P E R U

Tambopata

Freitag, der 31.8.2012

Marco weckte uns um 2:30 Uhr. Schnell angezogen, einen Becher Kaffee im Stehen getrunken und ab mit Decke ins Boot. Mit uns fuhr noch ein indisches Pärchen, die in Dallas leben. Sie hatten ihren eigenen Guide dabei. Im Dunkeln starteten wir unsere Bootsfahrt zur Chuncho clay lick.

Fahrt zur Chuncho Clay Lick

Auf der Karte: Fahrt zur Chucho Clay Lick, auch als kmz-Datei zum Herunterladen:
kmz-Datei für Google Earth zum Herunterladen

Clay Lick:

Diese Lehmlecken ziehen sich an erodierenden Flussufern im Südwesten Perus entlang. Nach der Morgendämmerung schwirren viele Aras und andere Papageien jeder Größe an die Colpas (Quechua-Wort für „Salzige Erde“), um die mineralhaltige Tonerde zu fressen. Um unreife Früchte verdauen zu können, fressen die Papageien diese Erde, als Gegengift und um die Ausscheidung zu beschleunigen. Zusätzlich nehmen sie dadurch auch Minerale auf, die sich sonst nicht in ihrem täglichen Speiseplan befinden.

Aber zurück zur Anfahrt. Kalter Fahrtwind wehte uns um die Ohren, wir vermummten uns mit Jacken und Decken.

Fahrt zur Chuncho Clay LickFahrt zur Chuncho Clay Lick

Ich legte mich auf die Bootsbank, mummte mich gemütlich ein und beobachtete die Sterne. Wo war das Kreuz des Südens? Ich entdeckte Orion mit seinem Orionnebel, außerdem leuchtete der Mond sehr hell - einfach schön! Der bald folgende Sonnenaufgang war grandios. Die Vogelstimmen wurden lauter, wir entdeckten Wasserschweine am Ufer spielen.

Fahrt zur Chuncho Clay LickFahrt zur Chuncho Clay Lick

Als wir in das Tambopata Reservat kamen, mussten wir alle das Boot verlassen, uns registrieren dann ging die Fahrt weiter. Wir erhielten hier einen hübschen Stempel in unserem Reisepass. Der Bootsführer hatte nun keinen leichten Job, er musste uns durch Stromschnellen, an aus dem Wasser ragenden Baumstämmen vorbei manöverieren. Zwischendurch mussten wir uns umsetzen, wegen des Gleichgewichts im Boot. Als wir die Chuncho clay lick erreichten, wurden wir schon vom lauten Papageiengeschnatter empfangen. Die Vögel waren schon da.

An der Chuncho Clay LickAn der Chuncho Clay Lick

Man sah sie zu Hunderten an der beleuchteten Lecke sitzen, farblich kaum von den Blättern zu unterscheiden.

An der Chuncho Clay Lick

Auf den Bäumen saßen große hübsche Aras in vielen unterschiedlichen Farben, auch flogen sie kreischend über unsere Köpfe hinweg. Was für ein tolles Spektakel!

An der Chuncho Clay LickAn der Chuncho Clay Lick

An der Chuncho Clay LickAn der Chuncho Clay Lick

Stunden hätte ich hier sitzen und beobachten können. Marco teilte uns unser Frühstück aus, es gab dazu Kaffee. Gegen 8:30 Uhr war der ganze Spuk vorbei, die Vögel flogen in Gruppen oder zu zweit wieder davon.

An der Chuncho Clay LickFahrt nach El Gato

Im Boot geht‘s weiter nach El Gato („die Katze“) am Tambopata River. Hier sieht man einen hübschen Wasserfall.

El GatoEl Gato

El GatoEl Gato

Marco führte uns auf einem Spaziergang durch den Garten El Gatos, wo alle möglichen bekannten und unbekannten Früchte wuchsen, von Ananas, Banane, Sternfrucht, Mango bis zur Banane.

El GatoHeliconia

El GatoEl Gato

Urutau-Tagschläfer

Plötzlich blieb Marco stehen und fragte uns, ob wir auch den Vogel sähen. Wir suchten in den Bäumen in der Ferne, aber er saß ganz nahe, in etwa zwei Metern Entfernung und sah aus wie die Verlängerung eines Astes. Es war eine Eulenart. Marco führte uns seinen Ruf in der Nacht vor und ich sollte ihn tatsächlich in unserer letzten Nacht in der Cayman Lodge rufen hören. Nach langem Suchen zu Hause im Internet habe ich ihn anhand seines markanten Rufs sogar gefunden. Es müsste ein Urutau-Tagschläfer sein. Seinen Sound habe ich hier (unten auf der Seite bei Sounds, den ersten Sound anklicken) gefunden.


Marco ließ uns eine Apfelsinenähnliche Frucht probieren, sie schmeckte aber nach gar nichts.


El GatoEl Gato

Mit einem fürstlichen Lunch, serviert von unseren Guides beendeten wir unseren Aufenthalt in El Gato. Es gab wieder in Bananenblatt eingewickelten Reis mit Gemüse und Obst, dazu Tomatensalat, Fruchtsaft und hinterher Melone.

El GatoEl Gato

El GatoEl Gato

Weiter ging die Bootsfahrt zur nächsten Anlegestelle. Durch dichten Dschungel wanderten wir zum Lago Condenado. Unterwegs reizte der Guide der beiden Inder eine „Tarantula“ mit einem Stöckchen aus ihrem Erdloch heraus. Sie erschien zu einem kurzen Fotoshooting und verschwand wieder im Bau.

VogelspinneVogelspinne

Tarantel:

Laut Internet gehören Taranteln zu den Wolfsspinnen und werden maximal 4 cm groß. Weiterhin kann man im Internet lesen, dass Amerikaner Vogelspinnen oft fälschlicherweise als Tarantula bezeichnen, darum nehme ich an, dass wir eine Vogelspinne gesehen haben und keine Tarantel.

Vogelspinnen:

Wie alle Spinnen erbeutet auch die Vogelspinne ihr Futter mit einem Lähmungsgift. Ein Biss ist für einen Menschen zwar schmerzhaft, aber nicht gefährlich, außer man ist allergisch gegen das Gift. Vogelspinnen aus Amerika wenden Angreifern ihren Hinterleib zu und streifen dem Feind die dort befindlichen Brennhaare mit schnellen Bewegungen entgegen. Menschen spüren die Wirkung als starkes Jucken und Brennen auf der Haut. Beim Einatmen kann die Lunge geschädigt werden. Vogelspinnenmännchen werden 4 bis 10 Jahre alt, Weibchen bis zu 25 Jahre alt.

Am See angekommen gleiteten wir mit zwei Booten über das Wasser. Marco zeigte uns Piranhas und wieder Fledermäuse, die an einem Baumstamm ruhten.

Lago CondenadoLago Condenado

Lago CondenadoLago Condenado

Am gegenüberliegenden Ufer legten wir an, Manfred entdeckte hier eine große Spinne, und machten einen kleinen Walk zu einem riesigen Urwaldbaum.

Lago CondenadoLago Condenado

Nun gings zurück zur Lodge, die wir um 16:30 Uhr erreichten. Den Sonnenuntergang genossen wir mit einem Pisco sour und Blick auf den Rio Tambopata. Hier ließen wir den Tag Revue passieren.

Cayman LodgeCayman Lodge

Cayman LodgeCayman Lodge

Wetter: Schön ohne Wolken, geschätzte 33°C (Es wurde Tag für Tag etwas wärmer).


15. Tag - Lago Condenado --->

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