiner Familie blieb, wohnten Manfred und ich im Hotel Touristica, mitten im Ort Camanás gelegen. Es ist eine sehr nette Anlage. 140 Soles pro Nacht und Zimmer (ca. 47 Euro). Manfred und ich bummelten durch die hübsche Fußgängerzone und testeten zum ersten Mal in Peru das Geldabheben an einem Automaten. Es klappte! Möchte man mehr als 400 Soles (ca. 130 Euro) abheben, dann muss man dies mehrmals hintereinander tun. Im Hotel tranken wir einen Pisco sour bis uns Jürgens Familie zum Abendessen in eine benachbarte Pizzeria abholte.

Hotel Touristica in CamanaHotel Touristica in Camana

Vor dem Schlafengehen besorgte uns Manfred am Empfang einen Internet-Zugang für das kostenlose WLAN im Hotel. Ich schickte unserer Tochter rasch eine Mail mit den Neuigkeiten.

Wetter:
In den Bergen sonnig, an der Küste trüb.
Temperatur morgens: 14°C, mittags in Aplao: 25°C.


7. Tag - Fahrt nach Nazca --->

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