P E R U

Fahrt nach Puno

Montag, der 3.9.2012

Nach einer wieder etwas lauteren Nacht mit Türen knallen, Haustürklingel, lautem Reden auf dem Gang, frühstückten wir gegen 6:45 Uhr und waren schon um 7:30 Uhr startklar. Während Manfred und ich an der nächsten breiten Gasse auf Jürgen warteten, fragte uns ein Polizist, ob er uns ein Taxi besorgen solle. Wir beobachteten viele Schulkinder in ihren Schuluniformen, die zur Schule stürzten.

CuscoCusco

Zwei junge Mädchen (auch Touristen) setzten sich etwa 3 Meter von uns entfernt auf die Stufen und blickten uns die ganze Zeit gar nicht an. In letzter Sekunde, als Jürgen vorgefahren kam, sprangen sie auf, fragten uns in einer unverständlichen Sprache irgendetwas, während Manfred und ich im Stress waren, so schnell wie möglich unser Gepäck zu verstauen, denn wir blockierten die Straße. Eins der Mädchen riss die Beifahrertür auf und fragte Jürgen, wo er hinfuhr. Nachdem er Puno antwortete, knallte sie die Tür wieder zu. Merkwürdige Art und Weise! Hielten sie uns für einen Bus, wollten Taxigeld sparen? Aber warum fragten sie uns nicht vorher gemütlich beim Warten? Na ja, muss man wohl nicht verstehen.


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Wir fahren heute von Cusco (7) nach Puno (ohne Nummer)

Jürgen manövrierte uns sicher durch den dichten und lebhaften Verkehr Cuscos. Nach einer Stunde waren wir durch Cusco und seine Vororte durch, nun wurde es gemütlicher.

CuscoCusco

Nach 3 Stunden Fahrt krabbelten wir (das Auto) aufwärts zur 4338 Meter hoch gelegenen Passhöhe "Abra la Raya", wo Verkaufsstände mit dem üblichen Angebot an Wollsachen aufgebaut waren. Ihre Kundschaft bestand hauptsächlich aus Bus- und Zugreisenden, die hier einen Stopp einlegen. Dieser Pass liegt auf der Wasserscheide zwischen Atlantik und Pazifik, also Flüsse, die auf der östlichen Seite des Passes entspringen, fließen Richtung Atlantik und die auf der westlichen Seite entspringen, zum Pazifik.

Von Cusco nach PunoVon Cusco nach Puno

Ab hier bewegten wir uns auf einer riesigen Hochebene, die sich bis einschließlich Titicacasee und West-Bolivien erstreckt, genannt Altiplano. Sie liegt in einer Höhe zwischen 3500 und 4000 Metern zwischen den Hochgebirgsketten der West- und Ost-Anden.

Von Cusco nach PunoVon Cusco nach Puno

Einen kleinen Stopp legten wir in Pucara ein. Hier kann man Ausgrabungen zweier Tempel betrachten und eine Kirchenruine der Spanier. Im Ort gibt es auch ein Museum über die Ausgrabungen. Wir bummelten ein bisschen auf der Plaza de Armas und betrachteten die Kirche Santa Isabel von außen.

Von Cusco nach PunoVon Cusco nach Puno

Von Cusco nach PunoVon Cusco nach Puno

45 km vor Puno passierten wir die quirlige Stadt Juliaca. Plötzlich steckten wir mit dem Auto mitten im Trubel, hupende Autos um einen herum, dazwischen kleine Mototaxis, aber nirgends ein Richtungsschild oder überhaupt irgendein Schild.

Von Cusco nach PunoVon Cusco nach Puno

Ohne Kompass oder ohne Spanischkenntnisse, um ständig nach dem Weg fragen zu können, war man ganz schön aufgeschmissen. Letztendlich manövrierte Jürgen uns auch hier hindurch. Kaum erreichten wir den Stadtrand, sahen die Straßen hübsch bepflanzt aus, wurden 4-spurig und ein modernes Universitätsgebäude stach hübsch, als nicht hierhin gehörend, ins Auge.

Juliaca:

Diese 228.000 Einwohner zählende und 3825 Meter hoch liegende Stadt ist die Hauptstadt einer Provinz und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Juliaca ist als Handels- und Schmugglerstadt bekannt. Man kann hier sehr günstig Alpaka-, Lama- und Schafwolltextilien, aber auch Kunsthandwerk erstehen. Mein Reiseführer schreibt "Juliaca ist eine der gesichtslosesten und chaotischsten Städte Perus".

Von Cusco nach PunoVon Cusco nach Puno

Etwa 35 km vor Puno erreichten wir die Grabtürme von Sillustani, die wir besichtigten. Der Parkplatz und der Zugang zu den Grabestürmen waren recht überdimensional angelegt, für die wenigen Besucher. Aber vielleicht kommen manchmal ganze Busladungen.

Von Cusco nach PunoVon Cusco nach Puno

Grabtürme von Sillustani:

Sie liegen auf einer Halbinsel am Umayo-See. Sillustani war eines der bedeutendsten Zentren der Colla-Kultur, die hier seit 1200 n.Chr. lebten. Sie bauten die ersten Grabtürme auf Sillustani. In ihnen wurden die wichtigsten Persönlichkeiten begraben. 1445 nutzten die Inka einen Streit der Colla mit den Lupacas und eroberten die gesamte Region. Sie übernahmen auch die Begräbniskultur der Collas und verehrten denselben Schutzgeist. Heute findet man hier neben 9 Grabtürmen der Collas, 26 weitere der Inkas. Da die Türme stark eisenhaltig sind, musste man sie in der heutigen Zeit mit Blitzableitern versehen, weil hier oft Blitze einschlugen. Fast alle Grabtürme wurden im Laufe der Zeit geplündert.

Von Cusco nach PunoVon Cusco nach Puno

Von Cusco nach PunoVon Cusco nach Puno

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In Puno am Marktplatz angekommen, warteten wir im Auto, während Jürgen uns rasch für morgen eine Tour über den Titicacasee buchte, bevor das Touristen-Büro schloss. Die nette Büroleiterin stieg zu uns ins Auto und dirigierte uns durch die engen Straßen zu unserem Hotel La Hacienda. Es ist ein sehr schönes Hotel mit großen Räumen. Bekommt man ein Zimmer zur lauten Straße, kann man problemlos tauschen, zumindest nutzte dies Jürgen. Ich wollte lieber das schöne, helle, laute Zimmer zur Straße behalten, als ein kleines, dunkles aber ruhiges Zimmer nach hinten raus :-).

PunoPuno

Abends aßen wir in einem netten Restaurant in der Pizzeria Q'Alasaya in der Fußgängerzone. Manfred und ich aßen Alpaca mit Banane, Kräuter und Zwiebeln, Jürgen Pizza.

PunoPuno

Zum Abschluss leisteten Manfred und ich uns in der Hotelbar einen Pisco sour. Die Hotelbar strahlte den Charme einer Bahnhofswartehalle aus, vielleicht saßen hier deshalb außer uns keine Besucher. Der Ober langweilte sich in der leeren Bar und war deshalb nicht auffindbar als wir zahlen wollten. Wir gaben vorne an der Rezeption Bescheid und sie meinten dass könnten wir auch morgen begleichen. Aber kaum waren wir in den Zimmern, klopfte es an der Tür und der Ober wollte seine Unterschrift. Vielleicht hatte er schlechte Erfahrungen mit Hotelgästen.

Puno:

Die auf 3830 Meter liegende und 125.000 Einwohner zählende Stadt Puno wurde wahrscheinlich erst 1668 durch die Spanier gegründet. Punos Reiz macht natürlich seine Lage am weltweit höchsten schiffbaren See aus, dem Titicacasee. Ansonsten hat Puno eine nette Fußgängerzone.

Wetter: Wolkenlos, gefühlte 22°C mittags.


18. Tag - Titicacasee --->

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