P E R U

Fahrt nach Nazca

Freitag, der 24.8.2012

Heute Morgen wachte ich recht früh auf, man muss sich erst wieder an die Geräusche einer Stadt gewöhnen. Ich packte heute mal das ganze Gepäck um, guckte nach, was ich vergessen haben könnte oder ob das Gesuchte vielleicht in irgendeiner Ecke versteckt war, legte Sachen, die ich in den nächsten Tagen nicht brauchen würde nach unten und die ich vorraussichtlich demnächst verwende nach oben.

Das Frühstück war lecker. Es gab Nescafe, Lycheesaft, Semmeln und Marmelade. In die frischen Säfte, die es fast überall gab, könnte ich mich reinsetzen - sehr lecker! Nach dem Frühstück setzte ich mich mit Manfreds PC ans Internet, schrieb eine Mail, meldete mich im Forum, während Manfred Geld wechselte. Gegen 9:30 Uhr rollte ein unbekanntes Fahrzeug von Jürgen gelenkt auf den Hof. Das Auto wurde innen und außen einer Generalreinigung unterzogen, dass es kaum wiederzuerkennen war. Was Jürgen nicht alles tat für uns! Es wurde nämlich auf der staubigen Piste nach Cotahuasi und in Cotahuasi sehr staubig, um es milde auszudrücken.

Hotelzimmer im Hotel de Touristas in CamanaHotel de Touristas in Camana

Hotel de Touristas in CamanaFrisch gewaschenes Auto rollt vors Hotel

Jürgen fuhr uns zu seiner Familie, wir erhielten eine Haus- und Gartenführung. Im Garten hielt Eduardo Bienen, es wuchsen viele unterschiedliche Früchte wie Avokados, Quitten?, Papayas, Zuckerrohr... - ein richtiges kleines Paradies.

Vor Eduardos Haus in CamanaCamana

CamanaEduardos Bienen in Camana

StachelannoneAvocado


Perureise 2012 auf einer größeren Karte anzeigen

Wir fuhren heute von Camaná (3) nach Nasca (4)

Ab 10:30 Uhr begaben wir uns wieder auf Tour, auf die Panamericana. Die Landschaft wechselte von bergig-wüstenhaft mit flach-wüstenhaft, der Pazifik immer zur Linken, mal weiter entfernt von der Straße, mal näher an der Straße. Immer wieder sah man große, schwarze Raubvögel oder Geier über der Küste kreisen.

PanamericanaPanamericana

PanamericanaPanamericana

PanamericanaPanamericana

PanamericanaPanamericana

In dem kleinen Fischerdorf Chala vertraten wir uns nach knappen 4 Stunden Fahrt ein wenig die Beine. Hier sah man auf Pfählen wieder die schwarzen geierartigen Vögel sitzen. Auch mehrere Pelikane warteten auf Fisch. Ein toter Pelikan lag am Strand. Vielleicht war es einer der Pelikane, die in Massen an der Küste Perus vor kurzem gestorben sind. Hier ein Artikel aus der Süddeutschen Zeitung vom 30.4.2012 dazu.

ChalaChala

ChalaChala

ChalaChala

Weiter ging es auf sandverwehter Piste, links und rechts von uns nur Sand, Sand, Sand. Zwischendurch schmausten wir auf der Fahrt unsere Lunchpakete, Empanadas (meist mit Fleisch oder Käse gefüllte Teigtaschen), die uns Liz Eltern mit auf die Reise gegeben hatten. Ja, wir wurden ganz schön verwöhnt.

PanamericanaPanamericana

Mitten in dieser Sandwüste, in der Flussoase Yauca, tauchten plötzlich Olivenbaum-Plantagen auf mit Verkaufsständen am Straßenrand.

Verkaufsstand bei den Oliven-PlantagenVerkaufsstand bei den Oliven-Plantagen

Nach 7 Stunden Fahrt mit Pausen, erreichten wir Nazca, das berühmt durch seine Nazca-Linien wurde. Im Hotel Oro Viejo, welches uns Jürgen aussuchte, checkten wir ein, nachdem wir ein Musterzimmer besichtigt hatten. Es ist eine wirklich wunderschöne Hotelanlage. Wir setzten uns gemütlich in eine der vielen Sitzgruppen, die sich vor den Zimmern im Freien befanden, relaxten beim Cusqueña-Bier und surften im Internet. Jürgen wohnte in einer anderen Anlage, da er gerne mehrere austestete für seine Reisevermittlungen. Denn wenn man Unterkünfte selber testet, kann man sie auch mit besserem Gewissen weiterempfehlen.

NazcaNazca

Nazca:

Nazca liegt in einer Höhe von 620 Metern, seine Einwohnerzahl beträgt 23.000. Bekannt ist Nazca für die sich in der Nähe befindenden Nazca-Linien, die inzwischen zum Weltkulturerbe ernannt wurden. Bei den Geoglyphen von Nazca handelt es sich um riesige Bodenzeichnungen, die zwischen Nazca und Palpa in den Wüstenboden gescharrt wurden. Die Linien wurden erstmals 1550 vom spanischen Chronisten Pedro Cieza de León erwähnt und 1901 durch den dt. Archäologen Max Uhle bekannt. Die Deutsche Mathematikerin Maria Reiche studierte diese Linien bis zu ihrem Tod 1998. Den Theorien Maria Reiches zur Folge, haben die Nazca Kulturen (etwa 200 v.Chr. bis 800 n.Chr.) eine kleine Original-Skizze vielfach vergrößert auf den Wüstenboden übertragen. Dabei nutzten sie Pflöcke und Seile, mit denen sie Kreise und Spiralen in den Boden markierten. Auf diese Weise zeichneten sie z.B. eine 188 Meter lange Eidechse, einen Kondor mit einer Flügelspannweite von 180 Metern, einen Kolibri, einen Hund, einen Wal und zahlreiche andere Figuren. Es wurde auf Kosten Maria Reiches ein Aussichtsturm an der Straße Richtung Ica errichtet, von wo aus man die Linien bewundern kann.

Besser noch kann man sie aus der Luft bewundern. Aber das auswärtige Amt warnt vor Flügen mit den unsicheren Flugzeugen bzw. schlecht ausgebildeten Piloten. Wozu diese Linien dienten, gibt es einige Theorien. Natürlich mischte auch Däniken mit seinen Außerirdischen mit, aber ernstgemeinte Theorien besagen unter anderem, dass die Linien der Zeitbestimmung von Aussaat, also den Beginn des Andenregens und der damit verbundenen Wasserzufuhr aus den Bergen vorhersagte. Eine andere Theorie besagt, dass die Linien rituelle Opferpfade waren. Inzwischen wurde herausgefunden, dass einige Linien den Verlauf unterirdischer Wasserkanäle anzeigen, sie dienten also wahrscheinlich als Markierung für Wasserstellen.

NazcaNazca

NazcaNazca

Mit Jürgen wanderten wir zur Plaza und schmausten in einem Grillrestaurant im 1. Stock mit Blick auf die Plaza. Ich beobachtete von hier oben interessiert den Autoverkehr auf der Kreuzung unter uns und grübelte darüber nach, wer eigentlich Vorfahrt habe. Aus dem Verhalten der Autofahrer war es nicht ersichtlich. Verkehrszeichen gab es auch keine, aber dafür eine Menge Verkehr. Auf alle Fälle galt die Regel, wer hupt hat Vorfahrt :-) Das Essen war lecker, wir aßen alle drei Steaks, den Männern war es leider etwas zu wenig.

NazcaNazca

Wetter:
An der Küste neblig, in Nasca sonnig. Mittags ca. 22°C.


8. Tag - Fahrt nach Chalhuanca --->

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