P E R U

Reise in den Urwald

Mittwoch, der 29.8.2012

Nach einer etwas lauten Nacht wegen nächtlicher Böllerschüsse und früh abreisender Gäste, frühstückten wir um 7 Uhr, verstauten unser überflüssiges Gepäck, was wir im Urwald nicht brauchten an der Rezeption bis zu unserer Rückkehr in fünf Tagen. Manfred und Jürgen ließen auch Wäsche zum Waschen im Hotel zurück.


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Wir fliegen heute von Cusco (7) nach Puerto Maldonado (8)

Der Dschungel von oben

Punkt 8 Uhr stand unser Taxi vor der Tür, jedenfalls fast vor der Tür, so weit man in den engen Gassen fahren konnte. Trotz dichten Berufsverkehrs brachte der Taxifahrer uns in 20 Minuten zum Airport. Der Flughafen lag auch fast mitten in der Stadt. Das Einchecken war im Nu erledigt. Leider hatte unser Flieger eine Stunde Verspätung. Wir verbummelten die Wartezeit mit Kaffeetrinken und Lesen. Der Flieger von Star Peru war gemütlich leer, wir konnten uns ausbreiten und in nur 35 Minuten Flugzeit erreichten wir gegen mittag Puerto Maldonado.

Puerto Maldonado:

Die rasant wachsende Urwaldstadt liegt am Zusammenfluss des Rio Madre de Dios und des Rio Tambopatas im Südosten Perus, etwa 55 Kilometer westlich der Bolivianischen Grenze. Die Einwohnerzahl liegt etwa bei 100.000 (Stand 2012). Die Stadt liegt 250 Meter über dem Meeresspiegel. Puerto Maldonado ist Ausgangspunkt vieler Urwaldtouren. 1978 erlebte die Stadt einen Boom, als man Gold am Rio Madre de Dios fand, der viele Glücksritter anzog.

Puerto MaldonadoPuerto Maldonado

Marco, unser Guide von der Cayman Lodge holte uns ab. Er zeigte uns zuerst ein paar typische Plätze der Stadt, zum Beispiel die neue 700 Meter lange Brücke über den Rio Madre de Dios und den Markt, der sehr interessant war. Hier auf dem Markt erklärte uns Marco verschiedene Früchte und Gemüsesorten. Z.B. hatte ich vorher noch nie Maniok gesehen, aber viel in Romanen darüber gelesen, nun sah ich es endlich mal. Wir kauften eine Kokosnuss und Paranüsse, die hier sehr frisch und lecker schmecken, da sie hier angebaut werden. Manfred leistete sich auf dem Markt Sandalen als Hausschuhe. Man konnte sich sogar etwas nähen lassen, siehe Bild unten links.

Markt in Puerto MaldonadoMarkt in Puerto Maldonado

Nun ging es per Auto in einer halbstündigen, abenteuerlichen Fahrt auf ungeteerter, holpriger Piste zum Anleger auf dem Rio Tambopata, wo unser Boot zur Cayman Lodge wartete. Zusammen mit einer Gruppe Amerikanern tuckerte unser Boot in 1,5 Stunden zum Ziel.

Unterwegs sichteten wir viele Vögel, unter anderem flogen Aras über uns hinweg. Wir sahen eine spielende Wasserschwein-Familie, die größten Nagetiere der Welt. Sie sehen eher wie Riesenhamster aus, weniger wie Schweine. Auf den Wasserschweinen ließen sich rabenähnliche Vögel nieder. Wahrscheinlich pickten sie Ungeziefer aus deren Fell. Durch Untertauchen im Wasser schüttelten die Wasserschweine diese hartneckigen Vögel wieder ab.

Rio TambopataRio Tambopata

Rio TambopataRio Tambopata

Die Cayman Lodge Besitzerin Annie empfing uns sehr herzlich in ihrer Lodge.

Empfang in der Cayman Lodge

Guide Marco, der nur für uns drei zuständig war, übergab uns unsere Schlüssel, zeigte uns die Zimmer und erklärte uns wo und wann gegessen wurde und was heute noch so anstand. Es befanden sich jeweils mehrere Zimmer in einem Haus. Unser Haus bestand aus vier Zimmern, wovon wir drei belegten. Die Fenster und die Zwischendecke bestand aus Fliegengitter. Über dieser Zwischendecke, die alle vier Zimmer praktisch akkustisch miteinander verband, thronte ein Dach aus Palmwedeln. Jedes Zimmer bestand aus Bad und Schlafzimmer, über dem Bett befand sich ein Moskitonetz. Auf dem Nachttisch und im Bad standen Kerzen, daneben lag ein Feuerzeug. Es gab keinen Strom in den Zimmern. Nur die Hauptlodge, wo man sich zum Essen traf, wurde drei Stunden am Tag mit Strom versorgt, wenn der Stromgenerator eingeschaltet wurde. Im Haupthaus konnte man auch seine Akkus aufladen. Das Wasser im Bad war übrigens kalt. Was heißt kalt, so wie es aus dem Sammelwasserbehälter herauskam, es wurde nicht beheizt, also ca. 24°C?

Cayman LodgeCayman Lodge

Um 18 Uhr startete unsere Dschungelnachtwanderung. Marco, er redete in Englisch mit uns, was für ein Luxus, empfahl uns die Strümpfe über die Hosenbeine zu streifen, damit keine herumkrabbelnden Spinnen oder andere Insekten ins Hosenbein flüchteten. Das tat ich natürlich als „Spinnenliebhaberin“. Außerdem sollten wir uns mit Taschenlampen bewaffnen. Gut, dass sich Manfred in Ollanta rasch noch mit einer Taschenlampe eingedeckt hatte. Die Geräusche des Dschungels waren sehr beeindruckend - wie in Dschungelfilmen, nur dass das hier live war. Marco zeigte uns eine Vogelspinne, eine Stabheuschrecke, einen Blutegel, Frösche in verschiedenen Größen, unter anderem einen Gladiatorfrosch. In den Ästen schlängelten sich zwei Schlangen, eine „Cat-eyed Snake“ und eine „Common Liana Snake“. Ich glaube, beide sind nicht giftig.

Cayman LodgeCayman Lodge

Cayman LodgeCayman Lodge

Cayman LodgeCayman Lodge

Cayman LodgeCayman Lodge

Pünktlich um 19:30 Uhr waren wir zum Essen in der Lodge zurück. Jede Gruppe, es waren drei mit uns, saß mit ihrem Guide zusammen beim Essen. Es gab als Vorspeise Kartoffeln mit roter Beete und Karotten, als Hauptgericht Kartoffeln mit Hähnchenstreifen und zum Nachtisch Marmorkuchen. Alles sehr lecker.

Da Marco uns morgen um 5:30 Uhr wecken wollte, gingen wir gleich nach dem Abendessen ins Bett. Es war schon eine interessante Erfahrung abends im Kerzenschein im Zimmer zu sitzen. Unter dem Moskitonetz fühlte ich mich recht wohl, so konnte auch kein anderes unliebsames Krabbeltier ins Bett krabbeln.

Cayman LodgeCayman Lodge

Wetter:
Schön. Die Temperatur kann ich nur schätzen, da die Batterie in meinem Taschenmesserthermometer seinen Geist aufgegeben hatte. Ich schätze mal 30°C und nachts unter 20°C, denn ich brauchte die zusätzliche Wolldecke.


13. Tag - Wanderung zum Lake Sachavacayoc --->

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