P E R U

Fahrt nach Chalhuanca

Samstag, der 25.8.2012

Heute Nacht haben wir sehr gut geschlafen. Aufgewacht bin ich gegen 5 Uhr morgens durch lautes Hämmern. Irgendwer plante wohl einen Wandabriss. Anschließend begannen die Hähne zu krähen und gegen 6 Uhr bin ich dann schließlich aufgestanden und surfte noch ein wenig im Internet. Zum Frühstück gab es American Breakfast, was aus Brötchen, Saft, Marmelade, je eine Scheibe Wurst und Käse, Rührei und einem halben Tässchen Kaffee bestand. Letzteres konnten wir nachbestellen. Das Zimmer kostete pro Nacht 130 Nuevo Soles (ca. 43 Euro).


Perureise 2012 auf einer größeren Karte anzeigen

Wir fahren heute von Nazca (4) nach Chalhuanca (5) auf der Karte

Um 8:15 Uhr stand Jürgen mit seinem Hyundai Galloper vor der Tür und wir starteten unsere Tour Richtung Pampa Galeras. Da wir heute noch eine weite Strecke vor uns hatten, mussten wir uns entscheiden, ob wir uns die Pampa Galeras näher anschauen wollten oder doch lieber vom Aussichtsturm die Nazca Linien. Manfred und ich waren mehr für die Natur, also die Pampa Galeras, Jürgen kannte die Nazca Linien bereits, also war es ihm egal und beugte sich unseren Wünschen.

Fahrt von Nazca Richtung Pampa GalerasFahrt von Nazca Richtung Pampa Galeras

Auf einer Hochebene von 3800 Metern entdeckten wir die ersten Vikunjas und Guanakos. Bei einer Bar fragte Jürgen vorsichtshalber, wo man die Station genau finden würde. Die Frau kam gleich aus ihrer Bar heraus und zeigte uns den Weg. Ein paar Minuten später erreichten wir auch die Station Pampa Galeras.

VikunjasGuanako

Immer geradeaus Richtung Pampa GalerasPlan Pampa Galeras

Wir wurden sogleich von zwei Angestellten freundlich begrüßt. Sie führten uns zuerst in das kleine Museum mit ausgestopften Vikunjas und Guanakos und anderen hier lebenden Tieren. Im Anschluss zeigten die beiden uns das Gelände, zuerst ging es an den Guanakos vorbei.

Richtung Pampa GalerasStation Pampa Galeras

Pampa GalerasGuanakos

Wir wurden gefragt, ob wir an einer gleich stattfindenden Vikunja Scherung teilnehmen möchten. Na klar, wollten wir.

Vikunja LosungVikunja Skelett mit Fellresten

Mehrere Scherstationen lagen verteilt auf dem riesigen Gelände der Pampa Galeras. Die Arbeiter bauten gerade alles für die bevorstehende Scherung auf, einschließlich Dieselgenerator zur Stromerzeugung und aufziehen der Spritzen zur Schutzimpfung der Tiere. Neben dem Geschehen wachten Männer mit Gewehren, die aufpassten, dass das wertvolle Fell der Tiere nach der Scherung nicht geraubt wurde. Während wir warteten, zeigte uns einer der Ranger Kondore, die über das Gelände kreisten. Denn in diesem Reservat leben 30.000 Tiere, mit Tendenz steigend und es stirbt immer wieder mal ein Tier, welches natürlich die Kondore anlockt.

Hier wurden Vikunjas zum Scheren reingetriebenVikunjas

Die Vikunjas und ihre Wolle wurde scharf bewachtSpritzen wurden aufgezogen

Am Himmel kreiste ein CondorJürgen und ein Vikunja-Baby

Die ersten Tiere wurden geschoren, in drei Minuten eins. Es war harte Arbeit, die sich heftig wehrenden Vikunjas zu bändigen und sie auf die Decke zur Schur zu legen. So manches Tier entwischte dabei. Es gesellte sich noch ein peruanisches Fernsehteam dazu, die das Ganze filmte. Vielleicht wurden wir abends im Fernsehen Peru gezeigt :-)

Harte Arbeit, die Vikunjas einzufangenBei der Vikunja-Scherung

Bei der Vikunja-ScherungVikunja-Wolle wird verpackt

Auf dem Rückweg zum Camp entdeckten wir einen "Hasen mit Ringelschwanz", ein Viscacha. Es gehört zu der Familie der Chinchillas.

Für diese kostenlose, sehr interessante Führung wollten die Angestellten nicht einmal Trinkgeld annehmen, wenn Jürgen nicht gesagt hätte, es sei ihm eine Herzensangelegenheit.

Reserva Nacional Pampa Galeras:

Reserva Nacional Pampa Galeras liegt in einer Höhe von 3800 Meter und ca. 80 km von Nazca entfernt in Richtung Puquio. Deutschland gründete hier 1965 eine Forschungsstation für Vikunjas, um sie vor dem Aussterben zu retten.

Vikunjas gehören zur Familie der Kamele, sie sind mit 150 cm Kopfhöhe und einem Gewicht von 50 kg kleiner und leichter als Kamele. Es ist oben hellbraun und unten weißlich. Seine unteren Schneidezähne können nachwachsen. Sein Fell ist ganz fein. Ein Vicunja liefert bei der Scherung 200g Wolle, welches nach heutigem Stand (2012) 400 US$ wert ist. Verbreitet ist das Vikunja in den Hochanden Südamerikas.

Guanakos: Auch diese Tiere gehören zur Familie der Kamele, sie sind etwas größer als Vikunjas, leben auch in den Hochanden Südamerikas, werden ca. 12 Jahre alt und ziehen im Schnitt jedes Jahr ein Kind auf. Das Guanako ist die Stammform des domestizierten Lamas. Noch ein kleines Unterscheidungsmerkmal Guanakos und Vicunjas: Vikunjas haben eine weiße Brust und Guanakos ein graues Gesicht.

ViscachaSchafe auf der Straße

Weiter ging die Fahrt nach Puquio, was wir nach 1,5 Stunden ab Pampa Galeras erreichten. Wir schmausten hier in einem kleinen Restaurant, namens La Estancia, das Tagesmenü, bestehend aus Maissuppe, einer Maisart, die 24 Stunden einweichen oder kochen muss und so ähnlich schmeckt wie Graupensuppe. Nur sind die Maiskörner viel größer als Graupen. Hinterher gab es Nudeln mit Pesto und Kartoffeln mit Käsesauce, alles sehr deftig. Zum Trinken gab es eine Art Getreide mit Wasser, schmeckte lecker.

PuquioLa Estancia in Puquio

Suppe mit Mais im La EstanciaInnenhof vom La Estancia

PuquioPuquio

Weiter ging die Fahrt Richtung Cusco. Ab 4000 Metern begann es plötzlich zu schneien, ein sehr ungewohnter Anblick. Eigentlich hatte Jürgen für uns in der Zedar-Lodge im Ort Chalhuanca Zimmer gebucht. Aber als er das bestätigen wollte, meldete sich kein Mensch. Gab es die Lodge vielleicht gar nicht mehr? So buchte seine Familie von zu Hause rasch Zimmer für uns im Hotel Tampumayu, was angeblich auch im selben Ort liegen sollte. Im Ort Chalhuanca angekommen, fragte Jürgen mehrere Passanten, wo denn das Hotel zu finden sei. Alle wiesen auf "immer geradeaus". Es war dunkel und wir befanden uns schon sehr weit außerhalb des Ortes. Irgendwie glaubten wir schon gar nicht mehr, es zu finden. Aber plötzlich, 20 km weiter, standen wir davor. Das Hotel ist sehr schön angelegt, bestehend aus einem umzäunten Gelände mit mehreren Häusern. Es gab 32 Zimmer, jeweils 4 in einem Haus untergebracht, zusätzlich gab es ein Haus mit der Rezeption und eins mit dem Restaurant. Abends schmausten wir gemütlich neben einer italienischen Reisegruppe Forelle mit Gemüse.

Hotel Tampumayu in ChalhuancaHotel Tampumayu in Chalhuanca

Wetter:
In Nasca bewölkt, schön oberhalb 1000 Meter, am Nachmittag Eintrübung mit einem Schauer, oberhalb 4000 Meter als Schneegraupel.
Temperaturen: Morgens in Nazca 17°C, in der Höhe wohl etwas kälter.


9. Tag - Fahrt nach Nasca --->

Zurück zur Startseite Peru